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Handel mit der EU: Londons City fürchtet Brexit-Desaster
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Britische Dienstleiter - allen voran aus der Finanzbranche - wollen auch nach dem Brexit Zugang zum EU-Binnenmarkt. Ein Handelsvertrag soll das ermöglichen. Die EU hat dazu eine klare Haltung: Nicht mit uns.

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Kanalysiert 22.12.2017, 10:31
1. Konsequent? Skeptisch....

Oder auch - schlichter ausgedrückt: Weshalb sollen die Briten Rosinen picken dürfen? Wer sich der Solidarität und Gemeinschaft entzieht, kann danach schwerlich ein Wunschkonzert erwarten. Wobei wir das auch schon bei anderen Theman dachten, wie - grob ausgedrückt - die "Privatisierung der Gewinne und regelmäßige Vergemeinschaftung der Verluste". Man wird sehen, wie "standhaft" das am Ende durchgezogen wird. Schöne vollmundige Aussagen, die am Ende nur wieder teuer für den Steuerzahler wurden, haben wir in Europa ja zur Genüge gehört.

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FinWir.de 22.12.2017, 10:39
2. Vielleicht bleiben und dann manche Finanzprodukte erspart

Eine Zulassung in GB folgt gleichzeitig einer Zulassung in ganz Europa. Wenn dem Treiben ein Ende gesetzt wird, dann werden vielleicht endlich hochspekulative Finanzprodukte vom europäischen Markt verschwinden. Gerade GB war bei der Regulierung immer ein massiver Bremsklotz, insbesondere bei der Banken- und Kapitalmarktregulierung wurden regelmäßig durch die City of London und somit GB verhindert.

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Lemmingeforscher 22.12.2017, 10:39
3. Zunehmend werde ich stolz Europäer zu sein

Die EU Politik hat in der Vergangenheit nicht auf geglänzt zeigt aber nun eindeutiges Profil. Bürger wünschen sich klare Haltungen in der Politik unabhängig ob sie Ihnen gefallen oder nicht. Und die Zustimmung zu EU steigt in vielen EU-Ländern merklich.

Ich kann eine gewisse Schadenfreude über den Niedergang von Großbritannien nicht verhehlen, in der jüngeren Geschichte haben sich die Bürger der Insel oft geirrt bezüglich ihres Status in der Welt. Durch die EU hat die Insel erheblich profitiert und das wird nun alles recht leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Gut so, es wird anderen EU-Ländern ernsthaft zu denken geben. Die gute Nachricht ist, für die Europäer gibt es bald eine sehr günstige Touristen Attraktion mehr unmittelbar vor der Haustür. Das Pfund wird ins Uferlose fallen.

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Neapolitaner 22.12.2017, 10:51
4. Am besten blasen die Briten

den Brexit ab. Er rechnet sich nicht für sie. Wenn die Meisbegünstigungsklausel tatsächlich für Japan, Südkorea etc. gilt dann kann die EU sich hier auch kaum bewegen. Das hätten die Briten sich auch selbst überlegen können. Wenn Nordirland faktisch Teil der EU bleibt , entsteht eine gewisse Zollgrenze gegenüber der Hauptinsel. Ein bemerkenswerter Vorgang, aber unvermeidlich, wenn die Grenzen auf der irischen Insel offen bleiben sollen. Welchen Status hätten aber Banken, die in Belfast ihren Sitz haben? Gelten diese nun wie/als EU-Banken? Es gibt viele offene Fragen.

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romeov 22.12.2017, 10:58
5. Zitat: Das gelte aber nur, wenn die EU mit London kooperiere

...sieht nicht gerade aus, als wären die Briten in einer wirklich starken Position, sie tun aber so.

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carinanavis 22.12.2017, 11:02
6. hervorragender

klarer SPON-Artikel, der das ganze Dilemma der Bexiteers auf den Punkt bringt. Doch viele Foristen werden aus reflexhaftem Anti-EU-Wahn gleich wieder die Briten für ihren "Freiheitsdrang" und ihre Weitsicht loben und auf die ach so schlechte, dumme EU eindreschen.

Ein Effekt des Brexit dürfte schon jetzt bemerkenswert sein. Im Grunde hat der Rest der EU (abgesehen von nationalistischen Staaten wie Polen und Ungarn) sehr viel gemeinsames und kann sogar sehr stark an einem Strang ziehen. Es waren die Briten, die über Jahrzehnte sehr geschickt, die EU-Staaten gegeneinander ausgespielt haben un selbst das beste vom Kuchen nahmen. Erst mit der Euro-Einführung hat sich das etwas gewandelt und nun zerlegt sich möglicherweise das UK langsam in seine Bestandteile: NI wird Sonderzone? Was machen die Schotten?

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mimas101 22.12.2017, 11:04
7. Hmm

lange vor dem Brexit wurden Studien bekannt das das BSP von GB zu ca. 1/3 aus dem Londoner Bankenviertel gespeist wird. Eine der Folgen des Thatcherismus der GB in eine Industrie-Brache verwandelt hatte und nur noch ausgewählte Dienstleistungen hervorbrachte.

Das gibt also mit Sicherheit ein sehr tiefer Fall wenn die dortigen Banken nicht mehr handeln können, windschiefe Produkte erfinden und dann gegen Gewinn weltweit verkaufen - oder auch nur dann wenn diese Banken nach EWG-Land umziehen werden (was diverse Finanzinstitute bereits andenken bzw. die Umzüge bereits realisieren).
Die Freihandelsabkommen die GB hat (oder haben will) dürften das bei weitem nicht wettmachen.

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maxwell09 22.12.2017, 11:06
8. Irlandkonflikt

Autor hat voellig Recht, dass Freihandelsvertrag a la Kanada oder Suedkorea wieder zu einer Grenze in Irland fuehren wuerde. Experten bestätigen: https://twitter.com/NarusReport/status/944118652185563136?s=17

https://www.narusreport.com/reports/hard-border-can-be-avoided-if-northern-ireland-stays-in-eu-customs-union-internal-market-for-goods

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wasistlosnix 22.12.2017, 11:10
9. Gibt es eine andere Chance

ohne das nicht andere Länder dann nachziehen würden?
Mit Sonderverträgen mit den Briten würde der Einstieg in den Zerfall der EU beginnen.

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