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GroKo-Gesundheitspläne: Kommando rumdoktern
DPA

Die große Mehrheit der Bürger will die private Krankenversicherung abschaffen - doch die Idee taucht im Koalitionsvertrag nicht auf. Union und SPD haben für ihren Streit eine andere, mittelmäßige Lösung gefunden.

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rudi_ralala 08.02.2018, 11:38
80.

Zitat von mps58
...Der Staat wird schon wissen, was für seine dummen Untertanen am besten ist, meinen wohl manche Politiker der SPD....
Der Staat, sagen wir lieber die Regierung kann es niemals Allen Recht machen. Da wir in einer Demokratie leben, ist das umzusetzen, was die Mehrheit der Wähler will, unabhängig davon die Minderheit darüber denkt.

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interessierter Laie 08.02.2018, 11:42
81. Lieber Herr Bidder

Im Grunde haben Sie das Dilemma gut beschrieben, ziehen m.E. daraus aber die falschen Schlüsse. Die Abschaffung der PKV würde ceteris paribus dafür sorgen, dass dem Gesundheitssystem massiv Geld entzogen wird. Viele Behandlungen wären nicht mehr finanzierbar. Nehmen Sie den GKV-Regelsatz fürs MRT, eines der teuersten und aufwändigsten Geräte. Er beträgt 125 EUR. Das ist in etwa der Preis für TÜV und AU in der Kfz-Werkstatt. Zeitaufwand vergleichbar, Kosten und Betrieb der Anlage > Faktor 10. Fazit: Die Bürgerversicherung müsste höhere Sätze und damit höhere Beiträge erheben und/oder die Leistungen massiv einschränken. Das Ergebnis kann man heute bei Zahnbehandlungen sehen. Seit die GKV diese Leistungen zusammen gestrichen hat, kann man in Deutschland den sozialen Status an den Zähnen ablesen. Das ist Zweiklassenmedizin in Reinform. Bei anderen Behandlungen muss der GKV-Patient zwar u.U. länger warten, aber er bekommt sie. Meine Prognose mit Bürgerversicherung: Wir hätten zwei ganz schnell getrennte Systeme: Gut ausgestattete Spezialkliniken für Reiche und marode Baracken für die breite Masse.

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rudi_ralala 08.02.2018, 11:42
82.

Zitat von darthmax
... Das zu ändern würde aber Mehrkosten verursachen und in unserem Land soll alles umsonst sein.....
Wenn Sie der Meinung sind 350 Milliarden pro Jahr sind noch zu wenig, dann wünsche ich Ihnen bei ihrer PKV eine Prämie von € 2.000 pro Monat.

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imo27 08.02.2018, 11:42
83.

Zitat von manicmecanic
Jeder der wie ich Leute aus beiden Systemen kennt wird Ihnen sofort bestätigen daß es sehr wohl 2 Klassenmedizin gibt.Das können Sie ganz einfach testen,rufen Sie einmal beim Doc an als normalo wegen eines Termins und dann direkt nach diesem Anruf nochmal mit der Angabe Privatpatient.Dann werden Sie erstaunt feststellen daß man als Privatpatient viel schneller einen Termin bekommt.Das hört aber nicht dabei auf,ich bin mal keine Ahnung warum in einer privaten Klinik gelandet.Da ich leider auch schon einige OPs in normalen überstehen durfte kann ich Ihnen sagen daß auch das ein himmelweiter Unterschied war in jeder Beziehung.
Mein Arzt hat täglich eine Notfallsprechstunde, da braucht niemand einen Termin, der dringend zum Arzt muss.
Und wenn Sie nicht so geizig wären, sondern eine Zusatzversicherung für Krankenhaus abgeschlossen hätten (Chefarztbehandlung, 1 oder 2-Bett-Zimmer), dann hätten sie die gleiche Behandlung in Krankenhaus wie ein Privatpatient. Aber klar, nichts zahlen, dafür gleiche Leistungen wie die, die das 2,5fache zahlen.
Anders gesagt: wenn es die Privatklinik nicht gibt, werden Sie nicht besser operiert als bisher auch.

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ruku 08.02.2018, 11:43
84. @ jungundfrei

Sehr gut durchdachter Kommentar.
Woher kommen wohl die Steuern????

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archi47 08.02.2018, 11:45
85. genau

Diese Ungleichbehandlung bei Ein- und Austritt aus diesen Systemen ist verbraucherunfreundlich. Außerdem ist bei Wechselmöglichkeit der Besitzstand und die Mitnahme intransparent.
Es ist deshalb nur logisch, dass die große Mehrheit der Wähler sich ein einheitliches Sytem wünschen, bei dem alle einzahlen und alle ordentlich behandelt werden. Das Einzahlen kann ja nach Einkommen gestaffelt sein, diese Staffelung müßte sich nicht in der Auszahlung wiederspiegelt, hier könnten Habenichtse etwas besser bedient werden und Milliardäre etwas schlechter, weil die ja auch privat zuzahlen können.
Das haben wohl bislang nur die Union und die FDP nicht begriffen, offenbar ist der Lobbyeinsatz der Versicherungsvertreter und Bonijäger zu stark, denn die würden sich was anderes suchen müssen. Alle anderen können dadurch nur gewinnen.

