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Häusermarkt: Die Mär von der Immobilienblase
DPA

Selbst der Bundesfinanzminister warnt jetzt schon vor einer möglichen Immobilienblase in Deutschland. Recht hat er trotzdem nicht. Die Debatte ist aufgeblasener als die Preise.

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jensow 23.06.2014, 18:51
110. Zum Beispiel Frankfurt am Main

Ich denke, dass man die Kauf- und Verkaufssituation auch in den großen deutschen Städten differenziert sehen sollte. Ich lebe in Frankfurt am Main. Die Mehrheit der Freunde und Bekannten kaufen eine Immobilie zur Selbstnutzung bzw. suchen eine solche. Die Stadt wächst momentan um 300 Personen wöchentlich, von denen zwei Drittel hinzuziehen. Viele aus dem Ausland, bei denen der Kauf zur Selbstnutzung viel Stärker favorisiert wird, als das Wohnen zur Miete. Da sich dieser Trend mittelfristig nicht umkehren wird, werden die Preise auch (moderat) weiter steigen bzw. nicht wieder fallen. Auch wenn es zu einer Wirtschaftskrise kommen sollte und Jobs verloren gingen, ausziehen und aufs Land ausweichen müsste und wollte wohl keiner. Der Effekt wäre wahrscheinlich, dass die Topverdiener im niedrigeren Preissegment suchen müssten, was diesen dann auch nicht verbilligen würde. Anders wäre die Lage vielleicht in Städten wie Berlin, wo sich viele Investoren, auch Kleininvestoren aus dem Ausland mit nur einer Eigentumswohnung, tummeln. Grundsätzlich ist meine Erfahrung auch die, dass es bei den Kauf- und Mietpreisen außerhalb der beliebten Gründerzeitviertel in deutschen Städten immer noch günstig ist. Wie weit muss man denn in London fahren, um bezahlbaren Wohnraum zu finden? Das ist ein Anzeichen einer Blase.

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Timsen90 23.06.2014, 18:58
111. Fehlbewertung zuvor

Zitat von elikey01
Doch Kurse stiegen z.B. inzw. sehr viel stärker als Firmengewinne. Die Märkte haben sich offensichtlich von der Realwirtschaft abgekoppelt, Erwartungen werden h.E. zu sehr auf eine weiter "steigende" Zukunft gehandelt.

Das muss keine Blase bedeuten. Genauso kann es sein, dass Aktien zuvor, z.B. 2011, einfach viel zu günstig waren. Also, dass sie erst abgekoppelt von der realen Situation waren und sich nun zum fairen Wert begeben. Schwer zu beurteilen, aber Dividende und EPS-Wachstum sind nicht niedrig. Nicht mehr günstig, aber auch keine Blasenanzeichen (Vergleich Anfang 2000er, Zinsen damals ca. 5%, Dividenden weit darunter, heute Zinsen ca. 1,4% und Dividenden weit darüber).

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fd53 23.06.2014, 18:59
112. Beispiel Cottbus

2006 lag der Quadratmeterpreis der Neubauten bei 900-1300 Euro. Inzwischen werden für die gleiche Qualität in gleicher Lage 2000 bis 3000 Euro verlangt und gezahlt. Das Einkommen in der Region sinkt, die absoluten Beschäftigungszahlen sinken. Die Nachfrage wurde durch zu viel Abriss bei Plattenbauten erzeugt.
Die Käufer versuchen dann zu vermieten, verlangen zuerst günstige Lockmieten und dann folgen irrwitzige Mietpreissteigerungen. Das wieder verändert den Mietpreisspiegel. Im Ergebnis klettern die Mieten in unbezahlbare Höhen.
Das was gebaut wird ist zumeist total verbaut, kaum vernünftige Stellflächen, Küche im Wohnzimmer. Übrigens: die Menge der Investoren, die in Cottbus durch neugebaute Immobilien schon Verluste gemacht haben ist irre. Mit der Beteiligung an Immobilienbauten in Cottbus haben schon tausende Wessis ihre Altersvorsorge verbrannt.

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berndpaul 23.06.2014, 19:07
113. Nachfrage wird an Leichtfertige übertragen

Es besteht leider die Gefahr, dass man Leuten Kredite gibt, die leichtfertig überhöhte Preise für Immobilien zahlen und damit die Chancen für den vorsichtigen Sparer, einmal ein Haus zu besitzen, durch ihre unqualifizierte Nachfrage verschlechtern oder gar vernichten.

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olegb 23.06.2014, 19:08
114. Herr Münchau

sollte mal versuchen in Köln-Ehrenfeld eine 1-Zimmer-Wohnung für unter 360 - 400 @ in einer WG zu bekommen.
Im Elfenbeinturm der Wissenschaft lebt es sich immer leicht und locker.

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billhall 23.06.2014, 19:15
115.

