Forum: Wirtschaft
Grundwasserbelastung: EU reicht Nitrat-Klage gegen Deutschland ein
DPA

Die EU verklagt Deutschland vor dem EuGH wegen der steigenden Nitratbelastung des Grundwassers - und weil der Bund nicht genug dagegen tut. Für die Bauern könnte das massive Folgen haben.

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rloose 07.11.2016, 09:13
50.

Zitat von Freund_Fettsack
Man kann auch darüber jammern, dass irgendjemand die Strafen wird zahlen müssen. Man kann sich aber auch gedanken darüber machen, die Situation durch sein eigenes (Fleisch-)Konsumverhalten zu verändern. Wenn keiner derartiges Fleisch haben will, wird die Massentierhaltung eher unrentabel.
Das wird dann allerdings unrentabel, aber für den Steuerzahler. Denn wie ich unsere Bauernlobbyistenpolitiker bei den Konservativen kenne, werden die dann Subventionen für die armen, gebeutelten Bauern beschließen und der Überschuß wird dann billig nach Afrika verschickt und macht dort noch die Kleinbauern kaputt. Aber nachher können dieselben Politiker dann ja Obergrenzen für Flüchtlinge fordern...

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Mikrohirn 07.11.2016, 09:14
51. Alles gelogen!

Ich wohne in einer ländlichen Gegend und wurde von Landratsamt im Auftrag der EU gezwungen, eine Kleinkläranlage für häusliche Abwässer wegen des Nitrates zu bauen (15.000 €). Wenn ich dann des Sommers auf meinem Klo hocke und höre, wie die Bauern zigtausendliterweise ihre Gülle auf den Wiesen verklappen, dann weiß ich, die sind an der Nitratbelastung des Grundwassers nicht schuld. Ich war es, ich gestehe! Aber jetzt kann ich ruhigen Gewissens meine zehn Gramm täglich in meine Anlage abkacken und habe dabei Muße, darüber nachzugrübeln, warum die EU so oft in der Kritik steht.

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docker 07.11.2016, 09:14
52. ENDLICH (und hoffentlich nicht nur Gerede)!!

Die Vergiftung des Grundwassers und die Feinstaubentwicklung durch Ausbringung von Gülle muss ein Ende haben.
Schlimm genug und im wahren Sinne asozial ist der Vorgang an sich -
Schlimmer noch, dass es seit geraumer Zeit verschiedene Möglichkeiten gibt, Gülle als Rohstoff z.Bsp. für Biogasanlagen+Fischzucht oder schlichtweg dehydriert als Dünger an Landwirtschaften zu verkaufen, die sonst Kunstdünger einsetzen müssten.
Wohlgemerkt - Viele Alternativen bestehen bereits und sind ökonomisch tragfähig !
Trotzdem dumpft die Bauernschaft dahin und kippt den Rohstoff weiterhin in die Wiesen.
Keine Ahnung von Okonomie, kein Wille zur Erneuerung und der stetige Fluss von Subventionen im Rücken ergibt eine breite ignorante Front.
Steht zu hoffen, dass die Klage Erfolg hat und den reformunwilligen Teilen der Bauernschaft sehr teuer zu stehen kommt.

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nic 07.11.2016, 09:17
53.

Zitat von melaw
Tja, Unweltschutz endet genau wie Tierschutz an der Fleischtheke, wo das Schnitzel oder Hack bloß nicht mehr als 99 cent kosten soll. Der Verbraucher will es so. Der Politik ist das (siehe auch Hendricks aktuelle "Erfolge") alles völlig Wurst, ich sage nur Tönnies.
Zuerst haben die Supermärkte dieses Billigzeug angeboten damit die Leute mehr kaufen und den Unternehmensgewinn steigern, der letztendlich "nur" das Vermögen des Unternehmenseigners vermehrt. Sollte Fleisch teurer werden, werden sich die Leute fügen und weniger davon essen (aber vielleicht gehen sie ja auch für billigeres Fleisch demonstrieren). Schön wäre es, wenn die Fleischqualität auch gleich besser würde.

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jowitt 07.11.2016, 09:18
54.

an der Steigerung der Nitratbelastung in unserem Trinkwasser. Und das wird sogar noch zusätzlich gefördert. Bayern hat verhindert, das zumindest der weitere Ausbau dieser "Bio"gasanlagen auch nur verlangsamt wird. Grund ist, das Bayern eben nicht über stetigen Wind, wie die Küste verfügt und große Teile der Stromproduktion im eigenen Land halten will.

