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Handels- und Währungskrieg: Warum das Weltwirtschaftssystem weiter zerfallen wird
Uncredited/CHINATOPIX/dpa

Die westlich dominierte Weltwirtschaftsordnung geht zu Ende - und es dürfte noch schlimmer kommen. Schuld daran ist nicht allein US-Präsident Trump. Es gibt noch ein paar andere Verdächtige.

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karlsiegfried 14.07.2019, 17:25
1. Endlich mal ehrliche Worte

Gefallen mir zzwar nicht, aber so ist es nun mal. Die Zeit der Schönfärberei und Friede, Freude Eierkuchen naht ihrem Ende. Unsere armen Kinder. Das ist noch schlimmer als die Klimakatastrophe. Um deren wahren Herkunft kann sich wenigstens noch gestritten werden. Oders anders gesagt, das Klima macht ohnehin was es will. Trotz zu erwartender CO2-Steuer in Deutschland. Die Menschheit wird dazu nicht befragt.

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fritz_64 14.07.2019, 17:26
2.

Tja...hört sich irgendwie nach einem großen Krieg an, einmal mehr losgetreten weil das Handelssystem an seine Grenzen stößt. Immerwährendes Wachstum funktioniert nicht, da heißt es erst einmal zerstören um dann wieder aufzubauen. Wo ist das neue System? Kapitalismus und Sozialismus sind mehr oder weniger gescheitert. Abschaffung des Geldes....das wäre mal was neues....

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legeips62 14.07.2019, 17:27
3. Wehe, wehe

ich ans Ende sehe und die Zinsen steigen werden oder müssen. Wir befinden uns doch kurz vor dem 3. Weltkrieg. Diesmal geht es nicht um "Raum" sondern ums "Geld" bzw. was ein "Papiergeldschein" eigentlich bedeutet oder Wert ist. Und was kann Deutschland dann in 20 Jahren bieten? Rohstoffe? Industrie? Ja, wird haben dann die CO2 Zertifikate zum Handeln.

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DieterZuckermann 14.07.2019, 17:33
4.

Die Lösung A empfinde ich aber auch als eine Gefahr. Sogar schlimmer als beide andere Lösungen.
Der Westen soll also Regeln für alle setzen? Ich glaube nicht, dass es dazu kommt und ich hoffe auch, dass es nicht dazu kommt. Nichts wäre schlimmer als das.
Ich will das Wort Westen auch nicht mehr hören. Wir müssen uns davon generell verabschieden. Die Jugend denkt schon lange nicht mehr in diesen Dimensionen. Für die gibt es keinen Westen. Das wird sich mit der Zeit auch durchsetzen. Aber auch die ältere Generation sollte sich endlich von diesem Irrweg verabschieden. Wir haben in der Tat keinen Westen. USA ist nicht unser Freund. Vielleicht finden sich Felder wo wir kooperieren könnten, aber es wäre trotzdem nicht unser Freund. Genau wie China nicht unser Feind ist. Von dieser Solidarität sollten wir uns allgemein verabschieden. Das bringt nur Probleme und ist gefährlich. Solidarität zerstört auch Konstruktives Handeln. Das ist irrational. Wenn morgen Polen mit Vietnam streitet, dann sollten wir auf den Streit achten. Aber dieses, wir müssen Solidarität mit Polen zeigen, weil die in der EU sind, das ist ein großes Problem. Nein, wir müssen eben keine Solidarität mit Polen zeigen. Wenn Polen im Streit Recht hat, dann sollten wir Polen unterstützen, wenn nicht, dann unterstützen wir halt Vietnam. So wäre das fair, so wäre das auch wirtschaftlich sinnvoller. Nur diese Solidarität zerstört die Logik. Das zerstört alles. Das zerstört auch Vertrauen.

