Forum: Wirtschaft
Grundeinkommen in der Schweiz und Finnland: Gleiches Geld für alle
Stefan Bohrer

Spinnerei von Sozialromantikern - oder Schlüssel zu einer gerechten Gesellschaft? Am bedingungslosen Grundeinkommen scheiden sich die Geister. 2016 könnten die Schweiz und Finnland die Weichen dafür stellen.

Seite 41 von 81
worlorn 25.12.2015, 18:11
400.

Zitat von Barath
Ich bin kein Kommunist, ich denke, dass es Anreize geben muss Leistung zu erbringen.
Tschja, dieser Quatsch kommt bei der Dauergehirnwäsche, der wir alle ausgesetzt sind, raus. Auch der Kommunismus, oder reden wir besser vom Sozialismus, ist eine Leistungsgesellschaft. Jeder bekommt gemäß seiner Leistung. Die Besitzverhältnisse bei den Produktionsmitteln machen den Unterschied aus. Weil jetzt gleich wieder die Beispiele DDR, UdSSR etc. ankommen werden. Die hatten mit Sozialismus nur verbal was zu tun, in Wahrheit waren es lupenreine Diktaturen einer Funktionärskaste. Außerdem ist das längst Vergangenheit, heute geht es darum, den Radikalkapitalismus loszuwerden, der Gesellschaft, Staat, Umwelt zerstören wird.

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matijas 25.12.2015, 18:15
401. Alternative Ehrenamt?

Zitat von warholandy
Deshalb ist es doppelt unfair, Arbeitslosen zunächst den Job zu nehmen und sie im Nachgang zu behandeln wie Leibeigene der Gesellschaft.
Zunehmende ehrenamtliche Tätigkeiten durch BGE-Bezieher? - Der Staat spart sich dann die Sozialausgaben und der soziale Bereich wird vom freiwilligen Ehrenamt abhängig. Keine guten Aussichten für Bedürftige und Kranke.

Das wäre auch eine Ausbeutung neuen Typs: was, du arbeitest was Soziales und willst auch noch Geld dafür? Ist doch eine Ehre, machen andere doch auch umsonst.

Der noch fest angestellte Sozialarbeiter muss dann das Grundeinkommen für den neben ihm ehrenamtlich tätigen Grundeinkommens-Bezieher mitbezahlen (wer sonst?) - da wird für ihn selber von der ganzen Arbeiterei nichts mehr übrig bleiben, was übers BGE hinausgeht.

Und wieso soll der Staat ihn eigentlich noch einstellen, wenn es doch zig-Tausende BGE-Bezieher gibt, die jetzt gerne ehrenamtlich sozial tätig sind.

Oder doch eher nicht?

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Frank Furter 25.12.2015, 18:23
402.

Zitat von Kielt
>Ein Gesellschaft, die nicht die Leistung fördert, sondern das Nichtstun, bekommt in kurzer Zeit eine Bevölkerung, die keinen Wohlstand mehr produziert und wo alle verarmen.< Denn keiner ist beriet, sich für den anderen anzustrengen. Wohlstand wird erarbeitet. Nur menschliche Arbeit schafft Wohlstand. Wenn die Schweiz und Finnland das machen wollen, sollen sie. Zwei Konkurrenten auf dem Weltmarkt weniger.
>Ein Gesellschaft, die nicht die Leistung fördert, sondern das Nichtstun, bekommt in kurzer Zeit eine Bevölkerung, die keinen Wohlstand mehr produziert und wo alle verarmen.<

""Es wird hier nie und nimmer die Leistung gefördert, sondern nur der fragliche Erfolgt, mich graust es, was glaubt er was mehr Geld einbringt das Kapital oder die menschliche Arbeit?""

>Denn keiner ist bereit, sich für den Anderen anzustrengen<

""Du sagst es, sprach mal Jemand""!

>Nur menschliche Arbeit schafft Wohlstand?<

"" Das war mal, es gibt zu viele die Arbeiten und nicht mal ein wenig Wohlstand haben.""


>Wenn die Schweiz und Finnland das machen wollen, sollen sie. Zwei Konkurrenten auf dem Weltmarkt weniger.<

Das ist gefährliches Denken.....

