Forum: Wirtschaft
Handels- und Währungskrieg: Warum das Weltwirtschaftssystem weiter zerfallen wird
Uncredited/CHINATOPIX/dpa

Die westlich dominierte Weltwirtschaftsordnung geht zu Ende - und es dürfte noch schlimmer kommen. Schuld daran ist nicht allein US-Präsident Trump. Es gibt noch ein paar andere Verdächtige.

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Joachim Petrick 15.07.2019, 14:24
140. Droht nach Abzug der Diplomaten, Rückkehr der Generäle Währungskrieg?

Das Bretton Wood Währungsabkommen 1944 fand unter Ausschluss der UdSSR Wirtschaft statt, anders als Chefberater Maynard Keynes, der den Dollar nicht als Leitwährung installiert wissen wollte, der den Semi Goldstandard 35 US $/Unze garantiert, weil das den USA freie Hand geben würde, sich durch Ankurbeln der Geldnoten Druckerpresse zulasten Dritter zu entschulden, - siehe US Präsident Richard Nixon TV Erklärung 1971, nachdem Frankreich unter De Gaulle 1968 seine in Fort Knox/USA deponierten Goldreserven nach Paris zurückgeholt hatte - , der $ werde von seiner Goldstandard Zusage 1944 entbunden, für jede Unze Gold 35 $ auszuzahlen, angesichts immens staatlicher Verschuldung der USA erst durch den Koreakrieg 1951-53 , Vietnamkrieg 1962-1975, geschah genau dies nach Keynes Tod im selben Jahr.

Gleichzeitig führten französische Liberale, für die der französische Präsident Emmanuel Macron als Ex Good Guy Goldman Sachs Investmentbanker steht, 1945 die Feder, nachdem das Ansehen französischen Militärs durch die Niederlage 1940 gegen das deutsche Reich verblasst war, französische Besitzansprüche, exklusiver Einflussverhältnisse in der Weltwirtschaft auf ein finanzindustrielles Gleis zu heben, indem Paris in seinen Kolonialgebieten Afrika 1945 die CFA Franc Währungszone in der Sahelzone schuf, der Landeswährung für Benin, Burkina Faso, Guinea-Bissau, Elfenbeinküste, Mali, Niger, Senegal, Togo, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Kongo, Äquatorialguinea, Gabun, die sämtliche Goldbestände, 50 % Devisenbestände an die französische Nationalbank Paris mit verheerenden Folgen für die eigene Entwicklung abzuführen haben.
Ohne CFA Franc Währungszone in der Sahelzone stünde Frankreich seit 1945 nicht an 7. Stelle in der Rangliste der Weltwirtschaftsplayer sondern an 15. Stelle. Inzwischen ist die CFA Franc Währungszone nicht mehr an den französischen Franc gekoppelt, sondern unter vorherigen Bedingungen mit verheerenden Wirkungen an die Eurozone seit € Einführung 1998.
Nicht von ungefähr, fragen sich da nicht wenige, schreitet die Militarisierung nicht nur französischer Außen- , Sicherheits- Wirtschaftspolitik durch französisch-deutsch Aachener Vertrag mit Militärkomponente zur Bekräftigung Elysee Vertrages 1963 voran?

Passt dazu, dass Macron Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen als Dreamteam Bündnispartnerin für sog Stabilisierungsmissionen in Mali, mit UNO und Bundestag Mandat, Niger ohne irgendein Mandat, erklärtermaßen entgegen Spitzenkandidaten Modell 2014, als neue Kommissionspräsidentin favorisiert, in Visagestaaten, jenen Ländern, die einst durch sog Vielvölkerstaaten, russisches Zarenreich, UdSSR, Osmanisches Reich, k. u. k. Donaumonarchie, Deutsches Reich, Italien kolonialisiert waren, eine reaktionäre Rhetorik Platz greift, während ehemalige Kolonialmächte Frankreich, England, Italien, USA, Russland Fakten reaktionärer Politik der Intervention, Annexion, Strategie der Spannung Kalten Krieges 1948-1989, Brexit nach innen, Sanktionen, Protektionismus nach außen, Abkehr von Prinzipien Freien Handels, Wandels, Verkehrs, der Unterdrückung, Radikalisierung in aller Welt nach Nine Eleven 2001 schaffen?

