Forum: Wirtschaft
Häusermarkt: Die Mär von der Immobilienblase
DPA

Selbst der Bundesfinanzminister warnt jetzt schon vor einer möglichen Immobilienblase in Deutschland. Recht hat er trotzdem nicht. Die Debatte ist aufgeblasener als die Preise.

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cobaea 23.06.2014, 20:23
130. regionale Unterschiede

Zitat von a.knieling
Herr Münchau hat Recht. Mein Bruder hat in Bremerhaven eine Wohnung in einem sanierten Altbau gekauft. 55 qm, 16.000 Euro Kaufpreis, vermietet zu 190 Euro kalt. Immobilienblase? Das ich nicht lache...!
Das kommt davon, wenn man ausser Acht lässt, dass Deutschland nicht nur aus Bremerhaven, Meck-Pomm und Schleswig-Holstein besteht. Für 16.000 Euro kriegt man in München vermutlich nicht mal eine Garage, in Stuttgart auch nicht und in Konstanz und Freiburg i. Breisgau wird's genau dafür noch reichen. In den Dörfern auch der Schwäbischen Alb wird's dann wieder für eine Mini-Wohnung reichen. Und genau das ist es auch, was Herr Münchau vergisst: Deutschland ist kein einheitlicher Immobilienmarkt, bei dem es nur in der Hauptstadt teuer und ansonsten günstig ist.

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MonsterKrabbe 23.06.2014, 20:28
131. Herr Schäuble hat schon Recht

Die Frage ist doch, wie man eine Immobilienblase definiert. Eine Wohnung ist in erster Linie Lebensraum, also keine Geldanlage, kein Spekulationsobjekt und kein Renditeobjekt. Ein Normalverdiener mit kleinen Kindern kann sich in Ballungsräumen keine Immobilie mehr leisten. Die Ballonblase ist mit heißem Heliumgas gefüllt und steigt in für ihn unerreichbare Höhen. Ob die Blase einmal platzt, ist ihm dann eigentlich egal. Mieterschutz wird zunehmend wichtiger.

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k70-ingo 23.06.2014, 20:31
132.

Zitat von berndpaul
Es besteht leider die Gefahr, dass man Leuten Kredite gibt, die leichtfertig überhöhte Preise für Immobilien zahlen und damit die Chancen für den vorsichtigen Sparer, einmal ein Haus zu besitzen, durch ihre unqualifizierte Nachfrage verschlechtern oder gar vernichten.
Nö, es dauert dann nur etwas länger, aber vernichtet sind die Chancen nicht. Wenn der Leichtfertige (oder dessen Kreditgeber) merkt, daß er sich übernommen hat und ihm die Luft zum Atmen fehlt, kommt das Objekt ganz schnell wieder auf den Markt zurück - und dann zu einem realistischen, wenn nicht sogar supergünstigen Kurs.

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localpatriot 23.06.2014, 20:31
133. Schneller als in 10 Jahren

Zitat von blackdressed
ich schreibs auch gern hier noch einmal: wenn in 10 Jahren die Zinsen steigen und rollierende Kredite neu verhandelt werden müssen, dann ist die Gefahr von Notverkäufen durchaus gegeben und dann ist sie da - die Blase. Und es ist nun wirklich nicht so, dass so viele in Deutschland die Immobilien bar bezahlen...
Es stimmt schon dass Zinsen zur Zeit so niedrig sind wie seit dem Mittelalter (vermutlich der Bronzezeit) noch nie und Experten aller Art, einschliesslich der Staubsauger auf eine Normalisierung des weltweiten Zinsniveaus warten.

Der Zeitraum je nach Konjunktur 1 bis 3 Jahre.

Dabei muss man sich jedoch ueberlegen dass es innerhalb Euroland riesige Konjunkturunterschiede gibt. Sollte sich die EZB in ihren Ueberlegungen nach Portugal, Griechenland, Italien und anderen Schwachzonen richten, dann koennte man erwarten dass Zinsen fuer die naechsten 10 Jahre ganz niedrig oder negative bleiben.

Als Beispiel kann man dabei die Schweiz zur Zeit in den 1980er Jahren nehmen. Zinssaetze stiegen um ein halbes Prozent. Allerdings von einem Niveau von einem Prozent, was einer Erhoehung der Zinsen von 50% entsprach. Und das war fuer viele zu viel.

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emeticart 23.06.2014, 20:37
134. Ich suche ...

... schon seit fast 2 Jahren ein Haus für mich und meine Familie, sehe aber nicht ein, 300000,- € für ein 50er-Jahre Reihenmittelhaus mit Investitionsstau in einer mittleren Lage eines Ballungsraumes auszugeben. Wenn jemand in den 90ern gesagt hätte:"Du musst 600000,- für solch ein Haus ausgeben", wäre er in die Geschlossene eingewiesen worden. DAS, soll keine Blase sein??? MfG

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akao_88 23.06.2014, 20:38
135. Absolut sichere Geldanlage gefunden

In meinen jungen Jahren habe ich schon eines kapiert: Der Sparer ist I M M E R der Dumme. Egal wo. Immer. Beim Hartz4, beim Bafög, bei der Steuer (Steuer auf Zinsen) usw.

Es gibt eine Möglichkeit momentan die höchste Rendite zu erhalten: Das Geld einfach ausgeben. Was nützt mir das sparen? Was will ich mit dem Geld, wenn ich tot bin? Ich gebs jetzt aus: Urlaube, Autos, Kleidung, tolle Wohnung usw. Wenn ich pleite bin und arbeitslos, hilft mir der Staat. Ich hab ja kein Vermögen, das ich verbrauchen könnte ;)

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Sibylle1969 23.06.2014, 20:44
136. Eine Wohnung, die 5000 € Kaltmiete p.a. einbringt, ...

