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Handels- und Währungskrieg: Warum das Weltwirtschaftssystem weiter zerfallen wird
Uncredited/CHINATOPIX/dpa

Die westlich dominierte Weltwirtschaftsordnung geht zu Ende - und es dürfte noch schlimmer kommen. Schuld daran ist nicht allein US-Präsident Trump. Es gibt noch ein paar andere Verdächtige.

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Nonvaio01 14.07.2019, 17:45
10. das system ist Tod

das es nicht immer so weitetgeht war klar. Im Kapitalismus muss es verlierer und gewinner geben sonst funktioniert es nicht.

Geld wir NUR durch schulden erschaffen. Fuer Zinsen wird aber kein geld erschaffen. Defacto heisst das es gibt mehr schulden als Geld.
Ich leihe mir 100€ von der bank und muss 110€ zureckzahlen, die 10€ bekomme ich aber nicht von der bank, also muss ich die von jemand anderem bekommen, wenn man bei dem 100€ beispiel bleibt, muss der naechste schon 20€ auftreiben...usw ...usw.

Wenn ich immer saetz hoere wie der Staat muss sparen und schulden abbauen, dann bekommt defacto jemand anders die schulden, abgezahlt wurde nichts, die wurden nur von einem an den naechsten weiter gegeben.

Wenn Jemande 40MRD hat, hat jemand anders diesen betrag als schulden, denn Geld wird nicht weniger, es kan nur mehr werden.

langsam aber sicher kommenw ir an den Punkt wo das system einfach zusammen bricht.

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Nils Melzer 14.07.2019, 17:46
11. Bretton Woods?

Und ich Dummerchen dachte immer, in Bretton Woods sei die Golddeckung des Dollars abgeschafft und er somit komplett in eine Fantasiewährung verwandelt worden, das "Role Model" des Fiatgeldes sozusagen.

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oldisepp 14.07.2019, 17:47
12. Festhalten an erzockten Geld

Bei ein paar Punkten bin ich bei Ihnen, ich kann ein Buch empfehlen von Michael Hudson Finanzimperialismus.
Da bekommt man einen kleinen Einblick, wie das System Doller funktioniert.
Hauptproblem ist für mich das so viele Wertpapiere und Zertifikate im Umlauf sind, die aber mit nichts hinterlegt sind. So sind ja zum Beispiel 10 mal mehr Zertifikate auf Gold im Umlauf als das es physisches Gold gibt, oder noch mehr .
Und die, die da die größten Gewinne hatten, wollen natürlich die erzockten Gewinne nicht wieder verlieren.
Es wird halten einen großen Knall tun und 97 % der Menschen werden verlieren. Die, die sowieso Gewinner sind haben sich vorbereitet und längst in Sachwerte investiert.
Und so geht die Umverteilung immer schön weiter, von Unten nach Oben.

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Andrea Nxxx. 14.07.2019, 17:54
13. Gesunde Korrektur

Die Globalisierung ist ja durchaus nicht unumstritten. Insofern - warum meint der Autor, es würde "noch schlimmer kommen", wenn ein Teil der Fehlentwicklungen zurückgedreht werde und nicht mehr jedes noch so kleine Stück Plastik oder Textil unter fragwürdigsten Bedingungen in Asien gefertigt und anschliessend um den halben Globus geschippert wird? Ich persönlich bin durchaus dafür, dass wieder mehr vor Ort gefertigt wird.

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onkel-ollo 14.07.2019, 17:55
14. Zeit ist reif für ein Reset!

Ich fände es nicht schlimm, wenn sich der globale Handel wieder auf seine kontinental-regionalen Stärken begrenzen würde. Denn der einzige Vorteil ist doch heute, daß jeder alles überall hin transportieren will. Daran aber geht die Umwelt -unsere Lebensgrundlage- zu Grunde. Was haben Sushi aus Japan, Mais aus den USA oder Jeans aus Bagladesh bei uns zu suchen? Und am sagenumwobenen deutschen Maschinenexport profitieren nur Großunternehmen, die dann noch schwerer werden und sich irgendwann ganz aus jeder Steuerpflicht verabschieden. Klar würden einige Produkte teurer werden. Das aber schärft dann endlich mal wieder den Blick auf unsere nicht nachhaltige Lebens- und Konsumweise. Stahlimporte kosten dann eben mehr Zölle, das ist dann so. Aber es braucht auch keine Frau so viele billige Klamotten, daß sie ein ganzes separates Zimmer mit großen Schränken damit vollstopfen kann. Es leben bettelarme Menschen auf dieser Welt, die besitzen nicht einmal einen eigenen Löffel! Daß sich die Produktion und der Handel wieder mehr lokal beschränken könnten bedeutet auch nicht, daß sich Menschen nicht mehr international kennen lernen und gegenseitig besuchen würden. Nur diese elenden Ressoursen verbrauchenden Transportschiebereien müssen endlich aufhören. Internationaler Dumpingpreishandel zerstört heimische Industrien und Strukturen. Der globale Warentransport hat teilweise schon Fetish- und Guru-ähnliche Züge angenommen. Zeit für ein Reset!

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antelatis 14.07.2019, 17:56
15. Warum diese Zurückhaltung?

