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Handelsstreit: Was der EU-Kommissionschef bei Trump erreichen kann - und was nicht
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EU-Kommissionschef Juncker berät sich heute in Washington mit US-Präsident Trump über den Handelsstreit. Für Europa steht viel auf dem Spiel. Kommt es zu einer Annäherung?

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Bayuware1947 25.07.2018, 10:07
20. Europa erwache doch endlich und werde erwachsen und selbstständig.

Muss Herr Juncker in die USA fliegen, um dem US-Präsident die Handelsbilanz zu erklären? Ist das nicht nur noch lächerlich? Als nächste Stufe müssen europäische Politiker wohl noch Trump um Entschuldigung bitten.
Europa erwache doch endlich und werde erwachsen und selbstständig. Und versuche, einen guten Teil der Staaten dieser Erde zu gewinnen um sich gemeinsam gegen diesen Wahnsinnigen im Weißen Haus zur Wehr zu setzen.
Und im Übrigen: Wo sind sie denn, die ganz Wirtschaftswissenschaftler mit ihren Prognosen, die wie die Münchener Weisswurst nicht das 12-Uhr-Läuten überleben? Schon eine ganze Weile nichts mehr gehört, konkret, seit Trump die Welt terrorisiert.

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Liberalitärer 25.07.2018, 10:14
21. Rechtslage

Zitat von hansaeuropa
Bei Ricardo gab es aber keine Handelsungleichgewichte! Trump sieht durchaus Vorteile beim Handel, aber diese dürfen eben nicht nur auf einer Seite liegen. Daher hat Trump vollkommen recht, wenn er fairen (ausgeglichenen) Handel fordert. Wenn sich diese Erkenntnis endlich auch in Deutschland durchsetzt, können wir sogar den Euro retten.
Trump sieht sich laut Kudlow als Freihandelsbefürworter. Aber m.E. liegt er nicht falsch, wenn er sicherheitsrelevante Bereiche davon partiell ausnehmen will. Im UK werden auch neue Maßnahmen in dieser Richtung beschlossen. Über einen ausgeglichenen Handel braucht man nicht zu reden, das ist in D Rechtslage, wie auch Jürgen Trittin richtigerweise anmerkte.

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geschneider 25.07.2018, 10:18
22. An sich ist die Abschaffung aller Zölle

keine schlechte Idee. Nur hapert es daran, dass die Verbraucher verständlich und wahrheitsgetreu über importierte Waren informiert werden, bzw, dass es für den Einzelnen schlicht unmöglich ist den irrsinnigen Wust an Regelungen etc zu überblicken.
Die USA können beispielsweise gerne jede beliebige Menge Chlor-Hühnchen in die hiesigen Läden verfrachten, aber der Verbraucher muss sofort erkennen können was in der Packung steckt. Was nicht verkauft wurde muss dann natürlich auch zurück genommen und im Land des Erzeugers entseucht und vernichtet werden.
Bei Autos ist es leichter. Wer einen überdimensionierten Spritschlucker will, soll ihn auch kaufen können. Aber dann nicht meckern wenn eines Tages die Steuern für die mit und durch solche Fahrzeuge verursachten Schäden so heftig zu Buche schlagen wie sie wirklich sind.

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liberaleroekonom 25.07.2018, 10:24
23. Wie wäre es mit einem Stahlcent statt Strafzöllen?

Zitat von Liberalitärer
Diese Effekte gibt es. Aber der CEO von US Steel hat auch klar gemacht. Stahl ist auch eine Frage der nationalen Sicherheit, wenn es um Brücken, Straßen etc. geht. Es ist eigentlich die alte Linie der SPD (Stichwort Kohlepfennig). Taugt dieses globalisierte System mit seinen Interdependenzen wirklich, wenn es um kritische Belange geht. Und diese Frage steht eben im Raum. Wie wäre es denn, wenn D 100 Prozent seiner Energie bei Herrn Putin kaufen müsste?
Sie wissen vermutlich genauso gut wie ich, dass dieses Argument der nationalen Sicherheit in diesem Fall nur vorgeschoben ist. Es gibt nämlich nach den Spielregeln der WTO sehr genaue Vorgaben, wann Zölle (legal) erhoben werden dürfen und wann nicht. Und eine gefühlte ungerechte Behandlung ist definitiv kein Grund plötzlich (ohne vorherige Neuverhandlung der Abmachungen) Strafzölle zu verhängen. Die Gefährdung der nationalen Sicherheit durchaus. Also, welches Argument würden Sie gegenüber der WTO als Begründung liefern?
Sie tun ja gerade so, als wäre Amerika gezwungen seinen Stahl zu 100 Prozent aus dem feindlichen Ausland zu beziehen. Finden Sie das nicht etwas übertrieben?
Bei besonderem Qualitätsstahl haben Sie vielleicht sogar recht. Das liegt aber nicht am bösen Ausland sondern an der Unfähigkeit der eigenen Industrie. Mit Strafzöllen wird dieses Problem aber kaum gelöst werden können. Dann schon eher mit einem Stahlcent analog dem Kohlepfennig der SPD.

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bernteone 25.07.2018, 10:28
24. Da schickt die EU

Ihren besten Mann . Junckers wird es schon richten . Wie können bei Strafzöllen auf Autos auf 15 Millionen Arbeitsplätze wegfallen , in Deutschland arbeiten ca 1 Millionen in der Autoindustrie , in der EU ca 2,5 Millionen das sind wohl Fake News ? Autos werden weiter gekauft auch wenn sie 10 % teurer sind .

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Beat Adler 25.07.2018, 10:31
25. Wie lautet die Definition von: "Fairer Handel"?

