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Gutachten zur CO2-Steuer: "Für die Autofahrer würde sich der Benzinpreis um 37 Cent e
Patrick Pleul / DPA

Ein neues Gutachten der Wirtschaftsweisen setzt die GroKo unter Druck. Die Forderung: CO2 braucht einen Preis. Aber den Streit um die Klimasteuer wollen die Ökonomen Christoph Schmidt und Ottmar Edenhofer nicht entscheiden.

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erlachma 12.07.2019, 13:52
350.

Zitat von Gluehweintrinker
1. weil Autofahrer heute nicht ansatzweise die Infrastruktur- und Umweltkosten finanzieren, die Allgemeinheit zahlt dafür. 2. Falsch! Geringverdiener blasen weit weniger CO2 raus als Besserverdiener. Ist bewiesen. Durch Standardkompensate können Gringverdiener sogar ein Plus erwirtschaften. 3. Für 2x 80 km pro Tag böte sich ein extrem sparsames Minifahrzeug an bzw. ein E-Mobil. 4. Urlauber am Ballermann oder karibischen All-Inclusive-Club betreiben Völkerverständigung? Vorschlag: verabreden Sie sich mit ihrem griechischen Restaurantbesitzer zum privaten Treff. Sie werden mehr für die Integration tun als sie jemals dachten! 5. keine Frage: weg mit Dienstwagenprivileg! Und: Besserverdienende haben weit mehr CO2-Emission als Geringverdiener, insofern zahlen sie mehr. 6. Falsch: jede Preiserhöhung, wenn nur hoch genug angesetzt, bewirkt eine Konsumveränderung. Bleibt eine steuernde Wirkung in erwünschter Höhe aus, muss die Steuer eben weiter erhöht werden bis sie wirkt. Alles andere Unwirksame treibt uns weiter an den Ökokollaps. und der wäre weit grausamer als eine CO2-Steuer. 7. Berechnen Sie doch einmal den Transportpreis für 1 kg Bananen. Wenn die "Preissignal"-Fruch deutscher Supermärkte für 99 Cent/kg verhökert werden kann, wird schon der Transatlantiktransport kaum messbar sein. Liter Milch, Kartoffeln, Flachbildfernseher - die Transportkosten bewegen sich im niedrigen Cent-Bereich. Das werden Sie verkraften, da bin ich sicher. Tipp: essen Sie weniger Fleisch, das spart so viel Geld, da können Sie sich Flaschenwasser mit dem Taxi nach Haus fahren lassen *lg*
1. Falsch! Autofahrer zahlen sogar mehr als dreimal soviel für Infrastruktur und Umweltkosten wie sie verursachen. Einzig, wenn man mit dem Argument "Steuern sind nicht zweckgebunden" kommt, ist das anders. In absoluten Zahlen nicht.

2. Auch falsch. Bitte Quellen für den "Beweis". Tatsache ist, dass Geringverdiener weit mehr pendeln müssen als Gutverdiener, und das in den überwiegenden Fällen per Auto. Alten Autos. In Häusern/Wohnungen wohnen, die einen schlechten Energiestandard haben, und ältere Geräte im Haushalt haben.

3. 2x 80km sind ein erheblicher Teil des Arbeitstags. Da sollte das Auto schon auch Anforderungen an Ergonomie erfüllen. Ein extrem sparsames Minifahrzeug kann das nicht erfüllen, ein E-Mobil ebenfalls nicht, dazu sind die Ladezeiten zu lang.

5. Es gibt kein Dienstwagenprivileg.

6. Sicher kann man durch Steuererhöhungen den Konsum steuern. Insbesondere natürlich den von Geringverdienern. Man muss als Staat nur wissen, wo man hinwill. Man kann nicht z.B. auf der einen Seite Menschen zwingen, 200km von ihrem Wohnort weg zu arbeiten (sonst Leistungskürzungen), dann aber den Arbeitsweg höher besteuern. Beispielsweise.

