Forum: Wirtschaft
Grundsteuer: Baujahr der Häuser soll doch keine Rolle spielen
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Die Berechnung der Grundsteuer muss reformiert werden, sie verstößt gegen das Grundgesetz. Nun sind die Experten von Bund und Ländern nach SPIEGEL-Informationen einer Einigung näher gekommen.

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Suppenelse 25.01.2019, 17:12
10. Schafft die Grundsteuer einfach ab

...und stellt die Finanzierung der Kommunen (die insgesamt vorne und hinten nicht zu funktionieren scheint) statt dessen auf eine andere, stabile Grundlage. Die Grundsteuer mag ein bequemes und altes Mittel sein, und es ist natürlich immer einfach, „die anderen“ für den nimmersatten Staat zahlen lassen zu wollen - vom Grundgedanken her ist die Grundsteuer ungerecht. Denn mit welchem Recht bittet der Staat Hausbesitzer dafür zur Kasse, dass sie ein selbst erspartes Haus bzw. Grundstück besitzen? Schon beim Kauf bzw. Bau hält der Staat die Hand auf, und zwar an wirklich jeder Ecke: Je nach Bundesland „darf“ man bis zu 6,5 % der Kaufsumme (das führt typischerweise auf einen 5-stelligen Betrag) an Grunderwerbsteuer zahlen. Dazu kommen so viele Gebühren und Abgaben, dass man sie spontan fast nicht vollständig zusammen kriegt - von Bauantrag über Grundbucheintrag über Vermessung und Katasteramt-Eintrag bis hin zu regelmäßigen Abgaben wie Entwässerung, Straßenreinigung und Winterdienst (letzteres in unserer Kommune soeben neu geregelt und damit für uns um Faktor 16 teurer als früher). Auch das trägt dazu bei, dass Deutschland bei Steuern und Abgaben europäischer Spitzenreiter hinter Belgien ist. Und der sich aufdrängende Eindruck, man werde als Hauseigentümer regelrecht bestraft, wird auch durch die „Baukindergeld“-Schnapsidee der SPD nicht geändert.

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frank57 25.01.2019, 17:15
11. Die Experten

von Bund und Ländern werden wohl herausfinden, dass jeder mehr zu zahlen hat! Merkwürdig nur, dass man das GG bemüht nach fast 70 Jahren! Aber die verschleuderten Millionen der Bundeswehr muss man schliesslich wieder reinholen!
Was für eine Farce!

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bafibo 25.01.2019, 17:16
12. Sinnvoll

Im Gegensatz zu denen, die jetzt wegen mangelnder Gerchtigkeit (was ist das?) jetzt laut Zeter und Mordio schreien, halte ich diese Form der Grundsteuer für sinnvoll: Die Daten, auf Grund derer sie berechnet wird, sind alle schon vorhanden und ändern sich nicht bei jedem Mieterwechsel, sondern nur bei gravierenden Umbauten oder mit Änderungen des Bodenrichtwerts und/oder des Hebesatzes (den jede Kommune selbst festlegen kann). Infolgedessen wird es nicht Jahre dauern, bis sämtliche Grundsteuern anhand der neuen Regeln berechnet sind, und auch der Aktualisierungsaufwand für die Ämter hält sich in Grenzen. Andererseits werden Immoblilienbesitzer, die ihre Häuser (teilweise) leerstehen lassen, gezwungen, sie entweder (ggf. nach Renovierung) zu vermieten, zu verkaufen oder abzureißen, um ihre Kosten zu reduzieren. Wenn dadurch ein paar mehr Wohnungen auf den Markt kommen, um so besser. Eine Verbesserung zum gegenwärtigen Zustand ist es allemal, und man sollte sich das erst einmal über einige Jahre einspielen lassen und dann schauen, ob sich Änderungsbedarf aufdrängt.

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walter.klein 25.01.2019, 17:19
13. Typisch deutsch !

Warum etwas einfach gestalten, wenn es auch kompliziert geht. Je komplizierter um so deutscher scheint mit in dieser Sache das Ziel. Warum nimmt man nicht entweder die Quadratmeter des Grundstückes und der darauf errichteten Wohnungen mit einem Faktor , oder man nimmt den "Bodenrichtwert" des Grundstückes mit den Wohneinheiten. Warum kompliziert, wenn es auch einfacher geht. Die Bürger sollen sehen, wie sie ihr sauer verdientes Geld bei den Kommunen abliefern dürfen. Fakt jedenfalls dürfte sein, dass nach einer Einigung auch die sogenannte "Mietpreisbremse" rot anlaufen und rauchen wird. Hier gehe ich jede Wette ein, denn die Vermieter geben dann jeden Cent an die Mieter weiter !

