Forum: Wirtschaft
Handels- und Währungskrieg: Warum das Weltwirtschaftssystem weiter zerfallen wird
Uncredited/CHINATOPIX/dpa

Die westlich dominierte Weltwirtschaftsordnung geht zu Ende - und es dürfte noch schlimmer kommen. Schuld daran ist nicht allein US-Präsident Trump. Es gibt noch ein paar andere Verdächtige.

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der_rookie 15.07.2019, 05:16
120. Hm

Der Artikel ist gut, ist mir aber zu westlich fokussiert. Aus meiner Sicht ist die entscheidende Frage, wie es mit der one belt one road (neue Seidenstraße) weitergeht. Am Beispiel Pakistan oder vielen Afrikanischen Staaten kann man sehen wie China diese wirtschaftlich und finanziell aussaugt. Nehmen diese Staaten das weiterhin hin, oder nutzen diese Staaten zerfallende internationale Regelwerk um sich von China zu befreien (Vertragsbruch)? Und wie würde China darauf reagieren? Wann setzt China erstmals seine Armee im Ausland ein?

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thequickeningishappening 15.07.2019, 08:00
121. Ein Erwachsener waechst nicht mehr

Wenn Eine Volkswirtschaft "erwachsen" wird dann funktioniert Ein weiteres Wachstum nur auf Kosten Anderer (incl. Umwelt). Bis zum Crash (Krieg,Seuchen, Natur). Wir befinden uns in Der Phase Der "Konkursverschleppung". Seit Der Aufkündigung Des Gold Standarts 1971 ist Die Finanzwirtschaft offiziell von Der Realwirtschaft abgekoppelt. Die Deregulierung speziell in Den 90ern führte zur unendlichen Nominalwertschoepfung bei Derivaten. In allen führenden Industrienationen wird Wachstum nur noch Durch Schulden, Asset Price Inflation und Leistungsbilanz Ueberschuesse geschaffen (Kuenstliches Wachstum auf Kosten Dritter) !

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dirk.resuehr 15.07.2019, 08:30
122. Teils teils

Zunächst sei festzuhalten, dass die westliche Nachkriegsordnung wohl überwiegend die Lebesverhältnisse und den allgemeinen Wohlstand deutlich gefördert hat. Dann sei zu konstatieren, dass es Trump war, der meint, Verträge und Vereinbarungen könne er brechen und missachten, wie es ihm gefällt. Klar findet er dann Nachahmer. China und Russland spielen nach eigenen Regeln und damit die trumpsche Art in Abwandlung. Das die derzeitige Konstellation. Ob Draghi nun den Wechdelkurs wegen des Exports senken wollte, ist mehr als fraglich. Die Konjunktur wird nicht nur vom Export in der EU gemacht und Draghi ist Italiener. Der Zins ist für die Gesamtkonjunktur nun einmal ein wesentlicher Faktor, weil er Investitionen erleichtern kann. In sunmma kann man die Möglichkeit b unterstützen, es wird geschlossene Blöcke mit Regeln geben und
Dissidenten, die sich nicht daran halten wollen . Interessant zu erleben, wo sich Britannien einreihen wird und ob die Schweiz, die auch gern ein Inseldasein führt sich weiter dem EWR oder der EU annähert, weil diese Schein-Isolation führt am Ende zu nichts, weil man sich den Regeln der großen Blöcke anpassen muß!

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ebonnert 15.07.2019, 08:43
123. Die vierte Alternative...

Zitat von Ishibashi
Es gibt noch eine weitere Alternative. Der Handel mit Waren verliert weiter an Bedeutung und Dienstleistungen und Kulturgüter dominieren die Wirtschaft. In dem Fall verliert auch der Begrigff Handelskrieg seine Bedeutung. Wenn die Warenströhme nur noch einen kleinen Teil der Wirtschaft ausmacht können Zölle wenig ausrichten. Ds gleiche gilt für Währungen. Wenn Libra oder andere globaale Zahlungssysteme entstehen verlieren auch Zentralbanken ihre Bedeutung. Es kann durchaus sein dass sich die globale Wirtschaft in viel stärkerem Maße wandelt als sich ein Herr Müller derzeit vorstellen kann.
.... gibts bestimmt auch. Nur, sieht es wirklich danach aus? Ist China zur Wirtschaftsmacht Nr. 2 (und bald Nr. 1) aufgestiegen, weil der Handel mit Waren an Bedeutung verliert? Machen die Chinesen Geschaefte mit Dienstleistungen und Kulturguetern? Waere mir neu, kann ja aber alles sein. Dann fuer mal weiter aus, was sich ein Herr Mueller alles nicht vorstellen kann, bitte.