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MadDoubleF 12.07.2019, 13:52
351. CO²-Steuer schön und gut

Dann haben wir im Jahr keine Ahnung wieviele € mehr an Steuereinnahmen. Und was hilft das das Klima zu verändern? Die Leute können sich deswegen noch weniger ein E-Auto oder eine bessere Heizung oder Photovoltaikanlage leisten. Und die Stromhersteller reichen die Kosten an die Verbraucher weiter. Komplett der verkehrte Weg. Cool wäre eine E-Auto-Pflicht durch die Politik inkl. kostenlosem Tausch des aktuellen Fahrzeugs gegen ein E-Auto gleicher Klasse. Ist natürlich komplett utopisch. Aber man darf ja noch träumen.

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post_fuer_tutu 12.07.2019, 13:57
352.

Zitat von pittiken
Wieso für Unternehmen? Die höheren Kosten der Unternehmen werden weitergereicht an den Kunden. Das war schon immer so. Deshalb ist das Gekreische, man müsste die Unternehmen höher besteuern Populismus.
Das kann man so nicht sagen. Eine Einpreisung ist nur dann möglich, wenn der Markt es erlaubt. Wenn aber DEU einen Solo-Lauf hinlegt (was ich nicht glaube), dann würden viele Firmen die Steuer nicht durchreichen können und entweder ihre Produktion ins Ausland verlagern oder einstellen. Ob es das ist, was man erreichen will, ist dann eine politische Frage.

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Kleinunternehmer 12.07.2019, 13:58
353.

So eine Steuer würde durchaus zum Umdenken führen.
Und man muss sich schon einige Fragen stellen:

1.) Muss ich wirklich alleine im Auto zur Arbeit pendeln oder kann ich nicht doch mit anderen Fahrgemeinschaften bilden? Wenn ich nur einen finde, halbiert sich der Spritpreis bereits.

2.) Muss ich bei trockenem Wetter wirklich das Auto nehmen oder tut es nicht auch ein Leichtkraftroller (Führerschein für alle soll ja bald kommen) oder noch besser ein Fahrrad, eventuell Pedelec?

3.) Wenn mehr mit ÖPNV gefahren wird, dann lohnen sich auch wieder engere Taktungen oder Verbindungen ins Land. Und durch die bessere Auslastung könnte da sogar der Fahrpreis sinken.

4.) Muss man wirklich ein großes Auto (SUV) fahren oder tut es nicht auch das Kleine?

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Korken 12.07.2019, 13:59
354. CO2 Steuer am einfachsten und gerechtesten

Mit einer CO2 Steuer kann man die Emissionen hervoragend regulieren, ganz ohne Drohkeule von Ordnungsgesetzen von oben herab, die sowieso wieder teure Gutachten nach sich ziehen würden. Der Erlös der CO2 Steuer sollte zuerst in den ÖPNV gesteckt werden, besonders auf dem Land und Tarifgrenzen aufweichen. Gerade letztere sind oftmals ein Killer zur Nutzung des ÖPNVs für die Bevölkerung, die dort lebt. Berufspendler können mit der Kilometerpauschale etwas entlastet werden. Ökostrom würde dadurch auch billiger. Es spricht sehr viel für eine CO2 Steuer, alles andere wäre hahnebücherner Mehraufwand für weniger Effizienz und mehr Verordnungen mit teuren Kontrollen, also Blödsinn.

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bimbambieno 12.07.2019, 14:01
355. Kündigungsgrund bestätigt

Einmal mehr bestätigt der SPIEGEL meine vor Jahren ausgesprochene Abokündigung.
Einseitige Dampfhammerpropaganda, "alternativlose" Thesen ins Volk pressen, Hofeberichterstattung, Gesinnungsjournalismus, Andersdenkende kriminalisieren.....all das hatte ich schon zur Genüge

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Christoph 12.07.2019, 14:02
356.

Zitat von andre_36
Im Grunde haben Sie ja Recht.
Nein, der Forist hat nicht Recht. nicht mal im geringsten. Seine Grundannahme der Freiwilligkeit ist nämlich komplett falsch. Denn wegen der Notwendigkeit des Geldverdienens kann rein gar nichts, was mit abhängiger Erwerbsarbeit - sei es nun die Abhängigkeit vom Wohlwollen des Arbeitgebers oder direkt von Kundenaufträgen - zu tun hat, tatsächlich als freiwillig bezeichnet werden und damit natürlich auch weder ein berufserzwungener Umzug noch ein berufserzwungenes Pendeln.

