Forum: Wirtschaft
Handels- und Währungskrieg: Warum das Weltwirtschaftssystem weiter zerfallen wird
Uncredited/CHINATOPIX/dpa

Die westlich dominierte Weltwirtschaftsordnung geht zu Ende - und es dürfte noch schlimmer kommen. Schuld daran ist nicht allein US-Präsident Trump. Es gibt noch ein paar andere Verdächtige.

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Christa Reldats 15.07.2019, 10:01
130. Dann zerfällt es eben

Wenn es so ist, dass mit globaler Wirtschaft vor allem diejenigen stark gemacht werden, die sich als die Feinde des Westens bezeichnen und diesen "besiegen" wollen, vor allem auch militärisch, dann werden wir enstprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Dann wird es künftig eben keine globale Wirtschaft mehr geben sondern eine West- und eine Ostwirtschaft, Freihandel zwischen allen Mitgliedern der westlichen freien Welt... es wird paradiesisch sein!

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specialsymbol 15.07.2019, 10:19
131. Zu kurzsichtig

Es gibt noch eine Option d) , die aber offensichtlich in Europa und insbesondere in Deutschland "undenkbar" ist:
China schafft eine fernöstliche Großfreihandelszone. Deren Regeln müssten Deutschlan, Europa, Amerika und Russland und andere akzeptieren - oder draußen bleiben.
Und wer draußen bleibt versinkt in der Bedeutungslosigkeit.

Wenn man mal beruflich für längere Zeit in China war ist diese Lösung offensichtlich. In den USA hält man das Ergebnis übrigens auch nicht mehr für vollkommen abwegig.
Ich persönlich denke es ist die Zukunft. Deutschland ist zu träge, zu langsam, zu sehr in einer glorreichen Vergangenheit der 50er Jahre verhaftet, ohne dass erkannt wird, dass die Strukturen, die das Wirtschaftswunder einst ermöglichten, längst von den Vermögenden und ihren Schoßhündchen in der Politik geschliffen wurden um deren Reichtum zu zementieren.

Deutschland ist jetzt schon abgehängt, Europa wird immer verkrusteter. Es ist wie bei einem Auto, bei dem der Tank leer ist, das aber noch ausrollt. Der Fahrer tritt das Pedal und ruft "brummbrumm" und die Mitfahrer tun so als merkten sie nichts.

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mhwse 15.07.2019, 10:19
132. oder Variante d)

es werden nur noch lizenziert Bauanleitungen verschickt - und jeder druckt sich aus was er braucht, wann er es braucht - in einer Form dass es auch schnell wieder recycelbar ist ..
(das ist z.B. heute bei der "Zeitung" schon der Fall - es wird nur noch die Beschreibung - der Bauplan für die Seiten verschickt - wer es lesen will, muss eine Maschine bereitstellen - die - lizenziert Photos - und Text assembliert ..)
Wenn man die Maker Szene anguckt - gibt es zumindest auch die Maschine zum Zeitungslesen - als assemblierbare Bausätze ..
und im Grunde funktioniert die heutige Industrie bereits nach diesem Prinzip.
Jeder fertigt normiert Teile, die der Nächste passend für den Zweck assemblieren kann ..
(die verfügbaren Maschinen dazu werden immer leistungsfähiger - so dass die Ausgangsprodukte immer atomarer - werden dürfen).
Dass dann natürlich Zölle auf die Endprodukte verhängt werden - ist - nachvollziehbar.
Und sogar im Sinne der Abgasausstöße eher vorteilhaft .. (ja CO2 schädigt bzw. begünstigt die Wärme Reflexion zum Boden)
(Leiden wird darunter eher Deutschland, als China oder die USA - allerdings kommen aus Deutschland auch sehr gute Maschinen zur automatisierten Assemblierung)
Ob sich also an der Weltszene tatsächlich (noch) etwas groß ändern wird - ist die Frage.
Die einschneidendsten Änderungen in der Industrie (zumindest hierzulande) erfolgten währen der 1980-1990er Jahre.
Eher könnte es so sein, dass Grundstoffproduktion zum Teil (wegen der Zölle) - wieder heimisch wird - dann aber eben vollautomatisch.

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Dr. homo oeconomicus 15.07.2019, 10:28
133.

