Forum: Wirtschaft
Grundeinkommen in der Schweiz und Finnland: Gleiches Geld für alle
Stefan Bohrer

Spinnerei von Sozialromantikern - oder Schlüssel zu einer gerechten Gesellschaft? Am bedingungslosen Grundeinkommen scheiden sich die Geister. 2016 könnten die Schweiz und Finnland die Weichen dafür stellen.

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bartsimpson259 25.12.2015, 11:58
130.

Zitat von gldek
Die Selbstverwirklichung bei vielen minderqualifizierten Jobs hält sich in Grenzen. Sie würden schlichtweg wegfallen, weil sie nicht mehr durch ein profitables Geschäftsmodell abgedeckt sind. Mal ganz ehrlich: Ohne Druck ist doch bei vielen die Luft raus zu arbeiten. Die Folgen für die Volkswirtschaft wären verheerend. Die Preise für minderqualifizierte Produktion und Dienstleistung würden massiv steigen. Wo es möglich ist würden diese Jobs in Billiglohnländer verlagert. Steuern und Sozialabgaben würden enorm steigen. Das bekommen dann auch die höherqualifizierten Jobs zu spüren. Eine Endlosspirale nach unten - so etwa wie vor der Agenda 2010.
Die Frage ist wozu heute die Bahnhofstoilette putzen wenn man relativ gesehen keine finanzielle entschädigung bekommt ?

Die Kohle die man durch den Job einnimmt geht wieder flöten weil man bei Arbeit kein HARTZ IV mehr bekommt und falls man doch etwas mehr raushat als nur mit Stütze ist es spätestens wieder weg wenn man wieder arbeitslos wird weil man mit mehr Kapital als dem Freibetrag gar nicht erst wieder Leistungen beantragen darf
Und mal ehrlich wo gibt es heutzutage noch jobs im Niedriglohnsektor die langfristig sicher sind so das man wirklich etwas für später zurücklegen kann?

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yvowald@freenet.de 25.12.2015, 11:58
131. Geniale Idee

Die Idee eines bedingungslosen Einkommens für alle ist keine Idee von Sozialromantikern.
Der Gründer der Drogeriemarktkette "dm", Götz W. Werner, hat ein interessantes Buch über die Machbarkeit des bedingungslosen Grundeinkommens verfaßt (Bastei-Lübbe Taschenbuch Band 60607), es erschien bereits 2007.
Werner ist inzwischen Honorarprofessor an der Universität in Karlsruhe.
Er steht für ein ganz anderes Wirtschaften, und seine Thesen klingen allesamt sehr überzeugend.
Deshalb ist mir unverständlich, weshalb der Gedanke eines bedingungslosen Grundeinkommens von Vielen so schonungslos verrissen wird?

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besch2vital 25.12.2015, 11:59
132.

Zitat von seinedurchlaucht
Sofort kündigen und das Leben in der Karibik oder in Thailand geniessen. Das wäre toll...
dürfte nach max. 4 wochen mächtig auf die Nerven gehen.

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joG 25.12.2015, 11:59
133. Warum sind die grossen.....

.....Feld Experimente in den USA nicht erwähnt und deren Ergebnisse erläutert? Es gibt doch Erfahrungen zur Sache.

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Das Pferd 25.12.2015, 12:01
134.

erst mal danke für den ausgwogenen Artikel. Ich persönlich halte grade die schweizer Version für eine Neuauflage des "Neuen Menschen". Aber trotzdem ist es angenehm, wie die zentrale Frage herausgearbeitet wird, ohne sie vorschnell zu beantworten. Ist schön, das Thema mal ohne heiligen Eifer, aber auch ohne süssisante

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ze_et 25.12.2015, 12:01
135.

Die Unterschiedlich hohen Beträge liegen aber auch an den Ländern. Schauen Sie sich einfach mal den Lohn und die Mieten in der Schweiz an. Als Unternehmer muss ich sagen, Grundeinkommen warum nicht?, aber nur bei Lockerung oder Aufhebung des Kündigungsschutzes. Würde dann sogar mehr Leute einstellen.