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walter.klein 25.01.2019, 17:21
14. Sorry,

Zitat von klichti
Als die Vermögensteuer für verfassungswidrig erklärt wurde, hat der Gesetzgeber sie in die Unanwendbarkeit laufen lassen. Betrifft ja nur ein paar wenige Reiche, und es wäre ja soooo mühselig gewesen, die Anregungen des Bundesverfassungsgerichts aufzugreifen und ein wenig grundsätzlich über Steuern nachzudenken. Am Ende wäre ja womöglich noch was für die Gewerbekapitalsteuer und eben die Grundsteuer herausgekommen. War wohl alles zu mühsam, da hätte man sich ja kundig machen müssen. :-( Warum also nicht denselben Weg gehen bei der Grundsteuer? Hängen doch sowieso nur die Kommunen dran! Ach so, das ist deren Haupteinnahmequelle. Die würden Zeter und Mordio schreien und einem dann in die Bundes- und Landestöpfe greifen. Neh, die läßt man besser so weitgehend wie möglich abgekoppelt von den echten Geldtöpfen. 14 Mrd.? Das ist zwar mehr als damals bei der Vermögensteuer, aber so im Vergleich ... ca. 40 Mrd. veranlagte ESt, über 260 Mrd. Lohnsteuer (also diejenige Einkommensteuer, für die die Steuerpflichtigen keine Steuererklärung abgeben, weil es ein ekliger Aufwand für Portogeld ist), irgendwas in derselben Größenordnung für die Umsatzsteuer, da ist es wirklich ein sehr ärgerlicher Umstand, daß man da doch tätig werden muß bei der Grundsteuer. Jetzt will der liebe Herr Scholz und wollen anscheinend alle anderen, die so gut über die Betroffenen bestimmen können, also die Grundsteuer unabhängig vom Wert machen (hihi). Jedenfalls vom Wert der Häuser, die sie besteuern. Wie genial ist das denn? Da haben sie vom Start weg Klagen wegen der Ungleichbehandlung im Kreuz, die sie doch durch die Steuergesetz-Änderung erst beseitigen wollen! Wenn da keine pfuschigen Nachbesserungen schon in den ersten Jahren dieser reformierten Steuer kommen sollen, dann gibt es nur eins: Nehmt die Grundsteuer auf die Grundstücke, aber laßt den "Aufwuchs" aus der Besteuerungsgrundlage heraus. Es heißt ja auch nicht Grundstücks- und Häusersteuer, es heißt Grundsteuer. Warum das auch nicht? Weil gerade diejenigen mit den repräsentativen Grundstücken (z.B. Banken in Mainhattan) dann jede, aber auch wirklich jede Menge Steuern sparen, das wäre also auch wieder nur eine Subvention der Reichen. Echt dumm, das. Quintessenz: Ihr werdet nicht ums Nachdenken herumkommen und TROTZDEM Pfusch abliefern, liebe Legislative. Schade, daß Ihr kein Diktat der Kompetenz hattet in den letzten 30 Jahren, sondern ein Diktat von "ich schreie lauter, also habe ich recht". Wieso regen wir uns eigentlich über Donald Trump auf? Effektiv war es seit Kohl genauso bei uns.
aber die Haupteinnahmequelle der meisten kommunen sind die Gewerbesteuereinnahmen und nicht die Grundsteuer. Wer dies meint, der liegt hier definitiv falsch !!!

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spmc-12355639674612 25.01.2019, 17:22
15. Merken Sie eigentlich,

Zitat von volucer
die sozialdemokraten. eine wunderbare spezies, die vorgibt, für die interessen der arbeiter zu stehen, wohnungsnot bekämpfen zu wollen und für mehr "gerechtichkeit" zu stehen. mit einer wertabhängingen steuer werden normale menschen in großstädten extrem belastet. wenn eine normale wohnung in münchen oder freiburg schon 500.000? wert ist, wird sich der normale mieter/eigentümer freuen, da er jetzt deutlich mehr steuern zahlen darf. die einzige komponente, nach der besteuert werden sollte, ist die wohnungsgröße. zusätzlich wird ein ganzer wasserkopf an immobilienbewertern entstehen, denn die ganzen immos müssen ja bewertet werden. da ist eine ganze branche für die nächsten 5-10 jahre ausgelastet. ob scholz wohl an so einer gesellschaft beteiligt ist? anders kann ich mir seinen wunsch nach einem wertabhängigem modell nicht erklären
wenn Sie Unsinn schreiben?

