Forum: Wirtschaft
Handel: Alle lieben "Fair Trade" - aber kaum jemand kauft es
DPA

Eine überwältigende Mehrheit der Bürger findet "Fair Trade" wichtig - doch die Zahlen sind ernüchternd. Der Umsatz steigt zwar, aber der Anteil fair gehandelter Produkte bleibt verschwindend gering.

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bartnelke 17.07.2019, 15:24
1. Das Angebot muss auch passen

Bei Bananen oder Kleidung achte ich schon sehr lange auf fair trade, aber beim Kaffee. ...oft probiert, aber noch keinen leckeren gefunden

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AllesKlar2014 17.07.2019, 15:26
2. fair ist nicht immer fair

Auch das Siegel ist ein Geschaeftsmodell und ergeht saftige Gebuehren auf der Hersteller wie auch auf der Absatzseite. Der Nutzen fuer beide ist rudimentär. Gerade kleinere Kaffeebauern wollen sich das nicht leisten.

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whitewisent 17.07.2019, 15:36
3.

Es ist kein Widerspruch, wenn diese Differenz zwischen Meinung und Handeln besteht. Denn es gibt in vielen Bereichen einfach nicht die Alternative eines "Fair Trade"-Produkts. Wenn ich meine Milkaschokolade mit Fairtraidekakao kaufen kann, gebe ich gern 10 Cent mehr aus, da kommt es auf die Füllung und Sorte an. Aber bei eine Nahrungsmittel wie Kaffee ist es eben nicht nur braune Brühe, sondern der Verbraucher merkt jedes Detail. Warum gibt es eben keine Jacobs Krönung aus Fairtrade? Vieleicht weil eben Perukaffee aus Kleinstbetrieben eine so große geschmackliche Breite hat, welche kein Massenerzeugnis mit einheitlichem Aroma zulässt? Die Preissprünge bei Sonderangeboten sind größer als die Aufschläge, also liegt es vieleicht einfach dran, dass am Bedarf vorbei produziert wird. Bananen sind da ja ein abschreckendes Beispiel, es sind schlicht nicht die selben Sorten, welche in den deutschen Handel kommen, wodurch es gar keine Wahl gibt.

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queisser 17.07.2019, 15:37
4. Verbrannt

An sich eine gute Idee. Aber das Fairtrade Siegel ist doch durch die vielen Skandale inzwischen verbrannt.
Undurchsichtiger Etikettenschwindel.

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kraftmeier2000 17.07.2019, 15:49
5. Man nuss

Zitat von bartnelke
Bei Bananen oder Kleidung achte ich schon sehr lange auf fair trade, aber beim Kaffee. ...oft probiert, aber noch keinen leckeren gefunden
vielleicht auch mal etwas suchen, wie z. B. "Angelique's" Kaffee, oder bei Schokolade "fairafric", und man findet alles.
Ich trinke seitdem ich diesen Kaffee getrunken habe einfach nichts anderes mehr. Auch sonst versuche wenn irgend möglich Transfair waren zu kaufen, es wird einem aber auch nicht leicht gemacht, denn in den Supermärkten wird so etwas wie gar nicht angeboten, nur im Netzt findet man hier vieles, wenn man denn danach sucht.
Jetzt bin ich gespannt ob dieses Posting unter den Tisch fällt, wegen der Tipps.

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StefanXX 17.07.2019, 15:56
6. Hier werden zwei Dinge vermischt, fairer Handel und Fairtrade-Siegel

Das ist doch überhaupt kein Widerspruch. Ich bin auch für fairen Handel, kaufe aber so gut wie keine Fairtrade-Produkte. Ein fair gehandeltes Produkt kann (und muss) ruhig teurer sein, aber dann muss auch die Qualität stimmen und das tut sie leider oftmals nicht. Wenn man mal eine Schokolade von Fairtrade gegessen hat und diese mit so manch anderen Schokoladen vergleicht. Da liegen meiner Meinung nach Welten dazwischen. Wieso soll ich also eine Schokolade kaufen, die mir nicht schmeckt? Dann kauf ich lieber gleich gar keine.

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krautrockfreak 17.07.2019, 16:05
7. Menschen sind Meister der Lippenbekenntnisse!

War schon immer so und wir immer so sein. Wer meint, dass sich irgendwas verbessern würde durch Freiwilligkeit, ist schlicht naiv. Dazu bedarf es immer politischer Vorgaben. Eine Gesellschaft muss sich ihre Regeln geben, die dann für alle gelten (z. B wir wollen kein Fleisch aus Massentierhaltung mehr verkaufen). Wird das passieren in Deutschland? Niemals, denn unsere Politiker sind zum Großteil Marionetten der Wirtschaft und Industrie oder wollen nach ihrer politischen Karriere in die Wirtschaft wechseln, gerne in einen Aufsichtsrat, wo das große Geld winkt. Ohne echte Berufspolitiker wird sich bei uns gar nichts mehr ändern, es geht immer so weiter, reine Augenwischerei...

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dirk.resuehr 17.07.2019, 16:12
8. Das Siegel "Fair Trade"

ist gesetzlich nicht geschützt und kostet wohl zunächst und meist den zu schützenden Erzeuger und der Lizensierer kassiert. Der Verbraucher ist offenbar nicht ganz so blöd, wie man ihn haben möchte. Außerdem gibt es ja genügend prüfende Informationen in den Medien.

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kaischek 17.07.2019, 16:12
9. Ablasshandel

Fairtrade erinnert mich an den Ablasshandel der katholischen Kirche in früheren Zeiten. Für Geld kannst Du Dich von Deiner Sünde des Nichtstuns freikaufen. Die Behauptung des Forums Fairer Handel, 99% der in Deutschland verkauften, nicht besiegelten Lebensmittel seien "nicht fair" gehandelt, halte ich für gewagt. Sie sind lediglich nicht besiegelt, was nicht bedeutet, dass Drittweltsbauern unfair behandelt werden. Warum gehen die Verantwortlichen des Forums Fairer Handel nicht dagegen vor, dass der deutsche Handel in Teilen damit prahlt, auf Fairtrade, UTZ oder Rainforest Alliance umgestellte Eigenmarken-Produkte im Vergleich zum vormals gehandelten, konventionellen Produkt preislich nicht erhöht zu haben? Warum darf ein Artikel, der z.B. nur 30% einer besiegelungsfähigen Zutat enthält, trotzdem mit dem Siegel werben? Da wird der Fairtrade Gedanke ad absurdum geführt. Anders formuliert: Die einzelnen Siegel stehen offensichtlich in einem ökonomischen Wettbewerb zueinander. Das konterkariert den Fairtrade Gedanken nach meinem Empfinden massiv. Wer das nicht gelöst bekommt, sollte Marktteilnehmer ohne Besiegelung nicht "unfair" behandeln.

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