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Großer Stellenabbau statt Fusion: Aktienkurs von Thyssenkrupp steigt um 28 Prozent
REUTERS

Thyssenkrupp streicht 4000 Stellen in Deutschland und sagt die lange geplante Fusion mit Tata Steel aus Indien ab. Die Investoren belohnen das.

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fgranna 10.05.2019, 22:26
20. Komische Kommentare

Krude Ansichten hier... Wer wird denn bitte von wem "belohnt" das Leute entlassen werden? Thyssen hat irgendwann mal Aktien ausgegeben um Kapital fuer Investitionen zu bekommen. Fuer dieses Kapital wollen die Anteilseigner eine Dividende sehen. Eine Aktie ist immer auch ein Risiko - gehts der Firma schlecht wollen viele Anteilseigner Anteile loswerden - Der Kurs sinkt. Wenn man aber sieht das eine Firma offenbar wieder die Kurve kriegt dann moechten wieder einige einsteigen - der Kurs steigt. Uebrigens: Wenn ihr euer Geld zur Bank tragt wollt ihr doch auch Zinsen - diese muessen auch erarbeitet werden...

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supergrobi123 10.05.2019, 22:46
21. Aha?

Zitat von fatal.justice
Es ist ja jetzt nicht allzu neu, dass Unternehmerschaft ursprünglich nicht dem Allgemeinwohl verpflichtet ist. Der Hinkefuß liegt in der anerzogenen Ansicht, dass ausschließlich wirtschaftsliberale Bedingungen Mehrwert generieren. Dass dies vollkommener Quatsch ist, sollte jedem aufgefallen sein, der jemals als abhängig Beschäftigter sein Leben nach Unternehmensmaximen richtete. Das leuchtendste Beispiel sind Betriebsabhängige von VW oder anderen Automobilherstellenden: Da wird bis zur Selbstverleugnung jede Arbeitgebermeinung vertreten, bis es quietscht.
Jetzt bin ich aber wirklich mal gespannt, welche nicht wirtschaftsliberalen Bedingungen einen zufriedenstellenden Mehrwert generieren.
Insbesondere in einer globalisierten Welt.
Gern greife ich Ihr Beispiel der Betriebsangehörigen von VW auf.
Inwiefern geht es diesen Leuten denn nun schlechter als den damaligen Betriebsangehörigen des VEB Automobilwerks Zwickau. Und wo wurde wohl mehr Wert darauf gelegt, die "Arbeitgebermeinung" nach außen zu vertreten?
Ich bin für allerlei Beispiele offen, die meine "anerzogene Sicht" korrigieren kann!

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principezinho 10.05.2019, 23:00
22. Unsinn

Zitat von shmubu
Selbst keinerlei Aktien besitzen, aber von denen, die Thyssen Geld zur Verfügung stellen verlangen, die Angestellten weiterhin durchzufüttern. Über anderer Leute Geld entscheidet es sich immer leicht. Thyssen hatte seit Jahresanfang bis gestern 25% an Wert verloren - während der DAX 15% zulegte. Im Klartext: Thyssen geht es dreckig. Nicht benötigte Angestellte noch länger zu behalten hätte das ganze Unternehmen gefährdet. Für die Betroffen bleibt das ganze besch...en, aber von ruinierten Existenzen kann keine Rede sein, siehe Arbeitslosenquote und Fachkräftemangel.
Erstens ist der Börsenkurs nicht gleichbedeutend mit wirtschlichen Erfolg! Auch wenn Leute das immer wieder denken. Thyssen hat im letzten Jahr keinen Verlust gemacht, sondern nur weniger Gewinn.
Und diese Arbeitnehmer werden gebraucht, sie werden bloß wegrationalisiert, weil die Aktionäre Dividende haben wollen.
Man kann auch an aderer Stelle sparen. ZB an den Managergehältern. Man kann Arbeitsabläufe effizienter gestalten. Man kann Rohstoffe billiger einkaufen usw. Aber grundsätzlich führt Marktwirtschaft eben immer zum Streben nach Gewinnmaximierung. Man muss wachsen wachsen wachsen.

