Forum: Wirtschaft
Großdemonstrationen in Athen: Griechen meutern gegen das Spardiktat

Sie kämpfen mit der Wut der Verzweiflung: Hunderttausende haben in Athen gegen die drakonischen Sparmaßnahmen der Regierung demonstriert, ein Großstreik legt das Land lahm, immer mehr Bürger verweigern der Politik die Gefolgschaft. Kann die Regierung ihren Kürzungskurs halten?

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flower power 19.10.2011, 18:26
1. Ich kann die Griechen verstehen,

Nun sollen sie dafür bluten, dass unsere Wirtschaft mit 1-Euro-Jobber und 400-euro-Beschäftigungen, sowie Lohndumping ohne rücksicht auf die Menschenwürde, das Export-Rennen in der EU machte. Hätten wir auch nur etwas von dem Stolz der Griechen. Wir kriechen doch lieber......

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hansulrich47 19.10.2011, 18:29
2. Wer weiß?

Vielleicht braucht Griechenland keine Notkredite mehr, die gehen einfach so pleite!
Das wird dann nur noch ein klein wenig chaotischer, als es jetzt schon ist.

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majoschi 19.10.2011, 18:39
3. Warum gehen die Griechen auf die Straße?

Warum gehen die Griechen auf die Straße?

Immer wieder lesen wir in den Foren, dass die Griechen jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt haben uns faul sind.

Jetzt sind sie noch nicht einmal bereit, dringende Sparmaßnahmen umzusetzen die die EU Kommissionen und die griechische Regierung zwingend umsetzen müssen damit die Schulden zurückgezahlt werden können.

Fakt ist doch das seit Jahren bekannt war, dass die damalige griechische Regierung sich mit gefälschten Zahlen in die Euro Länder eingereiht hat und auch in der Folgezeit mit geschönten Zahlen agierte.

Solange die griechische Regierung immer neue Schulden aufnehmen konnte um damit die alten Schulden zu begleichen war es allen EU Kontrollorganen egal.
Hauptsache die Kredite wurden bedient und die Banken und weiß wer noch konnten davon profitieren.

Dem griechischen Bürger wurde davon nichts erzählt, warum auch, die in dieser Zeit regierenden griechischen Politiker wollten ja auch wieder gewählt werden.

Jetzt wo das „Schneeballsystem“, Schulden mit Schulden abzubezahlen, oder vereinfacht gesagt, reich durch Schulden, in sich selber logischerweise kollabiert ist, wird weder mit den Gewerkschaften, noch mit der Kirche oder anderen öffentliche Institutionen eine Krisensitzung geführt, wie man der Bevölkerung die prekäre Lage erklären und beibringen kann.

Man hat auch in keinster Weise versucht Lösungsvorschläge oder Ideen von oben beschriebenen Verbänden zu erhalten und diese bei den Problemlösungen mit einzubinden.

Es wurde einfach von oben herab beschlossen und diktiert. Es war egal ob es auch Menschen traf, die auch schon vor der Krise kaum mit ihrem Geld über die Runden gekommen sind, es wurden einfach alle Arbeitnehmer und Sozialausgleichsempfänger über einen Kamm geschert.
Die, die von dem Euro am meisten profitierten, diese immer wieder beschriebenen 2000 Familien mit ihren was weiß ich Billionen von Euros blieben und bleiben weiterhin außen vor.

Deshalb gehen die Griechen auf die Straße.

Und die griechische Regierung, warum sollte sie sich die Mühe machen, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.
Sorry, da können wir nichts machen, alle Anordnungen kommen von der EU Kommission, der müssen wir uns auch beugen.

Und seinen wir doch bitte nicht so überheblich, dass es uns nicht treffen kann, wir haben schon über 2 Billionen Euro offizielle Schulden, die es gilt die nächsten Jahre zurückzuzahlen und wenn das Abenteuer großer Rettungsschirm mit Versicherungsstatus nicht so greift wie sich das Herr Schäuble in seinen kühnsten Träumen erhofft wird es uns mit Sicherheit auch so gehen wie den Griechen jetzt.

Da stellt sich noch ganz zum Schluss die Frage, wo bleibt hier eigentlich die Demokratie?

Ich glaube, sie in großen Teilen schon auf der Strecke geblieben.

Ob sie sich noch einmal fängt?

Ende offen.

