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Haftstrafe für die Schlecker-Kinder: Ende einer Pleitegeschichte
Thomas Warnack / DPA

Meike und Lars Schlecker müssen ins Gefängnis. Eigentlich sollten sie das Drogerie-Imperium ihrer Eltern fortführen. Doch mit der Schlecker-Pleite kam alles ganz anders.

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max.schmitt 26.04.2019, 04:35
40. e.K.

Der alte Schlecker hat den Fehler gemacht, zu lange an seinem Lebenswerk festgehalten zu haben und seinen Laden nicht frühzeitig zu kapitalisieren, als Holding AG oder wenigstens GmbH. Als e.K. haftet man eben voll. Dann wären alle fein aus der Sache rausgekommen. Wen schert die Pleite einer Kapitalgesellschaft? Wird dicht gemacht oder aufgekauft oder gar vom Staat "gerettet" (Banken und zig mal z.B. Opel) macht unter anderem Namen weiter. Siehe Neckermann, Grundig und Co.

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rechercher 26.04.2019, 05:22
41. Wie bitte?

Zitat von der_nachtarbeiter
Vom Prinzip tun mir die Schleckers schon leid. Alles verloren, Lebenswerk zerstört, Ansehen ruiniert und nun in den Knast. ...
Wie bitte? Alles verloren? Habe ich etwa alles verloren, wenn ich mich ein Jahr nach der Insolvenz dem Insolvenzverwalter gegenüber, wie es damals in der Presse wörtlich hieß "bereit erkläre" das muß man sich mal zuerst auf der Zunge vergehen lassen, also nochmal, mich "bereit erkläre" 10 Millionen zurückzuzahlen! Dann hab ich Ihrer Meinung nach alles verloren? Muss die bedauernswerte Familie etwa zelten, weil man ihr luxuriöses Anwesen versteigert hat? Müssen sie zu Fuß ins Dorf einkaufen gehen, weil auch kein Auto vor dem Zelt steht? Müssen sie etwa von der Grundsicherung ihr karges Dasein fristen? Und an all die Schlecker-Versteher, die die ach so arme Familie mit der Begründung, Menschen zig Jahre lang Arbeit gegeben zu haben, geblendet und beinahe kritiklos in Schutz nehmen möchte ich die Frage stellen ob sie es bereits vergessen hätten, unter welchen Umständen, unter was für Vorschriften und Regeln, und zu welch üppigem Lohn die Angestellten beschäftigt waren? Und mag Meike Schlecker noch so eine hübsche, gewinnende und optisch sympathische Erscheinung sein (was sie in der Tat ist) so stellt sich vielleicht für manche Leute doch die Frage, woher sie täglich 800 EUR zum Leben hat. Da hätte es der Presse, bzw. der Zeitung/den Zeitungen die diese Meldung verbreitet haben gut gestanden, wenn sie der Herkunft dieses bescheidenen Einkommens auch nachgegangen wären und darüber ebenfalls berichtet hätten, schon aus dem Grund, evtl. aufkeimenden Sozialneid gar nicht erst entstehen zu lassen.

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VadidWyle 26.04.2019, 05:25
42. Hurrra !

Wenn jetzt noch die Leute, die am Rüstungs-, Manager- und Bankenunwesen kräftig und gewissenlos mitverdienen, in den Knast geschickt werden, dann könnte ich in Deutschland auch wieder eine gewisse Gerechtigkeitssprechung erkennen.
Die Verurteilung der Schlecker-Kinder erscheint mir eher ein plakatives Exempel zu sein...

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rechercher 26.04.2019, 05:40
43. Wagen Sie doch einen Versuch ...

Zitat von sischwiesisch
bei uns auf dem Dorf gab es auch einen Schlecker und wissen Sie was ? Ich war total froh darüber und das Angebot war echt klasse im Vergleich zu dem was es vorher bei uns gab, nämlich nichts !!! Die meisten Drogeriewaren, die ich im Schlecker bekam, die bekomme ich im Lidl oder Aldi heute eben nicht. Dort ist die Auswahl in diesem Segment vergleichsweise geradezu mickrig ...
... und versuchen Sie Ihre wie Sie sie nennen "Drogeriewaren", ich nenne sie Drogerieartikel, statt bei Aldi und Lidl in einer Drogerie zu kaufen. Ich wette, Sie werden Erfolg haben ;-) Na ja, im Leben muss man manchmal erfinderisch sein ;-)

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markus_wienken 26.04.2019, 07:14
44.

Zitat von mojo2xs
Man nennt Mitarbeiter auch Human Ressource weil sie den Unternehmensgewinn erst ermöglichen. Dankbar muss wirklich niemand für seinen Job sein. Die Leute die wirtschaftlich so erfolgreich sind sind auch oft nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Zu viel Respekt muss man vor Ihnen nicht haben. Entwicklung en Bahnen sich oft ihren Weg in der Gesellschaft und dann auf einmal ist ein neues Geschäftsmodell möglich. Ist aber nicht der Verdienst einer Einzelperson. Hätte es Schlecker nicht gemacht dann wäre es halt der Lecker geworden.
bla bla
Kann man hinterher immer schön sagen...
Stellt sich die Frage warum Lecker, Hinz und Kunz es damals nicht getan haben wenn es doch so einfach und offensichtlich war.
Das Unternehmer-Gen hat halt nicht jeder und zum Sprung in die Selbstständigkeit gehört auch eine Portion Mut und Risikobereitschaft.
(Meins wäre das auch nicht).
Menschen die erfolgreiche Unternehmen gründen finden Sie zu allen Zeiten...ebenso welche die scheitern.
In einem Punkt bin ich Ihrer Meinung, dankbar muss man als ANgestellter nicht sein, man stellt seine Arbeitskraft und Zeit gegen Entgelt zur Verfügung, ein "normales" Tauschgeschäft.

