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Handel mit der EU: Londons City fürchtet Brexit-Desaster
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Britische Dienstleiter - allen voran aus der Finanzbranche - wollen auch nach dem Brexit Zugang zum EU-Binnenmarkt. Ein Handelsvertrag soll das ermöglichen. Die EU hat dazu eine klare Haltung: Nicht mit uns.

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Kurt2.1 22.12.2017, 13:41
40. #6

Zitat von carinanavis
klarer SPON-Artikel, der das ganze Dilemma der Bexiteers auf den Punkt bringt. Doch viele Foristen werden aus reflexhaftem Anti-EU-Wahn gleich wieder die Briten für ihren "Freiheitsdrang" und ihre Weitsicht loben und auf die ach so schlechte, dumme EU eindreschen. Ein Effekt des Brexit dürfte schon jetzt bemerkenswert sein. Im Grunde hat der Rest der EU (abgesehen von nationalistischen Staaten wie Polen und Ungarn) sehr viel gemeinsames und kann sogar sehr stark an einem Strang ziehen. Es waren die Briten, die über Jahrzehnte sehr geschickt, die EU-Staaten gegeneinander ausgespielt haben un selbst das beste vom Kuchen nahmen. Erst mit der Euro-Einführung hat sich das etwas gewandelt und nun zerlegt sich möglicherweise das UK langsam in seine Bestandteile: NI wird Sonderzone? Was machen die Schotten?
Ich lobe die Briten auch. Von mir aus auch für ihren Freiheitsdrang.
Die Hauptsache ist, sie verschwinden aus der EU. Es ist ein entscheidender Störfaktor weniger.
Wie man sich das mit Irland/Nordirland vorstellt, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das wäre so ähnlich wie wenn Deutschland die EU verlässt, aber Helgoland bleibt drinnen. DAS wird kaum funktionieren.

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karlheinz-hesse 22.12.2017, 13:42
41. Ich lese da was anderes.

Zitat von rudig
hier wird immer berichtet wie schlecht es in GB aussieht, ich glaube das ist oft Wunschdenken. Ich habe gerade im Guardian gelesen. daß das schon hohe Wirtschaftwachstum sich noch mal erhöht hat und die Arbeitslosenquote zu den niedrigsten in Europa gehört.
Spiegel - Hohe Inflation: Bank of England schraubt am Leitzins. SPIEGEL ONLINE - 02.11.2017. Seit 2007 hat die Bank of England den Leitzins nicht angetastet. Jetzt erhöhte sie erstmals den Satz. Ausschlaggebend dürfte die starke Inflation sein.

Welt - Wirtschaft Staatshaushalt Briten gehen geschwächt in den Brexit-Countdown · Eine neue Wirtschaftsprognose prophezeit den Briten weniger Wachstum. Das verringert den Spielraum für Schatzkanzler Hammonds .

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elli1965 22.12.2017, 13:44
42. Gegen Glauben helfen keine Argumente.

Das Dumme am Brexit ist der Glaube vieler Briten, die EU wäre Verantwortlich für die eigene Misere. Seit Jahren treibt eine rechtsgerichtete Presse Stimmung gegen die EU, angeführt von Rupert Murdoch. Als Gegenmittel wird ein wiedererstandenes Empire, befreit von den Fesseln der EU Regeln, propagiert. Die Konservativen werden durch eine Gruppe von extremen EU-Gegnern getrieben, die auf einen völligen Rückzug aus der EU und einem kompromisslosen freien Markt setzen. Dabei werden auch mal gerne Arbeitnehmerrechte oder soziale Leistungen dem Traum eines neuen British Empire 2.0 geopfert. Inzwischen haben selbst Bereiche der Wirtschaft wie die Fischerei inzwischen begriffen, wie sehr die Britische Ökonomie vom Zugang zum europäischen Markt abhängig ist. Aber weder Prognosen des IWF, Analysen der EU oder der eigenen Wirtschaftsverbände können dem Glauben an die eigene Größe und Wichtigkeit erschüttern. Vermutlich wird nach vollzogenem Brexit nicht der eigenen Regierung und den EU-Gegnern der eigene Niedergang vorgeworfen, sondern wiederum den bösen Europäern, die den Briten einen erfolgreichen Brexit verwehren. Da man den Briten nicht zum Glück zwingen kann, dann sollen sie sich ihr eigenes Grab schaufeln. Wenn sie dann bis zum Hals im Dreck stecken können sie sich ja wieder als Mitglied bewerben. Bis dahin sollte die EU nur dem zustimmen, was der Gemeinschaft nützt. Die Briten haben nach dem Ausstieg kein Recht, anders als Kanada oder meinetwegen auch Tunesien behandelt zu werden. Vielleicht kuriert das ja auch mal von der Weltkriegsbesessenheit.

