Forum: Wirtschaft
Gutachten zur CO2-Steuer: "Für die Autofahrer würde sich der Benzinpreis um 37 Cent e
Patrick Pleul / DPA

Ein neues Gutachten der Wirtschaftsweisen setzt die GroKo unter Druck. Die Forderung: CO2 braucht einen Preis. Aber den Streit um die Klimasteuer wollen die Ökonomen Christoph Schmidt und Ottmar Edenhofer nicht entscheiden.

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didel-m 12.07.2019, 13:13
300. Und das in Zeiten wo immer mehr aus der Stadt gedrängt werden

Gerade hier im Berliner Pendlerumland gibt es eine extremen Zuzugsboom von ehemaligen Berliner. Meist als Familien oder solche in Planung. Weils in Berlin keine bezahlbaren Wohnraum gibt und die Stadt in vielen Teilen auch oft nicht mehr Lebenswert ist. Die teuren Biotope ala Prenzlauer Berg sind da jenseits des machbaren.
Und da will mann die steigende Zahl von Pendlern abwürgen, die den Wohlstandserwirtschaftung in den Städten zum großen Teil erst ermöglichen?

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streetbob011 12.07.2019, 13:13
301.

Wenn ich diese Spezialisten von allen möglichen Instituten höre schwillt mir der Kamm. Vor 15 Jahren wurde die Ökosteuer eingeführt, für was war die damals eigentlich, hat es was gebracht? Die Aussage "wir müssen den Sprit teurer machen bis alle auf Elektromobile umgestiegen sind" halte ich schlicht für eine Zwangsmaßnahme die von solch geistigen Anarchisten dahergeplappert wird. Mit Elektromobilität sparen wir nicht ein Gramm CO2 und das Problem der Herstellung/Entsorgung der Batterien ist noch lange nicht geklärt. Was soll denn eigentlich eine CO2-Steuer bewirken? Ich und meine Frau sind auf das Auto angewiesen, anderweitig kommen wir einfach nicht ins Büro. Ich finde diese Steuer ist einfach Abzocke ohne eine Alternative für die arbeitende Bevölkerung. Eine neue Heizung? Meine Heizung ist 3 Jahre alt und die einzige Einsparmöglichkeit ist abstellen und den Holzkamin anzünden!
Diese Steuer ist nur darauf ausgerichtet mehr Geld für den Staat zu beschaffen, CO2 wird damit nicht reduziert.

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herkup 12.07.2019, 13:14
302. Mal weitergedacht....

es steigen ja nicht nur die Energiepreise, die Unternehmer und Selbstständigen schlagen die Mehrkosten auf ihre Waren und Dienstleistungen. Die Lebenshaltungskosten werden rapide ansteigen, deutsche Waren werden auf dem Weltmarkt teurer und der Export wird sinken, damit steigt die Arbeitlosenzahl und die Staatsausgaben.
Dieser Effekt ist noch selbstverstärkend. Die CO2 Bilanz wird aber 10% besser ausfallen. Immerhin etwas :-) auch wenn dadurch das Weltklima nicht wirklich verbessert wird....

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Sehr interessierter Leser 12.07.2019, 13:14
303. Hmm...

Was mache ich denn als Mieter in einer Stadt wie Hamburg, in der ich schon mal froh sein kann, wenn ich überhaupt eine bezahlbare Wohnung finde, mein Vermieter aber auf ökologisch verträglichen Umbau pfeift, weil er weiß, dass er die Wohnung in jedem Fall loskriegt und die teureren Heizkosten (fossil, schlechte Dämmung) einfach nur über die Betriebskosten an mich weitergibt? Werde ich denn dann für die Bequemlichkeit und Geldgier meines Vermieters auch entschädigt? Und wird dann in einer Stadt wie Hamburg auch der ÖVNP so ausgebaut, dass man problemlos von A nach B kommt und nicht manche Buslinie ab 18 Uhr bzw. sonntags ihren Betrieb faktisch einstellt?

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Mister Stone 12.07.2019, 13:14
304.

