Forum: Wirtschaft
Hartz IV und Geringverdiener: Wie der Staat die Fleißigen bestraft
DPA

Der Sozialstaat hat ein Gerechtigkeitsproblem: Für Geringverdiener lohnt es sich oft kaum, mehr zu arbeiten. Manchmal werden sie sogar bestraft. Es gäbe Lösungen - doch die lohnen sich für die Politik kaum.

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Great White Buffaloo 22.03.2019, 18:07
220.

Zitat von hikage
Was rechnen sie da für einen unglaublichen Blödsinn zusammen? Der Steuerfreibetrag für ein Kind liegt 2019 bei 7620€. Selbst wenn ich nach Abzug dessen noch beim maximalen Grenzsteuersatz liegen würde, wäre meine Steuerersparnis also bei maximal 300€ im Monat. Das Kindergeld gilt in diesem Fall als Vorauszahlung auf diese Steuerersparnis und wird damit verrechnet. Ich habe allerdings so meine Zweifel, dass der Großteil der Eltern nach Abzug des Kinderfreibetrags noch im Bereich des maximalen Steuersatzes liegt. Immerhin gibt es eine Begrenzung nach unten in Höhe des Kindergelds. Ich hoffe, ich muss ihnen nicht erklären, was Eltern im Gegenzug für diese immense Ersparnis an Aufwand und Kosten stemmen müssen? Insbesondere, wenn dann am Ende kein weiterer Sozialleistungsempfänger herauskommen soll. Ziel ist ja immerhin, dafür zu sorgen, dass am Ende jemand ihre Rente als Kinderloser mit zahlen kann.
Außerdem, was ist daran so schwierig, einen beliebigen Brutto-Netto Rechner aufzusuchen, 3500,- Brutto einzugeben mit LSt.Kl. I, dasselbe mit LSt.Kl. III zu tun und 400,- EURO Kindergeld dazu zu rechnen? Alles andere ist individuell.

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jakk-hammer 22.03.2019, 18:17
221. Warum sieht man nicht mal...

...die Nicht-so-gering-Verdiener? Selbst als Akademiker ist es kaum noch möglich, sich eine Eigentumswohnung zu kaufen. Außer, man hat bis 60 gespart. Oder geerbt. Oder mit 20 geheiratet. Weil die Steuerprogression einen auch mit z.B. 5000 Bruttoeinkommen schon wie einen Reichen behandelt. Und dann kriegt man zu hören, was wir doch unbedingt alles fördern müssen, denn das Geld haben wir ja. Heute in B5 Aktuell z.B. "Wir müssen unbedingt die Schäfer fördern, denn sonst stirbt der Beruf in D aus". Ja und? Warum muss man denn jeden Mist mit Steuergeldern erhalten? Oder Bauern subventionieren? Ich hab im Studium mehreren Bauernkindern Nachhilfe gegeben. Die hatten Häuser mit 300 Quadratmetern Wohnfläche. Krank. Irgendwo hat die Ausweitung des Sozialstaats meiner Meinung nach Grenzen. Wir zahlen ohnehin höhere Steuern als die meisten Länder, während unsere Einkommen mittelmäßig sind.

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stdout 22.03.2019, 18:21
222. Logikfehler im Artikel

Wohngeld und Kinderzuschlag sind kein bedingungslosen Grundeinkommen, sondern eine zeitlich begrenzte, finanzielle Unterstützung für Bedürftige. Hier unterstützt eben die deutsche Solidargemeinschaft eine Bürgerin bzw. einen Bürger eine finanzielle Notlage zu überstehen, bis sie oder er wieder auf die Füße kommt.

Wenn Sandra D. mehr arbeitet und verdient benötigt sie keine Unterstützung der Solidargemeinschaft mehr, weil die Familie über dem Existenzminimum lebt. Ob sie am Ende des Monats weniger Netto wegen dem Wegfall des Unterstützungsgeldes hat, spielt doch überhaupt keine Rolle.

Unser Sozialstaat garantiert das Existenzminium eines Bürgers, nicht ob er genug Netto für eine Tätigkeit XY bekommt.

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Great White Buffaloo 22.03.2019, 18:25
223.

Zitat von zurechtgerueckt
Die alleinerziehende Mutter hatte vorher Sozialleistungen bekommen, die von allen Steuerzahlern finanziert werden. Jetzt arbeitet sie mehr, beteiligt sich durch ihre Abgaben am System und erwirtschaftet ihre Lebensgrundlage alleine. Was ist daran unfair? Was verstehe ich nicht? Ich bin auch alleinerziehend mit drei Kindern. Es wäre für mich sicherlich deutlich bequemer, weniger zu tun und mir mein Leben von Wohngeld etc. erleichtern zu lassen. Aber ich will das nicht. Gottseidank. Und ich bin beileibe kein gutverdiener.
Respekt! Doch sollte sich der Arbeitsaufwand doch etwas lohnen. Dann sind wir wieder da, wo es angefangen hat. Der Abstand zw. staatl. Hilfen und eigener Arbeit ist zu gering. Und beides zu wenig angesichts einer Wirtschaft wie sie doch immer hochgelobt wird in D.

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Meckerameise 22.03.2019, 18:28
224.

