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GroKo-Kompromiss: Wer von der Grundrente profitieren wird - und wer nicht
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Wer lange eingezahlt hat und trotzdem wenig bekommt, soll mehr Geld erhalten - dafür soll die Grundrente der GroKo sorgen. Doch wem würde das konkret nutzen? Vier Rechenbeispiele.

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St.Baphomet 12.11.2019, 16:13
80. Falsche Bezeichnung

Lese ich, und viele andere auch, das Wort "Grundrente" denke ich sofort an eine Mindestrente.
Dieses Nischenprodukt hat damit aber nun wirklich nicht das Mindeste zu tun.
Von einer Partei wie der SPD erwarte ich aber definitiv eine "Mindestrente" deutlich oberhalb von Grundsicherung zur Vermeidung von Altersarmut. Das Geld ist definitiv dafür da.
Warum also sollte ich einer Partei die solchen Murks als grandiosen Erfolg der Gerechtigkeit feiert nochmals meine Stimme geben?
Anscheinend wissen Scholz und Co. tatsächlich nicht wie lächerlich so etwas bei ihren (ehemaligen) Wählern ankommt.
Na denn, viel Spaß beim Feiern.

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wizzard74 12.11.2019, 16:15
81.

Zitat von marcaurel1957
Wer in der Schule aufgepasst hat, kann entsprechende Einkommen erzielen und bekommt die damit korrelierende hohe Rente. Wenn man nicht aufgepasst hat wird man eben Fleischereifachverkäufer, bekommt geringen Lohn und geringer Rente Ich kann daran nichts falsches finden. Die Rentenversicherung heißt "versicherung" , weil Einzahlungen und Auszahlungen korrelieren...alles andere wäre nicht nur Enteignung, sinder würde auch gegen die ausdrückliche Rechtssprechung des BVerfG verstoßen. Ich habe in jedem Jahr seit dem Studium ca. 2 Rentenpunkte bekommen aber auch die maximalen Beiträge gezahlt. Dafür verlange ich auch eine angemessene Rente
*eigentlich* bin ich vollkommen bei Ihnen. Allerdings argumentieren Sie mit dem Begriff Versicherung, und der ist nicht definiert durch "Auszahlungen korrelieren mit Einzahlungen" - vor allem nicht für den Einzelnen, siehe Risikolebensversicherung, sondern dadurch, dass ein Risiko, das beim Eintreffen für einen Einzelnen existenzbedrohend oder zumindest nach seiner Einschätzung zu schwerwiegend ist, durch eine Solidargemeinschaft (also z. B. alle Kunden dieser entsprechenden Versicherung), abgefedert wird.
Daher ist der Name "Rentenversicherung" mMn unglücklich gewählt.
Davon ab: Wow, eingestiegen nach dem Studium mit einem Gehalt über der BBG? Wann war das denn?

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Viking1957 12.11.2019, 16:17
82. Jetzt bin ich beruhigt!

In meinem Umfeld und auch bei mir selbst, gibt es zahlreiche Fälle gemäß Beispiel 2. U.a. 60-jährige die ihr Geschäft verkauft und 35 Jahre den Rentenmindestsatz eingezahlt haben und jetzt von Ihrem Vermögen leben. Sie hätten, wenn es nach SPD, Grüne und Linke gegangen wäre eine Grundrente erhalten. Wäre es so gekommen, ich hätte die Welt nicht mehr verstanden. Die meisten „Besserverdienenden“ sind sicher gerne bereit zusätzliche Beiträge für die Grundrente echter Bedürftiger zu entrichten.

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leander.1991 12.11.2019, 16:21
83. Meine Güte...

Zitat von marcaurel1957
Wer in der Schule aufgepasst hat, kann entsprechende Einkommen erzielen und bekommt die damit korrelierende hohe Rente. Wenn man nicht aufgepasst hat wird man eben Fleischereifachverkäufer, bekommt geringen Lohn und geringer Rente Ich kann daran nichts falsches finden.
...diese Arroganz.