Ich denke dieser Aspekt könnte für geistig mobile SPD-Mitglieder den Ausschlag fü Nein geben - ob das reicht, werden wir sehen.

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kobra21 08.02.2018, 11:46
86. Was funktioniert nicht?

Die GKV funktioniert nicht, weil alles nichts kosten soll.
So einfach ist das!
Warum soll die PKV abgeschafft werden, wo sich doch dort niemand beschwert und alles funktioniert?
Man sollte zuerst vor der eigenen Haustür kehren, bevor man auf die anderen weist.
Auch das Thema "Termin" wird nicht wahrer, wenn man es ständig falsch darstellt.
Wer drigend einen Arzttermin braucht, bekommt ihn auch. Dafür wurden die entsprechenden Servicestellen geschaffen.
Man braucht dort nur anzurufen, dann wird einem geholfen.
Planbare Arztbesuche (Kontrolltermine) können da schon mal warten.
Mir ist bekannt, dass es Mitbürger gibt, die glauben, dass der Arzt springen muss, wenn das Stöckchen rausgehalten wird.
In der heutigen Zeit gehören Termine zum täglichen Geschäft.
Notfälle werden immer angenommen. Aber viele "Notfälle" sind eben dann keine Notfälle - sehr zum Nachteil der wirklichen Notpatienten.

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fussl 08.02.2018, 11:46
87. Alles gesagt

Zitat von mainjj67
Mal wieder ein Artikel, der die Unkenntnis der Medien in Bezug auf Gesetzte und Verordnungen zur Vergütung der Ärzte fußt. Die Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ - Privatversicherte) ist nicht mit den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM - gesetzlich Versicherte) vergleichbar. Bei der GOÄ haben alle erbrachten Leistungen einen festen Preis und werden in Rechnung gestellt. Der EBM besteht zu großen Teilen aus Pauschalen und die erbrachten Leistungen werden nur bis zu einer budgetierten Menge bezahlt und ist somit keine Gebührenordnung. Zu behaupten, Ärzte bekämen für eine Privatversicherten das 2-3 fache eine gesetzlich Versicherten sind also totaler Unfug. Die GOÄ stammt aus dem Jahr 1996, d.h. seit 22 Jahren gab es keine Anpassung der Honorare. Wo gibt es das sonst noch? Die Diäten der MdBs wurden im gleichen Zeitraum um 65 % erhöht, der Verbraucherpreisundex ist um rund 35% gestiegen. Terminnöte bei den gesetzlich Versicherten entstehen dadurch, dass Ärzte gesetzlich daran gehindert werden, mehr Leistungen zu erbringen (§ 87 b SGB 5 - Der Verteilungsmaßstab hat Regelungen vorzusehen, die verhindern, dass die Tätigkeit des Leistungserbringers über seinen Versorgungsauftrag nach § 95 Absatz 3 oder seinen Ermächtigungsumfang hinaus übermäßig ausgedehnt wird). Werden mehr Patienten behandelt als das Budget hergibt, werden diese nur noch zu einem Bruchteil vergütet. Der Bäcker gibt seine Brötchen ab einer gewissen verkauften Menge auch nicht für 10% des Preises ab. Darüber hinaus sollen die erbrachten Leistungen wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig sein (WANZ Prinzip § 12 SGB V). Von gut, schnell, sofort o.ä. ist ma da weit entfernt. Die Verlogenheit der Politiker und Medien in diesem Thema ist unerträglich. Medizinische Versorgung wird rationiert, das sollte so auch mal ausgesprochen werden. Und eine Bürgerversicherung würde unter den geschilderten Umständen eher die Wartezeiten verlängern und für alle gleich schlecht, nicht gut machen. Eine Ausdehnung der Arbeitszeit der Ärzte ohne Gegenleistung ist eine Frechheit. Das sollte man mal der IG-Metall vorschlagen. Und 25 h pro Woche arbeitet ohnehin jeder Arzt. Im Schnitt arbeiten Hausärzte 51 h pro Woche. Ich bin Hausarzt und habe die Schnauze voll ständig als porschefahrender Gierhals (siehe Kalle Lauterbach) verunglimpft zu werden. Nur weiter so, dann gibt es uns bald nicht mehr.
100% korrekt - 100% Zustimmung.
Aber wir leben leider im postfaktischen Zeitalter...

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ludwig49 08.02.2018, 11:46
88. Ein grösseres Problem...

...sehe ich bei der Altersversorgung. Die Zusammenlegung von Rente und Pension, Beitragssätze für alle - auch für Selbstständige -, sind Notwendigkeiten. Die Altersversorgung erster und zweiter Klasse kann nicht einfach ausgeblendet und ignoriert werden. Auch hier geht es um Gerechtigkeit. Rentner stehen dauernd im Fokus der Finanzierung, die Finanzierung der Pensionen dringt kaum ans Licht der Öffentlichkeit.

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resistbln 08.02.2018, 11:48
89.

Würde man nicht schon viele Milliarden bei den Gesundheitskosten sparen, wenn man die Mehrwertsteuer darauf senken oder gar abschaffen würde? Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb Medikamente mit 19% besteuert werden, Schnittblumen aber mit 7%. Aber an eine Reform der Mehrwertsteuer hat sich in Jahrzehnten auch noch niemand rangetraut.

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