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Runkelreinhard 15.07.2019, 08:52
124. China

Na ich tippe darauf, dass der neue Wirtschaftshegemon China ist. Nicht weil die so billig produzieren, sondern weil sie technologisch praktisch schon Weltspitze sind. Die neuen Handelsregeln kommen dann also nicht mehr von den USA oder dem Westen, falls der sich mal wieder einigen kann, sondern von China aus dem Osten. das ist der Knackpunkt. Die Chinesen können nicht nur billig, sondern die können auch richtig gut. Durch ihr Staatswesen haben sie auch die schlagkräftige Möglichkeit Industrien aus dem Boden zu stampfen, wo andere Länder noch versuchen mit Förderinstrumenten die Marktwirtschaft zu locken (damit meine ich Deutschland und die Batterietechnologie).
Und klar sind die Chinesen nicht doof, sie brauchen den Westen als Absatzmarkt, dürfen ihn also nicht verprellen. Aber der Profit wird in China gemacht und reicht immerhin für eine Rente mit 60.

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spmc-12355639674612 15.07.2019, 09:12
125. Nicht die BRD, sondern die EU

Zitat von Filsbachlerche
Afrika als Handelspartner? Afrika ist ein Kontinent. Mit sehr vielen Staaten. Die meisten davon sind Kleptokratien (auf deutsch: Gaunerherrschaften), deren Despoten das Wohl ihrer Staatsbürger egal ist. Deren Hauptinteresse ist die Vermehrung ihres Reichtums und ihrer Familie. Mit Afrika kann man keine Geschäfte machen. Nur mit den dortigen Staaten. Es wäre sicher wünschenswert, afrikanische Staaten als Handelspartner zu gewinnen. Aber mit unseren Grundüberzeugungen (Verbot von Kinderarbeit, keine Bestechung der Staatsorgane) kommen wir damit nicht weiter. Sollen wir mit unmenschlichen Ausbeutungsgesellschaften machen? China tut es. Müssen wir das deshalb auch? Ich arbeite seit gut 20 Jahren in einem Unterstützungsverein für einen westafrikanischen Staat mit. Im Sinnen der Hilfe für Selbsthilfe. Ohne Gewinninteresse. Mit kleinen Mitteln. Aber wenn der zuständige Regionalmachthaber beansprucht, alle dorthin gelieferten Güter gehörten ihm persönlich, sind wir machtlos. Das gehört zur Realität! Um diese Realität zu ändern, müßte die BRD eine Bedingung ihrer Förderungen ändern, nämlich die, daß alle Fördervereine einen regionalen Partner haben müssen. Diesbezüglich müßte das deutsche Entwicklungsministerium erstmal realisieren, daß bei einer solchen Kooperation die Reaktion des regionalen Partners auf den Eingang einer Zahlung mit einer damit bezahlten mehrtägigen Feier reagieren würde. Für das Projekt wäre kein Cent mehr übrig. Positiv wird dort nur vernommen, daß wir einem von uns bezahlten Lehrer unsere Unterstützung streichen, weil er ihm zum Unterricht anvertraute Kinder zur Arbeit auf seinen Äckern abstellt. Für afrikanische Verhältnisse ist das ein unglaubliches Wunder. Für uns selbstverständlich. Und so langsam spricht es sich bei den Einheimischen herum. Gegen die lokale Repräsentation der Staatsgewalt sind sie jedoch machtlos und ducken sich. Das ist die bittere Erfahrung aus 20 Jahren.
muss hier etwas tun. Der beste Motor für Entwicklung und Wirtschaft ist Bildung. Das kann die Unterstützung afrikanischer Universitäten, Bereitstellung von mehr Studienplätzen für afrikanische Studenten in der EU etc. beinhalten. China macht es insofern richtig, als dass Geld in Afrika investiert wird. Über die Methoden kann man sich streiten, aber wir sollten bedenken, dass die Kolonialzeit in Afrika, die für vieles, was heute schief läuft, mitverantwortlich ist, noch nicht vergessen ist und viele Afrikaner ein Engagement von Europäern kritisch sehen. Natürlich besteht Afrika aus vielen Staaten, aber wir hören ja oft, dass sich die afrikanische Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten sehr stark entwickeln wird. Wir sollten also viel mehr Interesse an Afrika zeigen und dies nicht nur dem Entwicklungshilfeminister überlassen.

