Forum: Wirtschaft
Grundwasserbelastung: EU reicht Nitrat-Klage gegen Deutschland ein
DPA

Die EU verklagt Deutschland vor dem EuGH wegen der steigenden Nitratbelastung des Grundwassers - und weil der Bund nicht genug dagegen tut. Für die Bauern könnte das massive Folgen haben.

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auswerter25 07.11.2016, 07:16
1. Bei aller Kritik an der Regelwut der EU

kann man hier froh sein, dass es dieses Regulativ gibt. Während es in den Nachbarländern offenbar gelingt, das Problem anzugehen, treibt die Bauernlobby ihre Massenproduktion auf Kosten der Trinkwasserqualität weiter voran.

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melaw 07.11.2016, 07:17
2. Tolle Wurst

Tja, Unweltschutz endet genau wie Tierschutz an der Fleischtheke, wo das Schnitzel oder Hack bloß nicht mehr als 99 cent kosten soll. Der Verbraucher will es so. Der Politik ist das (siehe auch Hendricks aktuelle "Erfolge") alles völlig Wurst, ich sage nur Tönnies.

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nicht-schweiger 07.11.2016, 07:19
3. Der Geschädigte zahlt den Schaden

Ich finde es richtig, daß endlich einmal etwas in dieser Angelegenheit getan wird. Allerdings sollte man auch die persönlich verantwortlichen Politiker sanktionieren.
Letztlich ist der Steuerzahler der Geschädigte und er wird die evtl. Strafe zahlen.
Eine weitere Melodie im Abgesang der EU.

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Kommentator3 07.11.2016, 07:20
4. Brunnenvergifter

Auf Brunnenvergiftung stand im Mittelalter die Todesstrafe. Heute werden Brunnenvergifter = Agrarkonzerne von den Volksvertretern mit Subventionen belohnt. -- Der Bundestag subventioniert zunächst massenhafte Tierfolter und in der Folge Gülleseen = Brunnenvergiftung. -- Beides lehnt die Bevölkerung ab. -- Für wen macht dieser Bundestag Politik? -- Strafzahlungen? Das wäre unser geringstes Problem. -- Ich möchte meinen Kindern sauberes Trinkwasser hinterlassen.

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lalito 07.11.2016, 07:21
5. kurz und trocken die Meldung

Wo der Saubermann nicht sauber kann, da muss halt die Lobby ran.

Was ist mit Pestiziden? Läuft es da besser und was meinen die Bienen dazu?

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lenitti 07.11.2016, 07:23
6. Na endlich

Nur stellt sich mir die Frage wer die fällige Strafe dann bezahlt. Die Verursacher, die Lobbyisten oder wieder mal der Steuerzahler? Alles beim alten in Good Old Germany. Und politisch Verantwortliche wird es auch wieder mal nicht geben in dieser Bananenrepublik

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grommeck 07.11.2016, 07:26
7. Nicht

So wird ein Schuh daraus. Vielleicht sollte man doch die Lebensmittelindustrie als "Industrie" überdenken. Den schwarzen Peter bekommen natürlich die Bauern und dann die "Billigverbraucher" - logisch. Was bleibt sind steigende Preise und Profite - vergiftet werden wir weiterhin!!

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pfalzkapelle 07.11.2016, 07:31
8. There is something in my water...

Eigentlich ein tolles Lied, nur im Sommer hatten wir etwas im Wasser: Spuren von Gülle. Und dann Chlor, aus Sicherheitsgründen.
Kurz und gut: diese Klage ist wohl überfällig. Es kann nicht sein, dass landwirtschaftlicher Raum, die Flur, missbraucht wird um Rinderdung zu entsorgen. Hier geht es nicht mehr um Düngen, sondern einfach nur noch um Entsorgung. Und das kann einfach nicht sein.
Wenn also ein Landwirt mehr Rinder hält als er auf normalem Weg Dung entsorgen kann, dann muss er eine Anlage zur Entsorgung betreiben und kann den Mist nicht einfach auf die Felder fahren. Mit Verlaub: Bauern schätzen es nicht, wenn Hunde in ihrer Wiese sich entledigen. Und ich finde es absolut daneben, wenn Bauern es als ihr Recht ansehen, mit ihrem Rinderdung mein Wasser und zu belasten. Wir reden hier nicht mehr um Bagatellen. Hier geht es um eine massive Gesundheitsgefährdung, da Nitrat in Nitrid umgewandelt wird. Und das steht im Verdacht, für Krebserkrankungen verantwortlich zu sein.
Ein Mensch, der auf seine Kunden angewiesen ist, sollte diese nicht durch die Art, wie er mit Rinderdung umgeht, gleichzeitig massiv schädigen. Das ist meine Meinung zu dem Thema. Die Klage ist geboten und längstens überfällig.

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sagitta 07.11.2016, 07:43
9. Biogas

Gärreste und intensive Energieerzeugung aus Biomasse sind neben Gülle einer der Hauptquellen für das Nitrat. Zudem wandert das im Gärrest vorliegende Ammonium viel einfacher in den Boden als die noch langkettigen organischen Stickstoffverbindungen der Gülle. Mehr "sauberes" Biogas ist also gleichbedeutend mit mehr Nitrat im Grundwasser.
Nicht nur Bauernverbände und die Lobbies der Fleischindustrie haben diesen Missstand mitzuverantworten, sondern auch die naive und unüberlegte Förderung alternativer Energien nach dem EEG. Jetzt haben wir 10 000 Biogasanlagen in Deutschland und mit dem Fachverband Biogas eine weitere Lobbyorganisation, die sauberem Grundwasser im Wege steht.
Anders sind die langjährigen Verzögerung bei der Verringerung der Stickstoff Grenzwerte nicht zu erklären.

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