Zitat von sysop
Selbst der Bundesfinanzminister warnt jetzt schon vor einer möglichen Immobilienblase in Deutschland. Recht hat er trotzdem nicht. Die Debatte ist aufgeblasener als die Preise.
Die Immobilienblase ist in deutschen Großstädten bereits vorhanden, der Vergleich mit ausländischen Immobilienmärkten ist lächerlich weil sie sich nicht vergleichen lassen. Besonders dämlich wird das ganze wenn das sehr hohe Miet- und Immobilienpreisniveau in den Großstädten damit gerechtfertigt werden soll dass es "anderswo noch viel teurer" sei - mir ist nicht klar was eine derartige Null-Aussage eigentlich soll, wir leben nicht anderswo sondern in D.
Auf dem Land, abseits der Großstädte sieht es dagen genau andersherum aus, dort bekommt man Immobilien praktisch hinterhergeworfen und jeder kann sich dort auch ohne Eigenkapital eine eigenen Wohnung oder ein Haus leisten, dort war es noch nie so günstig wie jetzt.

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wirhätteneswissenmüssen 23.06.2014, 19:16
116. 5 % Rendite?

Zitat von sb1 heute, 16:43 Uhr
Ich zahle gute Einkommensteuer plus Soli auf die Miete, 1/4-jährliche Grundsteuer
Rendite wird nun mal vor Steuer angegeben. Und feuern Sie Hausverwaltung und Steuerberater, wenn die Ihnen nicht gesagt haben, daß Sie die Grundsteuer auf den Mieter umlegen können.
Ich hab paar Häuser in Berlin, um 2000 gekauft und einschließlich Kaufnebenkosten voll finanziert. In einfacher Lage, wollte damals keiner haben. Sind inzwischen abbezahlt, und ich bin jetzt nach Abzug der Kosten vor Steuer bei um die 12 % Rendite, mit Potential bis 20 % . Bin ein netter Vermieter, alle Wohnungen waren fast lückenlos vermietet, mit wenig Ärger, mehrere Mieter wohnen da seit über 50 Jahren. Als ich vor einem Jahr aus privaten Gründen ein Haus verkaufen wollte (ohne Makler), haben mir die potentiellen Käufer vermutlich nicht geglaubt. Also hab ich's behalten und bin ganz froh.

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Cemkay 23.06.2014, 19:20
117. Renditeberechnung falsch

Die Rendite sollte man nicht auf den Hauswert rechnen, sondern auf das eingesetzte Eigenkapital!
Selbst bei 20% Eigenkapital (ich baue derzeit mit 5% EK!) und einem Zinsatz von 2% (ich habe 1,4%) ergibt sich damit bei einem Hauswert von €100.000 und einer Miete von €5.000/a abzüglich der Zinsen (€2.000/a) immer noch eine Rendite von €3.000 pro Jahr oder bei €20.000 Eigenkapital prozentual 15%. Und dann sind noch nicht die steuerlichen Vorteile durch Abschreibung und Absetzung der Zinsen berücksichtigt.

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pongopongo 23.06.2014, 19:29
118. definiere blase und das risiko des platzens

Blasen entstehen wenn in grossen mengen etwas gekauft wird dessen preis im vergleich zum Wert anderer objekte als zu hoch eingeschaetzt weren muss. Das risiko wird um so groessere je steiler derr zuwachs und jenaher das investerte kapital dem des verfueggabaren annaehert. Das ausmassdes scxhadens beim platzen wird bestimmt von dem mass in dem der das vcolumen kreditfinanziert ist. Der zeit punkt des platzens ist der zum der erste grosse marktteilnewhmer nicht mehr beherzt zugreuft und weiter kauft.
Subprime war noch doller kreditpakete zu hundertprozent kredit finanziert.
In D ist schon ein hoher verlust ein desaster. Totalverelust Uist undenkbar. Also blase ja. Aber eine gan kleine und langsam wachsende.
Bednke aber:
Die kollegen vcon der bankdrehen weiter so grosse raeder und die staaten drehen auch allle! Da ist dieses immobilienblaescxhen echt da skleinste problem

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GrinderFX 23.06.2014, 19:34
119.

Der Artikel könnte falscher kaum sein.
Zum einen, wurde hier ja auch schon genannt, gibt es sehr wohl eine Finanzierung ohne Anzahlung.
Und wo kriegt man bitte ein vernünftiges Haus für 100 000 Euro?
WO? Das kostet ja schon alleine mindestens das Grundstück.
Und der Vergleich zu anderen Städten ist ja noch dümmer.
Wenn ich in Berlin für den gleichen Job so viel verdienen würde wie in London oder New York, dann könnte ich auch 3000 Euro im Monat an Miete zahlen. Nur bekommt man das eben nicht. Und die Preise sind eben ans Einkommen gekoppelt. Denn ich kann ja gerne Fantastillionen für meine Wohnung/ Haus verlangen, wenn das aber keiner bezahlen kann. Und wenn man das dann mal so betrachtet, ist das gleich wieder teuer. Denn genau das ist doch der Punkt. Da werden Bonzenappartments im Neuköllner/Kreuzberger Elendsvierteln gebaut und niemand kann dort mit seinem 900 Euro Monatseinkommen die 2000 Euro Miete zahlen. Wie auch? Und wenn dann ein Apartment gebaut wird, was richtig teuer ist und man es dann nicht vermieten kann, sinkt der Preis wegen der geringen Einnahmen und schon hat die Immobilien nicht mehr den Wert den man vorher angenommen hat und der Kredit kann nicht mehr bezahlt werden und schon geht das ganze los.
Und genau das passiert gerade massenhaft zumindest in Berlin.
Denn die Leute, die sich das Leisten können, wollen definitiv nicht dort wohnen!

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