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principezinho 10.05.2019, 23:08
23. Hä?

Zitat von supergrobi123
Am besten, Thyssen stellt 6.000 neue Mitarbeiter ein! Ist ja egal, ob die gebraucht werden, ob man Arbeit für die hat und ob die Kosten auf dem hart umkämpften Stahlmarkt wieder reingeholt werden! Die können ja vielleicht Origami falten oder sowas. Kreuzworträstel. Egal! Hauptsache Arbeit für alle! Nicht so schlimm, dass Thyssen letztes Jahr knapp 200 Mios Verlust gemacht hat. Das funktioniert schon irgendwie! Wenn nur dieses böse Zockerkasino Börse nicht wäre! Dann würde das klappen! Ich bin sicher!
Zunächst erstmal ist Thyssen kein reiner Stahlkonzern sondern ein Mischkonzern, die in vielen Geschäftsbereichen aktiv sind (Im Aufzügebau zB.).
Zweitens hat Thyssen keinen Verlusst gemacht, sie haben bloß weniger Gewinn gemacht als im Jahr davor.
Außerdem hat das Management fehler gemacht und es mussten auch noch Rücklagen geschaffen werden für mögliche Kartellstrafen. Und wer muss das ausbaden? Das Management? Der Aktionär mit weniger Dividende oder fallendem Kurs? Nein, natürlich nicht. Der Arbeiter muss es ausbaden.
Und das die Arbeit für die 6000 Leute nicht da wäre, ist auch Quatsch. Oder was denken Sie machen die Arbeiter heute und was haben sie die letzte Woche gearbeitet? Nichts? Thyssen hat sicher keine Kurzarbeit wegen zu wenigen Aufträgen. Es geht hier nur um Kosteneffizienz. Und wenn man sparen will oder muss, dann ist die erste Adresse der Arbeiter.

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simi94fgh 11.05.2019, 17:55
24. SPON User sind echt komisch

Als ob der Aktienkurs steigen würde weil man Mitarbeiter entlässt... Kommt schon Leute Hirn benutzen. Der Kurs steigt weil man die Aufzugssparte die alleine mehr Wert hat als das Unternehmen, weil man diese an die Börse bringt. Kann man übrigens nur einmal machen =) klappt das nicht steht einem das Wasser nicht mehr bis zum Hals sondern bis zur Nasenspitze. Diese 4cm machen viel aus. Wenn man so will der "Notfallplan", wenn nichts anderes mehr zieht. Reinvestiert man das Geld nicht ausgesprochen sinnvoll, steht man ohne Geld und ohne Topsparte da.

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supergrobi123 11.05.2019, 19:59
25. Sie liegen falsch.

Zitat von principezinho
Zunächst erstmal ist Thyssen kein reiner Stahlkonzern sondern ein Mischkonzern, die in vielen Geschäftsbereichen aktiv sind (Im Aufzügebau zB.). Zweitens hat Thyssen keinen Verlusst gemacht, sie haben bloß weniger Gewinn gemacht als im Jahr davor. Außerdem hat das Management fehler gemacht und es mussten auch noch Rücklagen geschaffen werden für mögliche Kartellstrafen. Und wer muss das ausbaden? Das Management? Der Aktionär mit weniger Dividende oder fallendem Kurs? Nein, natürlich nicht. Der Arbeiter muss es ausbaden. Und das die Arbeit für die 6000 Leute nicht da wäre, ist auch Quatsch. Oder was denken Sie machen die Arbeiter heute und was haben sie die letzte Woche gearbeitet? Nichts? Thyssen hat sicher keine Kurzarbeit wegen zu wenigen Aufträgen. Es geht hier nur um Kosteneffizienz. Und wenn man sparen will oder muss, dann ist die erste Adresse der Arbeiter.
Ich bin wahrlich kein Thyssenkrupp Fachmann, aber wenn ich bei meiner bevorzugten Börsen-Website onvista die Bilanzzahlen angucke, steht da für 17/18 ganz unten unterm Strich eine Jahresüberschuss von -198 Mio. Euro nach Steuern.
Aber hier kann ich einem Missverständnis aufliegen.
Ganz sicher kein MIssverständnis ist die Tatsache, dass der Kurs der Aktie vor einem Jahr noch um die 23,70 Euro notierte.
Bis Donnerstag fiel er kontinuierlich auf 11,30.
Das ist ein Minus von 52,5%!
Nachdem man nun einen neuen Weg eingeschlagen und Kostenreduktion angekündigt hatte, gewann man zwar auf diesem niedrigen Level 25% auf 14,20 dazu, auf Jahressicht ist das aber ein Tropfen auf den heißen Stein, die Aktionäre stehen immer noch mit einem fetten Minus von 40% da!
So zu tun, als würden die Aktionäre dieses Ladens groß abfeiern und sich die Taschen vollmachen, kann kaum weiter von der Realität entfernt sein.