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tailspin 14.07.2019, 17:37
5. Versuchs mal mit Logik, Mueller

Eine Weltwirtschaftsordnung, die einfach so zerfallen kann, ist keine Ordnung sondern ein Konstrukt einseitiger Interessendurchsetzung. . Waehrend die Chinesen Arbeit haben, ihren Markt abschotten, Investitionen nur als Joint Venture zulassen, was bisher zu einem gigantischen unbezahlten Know how Transfer gefuehrt hat, weil die Chinesen alles klauen oder ausspionieren, was ihnen in die Finger kommt und nicht niet- und nagelfest ist, waehrend die Amerikaner ihren Gehirnschmalz drangeben aber ansonsten Daumen drehen und bezahlen, dann ist das keine bestaendige Ordnung, die der Rede wert ist. Das Gebilde muss ueber kurz oder lang implodieren. Das hat nichts mit Trump zu tun, sondern mit seinen Vorgaengern die das zugelassen haben, und die China als verlaengerte Werkbank bezeichnet haben, ohne die Konsequenzen zu bedenken, und die es fuer ausreichend gehalten haben, sich aufs finanzielle Engineering zu beschraenken.

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Ishibashi 14.07.2019, 17:37
6. Handels- und Währungskrieg

Es gibt noch eine weitere Alternative. Der Handel mit Waren verliert weiter an Bedeutung und Dienstleistungen und Kulturgüter dominieren die Wirtschaft. In dem Fall verliert auch der Begrigff Handelskrieg seine Bedeutung. Wenn die Warenströhme nur noch einen kleinen Teil der Wirtschaft ausmacht können Zölle wenig ausrichten. Ds gleiche gilt für Währungen. Wenn Libra oder andere globaale Zahlungssysteme entstehen verlieren auch Zentralbanken ihre Bedeutung. Es kann durchaus sein dass sich die globale Wirtschaft in viel stärkerem Maße wandelt als sich ein Herr Müller derzeit vorstellen kann.

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tobi_l. 14.07.2019, 17:41
7. Herr Müller hat leider recht

Ich tipp ebenfalls auf "b". Die Variante "a" wäre nachrichtlich besser...
...aber die Populisten werden das weltweit verhindern.

Nichtsdestotrotz sollte Europa sich endlich als Wirtschaftsmacht verstehen und Europa sollte die Lust verspüren, die Regeln zu bestimmen. Wer mit Europa Geschäfte macht, sollte auch unsere Regeln befolgen - so einfach könnte es sein.

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tzoumaz 14.07.2019, 17:41
8. Wie geht die Sache aus? Drei Szenarien:

Hendrik Müller tippt auf Szenario b) Es bilden sich große Handelsblöcke - die EU, USMCA (früher Nafta), die Transpazifikzone -, die im Innern offen sind, aber nach außen relativ geschlossen.
Was sagt mir das jetzt? Ist das gut oder schlecht für die EU? Die EU, Deutschland müssen sich dem eben anpassen was bedeutet eben weniger Exporte in diese Handelsblöcke und weniger Importe aus diesen Handelsblöcken, kurzum endlich weniger Wachstum und zwar für alle Länder dieser Erde. Das würde auch bedeuten endlich weniger Klimaverschmutzung und weniger Resourcenverschwendung. Ja, und auch weniger Arbeitsplätze, weil wir die Digitalisierung ja komplett verschlafen haben mit unserer Autolobby-Hörigkeit.

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j.c78. 14.07.2019, 17:44
9. Nie China aus dem Blick verlieren

Wer sich an deutschen Handelsüberschüssen hochzieht, sollte nie vergessen, dass es die Exporte Chinas sind, die die Weltmärkte überschwemmen und zu großen Jobverlusten in Europa und den USA geführt haben. Ohne diese Entwicklung wären Orkan, Salvini und Trump wohl nicht erfolgreich. Das die Chinesischen Handelspraktiken nicht fair sind, ist allgemein anerkannt. Dennoch lässt der Westen sie gewähren. Irgendwann sind die Chinesen so mächtig, dass sie nicht mehr verhandeln müssen. Da sie im Inland keine schlechte Presse fürchten, werden sie es dann auch nicht mehr tun.

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