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erlachma 12.07.2019, 14:02
357.

Zitat von Gluehweintrinker
...und diese beruht auf absoluter Freiwilligkeit. Vor 50 Jahren hätte man Menschen für verrückt erklärt, wenn diese eine tägliche Pendelstrecke von zwei mal 65 km mit dem PKW fahren wollten. "Mobilität wird heutzutage erwartet." Ach, wirklich. Ich denke, das Krankenhaus akzeptiert auch Mitarbeiter, die in der Nachbarschaft wohnen. Es handelt sich also, wie wir lesen, um eine einzelne Person, welche in einem Kraftfahrzeug mit 6 Liter Dieseltreibstoff auf 100 km unterwegs ist. Halten Sie das für angemessen? Genau für solche Pendelstrecken eignen sich extrem sparsame Minifahrzeuge mit geringstem Treibstoffverbrauch von 3 Litern auf 100 km bzw. ein E-Mobil mit geringer reichweite ab 200 km. Dann hätten Sie nur noch Stromkosten, gar keine Benzin- oder Dieselkosten mehr. Und mit einem Vertrag für Stromlieferungen aus 100% Erneuerbaren Energien fiele noch nicht mal eine CO2-Steuer ab. Niemand hat versprochen, dass unsere Party, die wir seit den 1980er Jahren feiern in Form grenzenlosen und weiter wachsenden Rohstoffverbrauchs, ungebremst und gleichbleibend billig (bzw. immer billigern werdend) so weiter gehen würde. Und wenn man dafür einen Kurzurlaub mit dem Flieger streichen muss, ja - dann wird das eben so sein. In 50 km Umkreis um Ihren Wohnort werden auch Sie garantiert passende Erholungsmöglichkeiten finden. Übrigens: die Gattin darf eine Entfernungspaschale von ca. 4.300 EUR absetzen. Denkbar ist, die CO2-Steuer in Stufen über drei Jahre einzuführen, z.B. 3x 12 Cent zusätzlich. Denkbar ist dann auch, in ebensolche Stufen, z.B. 3x plus 3 Cent/km die Pendlerpauschale zu erhöhen. Damit entlastete man den Weg zum Job, aber nicht das Fahren aus privaten Gründen. Kinder zur Schule zu fahren, obwohl sie zu Fuß gehen könnten, gehört mit dazu.
Hach, ist das immer schön, wenn einem jemand erklärt, wie die Welt ist...
Niemand, wirklich niemand, pendelt zum Spaß. Es gibt IMMER Gründe dafür, auch wenn Sie sich das nicht vorstellen können. Es gibt Krankenhäuser, z.B. in den bayerischen Alpen, wo die Angestellten nahe München wohen, in 50km Entfernung, weil *tada* dort die Mieten zwar extrem hoch sind, aber nicht so hoch wie noch näher am Arbeitsort.

Und Glückwunsch auch dazu, dass sie das Krankenhauspersonal nach einem anstrengenden Arbeitstag (wissen Sie, was ein Arbeitstag ist, der nicht am Schreibtisch stattfindet?) auch noch eine gute Stunde in ein unergonomisches Minifahrzeug zwängen wollen? Mit 6l Realverbrauch ist das genannte Fahrzeug ohnehin schon kein großer PKW, und vermutlich auch kein Neuwagen. Fahrzeuge mit unter 3l Realverbrauch existieren bis heute nicht. Auch nicht der Audi A2 3l.

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Gluehweintrinker 12.07.2019, 14:02
358. Opferrolle, Scheinlösungen, Zweifel - nicht lösungsorientiert.

