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GroKo-Gesundheitspläne: Kommando rumdoktern
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Die große Mehrheit der Bürger will die private Krankenversicherung abschaffen - doch die Idee taucht im Koalitionsvertrag nicht auf. Union und SPD haben für ihren Streit eine andere, mittelmäßige Lösung gefunden.

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kobra21 08.02.2018, 10:08
30. Relikt

Die angebliche "2-Klassen-Medizin" ist ein Relikt aus der sozialdemokratischen Mottenkiste. Sie gibt es in der geschilderten Form nicht.
So gibt es Wartezeiten immer dort, wo zu wenige Ärzte sind. Nicht etwa wegen der unterschiedlichen Ärztehonorae von GKV und PKV.
Das ist wie in bei der U-Bahn. Ist der Zug voll, muss man auf den nächsten Zug warten, der aber bestimmt kommt.
Dringende Termin können zudem über die entsprechenden Serviceangebote erledigt werden.
Würden die "Reviere" der Ärzte besser verteilt, würden sich automatisch die Wartezeiten reduzieren.
Ein weiteres Problem ist die Deckelung und die Familienversicherung bei der GKV.
Solange Ärzte "bestraft" werden, wenn sie ihr Kontingent überschreiten, machen sie beispielsweise am Ende eines Quartals lieber die Praxis zu - sprich Urlaub.
Die "Familienversicherung" ist ein Kostenfaktor, den es in der PKV nicht gibt. In der PKV wird jedes Familienmitglied einzeln versichert.
Man könnte ja auch über die Abschaffung der "Familienversicherung"
mal nachdenken. Man kann nicht alles "billig-billig" haben wollen und dann noch Forderungen stellen.
Es spricht aber letztlich nichts gegen eine Anpassung von GKV und PKV. Dazu müßten zu allererst die Honorare und der Umfang der Versicherung (z.B. "Familineversicherung") angepasst werden.
Wenn die Honorare aus der GVK auf das Niveau der PKV angebhoben würden, käme das die Versichrten der GKV teuer zu stehen, ebenso die Abschaffung der "Familineversicherung".
Ob die GKV Versicherten das wollen ist fraglich.
Ein letztes Wort zu der ominösen "Beihilfe" bei Beamten. Das ist nichts anderes als der "Arbeitgeberanteil" an der Versicherung.
Der wird aber dort nur fällig, wenn der Beamte krank wird. Ansonsten spart der Staat dieses Geld. Daher wird der Staat diese Form der Kostenreduzierung nicht antasten. Der Staat versichert auch seine Fahrzeuge nicht, weil es billiger ist, im Schadensfall, so er denn eintritt die Kosten zu übernehmen, anstatt dauerhaft Beiträge zu zahlen, die ein für alle Mal weg sind.

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inecht 08.02.2018, 10:09
31. an der PKV verdienen zu viele zu viel.

Die 8,8 Mio privat Versicherten sind eine riesige Einnahmequelle für geldgierige Versicherungsmakler und andere, die nichts, aber rein garnichts mit dem Gesundheitswesen zu tun haben:
von den 26 Milliarden Euro Beitragseinnahmen fliessen 60% an gewinnorientierte Aktiengesellschaften.
Laut Zahlenbericht des Pkv-Verbandes werden nur 22,8 Milliarden für Versicherungsleistungen ausgegeben.
Der Rest von über 3 Milliarden Euro verschwindet jährlich in den Taschen von .... !
Nur die jährlichen Provisionen betragen 2,4 Milliarden.

