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Hans-Werner Sinn über Einwanderer: "Ich vermute per Saldo immer noch einen großen Gew
REUTERS

"Wie die Einwanderung nach Deutschland derzeit läuft, läuft sie falsch und ist ein großes Verlustgeschäft". So beginnt ein Aufsatz von Hans-Werner Sinn in der FAZ. Doch im Interview mit SPIEGEL ONLINE stellt der Ökonom klar: Zuwanderer bringen dem Land mehr als sie kosten.

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Kassandro5000 03.01.2015, 20:25
10. Wenn

SPON die Argumente ausgehen bleibt nur noch ein: “Sie haben ja Recht, aber es nützt den Falschen.“ Legt Euch besser nicht mit Sinn an. Unterm Strich bleibt doch die mehrheitsfähige Sicht, dass wir nur die guten, nützlichen und anpassungsbereiten Wirtschaftsmigranten unter den nicht-EU Ausländern auf Dauer ins Land lassen sollten. Für Asylsuchende gelten Extra-Regeln. Für alle anderen nicht-EU-Bürger gibt es Touristen- und Geschäfts-Visa. Verstöße werden streng geahndet. Die SPD nähert sich dieser Position schon an, die Merkel-Partei ziert sich noch. Klar sollte aber allen Plagiatoren sein: Das Copyright hierauf hat die AfD.

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Walther Kempinski 03.01.2015, 20:26
11. Deutsche auch ein Minusgeschäft

Ist es aber nicht auch so, dass sogar die Deutschen (sofern der Bundeshaushalt nicht mal positiv ausfällt) ein Minusgeschäft darstellen? So lange der Staat mehr Geld ausgibt, als er einnimmt, eben so lange wird jeder Bürger eine Kostenstelle bilden, die mehr verbraucht als sie einzahlt.

Und was ist eigentlich mit der Stadt Stuttgart? Dort leben mit einem Anteil von 23,1% mitunter am meisten Ausländer in deutschen Städten. Die Arbeitslosenquote beträgt allerdings nur 6,3%

Zum Vergleich: In Dresden leben gerade mal 4,7% Ausländer. Die Arbeitslosenquote dort beträgt 8,1%.

Tragen die vielen Ausländer in Stuttgart dazu bei, dass die Arbeitslosenquote sinkt? Jedenfalls scheint es viel zu einfach zu sein vom Ausländeranteil auf irgendwelche Faktoren zu schließen. Schlussendlich liegt Stuttgart mit seinem hohen Ausländeranteil nicht mal in der Statistik der 16 Städte mit der höchsten Kriminalitätsrate. Dresden befindet sich hier auf Platz 14. Sind die vielen Deutschen in Dresden also krimineller als die vielen Ausländer in Stuttgart? Die Zahlen sind schon spannend. Ich denke, dass Integration auch durch Klugheit und Fleiß bewerkstelligt werden kann...so wie eben im schwäbischen Stuttgart. Die Zahlen sind beeindruckend und für die gelungene Integration von sehr vielen Menschen ein Leuchtturm.

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georgia.k 03.01.2015, 20:31
12. jetzt rudert er zurück?!

Natürlich kosten Einwanderer weniger, wenn sie mehr Bildung und Bildungsbereitschaft mitbringen.
"Per Saldo" ist eine Milchmädchenrechnung, wenn man alle Einwanderer in einen Topf wirft. Unsere schwedischen Einwanderer hier haben eine gute Berufsausbildung, arbeiten in Führungspositionen - und möchten hier in Deutschland bleiben, weil sie unsere Lebensart schätzen.
In unserem kulturell tätigen "Verein"- haben wir viele Migranten und Ausländer - aus Nord-, Mittel- und Südamerika, aus Asien, Afrika, Skandinavien, Ukraine, Russland - heute wurde gerade die Promotion einer jungen Russin gefeiert - und eine ganze Reihe von sonstigen europäischen Mitbürgern.
Aus den arabischen Ländern oder aus der Türkei ist bisher niemand gekommen. Einmal dachte ich, da haben es tatsächlich welche zu uns geschafft - ein muslimisches Paar - aber Fehlanzeige, es war ein Grieche und eine Inderin. Unter unseren Gästen war erstmals ein Muslim - der türkische Ehemann eines Mitgliedes.
So sieht es leider aus, bei kulturellen Veranstaltungen unserer Großstadt - mal von den Folklore-Veranstaltungen abgesehen - sieht man so gut wie keine Bürger, Zuwanderer mit arabischen oder türkischen Hintergrund. Sie werden nicht in Museen, in der Philharmonie, im Theater gesehen - und auch nicht in den Filmtheatern, schon gar nicht bei Erstaufführungen. Da gibt es kulturell kaum eine gemeinsame Basis. Man überlege nur mal, wieviele Künstler - gerade aus dem asiatischen Raum - bei uns als Sänger, Orchestermusiker und auch Tänzer auftreten.
Das ist schon ein Trauerspiel, es gibt sie ja, die gebildeten Türken - nur sind davon leider nicht genug davon in Deutschland zu finden.
Vielleicht ist für diese jungen Leute in der Türkei Deutschland mal eine Perspektive, wenn Erdogan weiter am Rad dreht, wobei wir dann vielleicht nicht erste Wahl sind. Die haben nicht unbedingt Lust darauf, mit der Masse der Rückständigen in einen Topf geworfen zu werden - um dann per Saldo Deutschland angeblich doch noch etwas zu bringen.