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cobaea 25.12.2015, 12:02
136. Null Chancen

Zitat von micca221
Die Schweizer stimmen jedes Jahr über alles mögliche ab. Die Tatsache, dass es ein Referendum zum Thema geben wird bedeutet noch lange nicht, dass das auch angenommen wird. Im Gegenteil. Ich gebe dem Referendum keine Chance. Aber schön, dass wir das Thema man wieder platzieren konnten.
In der Schweiz erübrigt sich dazu jede Diskussion - nicht weil es kein interessanter Gedanke wäre. Sondern weil diese Initiative in der Volksabstimmung absolut keine Chancen hat. Schon im Parlament wurde die Initiative mit Glanz und Gloria versenkt und die Stimmberechtigten werden sie mit - geschätzt - 80% Nein-Stimmen ablehnen. Allein der Gedanke, dass jemand ohne Gegenleistung Geld vom Staat bekommen könnte, lässt den allermeisten Schweizern die Haare zu Berge stehen. Mal ganz abgesehen davon, dass 2500 Franken im Monat bei den Schweizer Mietpreisen kein existenzsichernde Einkommen sind - und 1250 Franken für Rentner erst recht nicht.

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Christian Weiss 25.12.2015, 12:02
137.

Zitat von jasuly
Sonia: "Wer würde noch ungeliebte Arbeiten ausführen?" *** Der, der GUT GENUG dafür bezahlt werden würde. *** Sonia: "Höchstleistungen haben Menschen m.E. immer nur in der Geschichte unter Existenzdruck erbracht." *** Nein, viele geniale Ideen haben Menschen gerade dann, wenn sie völlig entspannt sind. *** Sonia: "Zudem ist Harzt IV schon aus meiner Sicht ein Grundeinkommen." *** Aber ein mit viel Druck und Gängelung verbundenes, außerdem hohe Verwaltungskosten erzeugendes ...
Nun hat Sonia aber völlig recht. Und Sie sollten vielleicht mal noch ein, zwei Schritte weiter denken, was es zum Beispiel bedeutet, wenn ungeliebte Arbeiten plötzlich nur noch für weit höhere Einkommen erledigt würden. Die entsprechenden Dienstleistungen würden auch für den nichterwerbstätigen Grundeinkommensbezüger um ein vielfaches teurer, entsprechend schmilzt sein Realeinkommen wie Schnee an der Sonne.

Lernt mal endlich, wenigstens einigermassen die komplexen Folgen solcher Utopien abzuschätzen!

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pandorawirkommen 25.12.2015, 12:02
138. Meine erste Reaktion

vor einigen Jahren : Totaler Unsinn.
Nach reiflicher Überlegung, jedoch volle Akzeptanz. Das Schweizer Modell halte ich für unrealistisch. Das finnische Modell würde jedoch zu einer Entbürokratisierung führen und alle sozial Bedürftigen mehr Würde verleihen. Dieses Grundeinkommen sollte jedoch jeden Bürger uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Kinder und Rentner hiervon auszunehmen wäre unsozial. Besonders alleinerziehende benötigen eine angemessene Unterstützung.

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wachsames_auge 25.12.2015, 12:02
139. Die Freiheit des Einen beschränkt die Freiheit der Anderen.

Eigentum (im Unterschied zu Besitz) ist so eine Freiheit, die sich mit bedingungslosem Grundeinkommen nicht verträgt. Wenn die Bürger keine Bittsteller (auf Arbeit oder Sozialleistung) mehr sind, werden sie zu frei für viele Arbeitgeber, nämlich die, die bisher von der Abhängigkeit profitieren und die scheinen mir global gesehen mächtig genug, eine derartige Unabhängigkeit zu verhindern. Das betrifft also nicht jeden Arbeitgeber. Aber wer würde denn noch diese Gesellschaft in Afghanistan verteidigen oder Scheichs oder das heilige Land missionierende Gläubige bewaffnen?
Um Sozialausgaben zu senken, sind bedingungslos erhältliche, nicht übertragbare Lebensmittel- und Wohnscheine denkbar, die in Wohnheimen und Kantinen einlösbar sind.

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