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GroKo-Sondierung: Wer von den Steuerbeschlüssen profitiert
DPA

Der Soli soll fallen - das ist steuerpolitisch das wichtigste Ergebnis der Sondierungsgespräche. Viele Steuerzahler aber dürften von den geplanten Reformen kaum etwas merken. Der Überblick.

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Nordstadtbewohner 12.01.2018, 16:53
10. Eine erfreuliche Nachricht

Es ist erfreulich, dass die kommende Regierung einen Weg zur Abschaffung des Solis geschaffen hat. In ein paar Jahren wird er hoffentlich komplett abgeschafft werden.

Was mich ebenso freut, ist, dass die Umverteilerfraktion innerhalb der SPD sich nicht durchgesetzt hat. Wer Wohlstand will, muss ihn auch selbst erarbeiten.

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flopi3 12.01.2018, 16:59
11. Foristen sollten mal gründlich lessen!!!

Die sogenannten Reichen werden mit diesem Kompromiss in Relation künftig noch stärker belastet als die Masse. Durch die Abschaffung des Soli für ca. 90% der Steuerzahler über eine Freigrenze profitieren die Besserverdiener, die über dieser Freigrenze liegen, gar nicht von der Abschaffung des Soli. Wenn dann nach 4 Jahren der Soli für alle unter der Freigrenze abgeschafft ist, beträgt der Steuersatz für die oberen 10% der Einkommensbezieher faktisch fast 45% (inkl. des Soli). Die SPD hat sich also durchaus durchgesetzt mit ihrer Forderung nach Steuererhöhung - nur funktioniert es etwas anders. Was also soll bitte all die Hetze?? Erst lesen, dann nachdenken, bevor es ans Schreiben geht. Danke!

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keinblattvormmund 12.01.2018, 17:04
12. Abgeltungssteuer auf Zinserträge?

Welche Zinserträge? Wo gibt es denn noch nennenswerte Zinsen? Insofern ist es lächerlich dieses Thema erst jetzt anzupacken, wo doch sowieso keiner mehr nenneswertes Einkommen durch Zinserträge erwirtschaften kann.

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ulrich_loose 12.01.2018, 17:11
13. Ja, das Teileinkünfteverfahren...

Das hat seinerzeit der SPD Kavalerist Steinbrück ganze Arbeit geleistet und die Kleinanleger und Sparer kräftig über den Tisch gezogen. Dabei bleibt es nun auch wieder. Zur Erklärung: Bei einem persönlichen Steuersatz von 25% wurden vor Steinbrück grob die Hälfte der Dividenden zum persönlichen Steuersatz versteuert. Nach Steinbrück wurde die Bemessungsgrundlage für Kleinanleger am eben grob verdoppelt. Verkauf wurde das, um an die Kohle der Reichen zu kommen. Für die hat sich aber kaum etwas geändert. Ob nun 25% vom Ganzen oder die Hälfte zum persönlichen Steuersatz ist kein großer Unterschied. Nur gut für die Politik, dass der deutsche Michel in Finanzfragen am ehesten Analphabet ist und das bis heute nicht begriffen hat... Un so geht es also weiter...

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robeuten 12.01.2018, 17:12
14. hm, wenn es

das Kennzeichen eines guten Kompromisses ist, daß keiner zufrieden ist, dann bingo!
Hier beklagen ja die meisten Foristen, daß die SPD nicht genügend goodies für die "Armen" herausgeschlagen hat. Ich beklage mich allerdings darüber, daß die steuerliche Diskriminierung der "Reichen" (die ja, nota bene, bei 55,000 Euro Jahresgehalt anfangen!!!) noch mehr wird, indem "nur" noch die "Reichen" (also genau die, die echte Nettosteuern zahlen; die meisten "Steuerzahler" bekommen mehr an direkten und indirekten Transferleistungen, als sie Steuern zahlen!) mit dem "Soli" gevögelt werden. Ziemlich lustig, das mit dem Plan der FDP - ersatzlose Streichung des "Soli" - auch nur im Ansatz gleichzusetzen!
Ein fauler Kompromiß; die letzten SPD-Wähler werden nächstes Mal was anderes wählen, s.o., und auch die pösen "Reichen" kapieren nun hoffentlich, daß die CDU ihre Interessen in keiner Weise vertritt. Nächstes Mal dann Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen "Linke" und AfD, FDP bei knapp 20%, SPD einstellig, CDU Projekt 18!

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Proletheus 12.01.2018, 17:15
15. Reich ab 55 TEUR? Das ist das Problem unserer Gesellschaft!

