Forum: Wirtschaft
Häusermarkt: Die Mär von der Immobilienblase
DPA

Selbst der Bundesfinanzminister warnt jetzt schon vor einer möglichen Immobilienblase in Deutschland. Recht hat er trotzdem nicht. Die Debatte ist aufgeblasener als die Preise.

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elikey01 23.06.2014, 18:23
100.

Zitat von muellerthomas
Anhand welcher Kennzahlen sehen Sie das?
Längst vertraue z.B. ich weniger offiziellen "Kennzahlen", polit. und/od. finanzinstituttechn. Aussagen, dafür mehr qualifiziertem und zuverlässigem Insider-Wissen.
Nie war entsprechender (vertraulicher) Wissens-Zugang wertvoller als mittlerweile.

Denn dass offizielle Ansagen von div. Ökonomen und finanztechn. "Experten" so gegenläufig wie wenig vertrauenswürdig sind, ist mind. seit der Banken-/Schulden-/€uro-Krise, den Vertragsbrüchen einschl. ESM und EZB-Politik etc. vielen geläufig, selbst jenen, die sich sozus. als finanzwissenschaftl. "Laien" erst krisenbedingt einigermaßen in die Materie einarbeiteten.

Im Übrigen:
Eine Hausse dauert i.d.R. ca. 8 Jahre. Ein Einbruch kann dennoch erfolgen, währen alle meinen, es ginge (nach erst 5 Jahren) weiter nach oben.
Doch Kurse stiegen z.B. inzw. sehr viel stärker als Firmengewinne. Die Märkte haben sich offensichtlich von der Realwirtschaft abgekoppelt, Erwartungen werden h.E. zu sehr auf eine weiter "steigende" Zukunft gehandelt.

Die Geldflut der Notenbanken incl. Anleihenkäufe treibt (noch) die Kurse.
Doch Soros und andere Investoren wetteten bereits 2013 auf Aktiencrash.

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jujo 23.06.2014, 18:26
101. ...

Zitat von sysop
Selbst der Bundesfinanzminister warnt jetzt schon vor einer möglichen Immobilienblase in Deutschland. Recht hat er trotzdem nicht. Die Debatte ist aufgeblasener als die Preise.
Mir scheit einige verstehen nicht was eine Blase ist. In den USA wurden die Häuser mit null Eigengeld finanziert. Die Banken gingen pleite weil Ihnen niemand mehr die Häuser abnehmen konnte
In D. verliert bei ca. 20% Eigenkapital die Bank kein Geld, der ist es scheissegal ob mab Rücklagen für Reparaturen hat oder der Job weg ist. Die verkauft das Haus eben für die 20% weniger und hat ihr Geld zurück.
Pleite ist nur der Ex Hausbesitzer. Ein anderer macht ein Schnäppchen.

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mantrid 23.06.2014, 18:28
102. Richtiges Ergebnis - Falscher Rechenweg

Eine Immobilienblase sehe ich auch nicht, aber die Begründung von Herrn Münchau ist falsch. Der Staat hat die Anreize so gesetzt, dass sich für Vermieter nur noch modernisierte Wohnungen mit gehobener Ausstattung lohnen. Was billig am Markt war, wurde inzwischen in dieses Segment umgewandelt. Auf der Strecke blieben die Mieter mit schmalen Geldbeutel. Wohnungen mit einfacher Ausstattung in vernünftigen Zustand sind absolute Mangelware. Entweder die Luxusbude oder eine runtergewarzte Wohnung von einer Heuschrecke, die ihre Immobilie ausquetscht, bis die Dinger abbruchreif sind. Die Renditen-Theorie ist falsch, weil Immobilien meist aus Gründen des Werterhalts und der steuerlichen Aspekte wegen gekauft wird. Immobilien haben im Durchschnitt mit den Mieten niemals eine tolle Rendite erbracht.

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zenfire 23.06.2014, 18:28
103.

Münchau: "Jeder Hauseigentümer muss mindestens 20 Prozent an Eigenkapital hinterlegen."

