Forum: Wirtschaft
Härteres Gesetz: Was die neue Mietpreisbremse bringt
DPA

Die Wohnungssuche kann manchmal zum Horrortrip werden, vor allem in den Metropolen. Eine schärfere Mietpreisbremse soll Wucherern jetzt Einhalt gebieten. Darum geht es.

Seite 2 von 9
Sibylle1969 05.09.2018, 17:40
10.

Das Problem ist doch die ortsübliche Vergleichsmiete, sprich der Mietspiegel, der absurd niedrig ist. Ich wohne bereits seit 18 Jahren in meiner Mietwohnung. Dennoch ist die Miete mit 10,30 Euro noch ca. 1,30 Euro / qm oder 14 Prozent über dem Mietspiegel, der für meine Wohnung derzeit bei ca. 9 Euro liegt. Wollte ich in meinem Viertel in Frankfurt zurzeit etwas vergleichbares mieten (50er Jahre-Etagenwohnung), müsste ich mit 13-14 Euro pro qm rechnen, für etwas moderneres oder einen sanierten Altbau dann schon 15-17 Euro pro qm. Schon seit sehr vielen Jahren hatten die Preise bei Neuvermietungen nichts mit dem Mietspiegel zu tun. Der steigt seit vielen Jahren stabil um 1 Euro pro qm in Frankfurt alle vier Jahre. Die Neuvermietungsmieten sind in der Zeit viel stärker gestiegen. Das Grundproblem ist aber das zu geringe Angebot verglichen mit der Nachfrage.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
melissa.beau 05.09.2018, 17:41
11. Unwirksam

Weder von der UNION noch von der SPD (!), geschweige denn von der FDP, gibt es ein ehrliches Interesse, die kriminelle Machenschaften der Vermieter zu unterbinden. Die Gesetze sind von Anfang an so konstruiert, dass sie nur zum scheitern verurteilt sind eher sie verabschieden werden.
Es bleibt nur zu hoffen, dass die SPD weiterhin am Boden verliert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Darwins Affe 05.09.2018, 17:43
12. Mehr Eigenheime

1) Eine Mietpreisbremse baut keine neuen Wohnungen.
2) Die lockere Geldpolitik der EZB hat die Inflation der Sachwerte (auch Wohnungen) bewirkt --- was logischerweise auf die Mietpreise durchschlägt.
3) Würde der deutsche Staat seine Bürger nicht so gnadenlos abkassieren (zweithöchste Abgabenlast der Welt!), könnten sich die meisten Bürger ein Eigenheim leisten. Deutschland steht in der EU in Bezug Eigenheim an letzter Stelle.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
im_ernst_56 05.09.2018, 17:46
13. Mehr Staat, bitte

Zitat von supergrobi123
Ein Gesetz wird erst dann fruchten, wenn seine Nichteinhaltung entsprechende Strafen durch unseren Rechtsstaat vorsieht. Solange das Schlimmste, was einem Mietwucherer passieren kann, ist, dass er am Ende "nur" die maximal zulässige Miete kassiert, solange werden es die Wucherer immer weiter erstmal mit der Abzocke probieren. Viele Mieter dürften sich schlicht nicht trauen, sich mit dem Vermieter anzulegen und halten lieber den Mund. Eine empfindliche Geldstrafe sollte gegen Mietwucher heilsam sein!
Am Besten setzt der Staat die Höhe der Mieten fest und entscheidet auch darüber, wer welche Wohnung bekommt. Dann wird alles gut. [Ironie aus]

Beitrag melden Antworten / Zitieren
magic88wand 05.09.2018, 17:49
14. Teil gut, teils nicht

Die Reduzierung der Umlage für Modernisierungen ist längst überfällig, denn sie war in Relation zum Aufwand des Vermieters viel zu hoch und ist mit Abstand der wichtigste Grund für steigende Mieten und das "Herausmodernisieren". Die Mietpreisbremse dagegen war und ist populistischer Unfug. Wenn sie überhaupt wirkt, macht sie die Schlangen bei den Besichtigungen nur noch länger. Profitieren tun allenfalls gut verdienende Neumieter und Zuzügler.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
iffelsine 05.09.2018, 17:51
15. Ich schließe keine neuen Mietverträge mehr !

