Forum: Wirtschaft
Hartz IV und Geringverdiener: Wie der Staat die Fleißigen bestraft
DPA

Der Sozialstaat hat ein Gerechtigkeitsproblem: Für Geringverdiener lohnt es sich oft kaum, mehr zu arbeiten. Manchmal werden sie sogar bestraft. Es gäbe Lösungen - doch die lohnen sich für die Politik kaum.

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Doc Holmes 28.03.2019, 10:22
280. Nicht Kindergeld, sondern Kinderzuschlag

Zitat von Crom
Kindergeld fällt bei höherem Gehalt doch nicht weg.
https://www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/kinderzuschlag-anspruch-hoehe-dauer

"Voraussetzungen für Kinderzuschlag

Sie haben Anspruch auf Kinderzuschlag, wenn…

Ihr Kind in Ihrem Haushalt lebt, unter 25 Jahren und unverheiratet ist,
Sie Kindergeld (oder eine vergleichbare Leistung) für Ihr Kind erhalten,
Ihr Bruttoeinkommen mindestens 900 Euro (Elternpaare) oder 600 Euro (Alleinerziehende) beträgt und die Höchsteinkommensgrenze nicht übersteigt,
Sie zusammen mit dem Kinderzuschlag so viel Einkommen haben, dass Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld haben.

Die Höchsteinkommensgrenze wird für jede Familie einzeln bestimmt. Sie hängt von den Lebenshaltungskosten der Eltern ab."

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j.kawalek 28.03.2019, 11:23
281. Früher nannte man es Marxismus , heute Liberalismus o. Sozialer Staat

Am meisten aber lustig finde ich, dass die SPD nur die Arbeitskreise innerhalb der Partei für Glaubensgemeinschaftszugehörigen aber keine Atheisten. Sie dürfen nicht unterm dem Schild SPD in Öffentlichkeit funktionieren. Stalin nannte solche naiven Aktivisten unter Falschen Flagge „die nützlichen Idioten“ Ich habe nur mit allen Mitleid, die auf die „Konservativen“ bei Lösung der Probleme setzen, welche das Paradigmata “Macht zu jedem Preis erhalten“ mit der Strategie der Übernahme der Ziele der linken Opposition übernehmen. So egal wer an der Macht ist, sind alle aktive Vertreter der Marxistischen Ideologie, die als Ziel hat, ja nennen wir es „Paradiese auf Erden“ und zwar ohne Arbeit…Grundeinkommen her! Bis Alles irgendwann platzt…

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JürgenZ 28.03.2019, 11:41
282. Umerziehung

Der Mensch ist eigentlich so, dass er machen will, was er machen kann.
Aber wenn man natürlich CumEx-Geschäfte verjähren lässt, geht die Moral flöten und die Motivation sich "auch der Gesellschaft wegen" zu strecken, verloren. Statt dessen versucht der Staat "Anreize" zu schaffen.
Die braucht es nicht, wenn wir zu einer gerechten Gesellschaft zurück kehren, wo die, die sich tricky bereichern, aufs Dach kriegen. Heftig.
Denn da kommt nich was anderes hinzu. Leistet sich der gemeine Geringverdiener einen Fehler, bedeutet das meist den Ruin für ihn. Es darf bezweifelt werden, dass die Kosten der Trickser, selbst wenn sie erwischt werden, deren Profit übersteigen.
Da wundert sich die Politik über Verdruss und Verbitterung.

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isar56 28.03.2019, 12:02
283.