Zitat von hansaeuropa
Bei Ricardo gab es aber keine Handelsungleichgewichte! Trump sieht durchaus Vorteile beim Handel, aber diese dürfen eben nicht nur auf einer Seite liegen. Daher hat Trump vollkommen recht, wenn er fairen (ausgeglichenen) Handel fordert. Wenn sich diese Erkenntnis endlich auch in Deutschland durchsetzt, können wir sogar den Euro retten.
Wie lautet die Definition von: "Fairer Handel"? Etwa "ausgeglichen", Wie soll das bei einer voll globalisierten Welt gehen?

Was ist mit den Dienstleistungen, dem Kapitalverkehr, den Patent -und Markenrechten, der Innovation, der Ideen, den Touristen und all die anderen Menschen, die sich ueber Grenzen hinweg bewegen?

Ein Fixierung auf Handel ist naiv!
mfG Beat

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Liberalitärer 25.07.2018, 10:36
26. Ungleichgewichte

Zitat von liberaleroekonom
Mit Strafzöllen wird dieses Problem aber kaum gelöst werden können. Dann schon eher mit einem Stahlcent analog dem Kohlepfennig der SPD.
Subventionen macht die Trump Regierung jetzt auch - für die Landwirtschaft und selbstredend ist der CEO von US Steel auch Lobbyist in eigener Sache. Trotzdem liegt DT nicht ganz falsch, wenn er die Handelsungleichgewichte angeht. In einigen Punkten stimme ich mit ihm nicht überein, die Trennung von Kindern war schrecklich und ein Skandal, die Waffengesetze sind zu lasch, aber das ist US Innenpolitik. D wird es überleben, wenn man den Anregungen von Herrn Horn folgt d.h. Stärkung der Binnennachfrage.

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theodtiger 25.07.2018, 10:44
27. Ironie der Geschichte

Zitat von Liberalitärer
Was Herr Öttinger immer so zu wissen glaubt. Er meint wohl, dass in den USA keine Statistikbehörden. Da die Wirtschaftssprache ja Englisch ist, könnte man ihm raten doch mal zu lesen, das kann er ja mit seinem makellosen Englisch. https://www.bea.gov/newsreleases/international/transactions/transnewsrelease.htm Aber ein Satz daraus reicht "The U.S. current-account deficit increased to $124.1 billion (preliminary) in the first quarter of 2018 from $116.1 billion (revised) in the fourth quarter of 2017, according to statistics released by the Bureau of Economic Analysis (BEA)" Glaubt man in Brüssel das wäre ein Dauerzustand? Da ist man eher schief gewickelt und Dienstleistungen sind da enthalten. ..
Klar haben die USA ein Leistungsbilanzdefizit. Ihr Wirtschaftsmodell beruht ja darauf. Nur Trump (und einige seiner Fans) haben nicht begriffen, dass sich die USA als Supermacht eine Welthandelsordnung geschaffen haben, wo sie locker mehr konsumieren können als sie leisten und das Ganze dann mit selbstgedruckten Dollars bezahlen (die jeder haben will). Denn wer ständig gigantische Defizite im Staatshaushalt einfährt und eine Bevölkerung hat, die auf Teufel kommt raus konsumiert (und nicht spart und diese Ersparnisse dem Staat zur Verfügung stellt) muss zwangsläufig die fehlenden Güter und Dienstleistungen aus dem Ausland beziehen. Das können nur die USA dank des Dollars als begehrter Leitwährung. Dass Trump so trottelig ist, dieses für die USA so vorteilhafte System zugunsten der vermeintlichen Rettung nicht wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze zu zerstören, ist schon eine Ironie der Geschichte. Sein "America first" wird nach sehr vielen Verwerfungen und Schäden für alle zu einem "America as the others", denn nach einem veritablen Handelskrieg werden die Karten neu gemischt sein und die Relevanz des Dollars deutlich gesunken sein. Zudem stellt sich die Frage, inwieweit souveräne Staaten noch eine eigenständige Aussenpolitik machen können, wenn die globalen Fiananzströme mittels Dollar gehen und die USA hier auch dritte Länder (z.B. in Bezug auf Iran) sanktionieren wollen.

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king_of_world 25.07.2018, 10:47
28. Zwei Welten.

Klar haben Politiker Analysten. Sogar die besten der Welt. Die werden aber für die Öffentlichkeit nicht gezeigt. Stattdessen bekommen wir in der Öffentlichkeit Unsinn gezeigt, dass Politiker nicht mehr alle bei sich haben. Auf der anderen Seite wird jedes Detail sehr genau durchgeplant. Es ist nicht alles Zufall was in der Welt passiert. Es ist eine Bühne bzw. eine Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Parteien die eventuell auch mit Krieg geführt wird um Ziele durchzuführen. Trump, Sanktionen, Kriege usw. sind keine Zufälle.

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stadtmusikant123 25.07.2018, 10:47
29. Verhandlungen in Sicht

Wenn die Autoren bei der Berichterstattung umfänglich gearbeitet hätten, und zwar Öttinger vollständig wiedergegeben hätten wie z.b. andere Medien :

https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-07/handelsstreit-donald-trump-usa-eu-jean-claude-juncker-autozoelle-gegenmassnahmen

dann bräuchten wir hier nicht rum zu spekulieren.

Öttinger hat sich dahingehend geäussert , dass die EU schon in diesem Jahr mit umfassenden Verhandlungen über Zollsenkungen mit den USA beginnen könnte.

Das ergibt einen ganz anderen Sinn als dieser Bericht von Müller/Nelles.

Ich interpretiere Öttinger dahingehend, dass es wohl doch einen Willen zu Zollsenkungsverhandlungen seitens der EU gibt.

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