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Hartz-IV-Bildungspaket: Von der Leyens Prestigeprojekt floppt

Das milliardenschwere Bildungspaket für 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche aus armen Familien*kommt bei den Betroffenen nicht an: Bislang haben gerade einmal zwei Prozent der Berechtigten einen Antrag gestellt. Das zeigt eine SPIEGEL-ONLINE-Umfrage in den größten Städten Deutschlands.

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dramaticmoments 15.04.2011, 18:47
70.

Zitat von Amarenda
Ich arbeite in einer offenen Ganztagsschule und ärgere mich maßlos darüber, dass das Antragsformular und Informationen über das Bildungs- und Teilhabepaket am Mittwoch dieser Woche erst verfügbar waren.
Ich habe mir diese Informationen schon vor vier Wochen aus dem Internet geholt. Hätten Sie auch tun können, da Sie ja über einen Internetanschluss verfügen. Hier können Sie alle alle Änderungen auf 43 Seiten nachlesen.

Zitat von Amarenda
Kein Wunder, dass das Paket floppt, wenn Fristen einzuhalten sind in denen keine Ferienzeiten der Schulen einkalkulieren werden und Informationen derart dürftig fließen!!!
Das Paket floppt vor allem, weil es beispielsweise für "Kulturelles" (Sport, Vereine, Musikunterricht und dergleichen) ganz genau zehn Euro pro Monat und Kind gibt. Ich selbst hatte in meiner Jugend jahrlang Klavierunterricht – jede Woche eine Stunde. War natürlich Einzelunterricht. Eine Lehrerin, ein Klavier und ich. Kennen Sie eine Klavierlehrerin, die für einen Stundenlohn von zwei Euro fünfzig arbeitet? Natürlich nicht. Ich auch nicht. Solche Lehrerinnen kennt nur Frau von der Leyen.

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R Zufall 15.04.2011, 18:47
71. Schuldzuweisungen

Zitat von Abberline
Die Vermutung, dass ganz genau das zutrifft liegt allerdings auf der Hand. Immerhin scheint es Ausnahmen zu geben.
Klar, wenn der Regelsatz nicht reicht und die Eltern nicht wissen, ob es für ne notwendige Hose ODER für die notwendigen Schuhe fürs Kind reicht an Geld (Zahnspange unerreichbar teuer), dann wird man 10 € beantragen für Aktivitäten, die 30 - 80 € im Monat tatsächlich kosten -- weil man ja den überschießenden Betrag locker zahlen kann?
Lächerlich. Natürlich sind dann wieder die Eltern schuld, DAS war der Sinn der ganzen Übung. 30% aller Gelder gehen eh für die Verwaltung drauf, TOLL.

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zynik 15.04.2011, 18:50
72. menschenbild

Zitat von PTerGun
Ich würde mindestens die Schlussfolgerung ziehen, dass das Geld, wäre es einfach ausgezahlt worden mit, ziemlicher Sicherheit den Kindern im Sinne der Bildung nicht zugute gekommen wäre.
Womit einfach pauschal allen HartzIV-Beziehern unterstellt wird, dass sie sich einen Dreck um ihre Kinder kümmern. Schon interessant wie sich langsam die Meinung durchsetzt Arbeitslose, Niedriglöhner, Alleinerziehende, Behinderte etc. wären schlechtere Menschen.

Diese Tendenzen kommen mir bekannt vor.

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OnkelHotte 15.04.2011, 18:50
73. wirklich unsagbar...

Zitat von vogelsteller
es ist eine unsagbare schande, wie die bundesregierung mit ihren bürgern umgeht,- vorherige waren keinesfalls besser. nicht nur in dieser sache. von einem sogenannten "pestigeprojekt" kann keines falls die rede sein. ich bezeichne dieses "projekt" als unverschämte missachtung und demütigung der bürger. a b e r , weil sie es so wollen, werden sie auch eine knallharte quittung erhalten. nicht nur bei erneuten wahlen.
Wäre natürlich jetzt schon mal interessant, weshalb das Bildungspaket eine "unsagbare Schande" und obendrein noch eine Missachtung und Demütigung der Bürger ist. Sie werden uns sicher umfassend aufklären... Danke schonmal.

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debreczen 15.04.2011, 18:50
74. ...

Zitat von ichmeinjanur
Hat den wirklich ernsthaft jemand geglaubt, dass ein paar Euro ein soziales Problem lösen? Dass die sogenannten "bildungsfernen" Haushalte nur nicht genug Geld für Bildung haben? Eine Luftnummer, die den Verwaltungen mehr Arbeit macht und bei den tatsächlich Bedürftigen nur selten ankommt. Bessere Ausstattung von Schulen und vor allem bessere Qualifikation von Lehreren wäre sinnvoller gewesen. Das erreicht (fast) jede/n. ichmeinjanur
Ziemlich auf den Punkt.

Wir - als Gesellschaft - haben es hier mit Eltern zu tun, die mit dem Schicksal Arbeitslos/Arm umgehen müssen, die sind seelisch ausreichend belastet, auch wenn sie sich eigentlich kümmern wollen. Und nein, es sind nicht durchgängig "Weicheier in der sozialen Hängematte". Erst mal ausprobieren... Behördengänge, Anträge, usw. sind STREß. Für Menschen, die praktische Berufe gelernt haben und Horror vor dem x-ten Formular kriegen, erst recht.

Ein umständliches Antragsverfahren ist das Gegenteil von Motivation.