Meine Wohnungen in Berlin liegen aufgrund des Mietspiegels unter 7€/qm kalt, verkaufen kann ich sie für 250.000€ und mehr -steuerfrei. Ist ja wohl klar, was ich mache, wenn ein Mieter auszieht ! Ich fange doch nicht an, einem neuen Mieter die Miethöhe zu erklären. Und ich lasse die alten Fenster auch nicht mehr während der Mietzeit gegen neue austauschen, die alten werden repariert und gut ist. Seit 30 Jahren vermiete ich Wohnungen in Berlin und München, hier in Berlin jedenfalls bald nicht mehr und das ist gut so bei dieser Politik. Der Vermieter wird schrittweise enteignet, da ist es besser, er verkauft an Gutverdienende.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Newspeak 05.09.2018, 17:55
16. ...

Mich wuerde mal interessieren, wer genau die Wuchermieten verlangt? Sind das grosse Gesellschaften? Immobilienunternehmen, die nur dafuer gegruendet werden? Ist das der lokale Mittelstaendler, der seine Gewinne vor der Steuer in Sicherheit bringen will und sie in Immobilien investiert? Sind das normale Menschen, die einfach nur eine Wohnung zuviel haben, weil die Oma gestorben ist? Wer ist das? Wer ist so asozial, seinen Mitmenschen gegenueber, und nutzt ihre Notlage aus? Kann man diese Personen mal konkret anschaulich machen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
0Kugelfang0 05.09.2018, 17:57
17. Naja!

Zitat von wahrsager26
existiert auf dem Wohnungsmarkt schon lange nicht mehr und so werden vor lauter Verzweiflung Gesetzeskrücken geschaffen .Vermutlich werden wir in einem halben Jahr die ersten negativen Erscheinungen des Gesetzes erzählt bekommen.Sinnvoller wäre es gewesen, hätte man schon vor Jahrzehnten genügend Sozialwohnungen gebaut ,so dass ein Gegenpol dauernd der Privatwirtschaft gegenüber gestanden hätte.Wie so vieles ,hat man auch das versäumt! Danke
Die SPD hat noch bis vor gar nicht so langer Zeit, Sozialwohnungen verkauft um den Verpfuschten Haushalt auf trapp zu bringen. Jetzt ist diese SPD wieder in der Regierung und Doktert wie an der Rente bis keiner mehr etwas davon hat. Ich weiß nicht ob in den letzten 20 Jahren nur die Personalie der SPD einfach nur schlecht war/ist?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lawlord 05.09.2018, 17:57
18. Symbolpolitik

Durch die Mietpreisbremse - wenn sie denn funktionieren sollte - entsteht keine einzige Wohnung mehr. Und wer die Marktmiete nimmt, ist auch kein "Wucherer" (zumal der MIetspiegel, an den das alles anknüpft, nicht die ortsübliche MIete wiedergibt, sondern eine fiktive künstlich abgesenkte Miete). Die einzige Lösung gegen den "Mietpreiswahnsinn" ist die massive Förderung des Neubaus von bezahlbarem Wohnraum z.B. durch Sonder-AfA (10%) beim Bau von "bezahlbarem" Mietwohnraum, Abschaffung der Grunderwerbsteuer, Reduzierung der EnEV- und sonstigen überzogenen Anforderungen, Aufstockung der Baugenehmigungsbehörden zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, Verlagerung der Subventionen zum Wohngeld, Investitionen in die Infrastruktur (z.B. Ausbau von Regionalbahnverbindungen, um Randgebiete mit Leerstand attraktiver zu machen), drastische Mieterhöhungen bei fehlbelegten Sozialwohnungen usw. Dann müsste die Poliik aber zugeben, dass sie jahrelang in die falsche Richtung gelaufen ist undn auch noch Geld in die Hand nehmen, und das fällt ja so schwer ... Dann lieber staatlich geregelte Preise (Sozialismus), die nach aller Erfahrung zu Fehlsteuerung führen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gooly 05.09.2018, 17:59
19. Der Arbeitsplatz Zuhause als attraktive Alternative zur teuren Stadt?