Das ist Quatsch. Man braucht exakt 0% Eigenkapital. Ist zwar wegen der dann höheren Zinsen nicht ratsam, aber das interessiert jemanden, der ohne Eigenkapital ein Haus kaufen will oft nicht.

Münchau: "Die Masse der Wohneigentümer sind hierzulande Menschen mit mittleren und höheren Einkommen. Wenn in den USA eine Blase platzt, dann vergrößert sich die Kluft zwischen arm und reich. Bei uns wäre es umgekehrt."

Das ist zumindest irreführend. Wenn man von der Kluft zwischen arm und reicht spricht, dann sind üblicherweise die Extreme gemeint. Dabei sind die meisten Hausbesitzer aber weit davon entfernt, in diesem Sinne "reich" zu sein. Insofern würde sich die Kluft zwischen arm und reich mit Sicherheit nicht verringern - im Gegenteil: es wären wahrscheinlich schlicht mehr Leute arm, weil sie ihr Haus nicht halten können, für dessen Kredit sie jahrelang Zinsen gezahlt haben.

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TS_Alien 23.06.2014, 18:29
104.

Für eine selbst genutzte Immobilie in ordentlicher Lage und mit einem ordentlichen Umfeld (das sich hoffentlich nicht negativ verändert) darf man durchaus einen beträchtlichen Anteil des eigenen Einkommens investieren. Nur sollte man nicht den Fehler machen, sich die Kosten dafür schönzurechnen. Hat man 20 Jahre abbezahlt, ist eine normale Immobilie vielleicht die Hälfte dessen wert, was man insgesamt investiert hat, auch bei niedrigen Zinsen für einen Kredit (3 %). In der Zwischenzeit muss man noch notwendige Reparaturen stemmen.

Unabhängig von den vielen Vorteilen, die eine eigene Immobilie hat, hat sie auch entscheidende Nachteile. Sie kostet viel, sie macht immobil, sie ist irgendwann zu groß, wenn die Kinder aus dem Haus sind, ... .

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TS_Alien 23.06.2014, 18:35
105.

Zitat von kdshp
Das ist falsch! Wenn ein preis steigt weil viele etwas haben wollen ist das eben nur ein hoher preis sonst nix. Für eine "blase" gehört es immer dazu das schulden gemacht werden. Hätten bei der immo-blase in den USA alle ihre häuser mit eigenem geld bezahlt selbst wenn die preise sehr hoch waren wäre nix passiert warum auch.
Ein ungerechtfertigt hoher Preis ist bereits eine Blase.

Die Folgen einer Blase können verheerend sein oder auch nicht. Eine Blase bleibt es, so oder so.

Diamanten kauft sicher keiner auf Kredit, zumindest nicht als "Anlage". Eine Preisblase bei Diamanten gibt es, weil das Angebot künstlich verknappt wird. Genauso ist es eine Preisblase, wenn viele etwas haben wollen, das sie bei näherer Betrachtung nicht brauchen (z.B. irgendein neues Smartphone).

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jensow 23.06.2014, 18:42
106. Zum Beispiel Frankfurt am Main

Ich denke, dass man die Kauf- und Verkaufssituation auch in den großen deutschen Städten differenziert sehen sollte. Ich lebe in Frankfurt am Main. Die Mehrheit der Freunde und Bekannten kaufen eine Immobilie zur Selbstnutzung bzw. suchen eine solche. Die Stadt wächst momentan um 300 Personen wöchentlich, von denen zwei Drittel hinzuziehen. Viele aus dem Ausland, bei denen der Kauf zur Selbstnutzung viel Stärker favorisiert wird, als das Wohnen zur Miete. Da sich dieser Trend mittelfristig nicht umkehren wird, werden die Preise auch (moderat) weiter steigen bzw. nicht wieder fallen. Auch wenn es zu einer Wirtschaftskrise kommen sollte und Jobs verloren gingen, ausziehen und aufs Land ausweichen müsste und wollte wohl keiner. Der Effekt wäre wahrscheinlich, dass die Topverdiener im niedrigeren Preissegment suchen müssten, was diesen dann auch nicht verbilligen würde. Anders wäre die Lage vielleicht in Städten wie Berlin, wo sich viele Investoren, auch Kleininvestoren aus dem Ausland mit nur einer Eigentumswohnung, tummeln. Grundsätzlich ist meine Erfahrung auch die, dass es bei den Kauf- und Mietpreisen außerhalb der beliebten Gründerzeitviertel in deutschen Städten immer noch günstig ist. Wie weit muss man denn in London fahren, um bezahlbaren Wohnraum zu finden? Das ist ein Anzeichen einer Blase.