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nordlys 08.02.2018, 10:13
32. Empathie

Zitat von unbekanntgeblieben
Sieht mir sehr ideologisch und sehr wenig pragmatisch aus, weil hier offenbar ihre Lebensrealität pauschal auf die gesamte Bevölkerung übertragen wird ... "Einführung eines Selbstbehaltes von 20 Euro ......
Als Ausgleich für den Selbstbehalt kann man ja die Beiträge so kalkulieren, dass sie im Durchschnitt um den Selbstbehalt niedriger sind. Und ja, wer Leistungen in Anspruch nimmt, soll dafür zahlen. Gilt auch im Altenheim. Und ist ja bei der Zuzahlung für Medikamente auch jetzt schon so, falls Ihnen das entgangen ist.
Immer dort, wo es etwas anscheinend "kostenlos" gibt, wird der Missbrauch gefördert. So ist der Mensch nun einmal. Sehr gut zu sehen auch an der Migrationswelle, die sich auf die Länder mit den besten Sozialsystemen konzentriert. Die Sozialsysteme werden auf der Basis Ihrer "intelligenten Empathie" deutlich schneller zusammenbrechen, das steht fest.
Die große Ahnung vom Thema konnte ich jetzt in Ihrem Beitrag auch nicht erkennen.

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dborrmann 08.02.2018, 10:14
33. Vertragsfreiheit

Hat die Bevölkerung davon schon einmal gehört?

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touri 08.02.2018, 10:15
34.

Zitat von nordlys
Die Bürgerversicherung wird weder Kosten sparen, noch die "Zwei-Klassen-Medizin" beenden. Erheblich sinnvoller wären daher folgende Maßnahmen: - Aufbau einer staatlichen Einheitskasse für GKV-Versicherte, Schließung der 110 bestehenden gesetzlichen Kassen (die ohnehin nicht in echter Konkurrenz stehen), dadurch Kosteneinsparungen bei Verwaltung, Marketing, Immobilien etc. - Überwachung der Effizienz dieser .....
Den Punkt mit der Beitragsrückerstattung halte ich mittlerweile für sehr gefährlich. Einen guten Freund hat diese Geschichte ins Grab gebracht. Er war privat versichert (Selbstständig) und ist trotz ständiger gesundheitlicher Beschwerden, die ihn praktisch durchgehend über ein Jahr plagten nicht zum Arzt, weil er die Rückerstattung, die er bei nicht Inanspruchnahme eines Arztes bekommen hat, nicht verlieren wollte. Am Ende muss sein Immunsystem so zerschossen gewesen sein, dass mehrere Krankheiten gleichzeitig zugeschlagen haben und der Kreislauf das nicht mehr mitgemacht hat. Er wurde 45 Jahre alt.

Insofern, ich habe kein Problem damit ein geringes Arztgeld pro Besuch zu verlangen (ganz ehrlich 5 € langen da vollkommen) aber ich bin strikt gegen das Belohnen für das nicht Inanspruchnehmen von ärztlichen Leistungen.

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juchow 08.02.2018, 10:16
35. Europäischer vergleich ist gefragt

Europäischer vergleich ist gefragt

Wenn die Politiker den europäischen Vergleich scheuen, kann ich das verstehen. Aber warum Vergleicht die Presse nicht mal das holländische System mit dem deutschen? Die Deutschen Zahlen 50 % mehr Kranken -Beitrag als die Holländer. Diese Zahlen nur 10 % vom Bruttogehalt Anstatt 15 %. In den Niederlanden ist die gesetzliche Krankenkasse befreit von unsinnigen Leistungen. Auf Dauer wird man in Deutschland nicht alles finanzieren können was Tausende von Wissenschaftlern entwickeln. Ich bin für eine Bürger Versicherung bei gleichzeitiger Absenkung der Pflicht Beiträge. Eigenverantwortung fördern durch Zusatzversicherung wie bei der zahnärztlichen Versorgung. Die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft damit stärken