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mantrid 15.07.2019, 09:14
126. Etwas Volkswirtschaftslehre

Geld ist nur ein Gutschein, um Waren oder Dienstleistungen zu beziehen. Fehlt der Glaube daran, dass die Gutscheine eingelöst werden, führt das zur Währungskrise. Zinsen sind der Preis dafür, dass jemand zunächst auf eine Investittion oder Kosum verzichtet, während jemand anderes jetzt investieren oder konsumieren will, obwohl er das Geld dafür gar nicht hat. Die wundersame Geldvermehrung, die hier eingie Foristen bescheiben haben, gitb es so nicht. Notenbanken sollen eigentlich nur Ungleichgewichte ausgleichen. Inzwischen sind sie es allerdings zunzhemend, die Märkte außer Kraft setzen und erst für die Ungleichgewichte sorgen. Sei es um der eigenen Wirtschaft Vorteile zu verschaffen oder gar den Staaten billige Möglichkeiten für das Schuldenmachen zu verschaffen. Bretton Woods sollte für Spielregeln sorgen,um das zumindest einzudämmen. Blöd nur, wenn niemand sich mehr an Regeln halten will, sei es China (Währungsmanipulation, Potektionismus), USA (Protektionismus) oder auch die Euro-EU (Währungsmanipulation um Schulden machen zu können). So würde auch Alternative b) nicht funktionieren.

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Tom63 15.07.2019, 09:18
127. Entwicklung, Innovationen und Erfindungen wären besser

Schuld sind diejenigen die nie genug bekommen können. Ständiges Wachstum ist nur dann möglich wenn ich immer was neues bringe was die Menschen brauchen. Dazu gehört kein Plastikmüll aus China, keine Computer aus China und auch sonst nichts aus China. Was aus China kommt ist hergestellt worden ohne Rücksicht auf Natur und Mensch. In China heisst das Arbeitsmotto Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft.

Eine Erfindung zur jetzigen Zeit wäre wenn man günstigst Wasserstoff herstellen und speichern könnte. Das würde Hausbesetzer unabhängig von Erdöl, Gas, Strom machen und nachhaltig sein. Außerdem würde wir unser Klima damit schützen. Technisch ist das schon lange machbar, aber es wäre im Moment zu teuer. Alles zusammen dürfte nicht mehr kosten als eine neue Heizung.
Außerdem könnte jeder sein Wasserstoffauto dann zu Hause in Minuten tanken.
Mit der richtigen Technik können wir also weit kommen, doch leider geht man hier den Weg die Kuh solange melken wie sie Milch gibt und danach dumm schauen wenn sie keine mehr gibt. Dumm nur wenn dann nichts nachkommt was Milch gibt.
Sicher gibt es noch viele weitere Dinge die die Menschen brauchen würden, z.B. Sensoren die erkennen wenn sich die Gesundheit einer Person ändert, günstige Roboter die zu Hause alles machen, denn dann hätten wir viel mehr Zeit für andere Dinge .....