CO2 braucht einen Preis? Ob die Polen, Ungarn, Chinesen, Inder, Amerikaner... den Preis auch bezahlen? Deutschland ist für etwa 1 Prozent der weltweiten CO2 Emission verantwortlich. Die geplante - ausschließlich für Deutschland gültige - CO2-Steuererhöhung wird den CO2 Ausstoß in Deutschland um maximal 10% senken. D.h. Deutschlands Sondersteuern werden die weltweite Emission um maximal 1 Promille senken, aber nur dann, wenn kein anders Land seine CO2 Missionen erhöht. Und für diesen uneffizienten Schwachsinn müssen wir in Deutschland zahlen. Es geht nicht um Klima oder Umwelt, sondern um fadenscheinige Begründung für massive Steuererhöhungen. So wie damals nach 9-11, als aus dem Nichts die Tabaksteuer in Deutschland massiv erhöht wurde, angeblich um den "Kampf gegen den Terrorismus" zu finanzieren. Nein, nicht wir, die Menschen in Deutschland, brauchen eine zusätzliche CO2 Steuer. Auch die vielen Friday for Future Schüler brauchen und wollen keine zusätzliche Steuern (die wollen, dass die Kohlkraftwerke abgeschaltet werden!). Aber unsere Regierung und alle, die von üppigen Steuereinanahmen profitieren, wollen immer mehr Steuereinnahmen. Deshalb sagen sie alle "WIR brauchen...". Sie meinen im Grunde sich selbst.

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astistia 12.07.2019, 13:14
305. Das mit dem billigen Benzin ..

Zitat von syracusa
Sie irren bzgl des CO2-Beitrags des Flugverkehrs. Der ist mit 2,55% wirklich marginal. Eine Besteuerung der Flugtreibstoffe könnte also zu keiner spürbaren Entlastung von Autofahrern führen. Und Ihr Vorschlag, die Benzinsteuern zu senken, wäre sogar extrem kontraproduktiv. Billigeres Benzin würde zu mehr Verbrauch und damit mehr CO2 führen.
müssen Sie mir erklären. Weil der Sprit billiger ist drehen wir alle nach und vor der Arbeit noch eine Extrarunde um den Block oder was ?

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Remotesensing 12.07.2019, 13:15
306. Es gibt nur einen CO2 neutralen

und kostenlosen Treibstoff, und das ist H2, hergestellt mit Solarenenergie. Aber wie will man von Politikern, die entweder gar keine Berufsausbildung (z.B. Kevin, KGE) haben oder Sozial- , Politikwissenschaften oder Jura studiert haben, irgendeinen technischen Sachverstand erwarten? Unsere BK soll angeblich Physikerin gewesen sein - vor 40 Jahren im Land der Hoch-Technologie DDR...

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post_fuer_tutu 12.07.2019, 13:15
307.

Zitat von Daniel72
Eine angeblich wissenschaftliche Studie hat errechnet, dass bereits 1/3 mehr Bäume den CO2-Gehalt zu 2/3 mittelfristig kompensieren könnte. Gerne bin ich bereit eine entsprechende CO2-Steuer zu tragen, sollte diese für die Aufforstung der benötigten Bäume verwendet werden. Das scheint mir eine sehr pragmatische Lösung. Der Anreiz, in neue CO2-arme Techniken (E-Mobil, neue Heizung, etc.) zu investieren um am Ende des Tages doch keinen Ausgleich vom Fiskus zu bekommen, ist mir nicht stark genug...
Wenn das so stimmt mit dem Wald, bin auch ich sofort dabei. Mehr Natur gegen Klimawandel.

PS: E-Mobilität ist alles andere als CO2-arm. Fragen sie mal in Südamerika nach, wo die Rohstoffe für die Akkus, insbesondere Lithium, herkommt.

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hubidocrosi 12.07.2019, 13:16
308. Krieg ich denn was zurück,

weil ich auf dem Land auf meinem großen Grundstück viele Büsche und Bäume habe und damit CO2 reduziere und auf der andren Seite Berufspendler bin?

