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Haftstrafe für die Schlecker-Kinder: Ende einer Pleitegeschichte
Thomas Warnack / DPA

Meike und Lars Schlecker müssen ins Gefängnis. Eigentlich sollten sie das Drogerie-Imperium ihrer Eltern fortführen. Doch mit der Schlecker-Pleite kam alles ganz anders.

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der_anonyme_schreiber 25.04.2019, 21:13
20.

Zitat von Teutonengriller
Ja gelesen habe ich das irgendwo aber eben nochmal gesucht und fand das auf Bild unter der Überschrift „So lebt Milliardärstochter Schlecker“ Da steht nur 800 € am Tag und nicht 24.000 :-)
800 am Tag sind ca. 24k im Monat.
Nicht komplett verarmt..

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geotie1 25.04.2019, 21:18
21.

Zitat von pogliaghi
Immerhin haben die Schlecker aus dem Nichts ein florierendes Unternehmen aufgebaut und vielen tausend Mitarbeiter Lohn und Brot gegeben. All dies sollte man sich bei überstrengenden und eiligen Bewertungen vor Augen führen. Auch die Schleckerkinder lebten nicht in Saus und Braus, sondern führten ein bescheidenes und fleissiges Leben. Also ein wenig Respekt.
.... und man den vielen tausend Mitarbeitern den Lohn und Brot betrügerischer weise vorenthalten. Wie würden Sie sich verhalten, wenn das mit ihnen passieren würde? Und ob die Schleckerkinder ein bescheidenes und fleißiges Leben führen, sollte uns doch egal sein. Es gibt in Deutschland Leute, die klauen etwas Käse und werden eingebuchtet.
Übrigens, es gab vor der Schleckerpleite schon so viele Berichte über die Ausbeutung der Mitarbeiter, da hätte die Familie schon lange zuvor reagieren können! Hat man aber nicht, sondern man ist sehenden Auges in die Katastrophe geschlittert. So kam es, dass aus einem florierendem Unternehmen eine absolute Pleite entstand. Und davor sollen wir Respekt zeigen? Mit mir nicht! In keinster Weise! Nie nicht!

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larsmach 25.04.2019, 21:18
22. 24.000 EUR monatlich in London... voilà: Quellensuche!

Beim unmotivierten Überfliegen einiger (wie üblich anonymer...) Kommentare fielen mir Fragen zu Quellen eines Postulats auf. Verstörend ist hier, wie flinke Finger wohl die Zeit finden, anonyme Kommentare auf einen ebenso anonymen Kommentar hin zu verfassen, statt dieselbe Internet-Verbindung zu benutzen, um in weniger als einer Minute Quellen (z.B. Journalisten Harbusch und Kennedy) auszumachen, die sich u.a. auf Immobilienmakler in London stützen - nebst der für ihren Arbeitgeber üblichen Art investigativen Journalismus'. Relativierend mag hier darauf hingewiesen werden, dass Frau Schlecker nicht erst durch ihre Ehe mit einem Londoner Investmentbanker unternehmerisches Handeln gewohnt war (auch in einem Geschäftsfeld, das zu mögen niemand gezwungen wird), und dass ein fünfstelliges Einkommen, wie ich es an Geschäftsführer zu zahlen gewohnt bin, in London Westminster Wohnverhältnisse bietet, wie schon Angehörige des oberen Mittelstandes sie in Deutschland genießen - zu weit niedrigeren Tarifen. Lassen wir die Kirche im Dorf und besinnen uns darauf, dass der, der nichts hat und auch nie hatte, anders auf Lebensverhältnisse des oberen Mittelstands reagiert als der, der reich geboren wurde - und einen langen Absturz (bis hin zu einer Inhaftierung) in Kauf nehmen muss. Der Mensch gewöhnt sich rascher an seinen Aufstieg oder die Lebensumstände qua Geburt als an den Weg nach unten. Ihre Lebenswege haben Lars und Meike Schlecker sich sicherlich anders vorgestellt - vor allem gestalterischer! Daran war jedoch nach Lage der Dinge nicht mehr zu denken; die Schuld dafür trägt ein anderer.