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marmangra 03.01.2015, 20:46
13. Die Überschrift hätte anders lauten müssen!

"Bonin kommt bei einer Lebenszyklus-Analyse auf ein Defizit pro Migrant von 79.100 Euro. Darüber hat die Presse nicht berichtet."
Dies ist ein Armutszeugnis für die Presse und spielt den Pegida-Anhängern somit wieder in die Karten.
Abgesehen davon empfinde ich das Interview als Tendenziös!

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interaktivierung.net 03.01.2015, 20:49
14. Kosten / Leistungen Migranten

Einen Automatismus "viele Immigranten = bessere Leistungsbilanz" gibt es sicher nicht, das zeigt der Vergleich Deutschlands mit Ländern, die lange sehr viel mehr Immigranten hatten (Italien, Spanien, Frankreich)... aber das sozialmarktwirtschaftliche Deutschland hatte sehr viel verdeckte Migration durch Vertriebene, Ostaussiedler, und auch Migration aus der Ex-DDR. Das wirklich zu berechnen würde auf Einzelfallbetrachtungen hinauslaufen und dafür fehlt die Datenbasis. Schon in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es Forderungen, das Kindergeld abzuschaffen, weil es vor allem wenig gebildeten nutzt, die wahrscheinlich nie mehr Steuern zahlen werden als sie (und ihre Abkömmlinge) an Zuwendungen vom Staat und anderen Umverteilungssystemen erhalten. Die Grenzlinie läuft ja nicht zwischen Migrant, Abkömmlingen von Migranten und alteingesessener Bevölkerung, sondern zwischen leistungsfähigen Netto-Steuerzahlern und weniger leistungsfähigen Netto-Zuwendungsempfängern. Die Hoffnung, einfach durch mehr Migration das Verhältnis zwischen beiden Gruppen positiv zu verändern, lässt sich nicht durch Studien bestärken, sondern nur durch konkrete integrative Maßnahmen, Fordern/Fördern und andere Investitionen. Unterbleiben diese Investitionen ist der Gewinn für die schrumpfende Bevölkerung erst einmal groß.... Bis dann der Kollaps eintritt, weil es keine Hoffnungskultur mehr gibt und ohne die keine Zinsen erwirtschaftet werden können. Deshalb ist mir persönlich eine rational-positive Willkommenskultur / aktiver Veränderungswille lieber als eine angstgetriebene Aufrechnung von Kosten, die sehr hoffnungslos wirkt. Ich persönlich kenne nur wenige Menschen (egal ob Migrant oder schon seit Generationen hier gebliebene), die Deutschland nur wegen der sehr dünnen sozialen Hängematte schätzen... Die froße Mehrheit schätzt die gute Infrastruktur, den relativen Frieden, die großen Freiheiten und eine gelassene Zuversicht, dass alle Turbulenzen weniger kritisch sind als die großen Kriege, die dieses Land ja auch überstanden hat.