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spigalli 12.07.2019, 13:16
309. Da stinkt mir doch so einiges...

"muss der Ausstoß von CO2 teurer werden. Daran führt kein Weg vorbei. Bei der Stromerzeugung und der Industrie haben wir in dieser Hinsicht schon einiges erreicht, nun müssen wir das Prinzip auch im Verkehrs- und Gebäudesektor durchsetzen."

1."Den Ausstoß von CO2 zu verteuern" ist _ein_ Ansatz. Dieser ist am Symptom orientiert und könnte dazu führen, dass sich die Menschen keinen CO2-Ausstoß mehr leisten können und entweder a) auf Lebensqualität verzichten, oder b) ihr Leben CO2-arm verändern und bspw. näher an ihren Arbeitsort ziehen. Das wäre zweifellos gut. Als Nebenwirkung wird aber das Leben grundsätzlich teurer, wovon gerade die betroffen sein werden, die nicht die Wahl haben, wie sie leben wollen.
2. "Bei der Stromerzeugung und der Industrie haben wir schon einiges erreicht" - ja, die Wirkungsgrade _unserer_ Kraftwerke sind gestiegen, die eigentlich CO2 armen Kernkraftwerke haben wir abgeschaltet und die erneuerbaren Energien erzeugen wir bevorzugt mit Materialien, deren Hestellung woanders CO2 erzeugt hat. DIe Industrie arbeitet an CO2-ärmeren Prozessen, vor allem, weil sie Kosten sparen kann und gleichzeitig höhere Erlöse für "saubere" Produkte erzielen.
3. "das Prinzip auch im Verkehrs- und Gebäudesektor durchsetzen." - wie soll das gehen? Wie wollen wir dort "das Prinzip", durch Regulierung den CO2 Austausch zu verlagern durchsetzen, oder "das Prinzip" eines funktionierenden Businesscase einführen? Verkehr verlagern geht wohl nicht, und zumindest Privatleute wohnen und reisen nicht aus Renditegründen!

Wenn eine CO2-Steuer, dann
a) bitte auch für Sportler, die schließlich verstärkt atmen,
b) auch für andere Klimagase, wie Methan (Rinder- und Menschenfürze)
c) bitte auch für Produkte, die im Ausland für CO2--Produktion verantwortlich sind
d) Produkte, die mit im Ausland gekauftem fossilem Treibstoff ins Inland transportiert wurden

Da muss es doch was besseres gegen, als einfach nur die Kosten für die Menschen zu erhöhen, die das CO2 nicht freiwillig ausstossen!

Alternativ könnte man ja bei den Ursachen anfangen:
- wenig energie-effiziente Häuser zwangsmodernisieren - und dabei die Umlage auf die Mieter per Mieterhöhung verhindern. Denn es gibt kein Grundrecht, dass sich Vermögen der Vermieter zu vermehren hat. "Eigentum verpflichtet!"
- die Arbeit zu den Menschen bringen - oder die Menschen nahe ihrer Arbeit wohnen lassen. Unternehmen sollten Wohnungen in der Nähe ihrer Standorte bauen _müssen_. Denn es gibt kein Grundrecht, dass die Gemeinschaft das CO2-reiche Pendeln subventioniert!
- lange Logistikketten verkürzen, wie bspw. "Nordseekrabben in Marokko pulen", durch Entfall des Dieselprivilegs und Erhöhung/Ausweitung der LKW-Maut
- die Lagerhaltung iim LkW behindern, z.B. durch enorme Gebühren für "stehende LkW, die mit Waren gefüllt sind".

Wachstum durch mehr Transport zu erzeugen hat eben auch Nebenwirkungen. Ein Teil der Lösung heisst: "Weniger Verkehr- weltweit!" - was auch wieder dafür sorgt, dass die Wertschöpfungsketten wieder lokaler werden. Am Ende werden wir nämlich merken, dass man Kontoguthaben nicht essen kann - das wussten der Legende nach schon die Cree...

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