Forum: Wirtschaft
Handel: Alle lieben "Fair Trade" - aber kaum jemand kauft es
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Eine überwältigende Mehrheit der Bürger findet "Fair Trade" wichtig - doch die Zahlen sind ernüchternd. Der Umsatz steigt zwar, aber der Anteil fair gehandelter Produkte bleibt verschwindend gering.

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einerkeiner 17.07.2019, 16:24
10. Fairer handel ist nicht gleich "fair trade"

Bei Kaffee soll man einen Aufpreis von z.B. 2 Euro zahlen, damit der Bauer dann 5 cent mehr bekommt. Wo bleiben die restlichen 1,95€? Das wirkt mir nicht besonders fair, dem Käufer gegenüber. Wäre es vielleicht effektiver, normalen Kaffee zu kaufen, und 1€ für sinnvolle Projekte zu spenden?

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CobCom 17.07.2019, 16:26
11.

Zitat von bartnelke
Bei Bananen oder Kleidung achte ich schon sehr lange auf fair trade, aber beim Kaffee. ...oft probiert, aber noch keinen leckeren gefunden
Schauen Sie mal nach Quijote Kaffee. Geniale Qualität, kleine Genossenschaft mit viel Herzblut bei der Sache und zwar keine formellen Siegel, aber dafür veröffentlichen sie ihre Einkaufsverträge (Direkteinkauf). So kann ich selbst beurteilen, ob es fair zugeht oder nicht.

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bluebill 17.07.2019, 16:28
12. Angebot hinkt nach

Ich kaufe generell gerne FairTrade-Produkte, so es denn welche gibt. Das ist leider längst nicht überall und immer der Fall. Im Supermarkt: Gefühlte 200 Sorten Kaffee, aber nur eine einzige Sorte FairTrade, ganz unten ganz hinten, und manchmal auch gar keine. Die besonders guten und wohlschmeckenden FairTrade-Marken verschwinden fast immer nach einiger Zeit. Vermutlich weil der Handelskonzern damit keine gute Marge macht.

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flor10n 17.07.2019, 16:33
13. Nutri score...

einführen würde schon einiges bewegen. Da sehen dann alle auf einen Blick was für Dreck sie eigentlich zu billigsten Preisen von Großkonzernen kaufen. Obendrein könnte man natürlich auch noch einheitlich Tierhaltungsstandards in der EU einführen und könnte so verhindern das deutsches Billigfleisch quer über den ganzen Kontinent transportiert wird! Aber die guuuuten Arbeitsplätze... ich weiß ich weiß.. also weiter wie bisher!

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112211 17.07.2019, 16:34
14. Kaufen oder nicht

Seit ich vor wenigen Tagen einen Artikel über Edeka las, und dass der deutsche Markt von denen durch Billigbananen geschwemmt wird, und Lidl nun überlegt, die fairtrade Bananen wieder aus dem Sortiment zu nehmen, schaue ich genau hin und zahle lieber mehr als 99 Cent für ein Kilo Bananen. Und Edeka wird gemieden, so weit es geht.

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Nordstadtbewohner 17.07.2019, 16:42
15. Gesellschaftsdiktatur

Zitat von krautrockfreak
War schon immer so und wir immer so sein. Wer meint, dass sich irgendwas verbessern würde durch Freiwilligkeit, ist schlicht naiv. Dazu bedarf es immer politischer Vorgaben. Eine Gesellschaft muss sich ihre Regeln geben, die dann für alle gelten (z. B wir wollen kein Fleisch aus Massentierhaltung mehr verkaufen).
Es mag ja sein, dass Ihre Gesellschaft bestimmte Forderungen hat, die dann für alle gelten sollen, ob sie wollen oder nicht. Nur klingt das für mich nach einer Diktatur, in der Ihre Gesellschaft bestimmt, wie Menschen leben und wie nicht. Meine Gesellschaft hingegen ist liberal eingestellt. Wer preiswertes Fleisch essen möchte, kann dies tun oder auf Fleisch im Alltag verzichten und einmal im Monat von Hand massiertes Koberind für 150 Euro das Kilo genießen. Jeder, wie er will.

