Forum: Wirtschaft
Häusermarkt: Die Mär von der Immobilienblase
DPA

Selbst der Bundesfinanzminister warnt jetzt schon vor einer möglichen Immobilienblase in Deutschland. Recht hat er trotzdem nicht. Die Debatte ist aufgeblasener als die Preise.

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PeterPan95 23.06.2014, 15:29
1. Falsch

"Jeder Hauseigentümer muss mindestens 20 Prozent an Eigenkapital hinterlegen." - Dem kann ich aus eigener Erfahrung widersprechen. Vollfinanzierungen (und sogar leichte Überfinanzierungen) sind möglich.

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laurismauris 23.06.2014, 15:37
2. Wo gibt's diese Immobilien, Herr Münchau?

Bitte bieten Sie mir gleich heute noch die Immobilien an, die sich mit 5% rentieren. Davon bitte je zwei in München, Berlin und Hamburg. In München werden derzeit Renditen von 3% und darunter angeboten. Wenn sie dann noch anfalkende Reparaturkosten abziehen, kommen sie schnell auf negative Renditen für die ersten 10 Jahre. Wenn dann dummerweise der Preis nicht steigt und das Mietniveau leicht sinkt, gleichzeitig der Zinssatz auf moderate 4% steigt, werden viele Investoren verkaufen müssen. Das bedeutet dann weiter fallende Preise. Das Vermögen des Mittelstands schmilzt und die Schere zwischen arm und reich geht weiter auseinander. Übrigens Herr Münchau, das sagt Ihnen ein ehemaliger Bankbereichsleiter aus praktischer Erfahrung.

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Tille123 23.06.2014, 15:38
3.

Zitat von PeterPan95
"Jeder Hauseigentümer muss mindestens 20 Prozent an Eigenkapital hinterlegen." - Dem kann ich aus eigener Erfahrung widersprechen. Vollfinanzierungen (und sogar leichte Überfinanzierungen) sind möglich.
Ich schliesse mich an. Wir bauen gerade ein EFH. Ohne Eigenkapital, da wir unseren Sparstrumpf nicht für den Hausbau plündern wollten. Den Immobilienkredit bekamen wir von einer lokalen Sparkasse zu recht guten Konditionen.

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cosifantutte 23.06.2014, 15:39
4. Bei gebrauchten Immobilien gibt es das Gegenteil einer Blase

1996 war der Immobilienboom in Deutschland zu Ende. Seitdem sind gebrauchte Immobilien nicht mehr im Preis gestiegen, von Inflationsausgleich kann keine Rede sein. Natürlich gibt es Lagen in Deutschland, die extrem nachgesucht sind und deshalb teurer wurden, aber der weitaus grössere Teil der Repuplik ist Gebraucht-Immobilienmässig billig geblieben. Erst seit zwei Jahren ist wieder eine leichte Aufwärtsbewegung erkennbar (billige Kredite) durch höhere Nachfrage. Die Gebraucht-Immobilien müssten eigentlich 50% teurer sein, wenn die Inflation auf dem Immobilienmarkt stattgefunden hätte, hat sie aber nicht. Von Blasen können da nur Blasengeplagte reden. cosifantutte.

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@de 23.06.2014, 15:42
5. Eine Frage

wurde geflissentlich ausgelassen, wieso denn die Leute in Immobilien investieren, sicherlich nicht wegen dem aktuellen Zinssatz und der Geldpolitik. Sonst guter Artikel, selbst wenn ich nicht in allen Punkten zustimme, muss ich doch sagen das der Autor im Gegensatz zu Herrn Fleischauer seine Thesen wenigstens mit sinnvollen Argumenten oder Zahlen unterlegt und nicht irgendetwas total unverständliches in die Welt possaunt.

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stacheldraht07 23.06.2014, 15:44
6. optional

"Jeder Hauseigentümer muss mindestens 20 Prozent an Eigenkapital hinterlegen."

Hanebüchender Blödsinn, es geht mit viel weniger. Vielleicht aber auch nur eine Strategie von Herrn Münchau, um Klickzahlen zu erzeugen? Wer weiß.

Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist extrem dysfunktional. die Mieten explodieren und dem Häuslebauer wird es zu leicht gemacht, sich zu verschulden. Dazu diese unsinnige staatliche Förderung mit Bausparverträgen, die sich für die Banken und den Kunden einzig durch den vom Steuerzahler gewährten Zuschuß lohnen.

Hier müßte mal ordentlich aufgeräumt werden. Diese Subventionitis gehört abgeschafft.

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svenman76 23.06.2014, 15:46
7. Danke!

....dass jemand mal diese unsägliche Immoblasendiskussion als das benennt, was sie ist: eine Ente! Geführt von Fondmanagern, die wollen, dass man in ihre Provisionsverschiebebahnhoffonds investiert. Wer die Immobilie bei den jetzigen Zinsen kauft, in der er lebt, hat praktisch keine Spekulationsfrist und kann durch Auszug die Wohnung mit einem Schlag 20% teurer machen, ohne das versteuern zu müssen. Wer damit kein Geld macht, ist dumm!

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Soletan 23.06.2014, 15:48
8. 20 Prozent ... gut recherchiert

Ich kann mich "PeterPan95" nur anschließen. Wir haben eine Schuld von 250.000 EUR ohne diese Eigenkapitalquote erhalten .. sie lag deutlich im einstelligen Prozentbereich. Offenbar sollte Herr Münchau echte Fakten recherchieren, anstatt Äußerungen belegfrei als Argument in den Raum zu stellen ... das wirkt aus dialektischer Sicht wenig professionell, ja typisch Stammtisch-dilettantisch ... ich kenn da wen, der kennt von einem, und deshalb weiß, dass das generell so ist ... induktiv beweist man anders.

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ant-ipod 23.06.2014, 15:48
9. Merkwürdige Quintessenz

Also die Logik bestehe darin, dass die derzeitige Immobilienrendite so hoch sei, dass logischer Weise die Preise für Immobilien so lange anstiegen, bis die Rendite vergleichbar der anderer Anlageprodukte sei - so weit, so wissenschaftlich... aber ist es nicht in der wirklichen Welt so, dass ein Investor gerne die gleiche Rendite wie seine Kollegen hätte und folglich die Mieten erhöht?
Welche Auswirkung das auf die Bevölkerung hat, kann man sich exemplarisch in den alten Kiezen ansehen, auf St. Pauli oder in Berlin.
Ist das eine gute Entwicklung?

Und ist es eine gute Entwicklung, dass die Deutschen durch surreales Missverhältnis von Einkommen zu Immobilienpreisen, in die Mieterschaft gezwungen werden?
Nichts gegen Mieten, aber letztlich macht man damit jemand anderen reich und es sind in der Regel die eher weniger Wohlhabenderen, welche damit die sehr Wohlhabenden noch reicher machen und dazu beitragen, dass unsere Wohlstandschere so weit auseinandergeht.

Nur weil sich die Superreichen in London, Madrid oder Moskau den finanziellen Schwanzvergleich auf dem Immobilienmarkt liefern, müssen wir diesen Unsinn doch nicht positiv bewerten, oder gar bei uns fördern, nur weil die das so machen.

Der Erwerb eines Eigenheims ist in Deutschland für den Großteil der Bevölkerung trotz der niedrigen Zinsen nach wie vor undenkbar und viele von denjenigen, die nun von den Zinsen gelockt ein Heim erwerben, laufen Gefahr, eben dies bei Zinsanstieg nicht mehr finanzieren zu können, sobald die Zinsbindungsfrist ausläuft. Diejenigen, deren Eigenkapital dann aufgezehrt wird, sind ebenfalls nicht die Wohlhabenden, sondern nur die Nicht-Ganz-So-Miserabel-Dastehenden. Vielleicht tragen sie dann eine Mitschuld an ihrer Enteignung, aber ist das wirklich eine so tolle Entwicklung, dass wir dabei zusehen und die Mahner als Übertreiber diffamieren?

Ich finde, man kann es deutlich besser machen und sollte dies auch tun - egal was Oligarchen in London oder Madrid anstellen.

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