Forum: Wirtschaft
Handelskrieg bremst: Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit 27 Jahren nicht meh
Jason Lee / REUTERS

Nach einem überraschend guten Start in das Jahr 2019 geht es für die chinesische Wirtschaft nun bergab. Außenhandel und Industrieproduktion schwächeln. Peking versucht gegenzusteuern.

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kopfball123 15.07.2019, 08:55
1. Bevor jetzt wieder alle daherkommen und sagen...

... "6% Wachstum, davon können wir doch nur träumen!", klar, China ist aber ein Entwicklungsland und die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt bei nicht mal einem Viertel der EU. Da ist trotz hohem Wachstums noch VIEL zu tun.

Außerdem ist es eben schwierig wenn man sich jedes Monat um z.B. 8% des BIP neu verschuldet, aber die Wirtschaft "nur" um 6% wächst, da bekommst du irgendwann Probleme.

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mimas101 15.07.2019, 08:56
2. Hmm Tja

Mittlerweile lassen bereits chinesische Unternehmen z.B. Schuhe in Äthiopien fertigen - für den Heimatmarkt. Weil die Produktion in China ist den Firmen bereits zu teuer. Ein äthiopischer Arbeiter ist schon für einen Monatslohn von 30 US$ zu haben, in China nicht unter dem 15fachen.
China verliert somit seine Funktion als billige Werkbank der Welt - und das macht sich auch in den Kennzahlen bemerkbar. Auch wenn Peking gegensteuert, die Abwanderung der Investoren und Firmen wird weitergehen. Dafür werden die Chinesen auf riesigen Schuldenbergen hocken und das sind nicht nur die offiziellen Schulden sondern auch die Kredite auf den grauen Märkten bei denen die eine oder andere Billon an privaten Schulden versteckt ist.

China wird also schon bald sehr viel Geld brauchen und wenn das Land nicht die Notenpressen anlaufen läßt wird es die riesigen US$-Bestände zu Geld machen müssen. Entweder in vorgezogenen Fälligkeiten gegenüber den USA (die das dann wie üblich aus den Notenpressen erledigen und den US$ noch weicher werden lassen) oder dem Valkutaverkauf auf den Handelsmärkten was für die USA auch nicht bekömmlich sein wird.
Ob dann noch ein Tweet von D.T helfen wird wage ich ebenfalls zu bezweifeln.

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mweldag 15.07.2019, 08:57
3. Ist China stark genug?

Genau um solche Probleme zu bekämpfen sind die Chinesen seit langem in allen Kontinenten der Welt unterwegs. Urbares land in Zentralafrika pachten, Infrastrukturprojekte + Häfen etc etc. Irgendwann werden sie den Amis das Wasser komplett abgraben. Trump kann so of mit dem Säbel rasseln wie er lustig ist, diesen Krieg wird er nicht gewinnen.

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s.l.bln 15.07.2019, 09:02
4. Oh...

...nur 6,5% Wachstum.
Das ist ja quasi nichts. Trump läßt sich grade für das von Obama geerbte Wachstum von etwa 3% feiern.
Ich verstehe auch die Bewertung des Autoren nicht ganz: die 6,4 % Wachstum des ersten Quartals bezeichnet er als robust, während die 6,3% des zweiten Quartals nach Rezession zu riechen scheinen.
Ich vermute, die Chinesen werden das Ganze auszusitzen versuchen, in der Hoffnung, daß die Karten nach 2020 neu gemischt werden

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fritz_64 15.07.2019, 09:14
5.

Ich dachte die Welt ist bei China verschuldet. Allein die USA mit mehr als 2 Billionen $$...da war doch so eine Nachricht in der letzten Woche. Immerwährendes Wachstum funktioniert wohl nur mit immer mehr Krediten, die am Ende nimmermehr bedient werden können und einmal mehr ist das System an die Grenze des Machbaren gestoßen...aber Mangels Alternativen...the game must go on.

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vorsicht 15.07.2019, 09:17
6.

Jahrzehnte erklärt man, der Markt würde alles regeln. Das dem nicht so ist, zeigt sich aktuell nahezu exemplarisch. Die Wirtschaftsmacht USA erpresst mit Anwendung von Sanktionen und Zöllen. Im Besonderen Wirtschaftszonen, deren Konkurrenz man fürchtet, um nicht eigene Macht zu verlieren und dies ohne Rücksicht. Fairer Handel ist im Kapitalismus nicht möglich und mit den USA schon gar nicht. Angesichts dieser Tatsachen ist nicht zu verstehen, dass unsere Regierung Fracking Gas aus den USA zu unangemessenen Preisen importieren möchte. Würde mich interessieren, was die Fridays for Future Unterstützer zu dieser Ungereimtheit für Argumente hervorzaubern.