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malcom3 25.04.2019, 21:22
23.

Zitat von pogliaghi
Immerhin haben die Schlecker aus dem Nichts ein florierendes Unternehmen aufgebaut und vielen tausend Mitarbeiter Lohn und Brot gegeben. All dies sollte man sich bei überstrengenden und eiligen Bewertungen vor Augen führen. Auch die Schleckerkinder lebten nicht in Saus und Braus, sondern führten ein bescheidenes und fleissiges Leben. Also ein wenig Respekt.
Oh, meinen Sie damit etwa das ehrbare Ehepaar Schlecker, das das Landgericht Stuttgart 1998 per Strafbefehl zu einer Freiheitsstrafe von je zehn Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe in Höhe von je einer Million Euro verurteilte, weil sie den Schlecker-Beschäftigten eine tarifliche Bezahlung vorgetäuscht hatten? Tatsächlich lagen die Löhne niedriger, was das Gericht als Betrug wertete.

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mirage122 25.04.2019, 21:25
24. Große Zweifel

Ich denke nicht, dass das für das ehemalige Schlecker-Personal eine Genugtuung ist, die Kinder hinter Gittern zu sehen. Sie werden nach der Haftentlassung, die wegen guter Führung vermutlich frühzeitig beendet wird (siehe Herr Hoeneß) ein gutes Leben führen können. Aber die Mitarbeiter/innen sind in ein großes Loch gefallen. Ich kenne einige Fälle, die regelrecht traumatisiert sind. Mein Vater ist auch mal sozusagen in Ohnmacht gefallen, als er kurz nach seinem Rentenbeginn von der Insolvenz seines ehemaligen Arbeitgebers gehört hat, bei dem er über 40 Jahre beschäftigt war. Kommentar: "So eine Firma geht doch nicht pleite!" Sein gesamtes Leben erschien ihm wie eine einzige Lüge. Das war total enttäuschend!

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Aberlour A ' Bunadh 25.04.2019, 21:32
25. The Hands That Built The Schlecker Imperium

Vielleicht hier nochmal Gelegenheit, den "Schlecker-Frauen" zu danken, die allein oder maximal zu zweit die Läden
alleine wuppten. Bezahlung mies, ohne Tarifverträge oder Betriebsräte. Just zu dem Zeitpunkt, als der "geläuterte"
Anton Schlecker für Brachenverhältnisse vorbildliche Tarifverträge abschloss und seinen Frieden mit den Gewerkschaften machte, ging es bergab. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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dkblue35 25.04.2019, 21:48
26. Strafe

Meiner Meinung nach sollte es hier keine Gefängnisstrafe geben. Zumindest zur Bewährung sollte sie ausgesetzt werden. Die reißen die 2,5 Jahre locker ab und kehren dann in ihr reiches Leben zurück. Und der Steuerzahler zahlt auch noch für den Knast... Viel besser wäre es denen das Vermögen zu entziehen und dieses in die Insolvenzmasse einfließen zu lassen. Jedenfalls haben alle Gläubiger, allen voran die ehemaligen Beschäftigten einen Rechtsanspruch auf Restgehalt.
Mit solchen milden und unsinnigen Urteilen geht der Glaube an die Rechtsstaatlichkeit langsam verloren. In den so oft (zu recht) gescholtenen USA wird wie bei Bernie Madoff das gesamte Vermögen eingezogen und der Verurteilte hat nix mehr.

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Hörbört 25.04.2019, 21:52
27. True story?