Dass es krasse Unterschiede zwischen öffentlichen "Bekenntnissen" und dem tatsächlichen Konsum in Deutschland gibt, liegt einfach daran, dass die Öffentlichkeit zunehmend korrektes Verhalten verlangt/ erpresst. Da aber viele Menschen ökonomischen Zwängen wie begrenzten Haushaltbudgets unterworfen sind, endet dieser Zwang im Supermarkt und die Menschen kaufen das, was sie für richtig halten.

Ich persönlich kaufe keine Fairtrade-Produkte, weil ich sie einfach nicht brauche.

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Rainer Kulartz 17.07.2019, 16:50
16. Geschmacksbanause?

Der höhere Preis ist es nicht, weshalb ich nicht nach Fair-Trade oder Bio-Produkten Ausschau halte. Ein Beispiel: Ich bin Schokoladen-Liebhaber und als solcher vornehmlich am Geschmack der Schokolade interessiert. Die Fair-Trade- und Bio-Schokoladen, die ich bisher aß, waren allesamt nicht lecker. Aber jetzt las ich wieder, dass Kinderarbeit in schlimmster Form bei der Kakao-Ernte in Afrika üblich ist. Deshalb werde ich Schokolade nur noch kaufen, wenn der Kakao nicht aus Afrika kommt.

Ansonsten hält mich der unangenehme Geruch von Bio-Läden fern. Ich mag auch keine Vollkorn-Nudeln, kein Körnerbrot. Ich kaufe keinen Fleisch-Ersatz, denn Soja darf aus gesundheitlichen Gründen auch nur in recht eingeschränkten Mengen gegessen werden. Außerdem schadet die sehr hohe Sojaproduktion dem Klima, weil dafür genauso Regenwälder abgeholzt werden, wie für das Palmöl oder die Rindfleischproduktion.

An Palmöl, selbst in Margarine, ist schwer vorbeizukommen. Nahezu alles, was z. B. der Kinder?-Süßwarenhersteller mit dem fröhlichen Namen im Angebot hat, enthält Palmöl. Weshalb kauft da überhaupt noch jemand Nutella, Hanuta usw.?

Trotzdem möchte ich gesund essen und schmecken soll es. Es liegt also nicht an mir, sondern den Fairtrade- und Bioproduzenten, mal etwas auf den Markt zu bringen, dass nicht nach Öko-Raufasertapete, sondern wie das Zeug von Ritter Sport, Ferrero, Hachez, Feodora und Niederegger Marzipan schmeckt. Dann kaufe ich das.

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Oceanus1997 17.07.2019, 16:53
17. Fair Trade ist nicht clever

Ein ehemaliger Ökonom hat mich einst überzeugten Fair Trader es erklärt.
Der Bauer verkauft die guten Produkte Zum Marktpreis weil er mit Qualität dort einen höheren Preis erzielen kann, die schlechten Produkte werden Fair Trade verkauft weil er hier noch einen Preis kriegt der über dem liegt was er sonst bekommen kann. Deshalb gibt es wenig qualitativ hochwertige Fair Trade Produkte

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Pango 17.07.2019, 17:00
18. So ist der Mensch

... genau wie beim Klima: Prinzipiell meinen alle, dass da was getan werden sollte - nur die Konsequenzen will keiner tragen. Da braucht es dann erst jahrelangen Stillstand bis einem das Wasser zum Hals steht, bevor politisch irgendwelche Kosequenzchen beschlossen werden können.

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krautrockfreak 17.07.2019, 17:09
19. Eine Diktatur wäre es, wenn das Volk nicht beteiligt wäre, jedoch

zeichnet dies ja gerade unsere Gesellschaft aus, dass wir unsere Vertreter wählen und die regeln dann die Abläufe in allen Bereichen. Sie können sich auch über die Straßenverkehrsordnung ärgern, nur das hilft nichts, alle haben sich daran zu halten mit dem Ziel, dass der Verkehr rollt und alle geschützt werden. Und genau so kann man es auch mit den Lebensmitteln halten.
Wie gesagt, wer meint, die Menschen würden freiwillig auf Angenehmes verzichten, nur weil es scheinbar jemandem hilft, der ist naiv. Die Hilfe endet schnell beim Geldbeutel und das heißt nun mal billig, billig, billig....

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