Forum: Wirtschaft
Großdemonstration in Berlin: "Wir wollen den Mietenwahnsinn stoppen"
DPA

In Berlin hat ein Bündnis zur Demonstration gegen hohe Mieten aufgerufen - bis zu 4000 Menschen werden erwartet. Mitinitiator Magnus Hengge erklärt, was anders werden muss und warum die Linkspartei nicht mitlaufen darf.

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enivid 14.04.2018, 10:37
1. Leider falsch

Herr Hengge hat sich wohl mit dem Thema nicht richtig beschäftigt. Es ist bezeichnend für die, die am lautesten jammern. Es sind genau die, die auch gegen eine Bebauung von Berlin Tempelhof gestimmt haben. Da überlässt man mal dem "schlauen" Wähler die Wahl, dann sieht man was dabei rauskommt. Ein Musterbeispiel, welches gegen viel geforderte Volksentscheide spricht.

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mammamiaolympia 14.04.2018, 10:40
2. Risikofaktor für die Wirtschaft

Ich habe auch Angst, mir in absehbarer Zeit meine Heimat nicht mehr leisten zu können. Außerdem beobachte ich an mir selbst, dass sich mein Konsumverhalten bereits umgestellt hat. Restaurantbesuch und der Kauf von schönen Dingen sind gestrichen, die Wohnung müsste eigentlich gemalert werden-gestrichen, Klamotten haben Löcher und sind veraltet. Die Immobilienbranche hat Dollarzeichen in den Augen, anderen Branchen wird es absehbar schlechter gehen.

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pejoachim 14.04.2018, 10:43
3. Ohne Plattenbau, keine Zukunft!

Solange man die Wohnungsnot nicht von der Angebotsseite her verbessert, solange hat man keine Chancen auf Besserung.
Warum nicht auf das DDR-Wissen des industriellen Wohnungsbaus, den Plattenbau, zurückgreifen? (Ich bin übrigens waschechter Wessi :-) Die Platte war gut, schnell gebaut und kostengünstig, aber was hat man aus ideologischen Gründen getan? Sie als Symbol eines seelenlosen Kommunismus verteufelt. Liebe Politik, hör endlich mit diesem Unsinn auf! Baut günstige Wohnungen und fördert nicht den privaten Wohnungsbau. Junge Menschen werden sonst gezwungen, lange bei den Eltern zu wohnen und daran gehindert, selbst eine Familie zu gründen. Liebe Familienpolitiker, wollt ihr wirklich, dass sich ein 25-jähriger noch keine Wohnung leisten kann? Dann macht weiter so.

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Europa! 14.04.2018, 10:43
4. Ach ja, Berlin ...

An ein "Menschenrecht auf Wohnen" kann ich mich zwar nicht entsinnen, das muss so ein linksgrünes Berliner Fantasiegebilde sein, aber dass sehr viele Wohnungslose an dieser Demonstration teilnehmen, bezweifle ich stark. Die haben ganz andere Sorgen.
Das Problem bei den Mieten ist nicht die "Privatisierung". Das Problem ist das - in der Tat "wahnsinnige" - Mietrecht, das den Wohnungsbau bremst, den Mietmarkt vollkommen austrocknet, Arbeitnehmer und junge Familien extrem benachteiligt und stattdessen urbane Sumpfgebiete schafft (in Berlin heißt das "Milieuschutz"), in denen sich Transferleistungsempfänger und natürlich "Schutzsuchende" um heruntergekommene Kästen aus dem 19. Jahrhundert streiten. Oder vom Senat zu Wucherpreisen Hotels angemietet werden, damit ein Übersoll an F-Unterkünften geschaffen werden kann.

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eggie 14.04.2018, 10:45
5.

Die SPD muss sich nicht durchsetzen, weil sie die CDU längst am neoliberalen Ende überholt hat, und vermutlich verscherbelt sie hinter dem Rücken des nicht neoliberalen Koalitionspartners, Linke und Grüne, den gesamten Rest des kommunalen, bzw bundeseigenen Immobilieneigentums. Und wo sie gemeinsam mit der CDU regiert, tut sie das unverhohlen. Da sollte sich niemand Illusionen hingeben, es genügt zeitversetzt ein Blick in die Medien, um das zu beobachten.