Das Problem ist und bleibt schlicht: mit harter, ehrlicher Arbeit wird man nicht mehr reich und überall, wo man in Deutschland überhaupt als normaler Mensch zu Vermögen kommt, langt der Staat gierig zu. Vermögen wächst nur mit hohem Risiko, indem andere für einen arbeiten, unsozial. Und wer sich es leisten kann, entzieht sich dem Staat, siehe Konsorten wie Schumacher. Es würde auch wesentlich mehr Geld beim Staat landen, wenn in Europa mal Steuern da bezahlt werden würden, wo das Geld erwitschaftet wurde und es nicht vorher da hin zu transferieren, wo die niedrigsten Steuern sind. Dann würde sich es noch mehr lohnen, den Bürgern mal ihr Geld zu lassen und dann mit Konsum und Mehrwertsteuer das Geld zum Staat fließen zu lassen. Stattdessen zwacken Amazon und co die Gewinne ab und machen Länder wie die Niederlande reicher.

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zzipfel 22.03.2019, 18:39
225. Die SPD ist ja seit mehreren Legislaturperioden

Zitat von mostly_harmless
Die deutliche Senkung der Sozialabgaben war das Ziel der SPD bei der BT-Wahl 2017. Die Partei wurde dafür mit dem schlechtesten Ergebnis seit 1949 bestraft. Der Bürger will das also offenkundig nicht.
am Drücker. Welche "deutliche Senkung der Sozialabgaben und Steuern" haben die denn bisher zustande gebracht? Noch nichtmal die Abschaffung des "Solidarzuschlages" gönnen die SPD-Leute dem Bürger.

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DorianH 22.03.2019, 18:43
226.

Zitat von RalfBukowski
...das auch nicht verstehe: "...mehr verdienen, 2500 Euro brutto statt wie bislang 1400 Euro... ...Doch nach der ersten Gehaltsabrechnung im neuen Job hätte Sandra D. die Welt wohl nicht mehr verstanden. Denn nun blieben ihr noch 2065 Euro im Monat - statt wie bislang 2100 Euro. Aus 1100 Euro mehr Bruttolohn wurden 35 Euro weniger verfügbares Einkommen. Wie konnte das sein?" Die hat vorher aus 1400 brutto 2100 netto gemacht? Das Rezept will ich auch!!!!
Vielleicht hätten Sie den Artikel zu Ende lesen sollen, dann müssten Sie nicht nach dem Rezept fragen...

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yaa24 22.03.2019, 18:48
227. Ehepaare Splitting Ade

Es wird Zeit, dass das sogenannte Ehepaare Splitting abgeschaft wird. Dafür sollten Familien und Alleinerziehende mit Kindern geringer versteuert und alle Erwachsenen sollten in das gleiche Sozialversicherungssystem einzahlen, egal ob Angestellter, Beamter oder Selbständiger. Das hätte zum Vorteil, dass die Kosten für dieses System gesenkt werden können, weniger Altersarmut bei Ehefrauen entstehen würden (denn diese müssten dann auch arbeiten und würden ergo auch in das System einzahlen), es mehr es einer grösseren Gleichberechtigung kommen sollte (denn Frauen und Männer teilen sich die Erziehungsarbeit, da beide berufstätig sind). Solange aber das nicht Arbeiten mehr Vorteile bietet als das Arbeiten (Herdprämie und ok), so lange wird auch die Ungerechtigkeit nicht abgeschafft werden. Diese trifft aber alle, die arbeiten und Steuern und Sozialbeiträge heute bereits zahlen, und nicht nur die Geringverdiener. Ohne die Personen, die zwar über ein höheres Einkommen verfügen, aber mehr als 50 % Abzüge haben, könnte das ganze System nicht aufrecht erhalten werden.

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unaufgeregter 22.03.2019, 19:05
228. Deutsche Seele

Zitat von yaa24
Es wird Zeit, dass das sogenannte Ehepaare Splitting abgeschaft wird. Dafür sollten Familien und Alleinerziehende mit Kindern geringer versteuert und alle Erwachsenen sollten in das gleiche Sozialversicherungssystem einzahlen, egal ob Angestellter, Beamter oder Selbständiger. Das hätte zum Vorteil, dass die Kosten für dieses System gesenkt werden können, weniger Altersarmut bei Ehefrauen entstehen würden (denn diese müssten dann auch arbeiten und würden ergo auch in das System einzahlen), es mehr es einer grösseren Gleichberechtigung kommen sollte (denn Frauen und Männer teilen sich die Erziehungsarbeit, da beide berufstätig sind). Solange aber das nicht Arbeiten mehr Vorteile bietet als das Arbeiten (Herdprämie und ok), so lange wird auch die Ungerechtigkeit nicht abgeschafft werden. Diese trifft aber alle, die arbeiten und Steuern und Sozialbeiträge heute bereits zahlen, und nicht nur die Geringverdiener. Ohne die Personen, die zwar über ein höheres Einkommen verfügen, aber mehr als 50 % Abzüge haben, könnte das ganze System nicht aufrecht erhalten werden.
Das werden wir nicht erleben. Die Ehe ist in Deutschland heilig und die damit verbundene Stellung der Ehefrau. Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis nicht wenige Männer, die es sehr genießen, dass die Ehefrau ihnen "den Rücken freihält". Das klingt irgendwie von gestern und ist es auch.

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crazy_swayze 22.03.2019, 19:21
229.

Dieser Artikel zeigt, dass soziale Wohltaten seitens der Politik konsequent abgeschafft gehört, weil man nur viele Steuern dafür abdrücken muss, ohne dass man etwas davon hat, vor allem im Hinblick darauf wenn man versucht selbst mehr zu verdienen.

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