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Rex Reed 19.10.2011, 18:40
4. Generalstreik

Anzumerken bleibt, daß es schon skandalös ist, wie das demokratische Recht auf Generalstreik der deutschen Bevölkerung mit fadenscheinigen Begründungen vorenthalten blieb und bleibt. Man kann den Griechen nur wünschen, die Kraft zu haben, den Krieg, der dem Land von den Kapitaltyrannen erklärt worden ist und in dem die Regierung des Landes die Waffen längst gestreckt hat, anzunehmen und in durchzufechten. Und die Deutschen sollten aufhören, die arroganten Gläubiger zu spielen: Nicht zuletzt dank des auch von Griechenland mitgetragenen Schuldenerlasses in den fünfziger Jahren und auch der griechischen Einwanderer war das Wirtschaftswunder in Deutschland überhaupt erst möglich. Also mal die Scheuklappen abnehmen und ein bißchen mehr Demut statt populistischer Hetze gegen die "Pleite-Griechen".

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weltbetrachter 19.10.2011, 18:40
5. Ursache und Wirkung

Als in den letzten Jahren die aufgenommenen Kredite nicht für Investitionen, sondern für soziale Wohltaten und dem Konsum ausgegeben worden sind, hat niemand gestreikt. Es sind aber die gleichen Menschen, die heute auf die Straße gehen, die seinerzeit die Gelder von ihrem Staat bekommen haben.
---
Hier wird Ursache und Wirkung verwechselt.

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gewgaw 19.10.2011, 18:40
6. :/

Zitat von flower power
Nun sollen sie dafür bluten, dass unsere Wirtschaft mit 1-Euro-Jobber und 400-euro-Beschäftigungen, sowie Lohndumping ohne rücksicht auf die Menschenwürde, das Export-Rennen in der EU machte. Hätten wir auch nur etwas von dem Stolz der Griechen. Wir kriechen doch lieber......
Nennen Sie mir doch bitte ein Produkt zwischen der griechischen und der deutschen Volkswirtschaft, mit einer Konkurrenzsituation vorhanden, welches ein deutsches Unternehmen nur über den Preis gewinnen kann. Nur eines!

Hauptsache linksgerichtete Solidaritätssoße herumrühren, schrecklich.

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finnegan 19.10.2011, 18:43
7. Steuern zahlen -- niente!

Zitat von weltbetrachter
Als in den letzten Jahren die aufgenommenen Kredite nicht für Investitionen, sondern für soziale Wohltaten und dem Konsum ausgegeben worden sind, hat niemand gestreikt. Es sind aber die gleichen Menschen, die heute auf die Straße gehen, die seinerzeit die Gelder von ihrem Staat bekommen haben. --- Hier wird Ursache und Wirkung verwechselt.
Das schein mir auch so.

Ich habe in Griechenland noch nie einen Kassenzettel bekommen, merkwürdig nicht?

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gglasl 19.10.2011, 18:43
8. Sonne und Meer

Wer heute in Paralia Astros vormittags die Strandpromenade entlang fuhr, der hatte den Eindruck, dass die Welt noch in Ordnung ist. Familien nutzten das Schulfrei. Ehepaare reckten bei der Orangenlimo die Beine in die Sonne und die Rentner und PensionäreIinnen saßen wie jeden Tag fein gemacht im Kafenion und tranken ihren Kaffee. Beim Bäcker waren wie immer die Spinattaschen ausverkauft. Der Obsthändler saß vor dem Laden. Der mit 50 pensionierte Seemann hat wie immer an solchen Tagen seine rote Fahne eingeholt, er ist wütend weil man ihm die Pension gekürzt hat, 16000 Pension 8500 Vermietung und 5000 Verpachtung, das reicht nicht.
Lediglich die Tankstelle hatte erstmals geschlossen und am Balkon einer Ferienwohnung hing neu das Schild: Poleite, wird verkauft.
Es ist ein seltsames Gesicht von Griechenland, das sich heute bot, während in Athen professionell protestiert wurde

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scharnhorst24 19.10.2011, 18:46
9. Nicht vergessen:

Es war Goldman Sachs, die damals den Griechen mit ihrem Trick-Kasten dabei halfen, die Kriterien der EURO-Zone zu erfüllen. Wir schrieben das Jahr 1998. Seither haben Goldman Sachs und die anderen Großbanken trefflich an den Griechischen Schulden verdient. Wenn es keine Tricksereien gegeben hätte, dann wäre Griechland niemals in die Euro-Zone gekommen. Heute ist es also folgerichtig die Trickser von Goldman Sachs und den anderen Banken an der Bewältigung des Schuldendesasters zu beteiligen. Man muß sich allerdings fragen, warum sich die Euro-Bürokraten innerhalb der vergangenen 10 Jahre nicht um die Griechischen Strukturdefizite gekümmert haben? Das ist ein Versagen auf ganzer Linie. Das Griechische Volk kann ich gut verstehen. Sobald sich die Krise zuspitzt sind auch in anderen Ländern "Griechische Verhältnisse" zu erwarten. Das Volk ist wach geworden. In Griechenland und überall. Occupy!

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