Forum: Wirtschaft
Handelsstreit mit Peking: "Sie wissen, dass ich gewinnen werde"
Manuel Balce Ceneta/AP

Aus dem Handelskonflikt zwischen China und den USA ist ein offener Handelskrieg geworden. Peking sieht seine "Würde" in Gefahr, in Washington wirft der nächste Wahlkampf seine Schatten voraus.

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Weltbild 13.05.2019, 09:54
30. nun gut,

die Globalisierung war eine neoliberale Idee aus den 90-gern und kam aus den USA. Arbeitsplätze wurden abgebaut und aufgebaut in Chins oder Mexico oder anderswo wo es billiger war. Für den Verbraucher wurden die Produkte billiger was den sozialen Frieden geschützt hat. Höhere Arbeitslosigkeit und billigere Produkte gleichen sich etwas aus. Nun stellt man fest das die Globalisierung ein Problem darstellt da in den Billiglohnländern die Löhne steigen, die Nachfrage nach Rohstoffen und das allgemeine Konsumklima verbessert wird. M.a.W. das allgemeine Preisniveau steigt und Exportprodukte werden teurer. Die chinesische Regierung subventioniert jedoch die Exportindustrie um das billige Preisniveau zu halten und die eigene Währung halten sie künstlich niedrig. (In der EU sind nationale Subventionen an Industrie nicht zulässig z.B.). Nun gut m.a.W. Trump hat Argumente und straft die Konkurrenverzerrung mit seinen Zöllen ab. Allerdings ist es auch Trump Stil dies zum Ausdruck zu bringen mit Wucht und macht. Und das ist genau das wo sich dioe Geister scheiden. Dies kann man diplomatische angehen wie es sich für einen Präsidenten gehört. Er ist halt ein erwachsenes Kind....

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Norbert1981 13.05.2019, 09:55
31. ...

Zitat von MagittaW
China braucht den Exportmarkt USA. Sonst steigt die Arbeitslosigkeit und damit die sozialen Spannungen. Und vor nichts hat China seit 1989 mehr Angst, als vor sozialen Unruhen. Die USA dagegen können sich aussuchen, von wem sie billiges Spielzeug oder Elektronik importieren, dem Rest Asiens oder auch Lateinamerika oder eben Indien und Europa. Und selbst die Rückverlagerung in die USA ist nicht utopisch - selbst deutsche Firmen kommen in die EU (Osteuropa) zurück, weil es Vorteile gibt. Chinas Exporte sind im Gegensatz zu vielen hochspezialisierten Produkten eben "low-tech", und damit leicht ersetzbar. Foxxconn, Asus oder Acer produzieren auch schon in Vietnam oder Thailand - High-tech kommt aus Taiwan, Südkorea, der EU, Japan oder den USA. China ist halt im Moment nur im Preis unschlagbar. Aber die Fabriken könnten binnen 12 Monaten eben überall auf der Welt ersetzt werden. Den US-Markt ersetzt dagegen kein Land dieser Welt!
China entwickelt seine technologischen Fähigkeiten. Auch deswegen der Streit um den (angeblichen oder wirklichen) Diebstahl von Know-how. Gegen einen abhängigen Billigproduzenten hatten die USA lange nichts einzuwenden. Natürlich.

Aber was passiert, wenn der ehemalige Drittweltstaat zur technologischen Weltmacht wird? Oder wenn er eigene erfolgreiche Marken einführt? Bisher kassierte der im Westen ansässige Besitzer des Markennamens tatsächlich den größten Gewinnanteil und ließ die Zulieferer konkurrieren. Diese Art der Wirtschaftsbeziehung wird vor allem mit China aber nicht nur mit China wohl sehr bald Geschichte sein.