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DerAraber 03.01.2015, 22:23
15. Zuwanderung im Interesse kleiner Elite

Zitat von prisma-4d
...das es politisch nicht gewollt ist die Zuwanderungspolitik zu kritisieren. Wer hat den angefangen mit den "Kosten pro Zuwanderer"? ...und dann unvollständig (und damit falsch und tendenziös) zu zitieren? Und warum sind alle plötzlich Pediga und AFD wenn man der Regierung gegen redet? In USA nannte man das McCarty-Ära. Da war jede unbequeme Wahrheit = Kommunissmus. Und heute bei uns: Jedem ist klar das sozial schwache dem Staat mehr Geld kosten als die "Leistungsträger" ... darum sind wir auch ein Sozialstaat.
Sehr richtig. Es ist politisch nicht gewollt Zuwanderung zu kritisieren.
Und das aus gutem Grund. Schließlich profitiert tatsächlich irgendwer von Zuwanderung, nur eben nicht die breite Masse der Bevölkerung, sondern eine im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung winzige aber umso mächtigere Elite aus Großkapital und Industrie.

Eine kleine Truppe Finanz - und Wirtschaftseliten, die von Zuwanderung und die damut einerhehende Verschärfung des Arbeitskräfteüberangebots und dessen Folgen (Lohndumping, Lohnsenkungen, und Arbeitnehmerechteabbau) profitieren.


Und diesen Finanz- und Wirtschaftseliten dient seit jeher auch die Bertelsmann-Stiftung bzw. sie gehört als Großkonzern-Eignerin selbst zu ihnen.

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Ernieone 03.01.2015, 22:31
16.

Zitat von Walther Kempinski
Und was ist eigentlich mit der Stadt Stuttgart? Dort leben mit einem Anteil von 23,1% mitunter am meisten Ausländer in deutschen Städten. Die Arbeitslosenquote beträgt allerdings nur 6,3% Zum Vergleich: In Dresden leben gerade mal 4,7% Ausländer. Die Arbeitslosenquote dort beträgt 8,1%. Tragen die vielen Ausländer in Stuttgart dazu bei, dass die Arbeitslosenquote sinkt?
Ein lustiges Durcheinanderkombinieren.
Die Arbeitslosenquote wird durch die angebotenen Arbeitsplätze beeinflusst. Nicht durch die Ausländer!

Die vielen Ausländer in Stuttgart tragen sicher dazu bei dass die offenen Stellen weniger werden. Das ist ein Schluss der korrekt gezogen werden kann.

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hedonister 03.01.2015, 22:34
17. wie gross wäre erst der gewinn für

unsere Volkswirtschaft, wenn wir uns diejenigen aussuchen könnten die wir auch brauchen

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tom-pac 03.01.2015, 22:35
18. hier der link zur Studie

http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/der-beitrag-von-auslaendern-und-kuenftiger-zuwanderung-zum-deutschen-staatshaushalt/

Tlw. scheinen die Ersteller der Studie sehr viele Annahmen insbesondere über die Qualifikation zukünftiger Zuwanderer machen zu müssen. Der am wenigsten spekulative Ansatz ist, dass das Qualifikationsniveau der Zuwanderer weiterhin gleich bleibt. Das aber bedeutet es wird für die deutsche Bevölkerung langfristig und dauerhaft teurer als komplett ohne Zuwanderung. Und das trotz massivem Bevölkerungsschwund und demografischer Verschiebung. Nachzulesen auf Seite 58 der Studie. Wenn man den ideologischen Überbau der Studie weglässt, dann ist sie leider eine Bestätigung der diffusen Ängste der Pegida Demonstranten.

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hansiii 03.01.2015, 22:40
19. Lügenpresse?

...Auf Seite 56 seiner Studie heißt es explizit, dass die Gesamtbilanz des durchschnittlichen Migranten stark negativ wird, wenn man alle Kosten des Staates abzieht. Bonin kommt bei einer Lebenszyklus-Analyse auf ein Defizit pro Migrant von 79.100 Euro. Darüber hat die Presse nicht berichtet....

Das ist wohl Wasser auf Die Mühlen der Pagida Leute. Nur man stellt sich doch wirklich dir Frage warum die Presse einfach über bestimmte Sachen einfach nicht berichtet, hier und da mal vertuscht, dort mal manipuliert. So etwas würde ich wirklich gerne mal von SPON oder dem Spiegel ehrlich in einem Leitartikel beantwortet haben. Wenn ich mit Bekannten aus Russland rede lachen die mich jedesmal aus wenn wir sie über ihre Medien und Propaganda ansprechen und sagen hier ist das doch nicht anders.

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