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Handwerk, Bau und Gartenarbeit: Mindestlohn lenkt Milliarden in die Schwarzarbeit
DPA

Ein Mindestlohn von 8,50 Euro hätte nach Ansicht eines Ökonomen gravierende Folgen: Bis zu zwei Milliarden Euro jährlich würde in die Schattenwirtschaft fließen, weil die Lohnuntergrenze vor allem für ostdeutsche Betriebe zu hoch sei. Die Steuerausfälle hielten sich aber in Grenzen.

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AndyDaWiz 18.10.2013, 15:43
60. Schwarzarbeit...

Zitat von quark@mailinator.com
Ganz offensichtlich brauchen wir ENDLICH eine wirksame Methode, die verfluchte Schwarzarbeit zu unterbinden. Ihre Existenz bestraft jeden ehrlichen Bürger und bringt die Diensteanbieter fortwährend in moralische und ökonomische Zwänge. Aus meiner Sicht sollte es Stichproben und wirklich drakonische Strafen geben. Wenn die ersten reichen Säcke für ein Jahr in den Bau gegangen sind (ohne Bewährung), dann wird sich der Rest es sich überlegen, seinen Gärtner schwarz zu bezahlen.
...bringt nur im fernsehen reiche Saecke hervor.
Stattdessen gibt es hunderttausende einzelne Buerge, die mit oder ohne Sozialleistungen ihre Freizeit mit sehr viel Fleiss zum Geld verdienen nutzen.

Und ebenso viele Privatpersonen, die diese Leistungen einkaufen, um zu sparen.
DORT liegt der Schwerpunkt der Schwarzarbeit, nirgendwo sonst.

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Nelson_50 18.10.2013, 15:50
61. Wie definiert man gravierend?

Zitat von sysop
Ein Mindestlohn von 8,50 Euro hätte nach Ansicht eines Ökonomen gravierende Folgen: Bis zu zwei Milliarden Euro jährlich würde in die Schattenwirtschaft fließen, .... ... Nach Berechnungen des Experten dürfte die Schattenwirtschaft in diesem Jahr mehr als 340 Milliarden Euro erwirtschaften. ...
Also halten wir fest: Der "Experte" geht von einer gravierenden Steigerung aus, wenn statt 340 Milliarden durch den Mindestlohn plötzlich bis zu 342 Milliarden in Schwarzarbeit fließen würden!
Das nenne ich einen wirklich dramatischen Anstieg!

Dass gleichzeitig der Bund (und damit wir Steuerzahler) entlastet würden, weil durch weniger Aufstocker Geld eingespart würde, fließt nicht in die Betrachtung ein. Ebenso wenig, dass die Binnenkonjunktur von steigenden Löhnen im Niedriglohnsektor profitiert, weil von den 8,50/Stunde nichts in die Schweiz sondern eher in den nächsten Supermarkt wandert.
Wie falsch die Gegner des Mindestlohns denken, hat der stellv. Fraktionsvorsitzende Fuchs (CDU) heute im Interview beim Deutschlandfunk dargelegt: "Löhne müssen sich daran orientieren, was ein Unternehmen zu zahlen imstande ist."
Ich würde die Betrachtung allerdings umkehren: "Ein Unternehmen ist nur dann ein solches, wenn es in der Lage ist, seinen Mitarbeitern zumindest soviel zu zahlen, dass diese davon leben können".
Wenn irgendwer heute als Gründer einen Businessplan z.B. bei der KfW oder seiner Hausbank vorlegen muss, und darin Personalkosten ausweist, die seine künftigen Mitarbeiter automatisch zu Jobcenter-Kunden machen würde, muss er zurecht damit rechnen, heimgeschickt zu werden. Die Geschäftsidee ist nicht tragfähig und damit auch nicht kreditwürdig. Warum sollen für bestehende Unternehmen andere Regeln gelten?

Deshalb nochmal zum Mitdenken: Ein Unternehmer, der seine Mitarbeiter nicht menschenwürdig bezahlen k a n n , ist kein Unternehmer sondern ein Versager. Und wer es könnte, aber nicht w i l l , ist in meinen Augen ein Gangster!

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rocky balboa 18.10.2013, 15:53
62. @garfield

Zitat von garfield
Soso - weil hier von Handwerk, Bau und Gartenarbeit die Rede ist: Selbst in Ostdeutschland dürfte der dem Kunden in Rechnung gestellte Stundenlohn eines Handwerkers 40 Euro kaum unterschreiten. Wenn nun der Arbeiter 8,50 Euro bekommt, reichen die 31,50 also nicht mehr aus, um für den Handwerksbetrieb nicht nur kostendeckend, sondern auch geweinnbringend zu sein?
Es ist doch wirklich nicht so schwierig: Aus 40 EUR brutto werden Dank der Mwst. zunächst erst einmal rund 32 EUR. Aus 8,50 EUR brutto werden rund 14 EUR für den Arbeitgeber. Nach Ihrer naiven Rechnung stünden 31,50 EUR zur Verfügung, um weitere Kosten zu decken. Realistisch betrachtet sind es bei 8,50 EUR Stundenlohn eher um die 18 EUR, aus denen die Kosten gedeckt werden sollen. Da bleibt unter dem Strich nichts übrig, wenn Sie Fahrzeuge, Werkzeuge, Dienstkleidung, Firmengebäude etc. davon zahlen sollen.