Zitat von JürgenZ
Der Mensch ist eigentlich so, dass er machen will, was er machen kann. Aber wenn man natürlich CumEx-Geschäfte verjähren lässt, geht die Moral flöten und die Motivation sich "auch der Gesellschaft wegen" zu strecken, verloren. Statt dessen versucht der Staat "Anreize" zu schaffen. Die braucht es nicht, wenn wir zu einer gerechten Gesellschaft zurück kehren, wo die, die sich tricky bereichern, aufs Dach kriegen. Heftig. Denn da kommt nich was anderes hinzu. Leistet sich der gemeine Geringverdiener einen Fehler, bedeutet das meist den Ruin für ihn. Es darf bezweifelt werden, dass die Kosten der Trickser, selbst wenn sie erwischt werden, deren Profit übersteigen. Da wundert sich die Politik über Verdruss und Verbitterung.
Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Wir (Familie und Freundeskreis) arbeiten alle, die ältere Generation oftmals über 40 Jahre ohne nennenswerte Fehlzeiten. Derzeit sind zwei krank geschrieben, weil schlicht abgearbeitet (Herz und Bandscheiben) Kinder/Steuerzahler groß gezogen, Studium finanziert, weil Mama dafür arbeiten ging, Eltern gepflegt, jetzt über 50% Abzüge vom Netto und dafür 400,— Rente über Hartz IV.
Keiner ist arm. Jedoch stehen Leistung und Belastung in keinem. Verhältnis zu Abgaben und Gehalt. Die Motivation ist mehr oder weniger im Eimer. Dazu null Wertschätzung vom Arbeitgeber. In meiner Behörde fehlen seit einem Jahr bzw 3 Monaten Kollegen.
Ansage der Amtsleitung: wer weniger als 50 Überstunden hat, möge schweigen. Regelung: mehr als 50 Überstunden werden gekappt.
Humankapital eben.

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Der EWR 28.03.2019, 12:29
284. Erwerbsminderungsrentner bleiben auf der Strecke

Ich kann mich der Spiegelleserin 57 nur anschließen. Von meiner Rente bleibt nix, wenn alle Fixkosten bezahlt sind. ( Miete, Nebenkosten, ect.) So bin ich auf einen 450€Job angewiesen um über die Runden zu kommen. Dieser bewahrt mich davor Grundsicherung beantragen zu müssen. Immer wieder habe ich den Eindruck, dass die Beiträge in sozialpolitischen Foren an den Armutsrentnern, die es schon gibt ( sie kommen nämlich nicht erst, wie oft behauptet wird ) vorbeigeht und sich fast nur Menschen äußern, die nicht wirklich betroffen sind.

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Spiegel-Wolfgang 28.03.2019, 12:38
285. Sozialstaat? !

Die "soziale" Marktwirtschaft des Ludwig Erhard ist tot, es lebe der Turbokapitalismus mit all seinen "negativen", "politisch" gewollten Auswüchsen! Das scheint das Motto der deutschen Eliten zu sein und der Geringverdiener darf die Zeche bezahlen.

Hier läuft doch schon lange einiges aus dem Ruder, die Reichen und Besserverdiener werden immer reicher und die große Masse darf es bezahlen und kann die Lebenshaltungskosten kaum noch stemmen!

Deutschland den Reichen, wie in einer Bananenrepublik.

Die Beispiele zeigen doch deutlich, die Politik ist schuld, sie schafft auch die Rahmenbedingungen in die sich die Arbeitgeber bewegen dürfen, von wegen die Politik hätte auf den Arbeitsmarkt keinen Einfluss, wie oft behauptet.

Wenn Bruttolöhne so unterschiedlich besteuert werden und dabei kaum noch steigen, oder sogar fallen ist das hochgradig "asozial"!

Für jeden ist entscheidend was am Ende hinten übrig bleibt, nur damit kann man dann haushalten.

Wer hart arbeitet möchte auch davon "leben" können, niemand möchte nur für den Fiskus arbeiten!

Die Politik fördert in Deutschland die Armut! Wer in seiner Lebensarbeitszeit nicht die Chance hat "normal" entlohnt zu werden (abzgl.. der Sozialabgaben/Steuern), der wird auch im Alter zu den Verlierern zählen, auch dank diese Sozialsystems. Geld wäre (noch) genug da und andere Länder zeigen dass dies auch gehen würde (bezahlbar wäre). Nur hier fehlt der politische Wille!