Warum wird in dem Artikel nicht klar und deutlich gesagt, was offensichtlich ist: Das Zerfallen dieses Wirtschaftssystems ist einzig und alleine die Schuld der Amerikaner. Diese haben Angst in einer zukünftigen Welt nicht mehr die absolute Nummer Eins zu sein und sind deshalb nicht mehr damit zufrieden, was ihnen das aktuelle System an Vorteilen bringt. Darum nehmen sie es jetzt auseinander, bis es wieder ihren Wünschen entspricht. Alles, was hier passiert, hängt doch nur davon ab, was die Amerikaner wollen und was sie nicht wollen. So einfach ist das ... warum es nicht mal aussprechen?

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oldman2016 14.07.2019, 17:57
16. Möglichkeit d)

Es fehlt die wahrscheinlichste Möglichkeit d): Chinas Form des Staatskapitalismus wird sich durchsetzen. Niedrigen Löhne, niedrigen Sozialstandards, niedrigen Umweltstandards und weitsichtige und langsfristige Wirtschaftspolitik aus einem Guss haben die westlichen Demokratien nichts entgegen zu setzen. Außer Zöllen und absolutes Importverbot für Waren, die unter Umständen produziert werden, die Sozial. und Umweltstandards nicht genügen. Und genau das wollen die Ideologen des freien Welthandels nicht. Also wird China derjenige sein, der zuletzt lacht.

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lofeu 14.07.2019, 18:00
17. Weltungergangszenario 120.0

Henrik Müllers Katastrophe der Woche. Können Sie auch einmal etwas positiv beurteilen? Ihre Orakel des wirtschaftlichen Untergangs lagen bisher alle falsch.

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winki 14.07.2019, 18:01
18. Der Welthandel oder das Verhältnis der Staaten untereinander, ...

das ist es nicht. Es ist der menschenverachtende Kapitalismus. Die Gier nach immer mehr. Alle die halbwegs deutsch verstehen sollten sich den Kabarettisten, einen der besten den Deutschland jemals hatte, mit seinem Programm "Bis neulich" ansehen. Bei YouTube kann man das noch finden. Er spricht dort sehr überzeugend von dem " immer mehr". Dazu kommt noch die Machtgeilheit der Regierenden die sich trotz erkennbarer gesundheitlicher Probleme nicht von ihren Sessel trennen können. Ein Bezug auf Deutschland ist gewollt.

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Weltgeisterer 14.07.2019, 18:01
19. Traut sich keiner....?

Warum traut sich kein Journalist, das eigentliche Übel anzusprechen? (Zumindest nicht in Leitmedien...)

Geld ist nichts weiter als ein Tauschmittel für Arbeit. Es ist kein Handelsprodukt an sich - aber es wurde dazu gemacht.
Das Problem ist ein mathematisches: Da Geld durch Kredit entsteht, aber der verlangte Zins für das ausgeschüttete Geld niemals mit ausgeschüttet wird, kann zwangsläufig nicht jeder seine Zinsen bezahlen.
Stellen Sie sich vor, es gäbe nur eine Bank und einen Kreditnehmer, dann wird es einfacher:
Die Bank erzeugt (weil sie es darf) 1000 Euro. Diese bekommt dann der Kreditnehmer gutgeschrieben.
Als "Preis für die Zurverfügungstellung von Geld" verlangt die Bank 10% Zins.
Im Umlauf sind aber nur die 1000 Euro. Das System wird nicht besser, wenn man Millionen Teilnehmer mit demselben Problem hat - es fällt nur weniger auf, dass diejenigen, die ihr Geld nicht zusammenbekommen, von der Bank einkassiert werden, während alle anderen versuchen, die fehlende Zinssumme anderen abzujagen.

Erst dadurch entsteht - zusätzlich zur Gier *mancher* Menschen - ein allgemeiner Druck, Profit zu erwirtschaften, es fördert Wirtschaftskrieg und Ellenbogenmentalität, und erzwingt ständiges Wachstum und Konsum, mit den allseits kritisierten Problemen.
Gleichzeitig haben die Banken die volle Kontrolle, wem sie Vorteile verschaffen und wem nicht. Wer schon Quasi-Monopolstellung hat, bekommt noch leichter große Kredite, und dadurch wird es für neue Unternehmen noch schwerer.
Dieses System muss ersetzt werden durch eine einzige Bank, die lediglich die Geldmenge organisiert (bzw. ohne Zins ist es ein selbststabilisiertes System: Viel Wirtschaftsaufkommen: Geldmenge steigt - geringes Wirtschaftsaufkommen - Geldmenge sinkt - die Kaufkraft bleibt aber erhalten). Private Banken wird es dann nicht mehr geben, weil das Ziel einer Bank nicht Profit sein darf.
Dies würde aber bedeuten, dass wir ersteinmal alle Banken entmachten müssten.
Eigentlich kein Problem. Milliarden Menschen stehen gegen die wenigen, die wirklich davon profitieren.

Jedem, der das erleben möchte, empfehle ich eine Partie Monopoly mit einer Bank und verzinsten Krediten statt rundenweisen Geldgeschenken. Spoiler alert: nach ein paar Runden gehören alle Straßen der Bank.

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