""Der Egoismus besteht darin, sein Glück auf Kosten anderer zu machen.""

Jean Baptiste Henri Lacordaire

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markus_knops 25.12.2015, 18:24
403. Der ganze Mist stimmt nicht...?

Ich bin Erwerbsunfähig und beziehe eine kleine Rente,
diese wird durch Grundsicherung (Hartz4) aufgestockt.

Meine Miete beträgt schon mal 395,- Euro

Nach obiger Rechnung würden mir dann 75,- Euro zum Leben bleiben es wird da scheinbar vergessen das Hartz4 eine Ergänzung ist und mit dem kann relativ gut leben. Nur mit 75,- Euro im Monat kann niemand existieren.

Und es ist unrichtig was dort geschrieben steht hier wird wohl das Wohngeld raausgerechnet und einer hat brutto und netto verwechselt.

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Izmir..Übül 25.12.2015, 18:25
404.

Zitat von schumbitrus
Ganz im Gegenteil! Es ist die Romantik der Neoliberalen, dass immer genug Erwerbstätigkeit zur Verfügung steht - auch wenn die Produktionsprozesse so durch-rationalisiert werden, dass sogar höher qualifizierte Jobs durch intelligente Algorithmen ersetzt werden. Wenn Leute vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind, nichts genug zu Beißen und kein Dach über dem Kopf haben, dann haben sie die Alternative zu verhungern oder kriminell zu werden - so einfach ist das. Und die Schwelle, vor der wir mit IoT, Big Data und Industrie 4.0 stehen, wird viele Menschen beschäftigungslos machen - die sich dann ganz schnell vor die Frage gestellt sehen, wie sie ihr dann scheinbar nutzloses Leben gestalten. Klar, dass die Industrie immer ein Überangebot billigster Arbeitskräfte haben will - um billig produzieren und teuer verkaufen zu können. D.h. die Lobbyisten werden Ihre Argumente immer anführen - auch wenn es die Billig-Jobs längst nicht mehr gibt, die die Lobbyisten anführen. HIER muss man realistisch sehen, wie Menschen kreativ werden können, um Innvationen zu schaffen - und genau an dem Punkt scheitern die Neoliberalen: Sie wollen ökonomischen Zwang zur abhängigen Arbeit - gebraucht wird aber EBEN NICHT abhängige, sondern kreative Arbeit, die in der Lage ist, (disruptive) Innovationen hervor zu bringen. Eben das gelingt aber nicht, wenn die Leute aufgrund einer Verarmungs-Politik jeden Tag ums Überleben kämpfen müssen oder den volkswirtschaftlich teuersten Weg der Kriminalität einschlagen. So, wie Sie argumentieren, sind Sie nicht zukunftsfähig!
Selbst das BA-eigene Forschungsinstitut IAB kommt zu der Feststellung, dass das Gesamtarbeitsvolumen in DE seit 2000 annähernd konstant geblieben ist. Temporäre konjunkturelle Einbrüche werden stets für weitere Rationalisierungen und Produktivitätserhöhungen genutzt, sodass hinterher dieselbe Waren-/Dienstleistungmenge mit (noch) weniger Arbeitskräften generiert werden kann. Man muss als kein Mathegenie sein, um sich ausrechnen zu können, dass das German Jobwunder lediglich auf der Umverteilung desselben Arbeitsvolumens auf mehr Personen in Form von Mini-/Teilzeitjobs beruht.

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stereotyp72 25.12.2015, 18:29
405.

Zitat von TS_Alien
Etliche Menschen, die viel leisten, erhalten ein geringes Gehalt. Ein Grundeinkommen würde daran nichts ändern. Es wäre wichtiger, die Gehaltsstruturen zu ändern. Leistung soll sich wieder lohnen.
Ein Grundeinkommen mit Lohn/Gehaltsobergrenze für Arbeitnehmer würde die Arbeitgeber deutlich entlasten und die Wirtschaft durch mehr Unternehmensgründungen beleben. Denn die Anzahl der Gewerbeanmeldungen ist m.W. seit Jahren rückläufig. Das wäre eine Idee für die FDP.

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Izmir..Übül 25.12.2015, 18:31
406. Schön wär's!