Wenn Sie daran nichts falsches finden, dann wollen wir doch mal sehen ob alle Menschen irgendwo etwas geistig "hochwertiges" machen könnten, zum Beispiel schlaue Kommentare in Foren stellen.

Wir also all diese Putzkräfte, Frisöre, Paketfahrer, Fleischereifachverkäufer usw. eigentlich überhaupt nicht brauchen, ihrer Ansicht nach ist deren Arbeit ja so gut wie wertlos.

Aber an solchen Kommentaren sieht man was tatsächlich falsch läuft im Land. Manche leben entrückt wie ehedem die Adeligen vor sich hin...

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St.Baphomet 12.11.2019, 16:22
84. Was sind denn 1.5Mrd pro Jahr?

Zitat von dum_spiro_spero
Alles richtig. Eine viel gerechtere Lösung, ABER, dann wären wir sehr weit über den 1.5Mrd pro Jahr. Klar, die jetztige Lösung ist ein Feigenblatt, aber zu mehr ist man in dieser Regierung nicht bereit. Auch die Modelle z. B. in den Niederlanden werden hier verklärt dargestellt. Die "Capuccino-Rente" besteht aus 3 Säulen: Grundrente, betriebliche AV und private AV. Und die Beiträge von 17,9% zur Grunderente zahlen die Arbeitnehmer schön selbst, kein Arbeitgeberzuschuss. Außerdem musst du für den AOW-Anspruch zwischen 15-65 50 Jahre in den Niederlanden gelebt haben. Die AOW bekommen dann auch die, die überhaupt nicht eingezahlt haben. Alle Angestellten (auch Niedriglöhner), die AOW-Ansprüche aufbauen wollen, drücken also während ihres Arbeitslebens schon deutlich mehr ab. Eine Beitragsbemessungsgrenze gibt's dort auch und die ist viel niedriger (30.000 €). Verschwiegen wird auch oft der gut 27 Mrd. € Zuschuss vom Staat, prozentual also durchaus vergleichbar mit dem Rentenzuschuss in Deutschland. Zugegeben, das Rentensystem ist nicht schlecht, allerdings auch nur, da sich die Pensionsfonds und betrieblichen Altersvorsorgemöglichkeiten viel weiter etabliert haben. In der Grundrente sind die Niederländer solidarischer als Deutschland, dort bekommt die halt auch derjenige, der nix eingezahlt hat, die realtiv hohe Basisrente.
im Gegensatz dazu:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steuerhinterziehung-kostet-die-eu-staaten-825-milliarden-euro-pro-jahr-studie-a-1249844.html
"Die mit Abstand größte Steuerlücke klafft in Italien: Hier gehen dem Fiskus JÄHRLICH rund 190 Milliarden Euro durch die Lappen. Auf Platz zwei steht DEUTSCHLAND mit 125 Milliarden, gefolgt von Frankreich mit 117 Milliarden"
Ein Hoch auf die tollen Erfolge der GroKo.

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pirrip 12.11.2019, 16:23
85. Wenn der Söder schon zufrieden ist...

...mit dem Grundrentenkompromiss, dann stinkt was. Da gibt es Leute im Land mit 500 Euro Rente. Wenn ich es richtig gesehen habe, greifen bei der Berechnung zahlreiche Einschränkungen. Da dürfen sich viele dieser Rentenbezieher, die 35 und mehr Jahre gearbeitet haben, über einen Rentenzuwachs von 27,50 bis maximal 404 Euro? Und das soll in den kommenden Jahren das Rezept gegen die Altersarmut sein? Ein Witz ist das. Entschieden von Politikern mit Ruhestandsbezügen in Höhe von 4500 Euro allein aus parlamentarischer Arbeit! Dazu kommen weitere Geld aus lukrativen Nebentätigkeiten und/oder dem Folgejob. Ne, nee, das ist alles sehr unwürdig gegenüber denen, die einkommenstechnisch ein Leben ang kurz gehalten worden sind. Ich meine, 1200 - 1400 Euro sollten jedem bedürftigen Altersruheständler in diesem reichen Land zur Verfügung stehen.