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spmc-12355639674612 15.07.2019, 18:53
141. Nein!

Zitat von Christa Reldats
Wenn es so ist, dass mit globaler Wirtschaft vor allem diejenigen stark gemacht werden, die sich als die Feinde des Westens bezeichnen und diesen "besiegen" wollen, vor allem auch militärisch, dann werden wir enstprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Dann wird es künftig eben keine globale Wirtschaft mehr geben sondern eine West- und eine Ostwirtschaft, Freihandel zwischen allen Mitgliedern der westlichen freien Welt... es wird paradiesisch sein!
Paradiesisch wird es nicht sein, denn vieles von dem, was unseren Wohlstand ausmacht, ist ohne die ostasiatischen Staaten gar nicht denkbar.

Aber Sie können beruhigt sein: Es wird auch weiterhin einen globalisierten Handel geben, auch mit den asiatischen und afrikanischen Staaten. Und denken Sie immer daran, dass wir uns auf die militärische Stärke nicht verlassen sollten. Ein ernsthafter militärischer Konflikt zwischen großen Staaten ist heute für niemanden mehr gewinnbar.

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From7000islands 15.07.2019, 18:58
142. @140 Frau v d Leyen ...

...ist in den Augen Macrons und Merkels ein willfähriges Instrument, um die Linie Macron / Lagarde zu unterstützen. Frau vd L. hat jahrelang gezeigt, dass sie keine eigene Meinung besitzt, Parteisoldatin ist, gut aussieht, und in Diskussionen jeden Standpunkt verteidigen kann. Was könnte Macron mehr erwarten? Nach Merkel werden die Deutschen aufwachen und die SPD sich zerfleischen, falls sie jetzt nicht mit einer Stimme v d L. in Brüssel ablehnt.

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Weltgeisterer 15.07.2019, 19:49
143. Einspruch

Zitat von Patrik74
Wie viele verwechseln sie Geldmenge und Einkommen. Die Zinsen werden aber nicht aus der Geldmenge, sondern aus dem Einkommen gezahlt. Das ist ein Unterschied und die Lösung dieses Geheimnisses ist, die Geldmenge zirkuliert, dadurch kann das Einkommen höher sein als die Geldmenge. [...] Der Zins wurde bezahlt, es fehlt nichts.
Sie haben nicht verstanden, dass die gesamte Geldmenge die Einkommen bereithalten muss, um die Kredite+Zins zu bezahlen.
In ihrem Beispiel kommt von "woanders" "wundersam" jemand, der Einkommen zahlt.
Wenn der Kreditnehmer den Kredit zurückzahlt, dann ist das Geld weg und kann nicht mehr zirkulieren, denn es sind Schulden!

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Weltgeisterer 15.07.2019, 19:55
144. ?

Zitat von thinking_about
ist eben das Kreditgeschäft und wenn sie im derzeitigen Nullzinz kaum Gewinne machen können, geraten sie zunehmend in Schieflage, außer sie machen Investment Geschäfte, oder gehen ins Hochrisiko der Derivate und genau da sieht es finster aus. Das sind solche Unsummen, da kann auch kein Staat mehr rettend eingreifen und genau in USA ist das derzeit wieder unglaublich ausgeartet, das sind Summen, die normalerweise ganze Volkswirtschaften erzeugen, aber die Derivate sind nur gehebelte Produkte auf irgendwas, so entstand die Finanzkrise und kann sich sehr leicht wiederholen.
Wovon Sie schreiben, hat mit meiner Kritik des Geldsystems überhaupt nichts zu tun, das sind nachgelagerte Mechanismen, die sich aus den Möglichkeiten des Systems ergeben, sie sind aber auch in anderen Systemen möglich und haben nichts mit der Entstehung von Geld zu tun.
Manchmal wundere ich mich, dass Menschen nicht über die Geldschöpfung nachdenken können und irgendwie immer annehmen, man müsste nur das Geld verdienen, dann hätte man es.
Nochmal zum Mitsprechen:
"Die ausgeschüttete Geldmenge reicht niemals aus um auch die Zinsen zu bezahlen."
An dieses Problem muss man ran, und dann löst sich auch die Wirtschaft in Wohlgefallen auf, weil plötzlich jeder an Geld kommt - ohne Zins fließt es nicht mehr ab, sondern zirkuliert, bis es nicht mehr gebraucht wird (dann wird es zurückgezahlt und verschwindet).