Die Schraubenanekdote ist ein auf die USA bezogener Unfug. Er entspricht dem Mythos, dass die Chinesen nur Blechspielzeug herstellen könnten:

https://www.handelsblatt.com/politik/international/studie-china-auf-weltniveau-firmen-aus-fernost-immer-oefter-hauptkonkurrent-deutscher-unternehmen/22896928.html?ticket=ST-6241692-uVeOdl4Mqkq9Rg99lDeI-ap5

Zudem, also noch einmal:
Der Export macht ca. 20 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts aus, Tendenz sinkend:

https://tradingeconomics.com/china/exports-of-goods-and-services-percent-of-gdp-wb-data.html

Und diese Exporte gehen auch nicht alle in die USA (ca. 20 -25 Prozent der Exporte gehen in die USA, soweit ich kenne).

Also selbst wenn sämtliche Exporte in die USA plötzlich wegfallen würden, wären das circa 4 -5Prozent des chinesischen BIP.

Also, verkraftbar.

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mostly_harmless 13.05.2019, 09:56
32.

Zitat von hol
Knapp eine Million Linke haben mal in Berlin für einen gerechten Welthandel und gegen TTIP und andere derartige Abkommen demonstriert. Und jetzt setzt der Trump genau das praktisch um auf seine zugegebenermaßen etwas ruppige Art. Beschützt die Arbeiter in seinem Land vor Billiglöhnern und Umweltdumpern.[..]
Völliger Quatsch, was Sie hier schreiben. Trump setzt keineswegs "gerechten Welthandel" duch, die Demonstrationen richteten sich NICHT gegen Welthandel und auch nicht gegen "andere Abkommen". Und das Trump "die Arbeiter beschützt" ist ganz schlicht völlig abstruser Nonsens, das Gegenteil ist der Fall. Und der "Umweltdumper" ist Trump selbst, in der Geschichte der USA hat es noch nie einen Präsidenten gegeben, der so viele Umweltstandards abgeschafft hat wie Trump.

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Andrea Nxxx. 13.05.2019, 10:00
33. POTUS hat Recht

In diesem Fall hat POTUS Recht. Es ist höchste Zeit, dass China faire Handelspraktiken umsetzt und mit dem POTUS fordert das endlich mal ein Politiker konsequent ein. Im übrigen ist es gut für das Klima und die Welt, wenn wieder mehr lokal produziert wird. Die globalisierten Lieferketten sind absurd und sollten deutlich zurückgefahren werden. Nichts anderes tut der POTUS gerade, egal ob man seinen Stil mag oder nicht.

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zwischen_durch 13.05.2019, 10:00
34.

Zitat von mantrid
Die Zölle werden bei Einfuhr fällig, also zahlen nicht die Chinesen, sondern die US-Amerikaner. Das gilt auch umgelehrt für die Gegenzölle der Chinesen. Teurer wird es also für beide Bevölkerungen.
Das stimmt nicht!
Denn, die USA können in vielen Bereichen nicht auf andere Lieferanten ausweichen, da es die schlicht nicht gibt, wie zB der Elektronikbereich.
Für die Chinesen gibt es jedoch 200 andere Länder, aus denen sie Produkte importieren können. So ist im letzten Jahr schon der Export von Soja aus den USA nach China fast zum Erliegen gekommen. Die US-Regierung hat den Landwirten rund 7 mrd. $ für die Umsatzausfälle gezahlt. Die amerikanische Bevölkerung zahlt also doppelt, einmal die höheren Produktpreise und dann die steigende Staatsverschuldung.
Die Brasilianer hingegen freuen sich, da China das Soja jetzt dort kauft.

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muellerthomas 13.05.2019, 10:03
35.

Zitat von Weltbild
die Globalisierung war eine neoliberale Idee aus den 90-gern und kam aus den USA. Arbeitsplätze wurden abgebaut und aufgebaut in Chins oder Mexico oder anderswo wo es billiger war. Für den Verbraucher wurden die Produkte billiger was den sozialen Frieden geschützt hat. Höhere Arbeitslosigkeit und billigere Produkte gleichen sich etwas aus.
Im Durchschnitt der 1980er Jahre lag die US-Arbeitslosenquote bei 7,2% mit dem Tiefpunkt bei 5,0%. In den 1990er Jahren lag die Quote im Schnitt bei 5,8% mit dem Tiefpunkt bei 4,0%.