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krulle 18.10.2013, 15:53
63. Selbstständige

können doch von ihrer Vertragsfreiheit gebrauch machen....
Aber die Scheinselbstständigkeit muss dann noch viel stärker bekämpft werden....!

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thomas.b 18.10.2013, 16:00
64. optional

Natürlich wird der Mindestlohn die Schwarzarbeit befeuern, keine Frage. Hier aber haben wir dann die nächste politische Baustelle. Wegen etwaiger Schwarzarbeit nun den Mindestlohn in Frage zu stellen, ist etwas weit ausgeholt. Schwarzarbeit ist so oder so ein Problem.

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neurobi 18.10.2013, 16:02
65.

Zitat von der andere
Und wenn nun durch den Mindestlohn die Handwerkerstunde für den Kunden steigt und dieser sich dann einen Handwerker schwarz holt, wie wollen sie da wirksam was dagegen tun? Und die Zahl derer, die schwarz beschäftigen würden, würde steigen, da können sie sicher sein.
Stichwort Gewährleistung!
Da gab es ja letzten ein sehr interesantes höchstrichterliches Urteil.
Wer da meint er müsse gegen ein paar € mehr zum Schwarzarbeiter greifen, geht ein hohes Risiko ein.
Mir wäre es zu hoch!

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manicmecanic 18.10.2013, 16:06
66. Wirklichkeit

Kennt dieser Herr eindeutig nicht mehr.Er sollte mal versuchen für egal welchen einfache Job auch immer einem Schwarzarbeiter für 8,50 zu finden.Da lachen ihn alle aus,nichtmal eine Putzfrau kommt dafür noch putzen so sieht die wahre Welt mittlerweile aus.Der einzige der die Schwarzarbeit fördert sind der steuergierige Staat im Verbund mit den protektionistischen Vereinen wie Handwerkskammer und IHK.Was kaum wer weiß in Deutschland,ich als deutscher Handwerker darf mich in Jobs nicht ohne Meisterschein selbstständig machen in denen JEDER EU Bürger quasi ohne Nachweis in D sofort einen Betrieb ohne Meisterschein starten darf.Wie war das noch im Grundgesetz...gleiches Recht für alle..aber deutsche Bürger zuletzt.

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mischpot 18.10.2013, 16:10
67. Dann werden überall die Preise steigen

Haarschnitt statt 8 € dann 13 €, Lebensmittel und Restaurantbesuche werden teurer, dass ist doch zwangsläufig so. Die Schwarzarbeit wird rasant zunehmen.

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germanmike1964 18.10.2013, 16:19
68. Ökonom

Wo sind wir nur hingekommen in diesem wunderbarem Land? Bitte Herr Schneider schicken sie mir die schwarz arbeitenden Handwerker oder Bauarbeiter die für unter 8,50 die Stunde erscheinen. Ich bin sogar gerne bereit diese Leistungen dann zu versteuern. Einen Handwerker selbst ungelernt für unter 20€/h selbst Schwarz zubekommen kann nur an einer Leistungsvereinbarung liegen oder aber daran dass die Schwarzarbeiter aus einem süd ost EU Land kommen wo deren Mindestlohn unter 3€ liegt und diese in Deutschland unter dem Deckmantel der Scheinselbständigkeit eh für unter 8€ die Stunde arbeiten.

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henryboehm 18.10.2013, 16:24
69. selbstausbeutung ist ok

ich habe als projektleiter schon einige betriebe ins laufen gebracht (und einige nicht). wenn ich mit freunden oder kollegen eine firma gruende und wir uns zu beginn selbstausbeuten ist das ok wenn alle beteiligt sind.
die erste angestellte putzfrau muss aber anstaendig entlohnt werden (oder beteiligt). wenn man keine anstaendigen loehne zahlen kann ist es kein anstaendiges geschaeftsmodell. wenn ich andere ausbeute um selbst gut zu leben schon gleich garnicht!
was ich gerne haette als unternehmer sind flexible anlaufzeiten. die werden aber dann wohl wieder von "findigen unternehmern" ausgenuetzt.
aktuell in frankreich lebende kann ich sagen das hier das system zu star ist.
die angst das das modell/projekt deutschland jetzt zugrunde geht kenne ich. aber sehen wir es doch so. durch schroeders agenda hatten wir die moeglichkeit den laden zum laufen zu bringen und er laeuft. jetzt ist es zeit anstaendige loehne zu bezahlen und auch mehr beteiligung zu fordern. sollte das nicht klappen haben wir "die zeit der selbstausbeutung schlecht genutzt" zumal nicht vergessen: die reichen wurden in der zeit immer reicher!
ich kenne also als unternehmer das ungute gefuehl "hofentlich klappt das geschaeftsmodell auch mit fest und fair angestellten" aber ich meine das projekt deutschland muss jetzt dafuer reif sein. schluss mit der ausbeutung billiger williger arbeitskraefte.

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