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Glocknerkönig 08.02.2018, 10:16
36. PKV Versicherte zahlen für Beamte und Pensionäre

jeder in der PKV versicherte Arbeitnehmer erlebt mit zunehmendem Alter eine exorbitante Steigerung der monatlichen Beiträge, und wenn im Rentenalter der Arbeitgeberanteil auch noch aus der eigenen Tasche zu bezahlen ist, wird's für viele unbezahlbar. Ein Wechsel zurück in die GKV ist im System nicht vorgesehen, und vom Gesetzgeber auch nicht gewollt, weil weit über 3Mio Beamte und Pensionäre privat versichert sind. Bisher hat der Beamte nur theoretisch eine Wahl ob er sich privat oder gesetzlich versichert. Er darf sich zwar auch freiwillig gesetzlich versichern. Doch muss er dann den vollen Beitragssatz, also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag, selbst tragen. Dazu haben die wenigsten Beamten Lust. Die Bertelsmann Stiftung hat das mal in einer Studie nachgerechnet. Durch Wegfall der Beihilfen für Beamte und Pensionäre würde sich der Steuerzahler bis 2030 über 60Mrd EUR !!! sparen, wenn Beamte, die weniger als 57.600 Euro verdienen, genauso wie Otto-Normal-Arbeitnehmer zu Pflichtversicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung würden. Nur wer mehr verdient, hätte die freie Wahl, ob er sich gesetzlich oder privat versichert.

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ksail 08.02.2018, 10:17
37. Zweiklassenmedizin?

Ich finde es problematisch, wenn der Kampfbegriff Zweiklassenmedizin immer so sorglos von Journalisten benutzt wird. Der Gesundheitsmarkt ist zunächst mal ein Markt und wir werden es NIEMALS erreichen, dass alle Leistungen für jeden erreichbar sind. Schon allein, weil es immer Leistungen gibt, die auch aus dem Katalog von Bürgerversicherungen rausfallen würden.

Wenn sich das dann jemand privat leistet, wäre es ja schon eine Zweiklassenmedizin. Die medizinisch NOTWENDIGEN Leistungen bekommt hingegen jetzt schon jeder Versicherte - egal ob privat oder GKV. Wer regelmäßig im Ausland ist, weiß genau, auf welchem hohen Niveau wir hier jammern - typisch deutsch.

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sir wilfried 08.02.2018, 10:19
38. Gelddruckmaschine

Zitat von sephir0th
Weiß die Mehrheit der Deutschen denn.... -> dass im Moment eine massive Quersubventionierung des Gesundheitssystems von PKV zur GKV stattfindet und dass mit Wegbrechen der PKV die GKV-Ausgaben steigen würden? -> dass eine flächendeckende GKV-Pflicht die Kostenträger erst Recht dazu einladen würde, weiter Leistungen abzubauen und auf private Zusatzversicherungen zu verweisen? -> dass die hier als absoluter Vorteil der Beamten beschriebene Beihilfe letztlich nicht viel anders ist, als der Arbeitgeberzuschuss in der GKV, die sich der öffentliche Dienst weigert zu zahlen? -> dass in der PKV keine kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen möglich ist?
Die PKV ist eine Gelddruckmaschine für Versicherungen und Ärzte. Die wurde von er CDU auf Drängen der Lobby eingeführt und 1989 noch verschärft, indem Selbständige, Freiberufler und Beamte dort zwangsweise versichert sein müssen.
Das ist für die Ärzte und gewissermaßen für die GKV sehr angenehm, aber mit Gerechtigkeit hat das nichts zu tun, denn die meisten Selbständigen haben weniger Einkommen als normale Angestellte.
Um diese Quersubventionierung zu wissen und sie gleichzeitig zu verteidigen ist reiner Zynismus.

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Putenbuch 08.02.2018, 10:23
39. Welche Vertragsfreiheit?

Zitat von dborrmann
Hat die Bevölkerung davon schon einmal gehört?
Der "Normalbürger" hat keine Vertragsfreiheit. Zumindest nicht in der Gesundheitsversorgung. Oder z.B. bei den Rundfunkgebühren.

Wenn Sie es ganz "frei" mögen, gehen Sie doch in die USA. Dort sind die pro Kopf-Kosten für die Gesundheitsversorgung allerdings doppelt so hoch, wie in den anderen Industrienationen. Viel Spaß damit.

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