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Handelsstreit: US-Präsident Trump verschiebt Entscheidung über Strafzölle bis Juni
DPA

US-Präsident Donald Trump hat die Frist im Handelsstreit um einen Monat verlängert. Nun wird weiter über neue Zölle für Importe aus der Europäischen Union gestritten. Deutschland reagiert kühl.

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ecsumma 01.05.2018, 09:11
1. Spiel

Trump pokert; für ihn geht es um Deals und nicht um langfristige und nachhaltig vertrauensvolle Partnerschaften.
Laut WTO beträgt die Zolldifferenz über die Summe aller gehandelten Güter zwischen den USA und der EU gerade mal 1% .
Immer das Autobeispiel hervorholen ist demnach nicht nur platt; es zeigt zudem nicht die ganze Wahrheit. Und über die kann Trump ja gerne (erneut) verhandeln. Aber bitte schön nicht twittern! Hoffentlich lässt sich die EU auf diesen Politikstil nicht ein.
Er schadet beiden Seiten.

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frankfurtbeat 01.05.2018, 09:21
2. nun ...

nun bis dahin hat er Zeit die Leistungsbilanz mal etwas genauer anzusehen. Tatsächlich sind die Werte verfälscht da:
- US-Produkte über "Drittländer" nach D geliefert werden und dann nicht mehr Usprungsland US gerechnet wird
- digitale Produkte bzw. Lizenzen der Quasi-Monopolisten wohl über Steuerinseln abgerechnet und demnach nicht berücksichtigt sind ..
- fast-food-Ketten, Plattformen etc. über Marketingrechnungen aus Drittländern ihre Gewinne schmälern, die Beträge wohl eher gar nicht berücksichtigt werden ...
Europa sollte sich überlegen inwieweit der Freund eigentlich noch beliefert werden sollte zumal er mit Papier ohne Deckung bezahlt, Druck ausübt um seine eigenen Interessen durchzusetzen ...
Dann kann der Freund auf low-quality-production setzen und Europa spielt nicht mehr länger die verlängerte Werkbank für hightech.

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enzio 01.05.2018, 09:32
3. Trump hat auch Positives

Man mag die Art nicht mögen, wie Herr Trump Politik macht, aber sollte seinen Verstand nicht abschalten, wenn es um eine Beurteilung der Konsequenzen der Politik geht. So stehen wir vor der Option einer friedlichen Entwicklung in Korea, und uns wurden die Augen geöffnet, europäische Zölle mit US-amerikanischen zu vergleichen. In beiden Fällen hat Herr Trump seinen Beitrag geleistet.

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Meeresblick 01.05.2018, 09:39
4. Anpassung der Zölle überfällig

Ein Blick auf die unterschiedlichen Zölle zwischen EU und USA (z. B. das Vierfache bei Pkws) reicht aus, um den Handlungsbedarf anzuzeigen. Die EU muss seine heuchlerische Empörung aufgeben und eine spiegelbildliche Anpassung der transatlantischen Zölle auf möglichst niedrigem Niveau aushandeln. Dies ist überfällig und könnte sich zunächst auf die wesentlichsten Warengruppen beschränken.

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joG 01.05.2018, 09:42
5. Da haben die Arbeiter....

...aber Glück gehabt nicht nur in Essen/Duisburg. Wenn nämlich die EU auf eine Anhebung der Zölle damit reagiert hätte mit dem Bündel, der genannt wurde, wird das Ganze von Sicherheitspolitik auf die Ebene Handelskrieg offiziell gehoben und Trump könnte die Schlote in Wolfsburg, Stuttgart und München selektiv stillegen. Ob dann Einstimmigkeit für Strafzölle durch die EU einzuholen wäre von all den nichtbetroffenen Mitgliedern....? Ob das mittelfristig durchzuhalten ist, solche EU Solidarität....? Also, meine Wette steht, bedenke ich die Behandlung der Mitglieder und das Verhalten hier in der Eurokrise oder Flüchtlingskrise, dagegen.

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lookinside13012 01.05.2018, 09:43
6. Angleichen*?

Man sollte doch das Gesamtpaket betrachten..
Wäre Trump auch bereit die Arbeitgeber-Abgaben an die EU
anzugleichen?
Als relativ unsoziales Gesamtgebilde werden den in den USA ansässigen Firmen große Steuervorteile gegenüber den in der EU geltenden Regelungen gewährt.
Arbeitsplätze werden somit nach Übersee ausgelagert.
Fair ist das nicht!

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marinero7 01.05.2018, 09:46
7. Beispiel geben

Dann soll doch die EU mal vorangehen und die Zölle auf US-Autos auf Null setzen. Mal sehen wieviel US-Autos in Europa dann gekauft werden. Dafür braucht man kein TTIP-light, da genügt eine DIN-A4-Seite.
Aber dann kommen wahrscheinlich die Asiaten weil in irgend einem Abkommen eine Meistbegünstigungsklausel steckt.
Handelshemmnisse sind nicht nur Zölle. US-LKW, die Daimler z. B. in den USA unter dem Namen Freightliner baut, können z. B. in der EU nicht zugelassen werden weil in der EU keine Motorvorbauten wie früher in 50er-Jahren zulässig sind. Und US-PKW in europäischen Altstädten oder auf Parkplätzen wo SUV schon Probleme haben?

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Wolfgang Porcher 01.05.2018, 09:47
8. die Kehrseite

Die Deutschen können das nicht nachvollziehen,, Denn da ist ja kaum noch jemand,, den man als heimische Industrie bezeichnen kann der wettbewerbsfähig für das Inland produziert.. wir hatten mal eine gut florierende Computerindustrie Radio und Fernsehtechnik bis man aus Bequemlichkeitsgründen woanders hat bauen lassen zuerst in den USA anschließend in Japan dann in Taiwan und dann in China.. Trump macht das folgerichtig neu orientiert dass im eigenen Lande produziert wird und die eigene Industrie wieder stärker wird.. bei uns dagegen bleibt alles wie gehabt Bequemlichkeit und Profit steht oben an..

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ficino 01.05.2018, 09:54
9. And the show

will go on! Trump macht die Welt noch mindestens sieben Jahre lang zu einer riesigen Soap Opera, und es werden sich dabei immer genügend Kandidaten und Statisten finden, die das Ganze am Laufen halten. Macron, Merkel, Abe, Moon etc. Kurzfristige Effekte, Dramatik, Unberechenbarkeit sind dabei die Basis politischer Entscheidungen. Interessanterweise bespielt Trump dabei genau die Medien, die er sonst bei jeder Gelegenheit verteufelt. Und die Presse berichtet brav jeden Quatsch und jeden Tweet. Man sollte sich nochmal Neil Postman‘s Buch „ Wir amüsieren uns zu Tode“ aus den 80er Jahren zu Gemüte führen.Er beschreibt sehr eindrücklich die Auswirkungen permanenten Fernseh- und Bilderkonsums auf das Gehirn und die Wahrnehmung. Trump ist ein Produkt davon ...

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