Zitat von oldisepp
Sehr gut erkannt, ich kann nur den gespielten Witz mit Didi Hallerforden empfehlen. Das Problem ist das Geld eigentlich mit irgend etwas hinterlegt sein muß, sprich Ware. Denn Geld kann niemals Geld erzeugen. Sprich auch Zinsen. Darum gibt es ja im moslemischen Glauben keine Zinsen. Selbst ein gewisser Herr H. hatte das schon Anfang der 30iger erkannt. ( darf man das hier bringen ??) Wo soll auch das Geld für die Zinsen herkommen. Es wird immer einer verlieren. Und so läuft das Hamsterrad weiter und man muß zusehen um alle Gläubiger weiter bedienen zu können. Man könnte auch sagen, man ist abhängig. Und viele kapieren es nicht.
Was ist den Geld?
Geld ist in allererster Linie ein allgemein anerkanntes Tauschmittel. Es steht für einen gewissen Wert, vergleichbar mit einem Akku, der Energie speichert. Wenn sich einer Geld leiht, nimmt er waren oder Dienstleistungen in Anspruch, wofür er bis jetzt noch keine Gegenleistung erbracht hat. Für die Wartezeit erhält der Gläubiger/der Wartende eine Belohnung, die vorher ausgehandelt wurde.
Der Wert des Geldes wird immer durch seine Nachfrage bestimmt, ist diese gering, sinkt der Wert und man kann weniger dafür kaufen. Und Banken/ Zentralbanken können Geld erzeugen, ist es zuviel sinkt der Wert.

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qoderrat 15.07.2019, 10:49
134.

Wenn das Weltwirtschaftssystem von einem erratisch handelnden POTUS so destabilisiert werden kann, dass es auseinanderbricht, war wohl die Konstruktion vom Start weg defekt. Und dieser Gedanke kann getrost ins Land der Fabeln verwiesen werden, dazu hat das System viel zu lange gehalten und während der Zeit auch die Bush-Dynastie einigermassen schadlos überstanden.

Das wirkliche Problem ist doch eher, dass unendliches Wachstum der Logik folgend nicht existieren kann, und wir uns so langsam an die Grenzen der Möglichkeiten annähern. Warum nur in der Umweltfrage Nachhaltigkeit gefordert wrid, dies in der Wirtschaft aber als vollkommen unmöglich erscheint muss doch einmal hinterfragt werden.

Verschärft wird die Problematik dadurch, dass in der letzten Iteration die billige Werkbank nach China verschoben wurde, welches man sowohl aufgrund seiner Grösse als auch seiner politischen Struktur von aussen nicht so einfach beeinflussen kann, und die jetzt die Kontrollstrukturen, die von den westlichen Wirtschaftsräumen geschaffen wurden, für ihre eigenen Interessen nutzen. So arg viele Möglichkeiten als neue Ziele für den Tross gibt es jetzt nicht mehr, Indien und Pakistan oder Afrika, die ersten beiden davon sind selbst wiederum gross und selbstbewusst genug um eigene Player zu werden, Afrika dagegen wäre die letzte grössere Option, allerdings ist dort die politische Instabilität so gravierend, dass der Investor auch eher vorsichtig wird. Und wo soll es dann hingehen, der nahe Osten, den man systematisch grossflächig zum Kriegsgebiet gemacht hat?

Jedes Schneeballsystem bricht irgendwann zusammen, und ich hoffe nur aus ganz egoistischen Motiven dass es noch lange genug hält, dass ich das nicht mehr erleben muss.

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Duzend 15.07.2019, 11:32
135. Das mit dem Geld ist schwierig,...

Zitat von Dr. homo oeconomicus
Was ist den Geld? Geld ist in allererster Linie ein allgemein anerkanntes Tauschmittel. Es steht für einen gewissen Wert, vergleichbar mit einem Akku, der Energie speichert. Wenn sich einer Geld leiht, nimmt er waren oder Dienstleistungen in Anspruch, wofür er bis jetzt noch keine Gegenleistung erbracht hat. Für die Wartezeit erhält der Gläubiger/der Wartende eine Belohnung, die vorher ausgehandelt wurde. Der Wert des Geldes wird immer durch seine Nachfrage bestimmt, ist diese gering, sinkt der Wert und man kann weniger dafür kaufen. Und Banken/ Zentralbanken können Geld erzeugen, ist es zuviel sinkt der Wert.
...aber nicht undurchdringlich. Ein Problem daran ist das Bewusstsein der Eliten, dass, wenn die Menscheit mehrheitlich verstanden hätte, was unser Geld ist, wir dann eine "...Revolution vor morgen früh..." hätten. Ich empfehle Paul Schreyers Buch dazu: "Wer beherrscht das Geld?" zusammen mit einem vielsagenden Interview mit ihm auf einem österreichischen Radiosender.
Unter anderem lehrt einen dieses Buch auch, dass es ein weit verbreiteter Irrglaube ist, die Rolle des Geldes als Tauschmittel als erste und wichtigste zu nehmen. Geld steht geschichtlich von Beginn an für Kredit und damit (lat.) für Vetrauen. Vetrauen darin, dass einer eine bis dahin nur vesprochene Leistung schon noch erbringen wird.