Zitat von felisconcolor
1. Allerdings müssen Steuer und Versicherung (und PKW-Maut) auch im Zusammenhang mit der KM-Leistung stehen. 2. Geringverdiener durch Steuerentlastungen zu helfen ist Wunschdenken. 3. Des weiteren sollten Wasserstoff Autos besser gefördert werden, damit die Herstellung, Transport und Lagerung von Wasserstoff sicherer und effizienter wird. 4. Mal sehen, wieviele dann noch links-grün wählen... 5. Wenn den Bürgern etwas genommen werden, aber auf anderem Wege wieder erhalten soll, dann ist es mir persönlich lieber, wenn ich gleich behalten kann was ich habe. 6. Nee in Deutschland wird der kleine Mann zur Kasse gebeten egal wie wirtschaftlich er denkt. 7. Ich bezweifle, dass wirklich eine große Zahl von Bürgern dann auf's eigene Auto verzichten wird. Die Vorteile der Individualmobilität sind einfach viel zu groß. 8. wieder die Mär von der großen Aussterbewelle. Niemand wird wegen einem wie auch immer gearteten Klimawandel aussterben müssen. Das einzige was sich ändern wird ist die Verteilung einiger Menschen auf diesem Globus.
1. genau das löst eine CO2-Steuer auf fossile Brennstoffe. Je mehr man verbraucht, desto teurer wird es.

2. Die CO2-Steuereinnahmen sollen nicht per prozentualer Steuerentlastung rückvergütet werden, sondern per Pauschale an jeden Einwohner, auch Kinder. Damit kann eine 4-köpfige Geringverdienerfamilie ein deutliches Plus gegenüber 2 DINKS mit hohem Einkommen erwirtschaften, die gern mal zum Shoppen nach London fliegen.

3. Vergleichen Sie die Effizienz von Brennstoffzelle zu Akku. Grottenschlecht. https://www.interpatent.de/vergleich_voll-elektroauto_brennstoffzellen-antrieb.html

4. Ich werde grün wählen, oder lieber noch eine FfF/SfF-Partei! Und viele andere auch, die wissen, dass ein Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft nicht zum Nulltarif zu haben ist.

5. Sie bekommen ja nicht zwangsläufig dasselbe zurück! Verbrauchen Sie viele fossile Brennstoffe, machen Sie ein Verlustgeschäft. Jene mit geringem Treibstoffverbrauch machen ein Plus. Das nennt man effiziente Umverteilung mit steuernder Wirkung.

6. Das mit dem "kleinen Mann" meinen Sie wirklich ernst, oder? Blöd dass Millionen "kleiner Männer" (und Frauen) mit Bleifüßen aufgrund ihrer Masse einen enormen Negativeinfluss haben.

7. Komisch. ich konnte den Vorteil der "Individualmobilität" nie entdecken. Ich habe den Führerschein seit fast 40 Jahren, besaß nie ein Auto, kam mit ÖPNV, Taxi, Bahn etc. bestens zurecht. Geht's nicht ohne, dann Mietwagen und das war es auch schon. Übrigens: nicht mitbekommen, dass immer weniger Junghüpfer einen FS machen?

8. Offenbar wollen Sie nicht zur Kenntnis nehmen, dass wir bereits ein Artensterben angestoßen haben, dass in Umfang und Geschwindigkeit auf diesem Planeten noch nie statt gefunden hat. Sie sind übrigens Teil der Biosphäre und Sie sind auf das Funktionieren derselben angewiesen. Oder ernähren Sie sich von Dieselkraftstoff und atmen Methan?

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Koboldmaki 12.07.2019, 14:03
359.

Der Staat könnte aber auch jedem Autoeigentümer ein attraktives Angebot unterbreiten und die "CO2-Dreckschleuder", die er zugelassen hat, zurückzukaufen. Das Geld für diese Rückkaufaktion kann dann wieder in Form einer Unternehmens- und Aktionärssteuer von den Verursachern und Profiteuren zurückgeholt werden. Auch der Staat selbst hat sich bei der Ausbreitung des Individualverkehrs mitschuldig gemacht. So mutete man fast selbstverständlich jedem Arbeitslosen lange Pendlerstrecken zu und vernachlässigte den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Also es gibt viele Verantwortliche und viele Lösungsmöglichkeiten. Es muss nicht immer zwangsläufig darauf hinauslaufen, dass der kleine immer der Dumme ist.

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