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Suppenelse 14.04.2018, 10:57
6. „neoliberale Machtzentralen“

Es gibt kein Menschenrecht auf eine billige Wohnung in Berlin-Kreuzberg. Viele derer, die sich über „Gentrifizierung“ beklagen, wollen partout nur dort wohnen, wo es gerade vermeintlich „hip“ ist - aber es soll so billig bleiben wie früher. Und ein Vermieter, der Geld verdienen will, ist ohnehin pöse. Spätestens wenn ich was von „neoliberalen Machtzentralen“ lese, ist hier das Stammtisch-Niveau erreicht.

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eunegin 14.04.2018, 11:06
7. meine Wahlheimat Berlin - gegen alles...

Berlin ist aber auch speziell. Die bequemen Zustände von vor ein, zwei Jahrzehnten kann man nicht einfrieren, auch in Berlin nicht. Das Pendel schwingt leider jetzt ins andere Extrem und man sieht unerschwingliche Luxusimmobilien und teueren Schrott auf dem Markt, zugleich angetrieben von der Gier unsäglicher Investoren. Mehr Wohnraum muss her, Baulücken und Freiflächen gäbe es, um bezahlbaren zentralen Wohnraum zu schaffen. Hier kann auch die Stadt tätig werden, aber die hat kurzsichtig Immobilien abgestoßen. Ich denke auch an das Tempelhofer Feld mitten ind er Stadt, aber das bleibt Brachland - nach heftigen Demos der Berliner. Schön, man kann einen Drachen dort steigen lassen, aber ich will dort doch nicht zelten... Auch der Flughafen Tegel böte Platz, wenn alle Demos zum Erhalt ausgestanden sind, BER vielleicht doch noch fertig wird etc. Leider gehört es zum (Neu)Berliner Wesen, gegen alles zu sein. Auch gegen Neubauten. Oder Hochhäuser.

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zora81 14.04.2018, 11:08
8. Danke Bizim Kiez!

Ich begrüße die Bewegung und bin dankbar für Bizim Kiez! Bin gebürtige Kreuzbergerin und wurde selbst erst vor kurzem aus meiner alten Wohnung gemobbt. Nachdem unsere 'Schrottimmobilie' in Eigentumswohnungen umgewandelt wurde, fing es an. Allgemeines Verbot der Untermiete - auch bei den WGs, die das dann wieder mühsam einklagen mussten. Die Hausverwaltung nicht mehr zu erreichen, selbst der Anwalt kam nicht durch. Jahrelang standen Wohnungen im Haus leer, wenn sie frei geworden waren. Anfangs wurde mir meine Wohnung noch über eine Vermittlungsagentur für 4250/m2 angeboten. Bei unseren Mietverträgen und dem grottigen Zustand des Hauses ein Witz. Dann fingen die Besitzer an, über eine renommierte Immobilieagentur zu verkaufen - im sogenannten "Ist-Zustand". Ob die neuen Eigentümer darüber aufgeklärt worden sind, was sie dort eigentlich erworben haben, bezweifle ich. Der Sanierungsrückstand ist massiv. Erste große Schäden sind schon aufgetreten, weshalb die Besitzer nun versuchen, so schnell wie möglich ihre letzten unvermieteten Anteile loszuwerden. Teils werden 2-Zimmer-Wohnungen angepriesen - aber ohne Küche oder Bad, die dann nach deren Einbau wieder 1-Zimmer-Wohnungen werden. Ich habe mir nun selbst eine Wohnung gekauft. In einem Haus, das bereits seit Ewigkeiten in Eigentum gewandelt ist, ohne Großschäden der Bausubstanz, ohne Vormieter zu verdrängen und für einen wesentlich günstigeren Preis und bin unendlich dankbar diesem ganzen Miet/und Entmiethorror entkommen zu sein.

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eunegin 14.04.2018, 11:09
9. Statt Wohnkindergeld: Steuern und Maklergebühren weg!

Statt preistreibende Bürokratiemonster (Wohnkindergeld etc.) zu schaffen, sollte man sich überlegen, die Kaufnebenkosten zu senken. Das sind in Berlin rund 15%! Eine Halbierung der Grunderwerbssteuer bei Eigenbedarf/Ersterwerb und einen Deckelung der in Berlin horrenden Maklergebühren (doppelt so hoch wie in Bayern!) wäre ein guter und einfacher Anfang.

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