Die US-Haushalte konnten sich also in den 1990er Jahren über geringere Arbeitslosigkeit und günstige Preise freuen.

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maf 13.05.2019, 10:05
36.

Zitat von MagittaW
China braucht den Exportmarkt USA. Sonst steigt die Arbeitslosigkeit und damit die sozialen Spannungen. Und vor nichts hat China seit 1989 mehr Angst, als vor sozialen Unruhen. Die USA dagegen können sich aussuchen, von wem sie billiges Spielzeug oder Elektronik importieren, dem Rest Asiens oder auch Lateinamerika oder eben Indien und Europa. Und selbst die Rückverlagerung in die USA ist nicht utopisch - selbst deutsche Firmen kommen in die EU (Osteuropa) zurück, weil es Vorteile gibt. Chinas Exporte sind im Gegensatz zu vielen hochspezialisierten Produkten eben "low-tech", und damit leicht ersetzbar. Foxxconn, Asus oder Acer produzieren auch schon in Vietnam oder Thailand - High-tech kommt aus Taiwan, Südkorea, der EU, Japan oder den USA. China ist halt im Moment nur im Preis unschlagbar. Aber die Fabriken könnten binnen 12 Monaten eben überall auf der Welt ersetzt werden. Den US-Markt ersetzt dagegen kein Land dieser Welt!
Haben Sie die letzten 20 Jahren verschlafen? Als ein Beispiel: Huawei.
China baut eigene Hichgeschwindigkeitszüge, ist in der Raumfahrt nicht nur symbolisch aktiv, hat mittlerweile wahrscheinlich die grösste Kapazität im Halbleitermarkt - und biete selbst den grössten noch nicht gesättigten Markt an.
Die KOnsumenten in den USA leben ansich über ihre Verhältnisse - damit sind diese eben von den Billigimporten abhängig. Ide Produktion in die USA zurückzuverlagern bringt vielleicht Arbeitsplätze - lässt aber das Preisniveau steigen und damit die Lebensverhältnisse sinken.
Die USA haben sich zumindest in den letzten 20 Jahren als Innovativsmotor hevorgetan (INTEL, WEB, etc). Doch dazu brauchen sie Absatzmärkte und Nutzer. Durch die derzeitige Politik werden wahrscheinlich viele Länder und Nutzer US-Amerikanische Soft- und Hardware zunehmend ablehnen. (siehe QualcomApple; Huawei, SamsungApple, MicrosoftLinux, Fracking).
Ich bin der Meinung, langfristig wird sich alles Nivellieren (angleichen). Damit steigt das Lebensniveau der Chinesen und das USA/Europa Niveau wird etwas sinken. Es gibt viele weitere Punkte, bei denen die USA intern ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben (Ausbilung, Stärkung des sozialen Zusammenhalts, etc). Unter all diesen Aspekten sind die USA für diesen Handelskonflikt nicht vorbereitet und werden langfristig als die Verlierer dastehen.

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muellerthomas 13.05.2019, 10:06
37.

Zitat von kmgeo
Im übrigen hat noch niemand etwas dazu gesagt, dass es zwar Handelsüberschüsse gibt, aber die amerikanische Verschuldung an chinesischen Schuldtiteln hängt. Das ist bestimmt ein schöner Hebel für die Führung in China, wenn man die Zinslast für die USA unmittelbar deutlich erhöht. So holt man sich sein Geld dann zurück....
Das ist gleich doppelt Unsinn. Zum einen hängt die US-Verschuldung nicht an China. China hält lediglich rund 5% der US-Staatsanleihen und das Volumen ist deit 2010 mehr oder weniger konstant, d.h. seitdem wird keine Netto-Neuverschuldung mehr von China finanziert. Zum anderen kann der Anleihehalter nicht einfach mal den Zinssatz erhöhen.

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dschungelmann 13.05.2019, 10:07
39. Wenn Xi beschliesst.....

nur 1 Monat die Exporte ganz zu verhindern, gehen in USA die Lichter aus und in China das BIP 1-2% runter. Fakt. Trump pokert hoch und kann nicht gewinnen. Dazu ist es längst zu spät.

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