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olli0816 15.05.2019, 13:53
26. Nein, von mir bekommen Sie ihn nicht

Zitat von rocky_heike
Im Laufe der Diskussionen um Kollektivismus ist ja immer wieder von vielen Kommentatoren daran appelliert worden, sich doch auch Aktien zu zulegen. Aber genau diese Zwangsläufigkeit, dass der Aktienkurs durch Stellenabbau in die Höhe schnellt, hat mich immer wieder davon abgehalten, in Aktien zu investieren. Weil ich es nicht für richtig halte, dass es so ist. Mag ein Spleen von mir sein, für den ich sicher viel Gegenwind bekommen werde.
Obwohl ich anderer Auffassung bin wie Sie, sollten Sie in das investieren, was gut zu ihnen passt.

Ich war auch einmal Unternehmer mit Angestellten und Azubis. keine AG, nur eine GmbH. Und ich habe Leute eingestellt und auch wieder entlassen. Entlassungen sind in Deutschland ein ziemlich zweischneidiges Schwert. Unternehmen leben wie Organismen, haben Zyklen, wo sie wachsen und mehr Mitarbeiter benötigen und auch Phasen wo Leute entlassen werden müssen. Wenn es ganz blöd läuft, geht das Unternehmen insolvent, weil das Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert.

Thyssen-Krupp ist seid einiger Zeit nicht mehr gesund und diese ganzen Übernahmegeschichten bzw. Fusionen oder geplanten Verkäufen von Teilbereichen ist die Auswirkung davon. Arbeitsplätze sind nicht statisch und auch wenn eine Kündigung für den Einzelnen erstmal schlecht ist, so gehören sie im Wirtschaftsleben dazu.

Ihre Meinung im Kommentar basiert darauf, dass sie durch Kündigungen aus ethischen Gründen keine persönlichen Gewinne erzielen möchten. Thyssen hat aufgrund der ganzen Schwierigkeiten in den letzten Jahren für die Aktionäre keine Gewinne gebracht. Auch wenn durch das Platzen der Pläne der Kurs jetzt etwas nach oben gegangen ist, werden die wenigsten Aktionäre großartig davon profitieren, weil viele gar nicht unmittelbar davor eingestiegen sind.

Wenn Sie Aktionär eines großen Unternehmens sind, wird dieses hoffentlich mit der Zeit wachsen. Nur dann werden auch Sie davon profitieren. Aber selbst wenn es erfolgreich wächst, wird es durch Umstrukturierungen in 2 - 3 Jahresphasen immer wieder Leute entlassen und neue einstellen. Das ist normale Wirtschaft, eine Garantie wie z.B. als Beamter haben Sie als Angestellter einfach nirgendwo. Das kann man ganz schlecht sehen oder auch als Chance begreifen, dass man sich selber verändern muss und evtl. sogar was besseres finden kann. Der Aktionär als solches profitiert von notleidenden Unternehmen fast nie (es gibt sicher wenige Ausnahmen). Von daher ist es ethisch nicht schlecht, wenn sie sich z.B. Siemens-Aktien kaufen und als Vorsorge für die Rente einfach nur behalten und die Dividenden z.B. wieder anlegen oder ausgeben, wenn sie wollen. Die Renten sind sowieso unzureichend und langfristige Wertpapieranlagen sind das beste, was sie für sich machen können.