Zitat von Kielt
Wohlstand wird erarbeitet. Nur menschliche Arbeit schafft Wohlstand.
Tatsächlich resultieren die höchsten Einkommen heutzutage jedoch aus den leistungslosen Kapitalerträgen ebenso leistungslos erworbener Großerbschaften und werden obendrein gegenüber Arbeitseinkommen auch noch steuerlich privilegiert.

Das Phänomen, dass sich die Mittelschicht lieber mit der sie ausbeutenden Oberschicht identifiziert, anstatt sich mit der Unterschicht, der sie selbst auch ganz schnell angehören kann, wenn irgendwas schief läuft, zu solidarisieren, hat schon Ulrike Herrmann in ihrem Buch "Die Mittelschicht betrügt sich selbst" zutreffend beschrieben.

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hans_hamburg 25.12.2015, 18:31
407. haben wir doch schon

Wir haben bereits das bedingungslose Grundeinkommen. Hartz IV. Und auch das gilt sowohl für Bedürftige als auch für Sch....

Außerdem schreibt uns das Grundgesetz ("Die Würde des Menschen ist unantastbar") vor, allen Menschen bedingungslos ein menschenwürdiges Leben zu garantieren. Das geht nicht ohne Geld.

Mit der Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens würde ein großer Verwaltungsaufwand und damit ein riesiger Kostenapparat wegfallen.

Was der Artikel nicht berücksichtigt: Das bedingungslose Grundeinkommen erhöht das Einkommen auch der Gutverdiener, das heißt die Steuereinnahmen steigen, bzw. ein Teil der Ausgaben kommen wieder zurück.

Es müssen nicht mehr alle Menschen arbeiten, die Zeiten sind vorbei. Wir sind einfach zu produktiv geworden und die vielen Maschinen und Roboter und Computer sind schneller und billiger als wir. Die Bedingung für ein Einkommen und damit für eine menschenwürdige Existenz an Arbeit zu koppeln ist nicht mehr zeitgemäß.

Ach ja, ein bedingungsloses Grundeinkommen haben wir auch schon und das ist die Erbschaft. Wir haben sehr viele Sozial... in Deutschland die sehr gut leben weil sie die richtigen Eltern hatten. Bedingungslos.

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elikey01 25.12.2015, 18:41
408. Unabhängig davon

..., wie der einzelne Bürger/die einzelne Bürgerin eines jeden Landes zur Idee eines Grundeinkommens steht:
Auch wenn es um dgl. systemische und/od. gesellschaftliche Veränderungen geht, darf es m.M.n. keinerlei Denkverbote geben.

Für den Erfolg jeglicher Systemveränderung auch in eine solche Richtung ist h.E. letztlich entscheidend, wie gut, also "passend" zu jeweiligen nationalen bzw. Bevölkerungsstrukturen das Konzept ist.

Bis ein solches Konzept jedoch umsetzungsreif ausgearbeitet sein würde, dürfte es z.B. in DEU m.M.n. massive polit. und wirtschaftl. Auseinandersetzungen geben, was alleine schon die jahrelange Zerrerei um einen Mindestlohn belegt, der in anderen Staaten, selbst USA und GB, längst eingeführt war/ist.

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Frank Furter 25.12.2015, 18:47
409.

Zitat von Christian Weiss
Eine Währung hat nur dann einen gewissen Wert, wenn sich Geldmenge und produzierte Güter die Waage halten.
Mal ganz logisch Nachdenken, was produzieren wir eigentlich in dem Verhältniss zu unserer Geldmenge?

Schauen Sie doch mal nach welche Geldmenge vorhanden ist und wie das Verhältnis an Geldwert zu den produzierten Gütern tatsächlich ist.

Ähh, verstanden? Wir müssen immer mehr produzieren um wie hier proklamiert, schön nach BWL, um überhaupt an diese Geldmenge zu kommen. Da heißt, Geld produziert sich selbst aber Güter können nur ( noch bis jetzt überwiegend durch Arbeit ) erbracht werden - was glaubt da einer wer gewinnt das Rennen? Der Mensch wird schlapp machen, es gibt Grenzen des Möglichen, man kann nicht auf Teufel komm raus produzieren, produzieren....

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