...kriegt man aber in Frankfurt am Main, wo ich wohne, nicht für 100.000 € (d.h. für das 20-fache der Jahreskaltmiete). Bei den Wohnungen, die als Kapitalanlage verkauft werden (vermietet), bewegt sich das Verhältnis von Jahreskaltmiete zu Kaufpreis eher so bei 1:35-40. Da wird es mit 5% Rendite schon schwierig. Ich bin auf der Suche nach einer vermieteten ETW als Kapitalanlage, aber wenn eine Wohnung inkl. Kaufnebenkosten das 39-fache der Jahreskaltmiete kostet und die Miete auch nicht steigerbar ist (langjährige Mieter mit Miete in Höhe des Mietspiegels), dann lohnt sich das eher nicht. Niedrige Zinsen hin oder her. Eine Wohnung zur Eigennutzung ist in Frankfurt für mich auch nicht machbar, und das obwohl ich eigentlich gut verdiene. Aber wenn für eine Wohnung, die nur wenig größer ist als unsere jetzige Mietwohnung, schon 400.000 € verlangt werden, dann rechnet sich das trotz niedriger Zinsen nicht.

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messwert 23.06.2014, 21:01
137.

Abgesehen davon, dass Immobilen AUCH hierzulande VOLL Kreditfinanziert werden, gibt es noch andere lauernde Gefahren, selbst bei gewisser Eigenbeteiligung. Einkommensverlust, z.B. falls einer bzw. beide Hauserwerber den Kredit nicht mehr bedienen können. Außerdem, wenn das Objekt durch eine negative Veränderung im Umfeld an Wert verliert. Auch Baumängel die sich später herausstellen, oder kostenintensiver Reparaturanfall der nach einem Hauskauf erst einige Zeit später auftritt, können enge Finanz-Kalkulationen sprengen. Im Übrigen, wer weiß heutzutage schon was kommt? Die Euro-Schwemme ist Fakt, auch wenn sie bislang im Finanz-/Anleihemarkt gebunden wird und nicht in der Realwirtschaft landet und damit satte Inflationsraten verhindert. Früher oder später jedoch kommt der EZB, Verursacher des Euro-Illusionsbergs, wohl nicht daran vorbei diese Währung - mittels REFORM - zu retten, um den Wert des Euro letztlich nicht als Cent enden zu lassen. Spätestens dann wird des Zinsniveau wieder zweistellig werden. Die künftige Entwicklung der Wirtschaft und damit auch die der Arbeitsplätze ist, angesichts der Kriegswirren außerhalb der EU die uns zweifellos in Mitleidenschaft ziehen, völlig ungewiß. Obwohl all das Genannte den Immobilienbesitz tangiert, wer kennt denn eine bessere und gleichzeitig sinnvolle Geldanlage?

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WBöhme 23.06.2014, 21:05
138. Leider, Herr Münchau, haben Sie in vielen Punkten unrecht

Zitat von sysop
Selbst der Bundesfinanzminister warnt jetzt schon vor einer möglichen Immobilienblase in Deutschland. Recht hat er trotzdem nicht. Die Debatte ist aufgeblasener als die Preise.
Leider, Herr Münchau, haben Sie in vielen Punkten unrecht.

Bei einer Immobilie, die 5% Rendite bringt und mit 20% Eigenkapital unterlegt ist, würde ich auch nicht von Blase sprechen, sondern nur dass sie etwas zu teuer ist.

Die Realität in den Großstädten und sicheren Lagen ist eine völlig andere, als die von Ihnen geschilderten, besser, konstruierten Beispiele.

Für einen nachhaltig erzielbaren Mietertrag von 5000 EUR im Jahr geben in Berlin sehr viele Leute nicht 100.000, sondern 200.000 EUR zuzüglich 15% Kaufnebenkosten aus.

Die Eigenkapitalquote vieler Käufer ist deutlich geringer als 20% und die Makler werben inzwischen nicht mehr mit dem Mietertrag, sondern mit dem (sicherlich) steigenden Wert der Immobilie.

Solche Investments sind kaum besser, als wenn Sie an der Börse auf Kredit in den DAX einsteigen, weil sie sicher sind, dass der Dax steigen wird und Sie damit dann ihr Geschäft machen werden.

Eine Weile gehen solche spekulativen Investments gut, solange Sie einen Dümmeren finden (können), der Ihnen die Immobilie zum Mehrpreis bei Tilgungsschwierigkeiten wieder abkauft. Aber irgendwann gibt es die Dümmeren nicht mehr, etwa weil die Konjunktur eingebrochen ist, oder weil die Bevölkerung doch etwas mehr schrumpft, als angenommen, oder weil sich woanders leichter Geld verdienen lässt und die Investoren massenhaft verkaufen, oder, weil eine Mietpreisbremse kommt, oder, oder....

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ThomasWitte 23.06.2014, 21:07
139. Glück dem, der rechnen kann...

denn rein rechnerisch hat Herr Münchau erst einmal recht. 5.000 von 100.000 ergibt 5 %. Nur hat er dabei übersehen, dass die Miete nicht im Sack bleibt, sondern erhebliche Kosten vorher abzuziehen sind. So z.B. Zinskosten, Reparaturen/Instandhaltung usw.. Nicht alle Kosten können auf den Mieter umgelegt werden. Somit bleiben von den 5.000 vielleicht in einem guten Jahr 2.000 übrig (wohl eher weniger). Dann schrumpft die Rendite aber erheblich und wird bei Vollfinanzierung am Anfang häufig negativ. Dies kann nur über lange Laufzeit und allgemeinem Preisanstieg bei Immobilien aufgefangen werden. Erst dann wird's positiv. Soviel dazu!

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