Zitat von pogliaghi
Auch die Schleckerkinder lebten nicht in Saus und Braus, sondern führten ein bescheidenes und fleissiges Leben. Also ein wenig Respekt.
Die Einlassung erinnert mich an ein Interview, das vor einigen Jahren im SPIEGEL erschien. Befragt wurde eine Leitkuh aus dem Trumpf-Clan (Kammueller), das Thema war afair die Erbschaftssteuer. Zeilenlang wurde das Lied vom aufopfernden Mittelstand gesungen, der Arbeitsplätze schafft und der 'Völlerei' völlig unverdächtig sei. Auch die Kinder seien zur Bescheidenheit erzogen und würden "ganz normale" Urlaube machen. Als die Journalisten dann aber die Frage, besser: Feststellung, ins Gespräch brachten, dass das Unternehmen etliche Millionen in die Haushaltskasse gespült habe, demnach auch kein Hungertuch drohe, wurde die Dame rasch ruppig. Es gehe niemand etwas an, wieviel Asche man gebunkert habe. Ein bemerkenswerter Stimmungsumschwung, der den Lesern da aus den zuvor noch harmonischen Zeilen urplötzlich ins Gesicht boxte.

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wolfi55 25.04.2019, 22:02
28. Voll belegter Business Park

Das ist auch kein Wunder. Die Arbeitslosigkeit in der Gegend ist niedrig (2,4%), Flächen knapp und es boomt dort. Da werden gut ausgestattete Flächen benötigt und die Stadt Ehingen an der Donau wird damit sicherlich keine roten Zahlen schreiben. Auch die Gewerbsteuereinnahmen in Ehingen sind nicht zu verachten. Da herrscht solider Wohlstand in der Gemeinde. Die Probleme des dortigen Bürgermeisters hätten viele seiner Kollegen gerne. Dass Schlecker ausfiel mit den Arbeitsplätzen ist da heute nicht mehr zu merken. Liebherr hat sicher mehr Leute heute dort, wie Schlecker je hatte.

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sischwiesisch 25.04.2019, 22:03
29. Also

Zitat von Greenowl
Bei uns im Dorf gab es auch einen Schlecker. Dort haben zwei (!) Frauen gearbeitet, die manchmal den Laden irgendwie ganz allein "wuppen" mussten. Und zweimal ausgeraubt wurden, weil die Diebe wussten, dass die "Schleckerfrau" ja auch mal aufs Tö muss. Danach haben die beiden halt immer die Kassenbox auf die Toilette mitgenommen, ein toller Job, echt... Zudem mussten die beiden auch noch den Laden sauberhalten. Nachdem Schlecker verschwunden war, kam bald Rossmann, der extra ein Ladengeschäft neu baute. Dort arbeiten nun ca. 12 Frauen inclusive der Reinigungskräfte. In Gegensatz zum Schlecker, wo wir ungern einkauften, da das Sortiment gering und oft überteuert war (im Supermarkt kosteten die gleichen Produkte weniger) ist bei Rossmann immer viel los. Wir trauern Schlecker nicht nach. Was persönliche Leistung betrifft: Herr Rossmann hat sich auch von einer kleinen Drogerie in Hannover zu einer Kette hochgearbeitet, also... der eine geht, der andere kommt...
bei uns auf dem Dorf gab es auch einen Schlecker und wissen Sie was ?
Ich war total froh darüber und das Angebot war echt klasse im Vergleich zu dem was es vorher bei uns gab, nämlich nichts !!!
Die meisten Drogeriewaren, die ich im Schlecker bekam, die bekomme ich im Lidl oder Aldi heute eben nicht. Dort ist die Auswahl in diesem Segment vergleichsweise geradezu mickrig.
Auch habe ich die Damen gefragt, ob sie denn gerne weiter beim Schlecker weitergearbeitet hätten und mit feuchten Augen haben sie das bestätigt.
Auch hat die Bestellung per Telefon, wie es meine damals noch lebende Mutter oft sehr gerne machte ganz wunderbar geklappt, die über die Nachhauselieferungen glücklich war.
Ein Jahr nach der Insolvenz gab es einen Fernsehbericht über ehemalige Schleckerfrauen und es wurde nach ihrer aktuellen Situation rechechiert, und überraschenderweise kam bei dem Bericht heraus, daß viele beim Schlecker wesentlich besser verdient haben und sie oft mit zu hohen Gehaltsvorstellungen woanders vorsprachen.
Das passte schon mal gar nicht mit der überwiegend negativen medialen Kampagne in den Jahren vor der Schleckerinsolvenz zusammen.

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