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frenchie3 22.12.2017, 13:46
43. @16 Ist doch kein Widerspruch

Beide Parteien bilden eine Hälfte ihrer Wählerschaft ab, halt beide jeweils die Brexiteers. Es wurde ja nicht abgestimmt Tories für, Labor dagegen (oder umgekehrt) sondern rein oder raus. Als gute Partei folgt man dem Volkswillen :-)

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brux 22.12.2017, 13:56
44. Carney

Carney hat eigentlich nur gesagt, dass EU Banken so wie amerikanische oder japanische behandelt werden. Die Antwort der EU ist einfach: Machen wir auch so mit euren Banken. Blöd nur, dass die Briten sehr viel mehr wollen und brauchen.

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brux 22.12.2017, 14:02
45. Selektives Lesen

Zitat von rudig
hier wird immer berichtet wie schlecht es in GB aussieht, ich glaube das ist oft Wunschdenken. Ich habe gerade im Guardian gelesen. daß das schon hohe Wirtschaftwachstum sich noch mal erhöht hat und die Arbeitslosenquote zu den niedrigsten in Europa gehört.
In Guardian steht aber auch, dass die Inflation mächtig steigt, die Reallöhne sinken, und im Gesundheitswesen Land unter ist wegen der Abwanderung des EU Personals.

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mats73 22.12.2017, 14:03
46. es gibt kein "den Unsinn abblasen"!

Zitat von Benjowi
Dieser verrückte Brexit entwickelt sich immer mehr zur Quadratur des Kreises-wie wäre es, wenn die Briten ein wenig Vernunft walten lassen und den ganzen Unsinn abblasen. Das was nach Lage der Dinge herauskommen wird, kann im Grunde nur im Chaos enden-und zwar mit Abstand mehr Chaos für GB als für die EU. Abgesehen von dem offensichtlichen Lügen und unsinnigen Behauptungen, die die Brexiteers ihren Leuten im Wahlkampf erzählt haben, kommen jetzt die ganzen weniger offensichtlichen Probleme zu Tage, die letztlich noch viel teurer werden. Insofern ist diese ganze unselige Abstimmung komplett mit falschen Grundlagen abgelaufen.
Der Austritt ist Vollzogen und wirksam, es gibt kein Zurück, es sei denn, alle EU Partner stimmen zu, was nach dem Porzellan, das die Briten zerbrochen haben um das eigene Volk vom austritt zu überzeugen, eher eine Illusion ist.
Denkbar ist ein beschleunigtes erneutes Beitrittsverfahren, wenn in der Zwischenzeit alle EU Regelungen weiter gelten, so dass kein Bruch in den Beziehungen entsteht und alle Verträge weiter gelten können - allerdings wird dann niemand GB zu den gewohnten Sonderregelungen mehr aufnehmen wollen...

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deichgraffe 22.12.2017, 14:08
47. Dankeschön SPON!

Ein wirklich guter Artikel, der den Sachverhalt gut erklärt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in ähnlicher Qualität eine Vielzahl von Briten so gut über ihr Handeln informiert ist. Wahrscheinlich müssen sie die Folgen spüren um festzustellen, dass sie mit Fergel, Johnson & Co politischen Demagogen auf den Leim gegangen sind.

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dirk1962 22.12.2017, 14:23
48. Sehr naive Briten

Die Briten waren lange genug in der EU um alle Regeln zu kennen. Schon der Gedanke, sie würden beim Brexit die Regeln bestimmen waren dumm und naiv. Das böse Erwachen mit entsprechenden Folgen für die Wirtschaft wird sehr schnell kommen.

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mostly_harmless 22.12.2017, 14:26
49.

Zitat von MtSchiara
[...] Britannien sollte ein zweites Referndum durchführen mit der Frage, mit welchem Verhandlungsziel die britische Regierung mit der EU verhandeln sollte: 1) Modell Norwegen 2) Modell Schweiz [...]
Sie glauben ersthaft, GB steigt u.a. wegen der angeblich so hohen Kosten aus der EU aus, um anschliessend für 10x so hohe Kosten wieder einzusteigen? Sowohl die Schweiz als auch Norwegen zahlen pi mal Daumen 1.000€ PRO KOPF und Jahr für den Zugang zum binnenmarkt.

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