Wenn es in Deutschland gelänge, den Arbeitsplatz-Zuhause, verbunden mit der Firma über ein schnelles Internet (auch ein deutsches Problem), interessant zu machen, könnten einige Problem reduziert werden: Den Pendlerverkehr mit seiner Umweltverschmutzung und seiner horrenden Zeit- und Spritverschwendung, die Landflucht mit der Verödung von Dörfern, den Druck auf Wohn- und Büroraum (allein die Ankündigung einer konzertierten Förderung wird der Spekulation wahrscheinlich die Luft nehmen!), ...

Leider gibt es auf allen Seiten große Vorbehalte! Eine Bekannt von mir beklagte sich, sie müsse immer im Berufsverkehr vom Süden durch die Stadt in ein Institut, in dem Datenaustauschsysteme entwickelt werden, fahren. Als ich ihr vorschlug, arbeite doch von Zuhause, reagierte sie fast böse und beleidigt: "Das geht doch nicht, ich habe 16 Leute unter mir!" Alle arbeiten an einem PC und sicherlich stheht sie nicht ständig hinter deren Stühlen, damit sie arbeiten! Andererseits sind manche Gewerkschaftler dagegen: Vereinsamung, Ausbeutung von Pseudo-Selbstständigen, .... Arbeitgeber glauben hingegen, sie verlieren Kontrolle! Sicherlich müssten dann manche Aufgaben der "Zuhause-Arbeiter" anders organisiert werden. Selbst eine "Vorzimmerdame" müsste heute nicht mehr im Vorzimmer sitzen. Über Voip könnte sie auch ohne Probleme von Zuhause aus Telefonate entgegennehmen und reagieren, als säße sie im Vorzimmer. Bei falls allen Jobs am PC ließe sich in solcher Arbeitsplatz Zuhause realisieren!

Man müsste aber steuerliche Anreize für die Firmen, die dadurch teuren Büroraum einsparen, die Arbeitnehmer (Förderung für die Einrichtung und Absetzbeträge des Arbeitszimmers und der Internetverbindung) und den Kommunen (wäre ja ein kleiner Firmensitz und dann würden die sich vielleicht anstrengen, eine schnelle und sichere Internetverbindung in der Gemeinde herzustellen) schaffen. Viele geben gerne 10 Cent aus, um 1 Euro Steuern zu sparen! Man sollte dabei aber bedenken, dass es nur solche Zuhause-Arbeitsplätze betrifft, die in Deutschland wären. Auch für die Kommunen, von denen viele klagen, die Jungen ziehen weg und sie sterben langsam aus, wäre das ein Weg zur "sozialen Wiederbelebung". Dazu müsste man (Stichwort Hacker) Systeme sicherer Verbindungen (ohne USB, DVD, .. dumme Terminals, die von der Firma kontrolliert werden ..) entwickeln und bereitstellen (fördern). Ich glaube, wenn man sich das überlegt, wäre das für ganz viele eine Win-Win-Win-..-Situation :)
Natürlich gibt es Arbeitsplätze, die nicht ausgelagert werden können, trotzdem würde es den Druck auf den Wohnungs- und Büroraum reduzieren und so bereits bei der Ankündigung der Immobilienspekulation die Luft nehmen und dann bei der Realisierung langsam die Preise noch weiter noch unten bringen. Das Prinzip ist einfach: Nicht die Menschen reisen (fliegen, fahren, pendeln, ..) sondern die Daten.
Statt also mit gesetzlichen Verboten und Beschränkungen zu reagieren, die umgangen werden, Lücken aufweisen, vor dem VGH uU. keinen bestand haben, ..., wäre es besser eine attraktive Alternative zu entwickeln, dann regelt sich alles von selbst ohne den für alle teuren Rechtsweg!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 9