Außerdem geht die ganze Nummer an der Wirklichkeit vorbei. Schulmittagessen halte ich da noch für am realistischsten. Aber Sportvereine, Musikunterricht? a) für diese Dinge ist "Zubehör" erforderlich. Mannschaftsklamotten, Geräte, Fahrtkostenumlage bei Sportvereinen, beim Musikunterricht geht es um Notenkauf, ebenfalls: Fahrtkosten, Leihgebühren für ein Instrument, zumindest die Versicherung, wenn Musikschulen kostenlos was zur Verfügung stellen.

b) Trotz Zuschuß klemmts da an jeder Ecke, und das Kind wird als "HartzIVer" geoutet. Also als Kind bzw. Jugendlicher hätte ich selber das meinen Eltern ausgeredet. Reicht doch, sich den halben Tag in der Schule als Asozialer mit Heilsarmeeklamotten dissen zu lassen. Und das noch freiwillig als "Quotenunterschichtler" im Mittelschicht-Sportverein?

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bierus 15.04.2011, 18:51
75. Grundeinkommen?

Zitat von Neinsowas
und die da unten...das Dilemma war absehbar! Wie, wenn man einfach den Schulen das Geld für das Essen bereitgestellt hätte? Wie, wenn man einfach den Vereinen das Geld für Mitgliedschaft und Ausrüstung bereitgestellt hätte? Zu dumm, dass auch arme Leute noch ein kleines bisschen Stolz, bzw. Scham entwickeln! Ja, selbst (oder gerade Kinder) ein sensibles Gefühl für die Situation ihrer Familie durchtragen... ... GRUNDEINKOMMEN für alle - das wäre die Lösung und entspannte die gesellschaftlich-wirtschaftlichen Polaritäten!

Sie sind ja ein ganz Schlauer. Das sogenannte Grundeinkommen setzt voraus, dass es immer genügend Deppen( Fleißige) gibt, die bereit sind, für die Faulen mitzuarbeiten. Diese Grundannahme ist allerdings falsch.

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Karl_M. 15.04.2011, 18:51
76. blubb

Zitat von Silverhair
Es war schlicht nicht die Absicht von vdL den H4lern irgendwas zukommen zu lassen - und dafür ignoriert sie schlicht sowohl das BVerfG Urteil, noch kümmert sie dieser Verfassungsbruch bei den Fristen - noch hat sie ein vernünftiges System auf den Weg gebracht - hauptsache nichts zahlen und Menschen in Unwürdigen Lebensverhältnissen sitzen lassen - und ob "Kinder" Hungern interessiert vdL ausser bei ihren eigenen Schlichtweg überhaupt nicht! Dabei wieder irgendwelche willkürlichen Fristen einzubauen - irgendwelche "Anträge" zu erfinden die keiner Kennt ist da nur folgerichtig! vdL hat bis heute noch kein , dem BVerfG entsprechendes Gesetz vorgelegt - ihre "Berechnungen" sind schlichtweg frei erfundene Werte - einer "Transparente und sachgerechte" Berechnung verweigert sie sich - und hier sollten schlicht einfach alle H4 Bezieher endlich einmal eine Eilverfügung beim BVerfG einreichen - so das dieses schlicht dieser Regierung die Macht aus den Händen nimmt und schritt für Schritt den Aufbau von Gesetzen einmal vorschreibt - dieses "Wir handeln aus Bauchgefühl und setzen unsere Werte und Regeln aus Lauter Machtwillen" selber fest entspricht nicht mehr der Verfassung - noch den Vorgaben des BVerfG ...
Entscheiden mittlerweile Sie, welche Gesetze der Verfassung entsprechen und welche widersprechen? Ich dachte bisher, es gäbe eine Gericht, welches die Entscheidungshoheit zu Verfassungsfragen hat. Man lernt aber scheinbar nie aus. Die Berechnungen sind keine frei erfundenen Werte, sondern werden bzw. wurden durch das statistische Bundesamt ermittelt. Das BVG hat explizit keine Vorschriften dazu gemacht, welche Bevölkerungsschichten zur Berechnung herangezogen werden sollen. Es hat nur die Willkür der ehemaligen Rot-Grünen Regierung angemahnt.

Der Abruf bzw. Nicht- Abruf der Bildungsgutscheine gibt denjenigen Recht, welche gegen pauschale ALG II Erhöhungen waren. Es ist schade, dass es die Eltern nicht schaffen für ihre Kinder die Gelder zu beantragen.

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mamichel 15.04.2011, 18:52
77. Kürzung bei Behinderten

Für ein Bildungspaket, dass nicht ausreichend ist und deswegen wohl auch kaum genutzt wird, hat man den über 25jährigen Behinderten von den Eltern betreut oder in Wohnheimen lebend, die Grundsicherung um 20% GEKÜRTZT ( Regelbedarfsstufe 3)! Vielen Dank, Frau von der Leyen!

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Medienkritiker 15.04.2011, 18:52
78. So ist es...

Zitat von Kassian
Also wenn ich schon lesen muss "viele wüssten gar nicht das sie einen Anspruch haben"... nun wenn man in einem Erdloch lebt bekommt man diese ewig lange Diskussion vielleicht wirklich nicht mit...
Hier herrscht schlichtes Desinteresse am Wohl der Kinder! traurig aber leider Realität;(

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Krolog 15.04.2011, 18:53
79. Beträge sind lächerlich gering

Schon als ich von den Beträgen hörte, wusste ich, dass das Symbolpolitik ohne echte Wirkung wird.

Gerade Musikunterricht und Nachhilfe sind sehr arbeitsintensive Tätigkeiten, die kaum mit 10 Euro im Monat bezahlt werden können. Das ist völlig realitätsfremd. Wo leben eigentlich die Politiker, die solche Vorstellungen haben?

Und für diese 10 Euro darf man dann Formulare ausfüllen, ggfs. Bestätigungen vom Lehrer holen und hoffen, dass das bewilligt wird. Ich wette, die Hälfte des Geldes versackt in der Verwaltung dieser Gelder.

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