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mostly_harmless 15.07.2019, 19:58
145.

Zitat von Christa Reldats
Wenn es so ist, dass mit globaler Wirtschaft vor allem diejenigen stark gemacht werden, die sich als die Feinde des Westens bezeichnen und diesen "besiegen" wollen, vor allem auch militärisch, dann werden wir enstprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Dann wird es künftig eben keine globale Wirtschaft mehr geben sondern eine West- und eine Ostwirtschaft, Freihandel zwischen allen Mitgliedern der westlichen freien Welt... es wird paradiesisch sein!
Wenn Sie wollen, dass sich Ihre Lebenshaltungskosten verdreifachen und die Armutsquote hierzulande ebenfalls, ist das sicher eine großartige Idee

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mostly_harmless 15.07.2019, 20:00
146.

Zitat von der_rookie
[...] Und wie würde China darauf reagieren? Wann setzt China erstmals seine Armee im Ausland ein?
Für diese Premiere kommen Sie ein paar Jahrzehnte zu spät. Die fand in Korea in den 50ern statt

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Filsbachlerche 15.07.2019, 21:47
147. Genau: Bildung für Kinder

Zitat von spmc-12355639674612
muss hier etwas tun. Der beste Motor für Entwicklung und Wirtschaft ist Bildung. Das kann die Unterstützung afrikanischer Universitäten, Bereitstellung von mehr Studienplätzen für afrikanische Studenten in der EU etc. beinhalten. China macht es insofern richtig, als dass Geld in Afrika investiert wird. Über die Methoden kann man sich streiten, aber wir sollten bedenken, dass die Kolonialzeit in Afrika, die für vieles, was heute schief läuft, mitverantwortlich ist, noch nicht vergessen ist und viele Afrikaner ein Engagement von Europäern kritisch sehen. Natürlich besteht Afrika aus vielen Staaten, aber wir hören ja oft, dass sich die afrikanische Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten sehr stark entwickeln wird. Wir sollten also viel mehr Interesse an Afrika zeigen und dies nicht nur dem Entwicklungshilfeminister überlassen.
und bessere Gesundheitsversorgung ist das Ziel unseres kleinen Vereins.
Wir renovierten eine vorhandene Krankenstation und statteten diese besser aus. Wie bezahlten dafür alle Materialien und baten die Einheimischen, uns dabei zu helfen. Auf gutes Zureden der tradiitionellen Stammesautoritäten (die neben der offiziellen Autorität) noch sehr viel Einfluß haben, taten sie das auch.
Auch bauten wir eine Schule (auf gleiche Weise) und zahlten den dortigen Lehrern ein Zusatzgehalt für ihre Tätigkeit in dem entlegenen Gebiet.
Wir konnten den Schamanen davon überzeugen, daß es für die Gesundheit der Bevölkerung besser sei, den bislang verbotenen Anbau von Gemüse durch einen seiner Vorgänger zu beenden.
Wir errichteten sogar eine Funkstation, damit sie bessere Verbindung in die Hauptstadt hatten. Leider wurde diese bald geplündert und verschwand spurlos.
Doch wissen wir, daß unsere Weigerung, Bestechungsgeld zu zahlen, bald üble Gerüchte über uns in die Welt zur Folge hatte. Hinter uns stehe ein sehr reicher Mann. Damit war ein pensionierter Gymnasiallehrer gemeint, der ein paar hundert Euro gespendet hatte.
Eine große Feier in der Hauptstadt war der einzige Effekt einer offiziellen Spende aus Europa (nicht von uns!) , die an einen örtlichen Verein und lokalen Partner einer großen Entwicklungshilfeorganisation gegangen war.
Langt Ihnen das?