Andererseits könnte man auf unsere derzeitigen Verhältnisse gemünzt durchaus auch so aufzählen:
1) Geld ermöglich Handel, es erleichtert Tauschvorgänge
2) Geld im Sinne einer (nationalen) Währung steht für eine gesellschaftliche Übereinkunft über den Wert von (Arbeits-)Leistungen
3) zu den "Leistungen" gehört auch das Besitzen von Produktionsmitteln
4) zu den tauschbaren Leistungen gehört auch das Besitzen von Erdoberfläche im Sinne eines Verbietungsrechts, dass sich andere Menschen dort ohne besondere Konzession nicht aufhalten dürfen.
5) zu den "Leistungen" gehören auch die ruhenden oder zu Tage geförderten materiellen Ressourcen, die in oder unter diesem Stück Erdoberfläche schlummern.

Mit den "Leistungen" 3) bis 5) kann man Besitzlose in die Enge treiben. Wer sich in einer dieser Leistungen sonnen kann, kommt über lange Strecken sogar ohne das Erbringen klassischer Arbeitsleistung im Sinne des Hervorbringens eines Produktes aus. Die Zinsordnung zusammen mit der Regelung über Vermögens-, Erbschafts und Kapitaleinkunftssteuer ist das innenliegende Getriebe dieser gigantischen Maschinerie, an der von Haus aus nichts, aber auch gar nichts demokratisch ist. Was der Autor vielleicht auch meint: Die Zeit ist reif für ein demokratisches Geldsystem - oder wir schicken die Vorstellungen von Demokratie am besten gleich komplett den Bach hinunter.

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kraus.roland 15.07.2019, 11:41
136. Müller bringt es auf den Punkt,..

..bis auf zwei gewichtige Aspekte: 1. wir haben de facto das anglo-amerikanische Zockersystem ins Kraut schiessen lassen. Dieses Piraten-System (wieder) ins Geschirre zu nehmen, wird nicht gelingen, solange ein Oberpirat Präsident der USA bleibt. 2. China, als gelernter Oberpirat, wird auf lange Sicht nicht so weitermachen können. Von innen wird es "Demokratiebestrebungen setzen", die dem diktatorischen Staatskapitalismus Grenzen aufzeigen werden. Und von aussen werden liberale Demokratien aus reinem Selbstschutz den neuen Riesen einhegen. Dazu braucht es freilich neues Personal mit Mut zu neuem Anstand!

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mhwse 15.07.2019, 11:42
137. Klima und Wirtschaft

Zitat von hausfeen
#103. Klimadesaster und Wirtschaftschaos haben die gleiche Wurzeln. Man muss nur mal genauer hinschauen.
bzw. die Prognosemodelle - benutzen sogar die selben Formel Systeme ..
(wobei das Klima - nicht zu verwechseln mit dem Wetter dabei wesentlich besser vorhersagbar ist).
Beim Klima sind ca. 4 Milliarden Jahre an Aufzeichnungen - wenn auch die frühen Jahre sehr ungenau vorliegen, vorhanden.
Beim Klima gibt es nur wenige Grundfaktoren - und bekannte vom Eintrittszeitpunkt nicht exakt vorhersagbare Störfaktoren (Meteore/Vulkane) die über lange - Zeit sonst sehr exakt messbar und berechenbar sind.
Wirtschaftsmodelle hingegen haben weit aggressivere forced feedback Mechanismen - die nicht in Jahrhunderten sonder schon im Sekundentakt selbst verstärkend auftreten können..
daher ist die Wirtschaft weit schlechter prognostizierbar, als z.B. das Klima. (dass das so ist, will halt nicht jeder akzeptieren.)
Über moderne Wirtschaftssysteme gibt es ggf. max. 100 Jahre Aufzeichnungen - sie sind immer noch, einer ständigen, grundsätzlichen Änderung unterworfen.
(Der Planet hat seit der Abkühlung und Bahnstabilisierung, nur wenige drastische Änderungen von Außen erfahren und das auch nur in sehr langen Zeiträumen.)

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oldisepp 15.07.2019, 11:55
138. Paul Schreyer ist auch gut

stimmt kann ich nur empfehlen, aber empfehlen kann ich auch Sarah Wagenknecht. Die hat das auch messerscharf dargestellt.
Leider ist da halt der Wunsch oder wie es besser geht mit der Wirklichkeit nicht vereinbar.
Was auch schade ist, das dann Leute wie der Dirk Müller in der öffentlichen Mainstream Medien so zerrissen werden.
Dabei will er nur den Volk die Sachlage verständlich machen.
Is halt nicht erwünscht.

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mmengi 15.07.2019, 13:49
139. Anders als man denkt

Es kommt immer anders. Durch die Möglichkeiten der globalen Kapitalspekulation drehen sich ökonomische Räder, die enorme Nebenwirkungen, ungewollte Nebenwirkungen produzieren. Das ist das Gefährliche am Kapitalismus, er schafft enorme Produktivität - aber lässt dann die Profitrate sinken. Dadurch entstanden Krieg, um die Märkte zu vergrößern...

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