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olli0816 15.05.2019, 14:17
27. Ziemlich viele Phrasen

Zitat von principezinho
Erstens ist der Börsenkurs nicht gleichbedeutend mit wirtschlichen Erfolg! Auch wenn Leute das immer wieder denken. Thyssen hat im letzten Jahr keinen Verlust gemacht, sondern nur weniger Gewinn. Und diese Arbeitnehmer werden gebraucht, sie werden bloß wegrationalisiert, weil die Aktionäre Dividende haben wollen. Man kann auch an aderer Stelle sparen. ZB an den Managergehältern. Man kann Arbeitsabläufe effizienter gestalten. Man kann Rohstoffe billiger einkaufen usw. Aber grundsätzlich führt Marktwirtschaft eben immer zum Streben nach Gewinnmaximierung. Man muss wachsen wachsen wachsen.
Der Umsatz des Unternehmens ist von 42,78 Mrd. in 2015 auf 38 Mrd. in 2016 dann zu 33,99 Mrd. in 2017 gefallen. Das heißt, es werden wohl Überkapazitäten bestehen, wenn etwa 20% des Umsatzes fehlt. In 2018 ist der Umsatz dann wieder leicht auf 34,78 Mrd. gestiegen. 2017 war finanziell gesehen ein katastrophales Jahr mit 650 Millionen Verlust. 2018 hat man ein ausgeglichenes Ergebnis, was man sicherlich durch Auflösen von stillen Reserven erreicht hat, um für eine Fusion insgesamt attraktiver zu erscheinen. Außerdem kann man die steuerneutral auflösen, was in solchen Phasen wirtschaftlich Sinn macht.

Dividenden werden übrigens gezahlt, damit diese Firma weiterhin von großen Pensionsfonds etc. gekauft werden können. Da gibt's Vorschriften, dass in Unternehmen nur investiert werden kann, wenn etwas ausgezahlt wird. Das ist für ein großes Unternehmen extrem wichtig, weil ansonsten der Kurs ins bodenlose fällt, da die großen Fonds dort nicht mehr investieren dürfen. Das schadet dann dem Unternehmen massiv durch schlechtere Bonitätseinstufungen (höhere Sollzinsen) und bei den Preisen, falls sie sich entschließen sollten neue Aktien herauszugeben. Deshalb zahlen z.B. Deutsche Bank oder Commerzbank noch sog. Alibi-Dividenden. Die Dividendenrendite liegt übrigens bei 1,02%, was für ein Industrieunternehmen mit einem sehr niedrigen Kurs äußerst dürftig ist.

Im übrigen hat sich die Situation für Thyssen Krupp 2018 sogar noch weiter verschärft, weil die Rohmarge nur noch 1,25% betrug, nach 1,88% in 2017 und 3,05% in 2016. Als Vergleich z.B. Siemens als gesundes Unternehmen liegt zwischen 6 - 7% Rohmarge. Wenn sich das Unternehmen personell nicht verkleinert, reden wir bald von einem Insolvenzfall und man braucht sich über alle Arbeitsplätze keine großen Gedanken mehr zu machen. Die sind dann alle arbeitslos bis auf ganz wenige Ausnahmen. Und glauben Sie mir: Das mag weder das Management noch die Aktionäre.

Das Unternehmen ist notleidend, deshalb werden die Leute entlassen. Wir haben zum Glück aber in Deutschland einen Arbeitsmarkt, der wesentlich besser ist als vor 10 Jahren. Viele von den 4.000 Leuten werden was anderes finden.

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