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kenterziege 23.06.2014, 18:46
107. Richtig...

Zitat von laurismauris
Bitte bieten Sie mir gleich heute noch die Immobilien an, die sich mit 5% rentieren. Davon bitte je zwei in München, Berlin und Hamburg. In München werden derzeit Renditen von 3% und darunter angeboten. Wenn sie dann noch anfalkende Reparaturkosten abziehen, kommen sie schnell auf negative Renditen für die ersten 10 Jahre. Wenn dann dummerweise der Preis nicht steigt und das Mietniveau leicht sinkt, gleichzeitig der Zinssatz auf moderate 4% steigt, werden viele Investoren verkaufen müssen. Das bedeutet dann weiter fallende Preise. Das Vermögen des Mittelstands schmilzt und die Schere zwischen arm und reich geht weiter auseinander. Übrigens Herr Münchau, das sagt Ihnen ein ehemaliger Bankbereichsleiter aus praktischer Erfahrung.
....die deutsche Mietgesetzgebung macht Renditen von 5 % fast unmöglich! Ich habe meine Eigentumswohnungen verkauft und das Geld in ein Traumhaus auf einem Traumgrundstück gesteckt, in dem ich wohne und nich jeden Tag freue. Kein Ärger mehr mit Mietern und Hausverwaltungsangestellte-Firmen. Kein Ärger mehr auf Wohneigentümerversammlungen! Für den Ärger, den man mit Mietern haben kann, sollten mindestens 7% Rendite drin sein. Sind sie aber nicht! Die Mietgesetzgebung führt zu Investitions-Zurückhaltung und macht die Wohnungssuche für viele nicht einfach.

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jujo 23.06.2014, 18:48
108. #105

Zitat von sysop
Selbst der Bundesfinanzminister warnt jetzt schon vor einer möglichen Immobilienblase in Deutschland. Recht hat er trotzdem nicht. Die Debatte ist aufgeblasener als die Preise.
Ich verstehe Ihre Rechnung nicht.
Wir haben bei 20% Eigenkapital immer weniger an Kapitaldienst / Monat zu leisten gehabt als uns die Miete gekostet hätte!
Nach 10 Jahren nur noch ca die Hälfte der Miete.
Nach19 Jahren war alles bezahlt.
Nach 26 Jahren verkauft, ca. 70% mehr bekommen als bezahlt!
Wo? Im Speckgürtel von HH.

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alpha0711 23.06.2014, 18:49
109. ...

Zitat von sysop
Selbst der Bundesfinanzminister warnt jetzt schon vor einer möglichen Immobilienblase in Deutschland. Recht hat er trotzdem nicht. Die Debatte ist aufgeblasener als die Preise.
Lieber bleibe ich flexibel und bleibe in Miete . Dafür bezahle ich eben
einen gewissen Preis.

Wenn schon Immobilie , dann muss diese in zehn Jahren abbezahlt sein.
Aus meiner Sicht gibt es eine Immobilienblase. Hier wurde oft Konstanz
erwähnt.Die Preise die dort abgerufen werden haben mit der Realität
nichts mehr zu tun.Oft kaufen auch Schweizer dort ein , da verglichen
mit der Schweiz immer noch günstig.Ein Produkt mit schlechtem
Preis/Leistungsverhältnis sollte man nicht kaufen , wenn man dafür noch Schulden machen muss erst recht nicht.

Wie sich das entwickelt kann keiner sagen. Ich denke Toplagen wie
Konstanz bleiben sicherlich relativ wertstabil der Rest wird deutlich
abgewertet.

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