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123rumpel123 15.07.2019, 09:39
7. xxx

Zitat von kopfball123
... "6% Wachstum, davon können wir doch nur träumen!", klar, China ist aber ein Entwicklungsland und die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt bei nicht mal einem Viertel der EU. Da ist trotz hohem Wachstums noch VIEL zu tun. Außerdem ist es eben schwierig wenn man sich jedes Monat um z.B. 8% des BIP neu verschuldet, aber die Wirtschaft "nur" um 6% wächst, da bekommst du irgendwann Probleme.
........und wenn der Beschäftigungsdruck steigt, potenziert sich das Drama.
Die chinesische Zwickmühle besteht im "gekauften, kreditfinanzierten Wachstum und Expansion", wohl im Vertrauen darauf geplant, dass sich andere Volkswirtschafen wie die USA und EU widerstandslos ausplündern lassen werden.
Nun hat Trump der Rechnung den Riegel vorgeschoben.

Die Binnenkonjunktur anzuheizen ist sinnlos, die steigenden Löhne und Einkommen sind für das Exportgeschäft kontraproduktiv.

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Di_oH 15.07.2019, 09:52
8. Falsch gewickelt?

Zitat von vorsicht
Jahrzehnte erklärt man, der Markt würde alles regeln. Das dem nicht so ist, zeigt sich aktuell nahezu exemplarisch. Die Wirtschaftsmacht USA erpresst mit Anwendung von Sanktionen und Zöllen. Im Besonderen Wirtschaftszonen, deren Konkurrenz man fürchtet, um nicht eigene Macht zu verlieren und dies ohne Rücksicht. Fairer Handel ist im Kapitalismus nicht möglich und mit den USA schon gar nicht. Angesichts dieser Tatsachen ist nicht zu verstehen, dass unsere Regierung Fracking Gas aus den USA zu unangemessenen Preisen importieren möchte. Würde mich interessieren, was die Fridays for Future Unterstützer zu dieser Ungereimtheit für Argumente hervorzaubern.
Da sind Sie wohl etwas falsch gewickelt, besonders in Bezug auf den "fairen Handel" den man mit China machen kann. Erzwungener Wissenstransfer, minderwertige Kopien von geschützten Markenprodukten, subventionierte Produkte, mit denen die Märkte überschwemmt werden,... ist für mich alles andere als "Fair".
Mit den USA hat sich bisher eben erst ein Staat getraut, der "Fabrik der Welt" mit seiner 1 1/4 Mrd. Einwohnern die Stirn zu bieten. Die Vertreter der EU hofieren stattdessen lieber beim Mullah-Regime oder ermutigen mit Handelsverträgen die Regenwaldzerstörer noch mehr Fleisch, Soja und Co. zu erzeugen.
Und das alles, während man den Klimawandel mit immer weiteren Maßnahmen in der EU bekämpft und die USA dafür kritisiert, dass sie aus dem Klimaabkommen ausgetreten sind.

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Beat Adler 15.07.2019, 09:57
9. Chinesische Volkswirtschaft landete 2015 HART.

Chinesische Volkswirtschaft landete 2015 HART. Seitdem waechst sie kaum noch.

Das ist ein ganz normaler Vorgang einer Volkswirtschaft, die ununterbrochen ueber 30 Jahre lang stark wuchs. Es ist schon grossartige Leistung der Chinesen das Wirtschaft auf gleicher Hoehe zu halten.

Die 6.x Prozent Wachstumsangaben sind innenpolitisch motivierte Propaganda der alleinseligmachenden, kommunistischen Einheitspartei in Beijing.

Die Vorhersagen treffen immer ein. Auch hat China weder Sommer noch Winter, keinen Fruehling und auch kein Herbst, weder Extremwetter noch sonstwas, denn die Vorgaben stimmen Quartal um Quartal immer ueberein und sind so gut wie immer gleich auf eine oder zwei Stellen hinter dem Komma. Die kommunistischen Prognostiker sollte die Eurozone einstellen, dann wuessten die Leute Jahre im Voraus, wie die Wirtschaft waechst oder stagniert oder schrumpft;-)

Um zu wissen, dass diese 6.x % Angaben nicht stimmen, genuegt es die volkswirtschaftlichen Kennzahlen, die von ausserhalb Chinas her gegengerechnet werden koennen, zu analysieren. Sie zeigen es alle.
mfG Beat

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