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slartibartfass2 07.11.2016, 09:18
55. Mag sein...

Zitat von sagitta
Gärreste und intensive Energieerzeugung aus Biomasse sind neben Gülle einer der Hauptquellen für das Nitrat. Zudem wandert das im Gärrest vorliegende Ammonium viel einfacher in den Boden als die noch langkettigen organischen Stickstoffverbindungen der Gülle. Mehr "sauberes" Biogas ist also gleichbedeutend mit mehr Nitrat im Grundwasser. Nicht nur Bauernverbände und die Lobbies der Fleischindustrie haben diesen Missstand mitzuverantworten, sondern auch die naive und unüberlegte Förderung alternativer Energien nach dem EEG. Jetzt haben wir 10 000 Biogasanlagen in Deutschland und mit dem Fachverband Biogas eine weitere Lobbyorganisation, die sauberem Grundwasser im Wege steht. Anders sind die langjährigen Verzögerung bei der Verringerung der Stickstoff Grenzwerte nicht zu erklären.
Erstens: Was sie beschreiben ist nicht "Biogas", sondern "Agrogas"; mit "Bio" hat das nämlich nicht das Geringste zu tun. Die Lobbyisten benutzen nur den Begriff, weil er ja so schön positiv besetzt ist.
Zweitens: dem Grundwasser ist es egal, ob "längerkettige organische Stickstoffverbindungen" durch die im Boden lebenden Bakterien zu Nitrat (oder Ammoniumsalzen) bzw. Nitrit abgebaut haben. Im Trinkwasser kommen dann i.d.R. nur noch Nitratverbindungen an. Es ist also ziemlich egal, mit was sie den Boden überdüngen.

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mrs_smith 07.11.2016, 09:18
56.

Zitat von auswerter25
kann man hier froh sein, dass es dieses Regulativ gibt. Während es in den Nachbarländern offenbar gelingt, das Problem anzugehen, treibt die Bauernlobby ihre Massenproduktion auf Kosten der Trinkwasserqualität weiter voran.
Aus den Niederlanden wird Gülle nach Deutschland gebracht. Vielleicht kommen sie z.B. dadurch besser zurecht.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/guellehandel-guelle-als-internationales-wirtschaftsgut/10353500-3.html

Mrs Smith

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marinero7 07.11.2016, 09:20
57.

Zitat von auswerter25
kann man hier froh sein, dass es dieses Regulativ gibt. Während es in den Nachbarländern offenbar gelingt, das Problem anzugehen, treibt die Bauernlobby ihre Massenproduktion auf Kosten der Trinkwasserqualität weiter voran.
Die Niederländer sind da cleverer, die verfrachten ihre Gülle nach NRW und lassen dort auf den Feldern ab.

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nibortessel 07.11.2016, 09:24
58. Wollt ihr sauberes Trinkwasser

Dann hört auf so viel Fleisch aus Massentierhaltung zu essen und so viel Milchprodukte zu konsumieren.
So einfach ist das.
Das Perverse - die Strafzahlungen bekommt die EU, die dann wieder die Tierhaltungsfarmen mit Geldern unterstützt....
Tipp: Fleisch und Milchprodukte teurer machen, mit einer Umweltsteuer - die aus nachhaltiger Produktion sind dann konkurrenzfähiger und werden einen Aufschwung erhalten. So würde sich das Problem von allein lösen. Solange wir aber eine Politik haben, die von der Agrarlobby so stark beeinflusst wird, wird das nicht kommen.

2050: "Papa, warum können wir unser Wasser nicht mehr trinken, warum habt ihr nicht einfach weniger produziert?"
"Weil es so guuuut schmeckt!"
Armes Kind!

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muster.schieber 07.11.2016, 09:27
59. Dann ist hoffentlich auch Schluss mit dem Gülle-Tourismus

Die Mengen, die von der deutschen Mast-Industrie auf die Felder verklappt werden, ist ja schon übel genug. Dazu kommt aber im Westen noch der Gülle-Tourismus aus den Niederlanden. Bei unseren Nachbarn gelten erheblich strengere Grenzwerte, es gibt aber noch mehr Mastvieh pro Kopf der Bevölkerung als bei uns. Der Effekt ist, dass die niederländische Mast-Industrie ihre Gülle über Verklapper in Deutschland auf die hiesigen Ackerflächen entsorgt. Wir schicken unseren Recycling-Müll nach Westafrika, die Niederande ihre Gülle zu uns.

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