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spmc-12355639674612 15.07.2019, 23:51
148. Ich finde es erstaunlich,

Zitat von jpphdec
"Ordnung", eine solche muss durchgesetzt werden, ultimativ mit (auch militärischer) Gewalt. Das ist eine historische Tatsache (man beachte nur die Geschichte des britischen Empire, von mir aus auch des römischen). Die Bereitschaft der USA dazu ist rasant am schwinden, die Europäer üben sich in noblesse oblige. Die Resultate ernten wir seit etwa Ende des Kalten Krieges. Soviel zur Sachlage. Kann man gut finden oder nicht, nur Ignoranz wird genauso wenig an den Fakten ändern wie "Verhandlungen". Wer "verhandeln" muß hat bereits verloren, denn er ist nicht mehr bereit oder in der Lage auch nur seine Minimalpositionen zu "verteidigen", insbesondere seine "Werte". Wenn schon der Wille fehlt sich durchzusetzen, dann darf man sich auch nicht wundern oder beklagen, wenn das im Ergebnis Andere tun.
dass man hier im Forum einen solchen Nonsens über sich ergehen lassen muss. Aus welcher Gazette haben Sie diesen Schmarrn?

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spmc-12355639674612 16.07.2019, 00:06
149. Noch einmal für Anfänger

Zitat von Blaubeerchen
... während China doch im Grunde nichts anderes macht, als Neo-Kolonialismus und Neo-Imperialismus. Sie machen genau das, was die Europäer (vor allem das britische Empire) vor 200 Jahren in Asien gemacht haben. Aber die Ideen der Vergangenheit haben ja ausgedient... *laughs in Chinese* Übrigens: Wenn die EU weiter so Mist baut, Transparenz und Demokratie nicht fördert, und die Euro-Krise nicht überwunden wird, halte ich einen Kollaps des Euro und eine (wenn auch erstmal temporäre) Rückkehr nationale Währungen nicht für sooo unrealistisch. Die Nullzinspolitik (=Enteignung der Sparer) ist doch das einzige, was den Euro noch am Leben hält.
Sie haben KEIN Recht auf Sparzinsen. Das Fehlen eines Zinses ist auch keine Enteignung. Ihr Geld will halt niemand, also zahlt Ihnen auch niemand etwas dafür. So einfach ist das. Davon bricht der Euro bestimmt nicht zusammen. Aber warum sollten wir, selbst in einer wirtschaftlichen Krisensituation, überhaupt zu nationalen Währungen zurückkehren? Was brächte uns das? Wollen wir uns etwa künstlich klein machen und uns aus dem großen internationalen Spiel zurückziehen, weil wir es mit der Angst zu tun bekommen?

Sehen Sie: Ich habe von der Nullzinspolitik gehörig profitiert, indem ich entsprechend investiert habe. Zu einer Zeit, in der Darlehen günstig sind, ist das das Gebot der Stunde. Auf bestimmte Aktien wird ja auch noch eine ganz ordentliche Dividende gezahlt. Jetzt flaut die Wirtschaft ein wenig ab, was ja nicht ungewöhnlich ist. Dadurch ergeben sich neue Gelegenheiten, nach interessanten Investitionsmöglichkeiten zu suchen.

Über den Weg Chinas wundere ich mich nicht. Das war so zu erwarten. Dass China Erfolg hat, liegt hauptsächlich daran, dass sie strategisch denken und viele Jahre im Voraus planen können. Wir könnten das auch, wollen es aber anscheinend nicht. Diesen Eindruck gewinne ich jedenfalls, wenn ich dauernd einige Propheten vom Ende des Euro schwafeln höre ...

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