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muelklau 12.11.2019, 16:23
86. Grundrente schon ein deutlicher Fortschritt

Mehr war mit der Union nicht machbar, dennoch ist ein deutlicher Schritt der auch später im Falle anderer Mehrheiten erweitert werden könnte. Positiv ist auch die relativ einfache und automatische Prüfung und die Finanzierung über Steuern. Hier wird argumentiert das man es auch über die Grundsicherung hätte regeln können. Erstens gibt es hier eine höhere Leistung wenn auch nicht immer viel, zweitens ist bei der Grundsicherung eine umfangreiche Prüfung erforderlich verbunden mit dem Gang zum Sozialamt und drittens werden die Kommunen entlastet. Aber selbstverständlich geht es nicht das man alle Fälle befriedigen kann. Auf 35 Jahre Arbeit inkl. Arbeitslosigkeit, Pflege und Kindererziehungszeiten kann bei der zukünftigen Rente schon realistisch kommen. Wer krankheitsbedingt nicht weiter arbeiten kann für den gibts die Erwerbsunfähigkeitsrente. Wer das möchte müsste dann alternativ für ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle werben. Dürfte wohl nicht realistisch sein ua auch w den fehlenden Mehrheiten

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ma.g 12.11.2019, 16:27
87. Keine zweite europäische Nation zahlt seinen Rentnern, auch Grundrente

solch würdelose Renten wie in Deutschland. Siehe Beispiel im Vergleich Quelle: " 1 100 Grundrente in Holland seit 2011." Wohlgemerkt nach Abzug der Miete und Krankenversicherung nach Beantragung. In Deutschland heute lediglich 424 Euro zum Leben im Monat. Die OECD bestätigt siehe Fakt Quelle: "Länder - Vergleich: Arme deutsche Rentner." Oder "Deutsche Renten am niedrigsten in ganz Europa." Mit der Grundrente Beginn 01.01.2021 sind lediglich 1,2 - 1,5 Millionen Rentner positiv betroffen. Doch heute sind es bereits ca. 11,3 Millionen Rentner die in Deutschland weit unter 1 000 Euro im Monat beziehen. Vor allem die Frauen, die benachteiligt werden durch ein Rentensystem welches in Europa einmalig ist. 100 000 de Rentner haben bereits aus finanziellen Gründen Deutschland verlassen um in anderen Ländern würdevoller ihr Leben beenden zu können. Denn 8.6 Millionen Rentner bekommen heute weit weniger als 800 Euro im Monat für Mietzahlung und zum Leben an Rente, siehe Beweis Quelle: "Millionen Rentner bekommen weniger als 800 Euro." Oder "Fast jeder zweite Rentner muss mit weniger als 800 Euro Rente im Monat auskommen." Von der OECD gegenübergestellt siehe Fakt Quelle: "In Sachen Rente steht es zwischen Österreich und Deutschland 4 : 0." Auszug für unsere Frauen: Die durchschnittlichen Neu Renten für deutsche Frauen betragen im Monat 590 Euro, die Frau aus Österreich bekommt 1 220 Euro. Da in Österreich für jeden Rentner, jeden Arbeitnehmer noch zusätzlich eine Urlaubs- und Weihnachtsrente in gleicher Höhe gezahlt wird ist der wahre Durchschnitt für die Frauen in Österreich 1 403 Euro im Monat. Also ca. 800 Euro mehr Rente zum Leben bei fast gleichen Lebenshaltungskosten wie in Deutschland. Ist das sozial gerecht? Die Politiker der GroKo Parteien müssten sich in Grund und Boden schämen, auch die Wähler und Befürworter der CDU/CSU und der SPD.