Im Artikel heißt es doch ganz deutlich, dass eben nicht (mehr) der hypothetische Wert der Immobilie herangezogen werden soll, sondern Grundstücks- und Gebäudefläche. Der Bodenrichtwert wird für die ganze Republik regelmäßig durch Gutachterausschüsse festgelegt. Den gibt es also sowieso. Bei manchen Bundesländern (z. B. Berlin, Sachsen, Hessen etc.) kann man ihn für jedes einzelne Grundstück online nachschauen.

Außerdem ist der Wertansatz nicht grundsätzlich falsch. Allerdings ist der Wert der Immobilie ohnehin implizit im Bodenrichtwert enthalten. Man braucht ihn gar nicht separat zu ermitteln.

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walter.klein 25.01.2019, 17:26
16. Es ist mir nicht ganz klar, warum

Zitat von viceman
versprechen, daß die änderungen aufkommensneutral ausfallen sollen.bin ja mal gespannt, welche summen dann in den neuen bescheiden stehen. ich bin GANZ SICHER daß es für die masse der normalos , mit einen efh und einem kleinen grundstück , deutlich teurer werden wird !
die derzeitige Erhebung der Grundsteuer plötzlich Verfassungswidrig ist. Wir zahlen doch seit jahrzehnten diese Steuer, ers hatte keinen Strei gegeben, bis jetzt das Verfassungsgericht meint, dies sei nicht Gesetzeskonform. Man möge mir einfach nur einmal erklären, warum eine Sache die viele Jahrzehnte Gesetzeskonform war, die plötzlich nach Meinung des Gerichtes jetzt nicht mehr ist. Manchmal könnte man zu der Erkenntnis gelangen, dass man in einem "Freiland-Irrenhaus" mit Namen Deutschland lebt !

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ruhuviko 25.01.2019, 17:27
17. Gerecht ist ...

Zitat von derdingens
Der Wert der Immobilie kann einfach in Relation zur Nettokaltmiete gesetzt werden. Da die in der Steuererklärung des Vermieters auftaucht, ist dafür kein Gutachter erforderlich. Schwieriger ist das natürlich bei selbst genutztem Wohnraum - aber auch das läßt sich durch Vergleichsmieten in der Nachbarschaft relativ leicht in den Griff kriegen. Einen wertunabhängige Steuer bedeutet einen zu DDR Zeiten gebauten Plattenbau genauso zu besteuern wie eine moderne Luxuswohnung - und das findest du gerecht?
... die wertunabhängige Steuer tatsächlich. Beispiel: Ein Vermieter macht die jährlichen Steigerungen, die laut Mietspiegel anfallen, bei seinen langjährigen Mietern nicht mit. Ergebnis: Ab einem gewissen Prozentsatz unter dem Mietspiegel wird vom Finanzamt entweder der tatsächliche Mietspiegelwert besteuert oder die Ausgaben werden nur noch prozentual anerkannt. Und das zu Zeiten, in denen alle Politiker die ungeheuren Mietsteigerungen anprangern.

Daher: Finger weg von Wertermittlungen auch noch bei der Grundsteuer. Der Bodenrichtwert ist nämlich auch so eine Größe, die ein Hauseigentümer oder gar ein Mieter nicht beeinflussen kann. Größe des Grundstücks, ggf. Größe der Wohnung und Schluß ist. Und es ist keine Ungerechtigkeit, wenn jemand in einer angeblich teuren aber kleinen Stadtwohnung oder in einer großen aber kostengünstigen Dorfgemeinde lebt.

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Mertrager 25.01.2019, 17:29
18. es geht einzig allein darum

... mehr aus dem volk raus zu holen. gerechtigkeit ist uninteressant. viel muss es sein und schnell.

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kayakclc 25.01.2019, 17:31
19. Warum einfach wenn es auch kompliziert geht

denkt sich Scholz. Warum lehrt man nicht vom Land des "bösen" Raubtierkapitalismus. Da wird der Verkehrswert jedes Jahr geschätzt. Da wir Gutachterausschüsse haben, die den Bodenrichtwert und die Werte von Immobilien sehr genau kennen, ist es kein Problem da einen Schätzpreis zu erziehen. Wir müssen einfach akzeptieren, dass das eben ein Schätzpreis ist. Funktioniert in den USA sehr gut. Die Schätzpreise der Kommune liegen immer sehr nahe am Verkaufpreis. Nur wir Deutschen denken über drei Ecken, und meinen, dass wir eine einfache Frage immer wieder mit scheinbaren Gerechtigkeitsfragen überlagern wollen, was ein Unsinn ist.

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