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markus_wienken 26.04.2019, 07:17
45.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Vielleicht hier nochmal Gelegenheit, den "Schlecker-Frauen" zu danken, die allein oder maximal zu zweit die Läden alleine wuppten. Bezahlung mies, ohne Tarifverträge oder Betriebsräte. Just zu dem Zeitpunkt, als der "geläuterte" Anton Schlecker für Brachenverhältnisse vorbildliche Tarifverträge abschloss und seinen Frieden mit den Gewerkschaften machte, ging es bergab. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Es stand den "Schleckerfrauen" frei sich auch Jahre früher zu organisieren und zu engagieren und um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Haben sie aber nicht getan...auch nicht zu den Boomzeiten in der deutschen Wirtschaft...kann also nicht so schlimm gewesen sein.
Und was der Schelm so böses denkt weiß ich nicht, die Konkurrenz (dm, Rossmann & Co) zum Schluss war einfach viel zu attraktiv als das der altbackene Schlecker da hätte mithalten können.
Weder vom Einkaufserlebnis noch von den Preisen wirklich atraktiv.

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markus_wienken 26.04.2019, 07:32
46.

Zitat von mirage122
Ich denke nicht, dass das für das ehemalige Schlecker-Personal eine Genugtuung ist, die Kinder hinter Gittern zu sehen. Sie werden nach der Haftentlassung, die wegen guter Führung vermutlich frühzeitig beendet wird (siehe Herr Hoeneß) ein gutes Leben führen können. Aber die Mitarbeiter/innen sind in ein großes Loch gefallen. Ich kenne einige Fälle, die regelrecht traumatisiert sind. Mein Vater ist auch mal sozusagen in Ohnmacht gefallen, als er kurz nach seinem Rentenbeginn von der Insolvenz seines ehemaligen Arbeitgebers gehört hat, bei dem er über 40 Jahre beschäftigt war. Kommentar: "So eine Firma geht doch nicht pleite!" Sein gesamtes Leben erschien ihm wie eine einzige Lüge. Das war total enttäuschend!
Meine Güte...geht es nicht noch dramatischer?
Da haben Menschen ihren Job verloren...das passiert tausendfach überall in der Republik. Firmen entstehen und vergehen, der ganz normale Lauf der Dinge.
Ihr Vater ist nur zu bedauern wenn er sein Leben derart intensiv mit seiner ehemaligen Firma verknüpft.
Und natürlich werden die beiden Schlecker-"Kinder" wg. guter Führung früher entlassen, so wie beinahe jeder andere Kriminelle auch. Wo sehen Sie hier ein Problem? Es gibt keinerlei rechtstaatliche Ungleichbehandlung.

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silberkoenigin 26.04.2019, 07:58
47. Körperverletzung, Vergewaltigung, Totschlag, Mord..illegal, scheißegal

Du kannst in Deutschland alles machen was mit christlicher Nächstenliebe nicht vereinbar ist. Da gibt s mal eine Verwarnung, ein kleines Dudu mit dem erhobenen Fingerchen des Richters, vielleicht auch mal eine Bewährungsstrafe oder wenn du Gliedmaßen abgetrennt hast evtl sogar eine Haftstrafe mit anschließender Reha auf den Fidschiinseln.
Aber wenn du Steuern hinterziehst, oder die Insolvenz verschleppst, ein bißchen zu gierig hinter dem Geld her bist, weil du deinen Lebensstandard wahren willst - dann kennt die deutsche Justiz keine Gnade.
Da gehst du in den Knast.
Das ist die deutsche Rechtssprechung.

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markus_wienken 26.04.2019, 08:00
48.

Zitat von philipp_wilm
Aber ich bin ja kein Richter. Meinem persönlichem Empfinden nach sollten diese Leute auch für das Leid der Angestellten gerade stehen müssen. Sich selbst in der Pleite noch Millionen zu sichern ist ein Tritt ins Gesicht der Angestellten. Ob ein paar Finanzheinis ihre Millionen bekommen ist mir echt egal.
Ist schon gut, dass Sie kein Richter sind.
Und welches Leid der Angestellten meinen Sie? Sie haben ihren Job verloren und müssen sich etwas neues suchen...passiert tausendfach überall in Deutschland und das ist in der Regel auch nicht strafbar.
Und für das Geld, welches sie vorher entnommen haben werden Sie nun juristisch belangt, das ist in Ordnung und geht völlig OK.
Was Sie mit Finanzheinis meinen ist mir auch nicht klar.
Bleibt eigentlich nur sinnleeres neiderfülltes linkes rumgepoltere.

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sdmuc 26.04.2019, 08:44
49. Egomanenfamlie

Diese Familie hat so viel Leid bereitet. Denken wir doch nur daran, wie ein Vertrauter und ehemaliger Schlecker Mitarbeiter als Leiter einer Zeitarbeitsfirma initiiert wurde, dann wurden Filialen geschlossen, und die Mitarbeiter sollten über diese Firma als Zeitarbeitnehmer zu schlechteren Konditionen und unter Verlust ihrer bisher erworbenen Ansprüche zurück an die Filialen überlassen werden. So etwas macht nur jemand, der extrem geldgeil ist und dem andere Menschen egal sind. Schlecker hat mit diesem unmoralischen Handeln die gesamte Branche Zeitarbeit schwer beschädigt. Der Rest steht im Artikel. Zwei Jahre und sieben Monate sind meiner Ansicht nach zu wenig für diese Egomanen.

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