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Viking1957 12.11.2019, 16:27
88.

Zitat von astat
Ein hartes Leben ist kein Argument und hilft dem Staat nicht bei der Finanzierung von Sozialleistungen. Die Rente wird ja bereits rd. 100 Mrd. Euro pro Jahr bezuschusst, bei einem Haushalt von insgesamt rd. 360 Mrd. Euro. Man kann also bei weitem nicht sagen, dass der deutsche Staat keine Geld für Rentner übrig hat. Die Niederländer und die Dänen sind a) deutlich kleinere Länder und haben b) ein völlig anderes Modell. Dort werden die Rentenbeiträge von jeher tatsächlich in einen Rentenfonds eingezahlt - bei den Dänen kommen noch Einnahmen aus der Erdölförderung hinzu. Diese Fonds erwirtschaften erhebliche Überschüsse. In den Niederlanden sind es durchschnittlich 5,9 % pro Jahr, habe ich gelesen. Das macht sich natürlich über eine Beitragsdauer von z.B. 35 Jahren massiv bemerkbar. Die deutsche Rente ist eine Versicherung, die nach dem Umlageverfahren arbeitet. Da gibt es keine Rendite und das System hängt nur von den eingezahlten Beiträgen und der Anzahl an Beitragsempfängern ab. Wenn das Verhältnis kippt, dann funktioniert das nicht mehr. Das war Bismarks und Adenauers Zeiten anders... Heute lässt sich das aber nicht so einfach auf ein Modell wie in den Niederlanden oder in Dänemark umstellen.
Die von Sensør genannte Grundrente in Dänemark ist ausschließlich steuerfinanziert. Die angesprochenen Pensionen aus Fondansparungen kommen on Top, wodurch die viel Dänen sehr auskömmliche Renten aus eigenem Vermögen haben. Darüberhinaus gibt eine weiter Rentenmöglichkeit, die sog. "Mauersteinrente", man lässt einfach den Wert des abbezahlten Hauses verrenten. Warum sollen diese Werte den Erben zu Gute kommen. Im Erbfall ist das Haus verschuldet und wird zur Deckung der Schuld einfach verkauft. Das ist echter Sozialismus.
Eine dritte Rentform ist der sog. "Nachlohn" ab 63. Diesen kann man erhalten wenn man nie arbeitslos war, indem die in die Arbeitslosenversicherung eingezahlten Beiträge zum Teil rückvergütet werden.

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hagastubben 12.11.2019, 16:29
89. In diesem Zusammenhang auch interessant zu wissen...

Wie sorgen Bundestagsabgeordnete für ihr Alter vor? Sie zahlen gar keine Beiträge. Bereits nach einem Jahr hat ein Parlamentarier einen Anspruch auf eine Pension von 227 Euro. Die Abgeordneten sammeln pro Jahr Bundestagszugehörigkeit 2,5 Prozent der jeweils aktuellen Entschädigungshöhe an. Nach 26 Jahren haben sie den Maximalanspruch von 65 Prozent der Entschädigung bzw. derzeit 5900 Euro erreicht, wie der Steuerzahlerbund kritisiert.
Wie kann ein Abgeordneter mit 56 die volle Pension erhalten? Das Renteneintrittsalter 67 gilt zwar auch für Bundestagsabgeordnete. Für unsere Volksvertreter in Berlin gelten aber Sonderregeln: Nach zwei Legislaturperioden, also nach acht Jahren, wird den Parlamentariern für jedes weitere Mandatsjahr der abschlagsfreie Pensionsbeginn ein Jahr entgegengerückt – maximal um zehn Jahre. So könnte ein 1960 geborener Ex-Abgeordneter nach 18 Jahren im Bundestag jetzt mit gut 56 Jahren mit 4087 Euro in Pension gehen, wie die Bild-Zeitung vorrechnet.

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