Ab 55 TEUR ist man also schon so reich, dass man in Deutschland nicht mehr von der Steuer entlastet werden muss? Ich bin auch der Meinung, dass man auf jeden Fall verhindern sollte, dass die Topverdiener in den deutschen Ballungsräumen, die mit 55 TEUR im Luxus schwelgen und sich sogar eine Zweiwzimmerwohnung und einen Mittelklassewagen leisten können, unbedingt unten gehalten werden müssen. Wir beseitigen die Schere zwischen Arm und Reich garantiert, indem wir um jeden Preis verhindern, dass jeder, der nicht zum obersten 1% der Verdiener gehört, ein nennenswertes Vermögen aufbauen kann.

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robeuten 12.01.2018, 17:15
16.

Zitat von Nordstadtbewohner
Es ist erfreulich, dass die kommende Regierung einen Weg zur Abschaffung des Solis geschaffen hat. In ein paar Jahren wird er hoffentlich komplett abgeschafft werden. Was mich ebenso freut, ist, dass die Umverteilerfraktion innerhalb der SPD sich nicht durchgesetzt hat. Wer Wohlstand will, muss ihn auch selbst erarbeiten.
Hallo,
der "Soli" wird ja mitnichten abgeschafft! Gerade die, die schon jetzt viel "Soli" zahlen, werden weiterhin geschröpft; trickreiches Konstrukt mit den "mehr als 90% aller SoliZAHLER" (nicht aber: mehr als 90% aller Solizahlungen!)...

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robeuten 12.01.2018, 17:17
17.

Zitat von flopi3
Die sogenannten Reichen werden mit diesem Kompromiss in Relation künftig noch stärker belastet als die Masse. Durch die Abschaffung des Soli für ca. 90% der Steuerzahler über eine Freigrenze profitieren die Besserverdiener, die über dieser Freigrenze liegen, gar nicht von der Abschaffung des Soli. Wenn dann nach 4 Jahren der Soli für alle unter der Freigrenze abgeschafft ist, beträgt der Steuersatz für die oberen 10% der Einkommensbezieher faktisch fast 45% (inkl. des Soli). Die SPD hat sich also durchaus durchgesetzt mit ihrer Forderung nach Steuererhöhung - nur funktioniert es etwas anders. Was also soll bitte all die Hetze?? Erst lesen, dann nachdenken, bevor es ans Schreiben geht. Danke!
DANKE! Es gibt also noch Leute, die Texte lesen und verstehen... und, ja, man sollte sich immer wieder klar machen, daß
a) nach Meinung der Altparteien jemand mit 55,000 Euro im Jahr "reich" ist und
b) "Reiche" mobil sind
Ich zahle in der CH auf mein "Reichengehalt", für das ich hier schon 45%+Soli geblecht habe, knapp 25% Quellensteuer - warum soll ich jedes Jahr den Gegenwert von 3 Golf an einen Staat, der mir rein gar nichts schenkt, transferieren?

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Freidenker10 12.01.2018, 17:17
18.

Zitat von Nordstadtbewohner
Es ist erfreulich, dass die kommende Regierung einen Weg zur Abschaffung des Solis geschaffen hat. In ein paar Jahren wird er hoffentlich komplett abgeschafft werden. Was mich ebenso freut, ist, dass die Umverteilerfraktion innerhalb der SPD sich nicht durchgesetzt hat. Wer Wohlstand will, muss ihn auch selbst erarbeiten.
Selbst erarbeiten? Was haben denn die ganzen Erben geleistet? Was leisten Menschen die nur Zinsen einsacken und diese nur mit 25% versteuern müssen? Warum wird köperliche Arbeit höher versteuert wo es doch aus Ihrer Sicht erarbeitet ist? Also diese Phrasen können nur von einem Wohlhabenden kommen...!

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angelobonn 12.01.2018, 17:18
19. Verfassungswidrige Ungleichbehandlung

Die Einführung der Freigrenze für den Soli dürfte ziemlich klar verfassungswidrig sein. Wie will man denn bitte begründen, dass jemand mit einem Bruttojahreseinkommen von 55.000 EUR um 800 EUR entlastet wird, jemand mit einem Bruttojahreseinkommen von 55.001 EUR aber gar nicht?

Die Neiddebatte um die angeblich immer zu geringe Entlastung der unteren 50 % der Einkommensempfänger ist zudem nicht nachvollziehbar. Wie will man denn jemanden steuerlich entlasten, der nahezu keine Steuern zahlt? Die unteren 50 % der Einkommen tragen nicht einmal mehr 5 % zum Einkommenssteueraufkommen bei. Es ist also nur logisch, dass jemand der keine oder kaum Steuern zahlt, von Steuerreduzierungen kaum oder gar nicht profitiert. Dass kann aber doch kein Argument sein diejenigen nicht zu entlasten, die hart arbeiten und viel Steuern zahlen. Die oberen 5 Prozent der Einkommen zahlen übrigens mehr als 42 % der Einkommensteuer. Es gibt wirklich keinen Grund, diese europaweit am stärksten belasteten Arbeitnehmer mit noch höheren Steuersätzen noch stärker zu belasten!

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