Den Weg den wir jetzt gehen findet ohne Überlegung statt. Da wäre das 5G Netz das wir angeblich zum autonomen Fahren brauchen.
Durch diese Vorgehensweise wäre ein Fahrzeug angreifbar und manipulierbar. Ich würde so etwas ablehnen, denn wenn jemand mein Auto cracked und dann steuern kann, was wäre dann. Jedes Auto muss die Intelligenz mit sich tragen, nicht so wie bei Alexa und Co. wo man mitlauschen kann. Diejenigen die sich so etwas anschaffen sind wahrscheinlich scharf darauf, wenn diese Firmen mitbekommen was Nachts in den Schlafzimmern passiert. Das funktioniert aber auch bei Smartphones, denn durch bestimmte Codes die man eingeben kann sind das die Spione in unserem Privatbereich.
Die Menschen sollten viel kritischer sein und viel mehr nachdenken was sie kaufen und wie sie handeln. Leider werden sehr viele durch Werbung beeinflusst und das ist in meinen Augen schlecht. Durch Werbung geschieht wissentlich und willentlich eine Manipulation der Menschen.

Der Handel ist zu retten, aber nicht mit dem Weg der jetzt gegangen wird. Nur durch Wissen und Neuerung ohne Gier wird es weiter funktionieren.
Die Gleichberechtigung, Menschenrechte und Umweltschutz müssen hierbei ganz oben stehen.

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Tom63 15.07.2019, 09:22
128.

Zitat von Andrea Nxxx.
Die Globalisierung ist ja durchaus nicht unumstritten. Insofern - warum meint der Autor, es würde "noch schlimmer kommen", wenn ein Teil der Fehlentwicklungen zurückgedreht werde und nicht mehr jedes noch so kleine Stück Plastik oder Textil unter fragwürdigsten Bedingungen in Asien gefertigt und anschliessend um den halben Globus geschippert wird? Ich persönlich bin durchaus dafür, dass wieder mehr vor Ort gefertigt wird.
Das finde ich auch, da kann ich nur 100% ig zustimmen, denn dann hätten wir auch weniger Verkehr auf den Straßen und die Umwelt würde auch nicht so leiden.

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oldisepp 15.07.2019, 09:50
129.

Zitat von thinking_about
Und weil Sie von den ungedeckten Goldzertifikaten sprechen, das mir neulich begegnete - weil ich immer für meine Nachbarschaft die Ölbestellung organisiere und mich an den Rohölcharts ausrichte - eine Neuerung unter die Augen: es gibt tatsächlich Futures auf CO2, das ist nun also zu einer spekulativen Handelsware geworden., die natürlich auch nicht ausgeliefert werden kann, denn wohin damit. ????? Man handelt also spekulativ auf die Entwicklung der Zertifikate? Dieses Beispiel zeigt mir, wie total verkommen die Finanzindustrie geworden ist, und wenn die CO2 Besteuerung kommt, wird dieses Spielfeld nur noch lukrativer. Ich vermute mal, dass zBsp ein Herr Altmeier von alledem ganz und gar keine Ahnung hat, ist ja nicht sein Gebiet......
Die werden gut beraten, von Finanzexperten.
Es ist halt eine große Glaubensfrage, so lange das alle daran glauben ihr Geld wieder zu bekommen ist alles gut.
Ist eingentlich Wahsinn das der größte Exportschlager einer Nation, grün bedrucktes Papier ist. Solange alle daran fest halten und glauben das das Papier einen Wert hat, passiert nichts.
Aber es werden immer weniger Gläubige, sprich Iran, Russland usw.
Daher ja auch die Konflikte.
Nicht umsonst traten Frau Merkel und Herr Steinmeier 2008 vor die Kamera um die Leute zu beruhigen.
Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben.
Das ist jetzt meine Ansicht, aber ich glaube über höhere Steuern wie CO2 könnte es noch gehen. Ganz einfach , die Steuer betriff ja alles, somit heizt man die Inflation an, die Löhne steigen und man kann sich so langfristig entschulden. Den Zinsen senken geht ja nicht mehr.

Das macht ja die Nation mit dem grünen Schein schon immer.
So haben wir zum Beispiel den Vietnamkrieg indirekt mitfinanziert.
Der Doller wurde in den 70iger abgewertet, und wir sprich Pfund, DM und Frankreich wurden gezwungen aufzuwerten.
Das steht im Buch von Michael Hudson Finanzimperialismus so drin.
Wirklich sehr Aufschlußreich, aber auch schwer zu lesen.
Er legt deutlich dar wie nach dem zweiten Weltkrieg, eine Nation zur Weltmacht wurde und auch das Britische Empire nieder ging.
Aber da könnte man noch Stundenlang darüber schreiben...

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