Traurig/beschämend für eines der immer noch reichsten Länder auf diesem Planeten!

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Karlowitsch 28.03.2019, 12:43
286. Andersrum

Zitat von Spiegelleserin57
also, gewollt von der CDU/CSU. Das ist das Ergebnis! Dass Singles, Rentner und Alleinerziehende dabei auf der Strecke bleiben interessiert erst mal keinen. Der Bericht ist sehr informativ und zeigt wer im Staat benachteiligt wird.
Alleinerziehende bekommen bei Hartz einen 12% Zuschlag ohne Grund. Klar kommt man da dan mit eigner Arbeit schwerer drüber. Je mehr leistung für nix, desto schwerer mit Arbeit drüber zu kommen.
Problem sind die hohen Leistungen, die als Grundeinkommen angesehen werden.

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Karlowitsch 28.03.2019, 12:49
287. Die Idee des Sozialstaates ist anders gewesen

"Das Signal ist: Ihr dürft maximal marginal arbeiten. Und je mehr ihr arbeitet, desto mehr bestrafen wir euch"
Jeder soll so viel er kann selbst schaffen, nur den Rest erhalten. Herumrechnerei, ob es sich lohnt, ist nicht die Idee. Je höher die Leistungen, desto schwerer, diese zu übertreffen. Wenn man dann jeden Euro eigener Arbeit möglichst selbst dazu behalten kann wäre es ja schon eher ein Grundeinkommen. So ist schon der bevorzugt, der erst Leistungen beantragt und dann hinzuverdient. Mit weniger Arbeit hat man da mehr als ohne Leistungen nur mit eigener Arbeit.
Man könnte es aber auch so sehen: Mit ganz wenig Arbeit hat man schon so viel, dass es locker reicht, kann immer noch zu Tafel und Co., kein Schullandheim, kein Studium der Kinder und kein Rechtsstreit kann einen schocken, ist alles fro free

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Karlowitsch 28.03.2019, 12:56
288. Für die gibt es ja dann die "Respektrente"

Zitat von edelweiss99
Kein Wort davon, dass Einzahlung in die Sozialsysteme der eigenen Rente dienen wird. So lange allen nur immer wieder erklärt wird, dass sich alles nicht lohnt, so lange wird es eine grosse Anzahl an Menschen geben, die entsprechend leben und im Alter jammern, weil ihnen die Würde fehlt! Ich halte diese Einstellung für eine Katastrophe, aber sie begegnet mir immer wieder. Die Dummen sind wohl diejenigen, die hart arbeiten und den Sozialstaat am Leben erhalten! Armes Deutschland!
Da ist es nämlich wieder schnuppe, ob man nur Teilzeit gearbeitet hat. Da wird dann eben nicht mehr nur im Berufsleben sondern auch bei der Rente einfach aufgestockt, damit der freiwillige Teilzeitler genau gleich dasteht, wie der Vollzeitler. Und dass der Chef einem dauernd mehr Stunden angeboten hat ineressiert keinen, wozu auch.

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Spiegel-Wolfgang 28.03.2019, 13:20
289.

Zitat von Der EWR
Ich kann mich der Spiegelleserin 57 nur anschließen. Von meiner Rente bleibt nix, wenn alle Fixkosten bezahlt sind. ( Miete, Nebenkosten, ect.) So bin ich auf einen 450€Job angewiesen um über die Runden zu kommen. Dieser bewahrt mich davor Grundsicherung beantragen zu müssen. Immer wieder habe ich den Eindruck, dass die Beiträge in sozialpolitischen Foren an den Armutsrentnern, die es schon gibt ( sie kommen nämlich nicht erst, wie oft behauptet wird ) vorbeigeht und sich fast nur Menschen äußern, die nicht wirklich betroffen sind.
Stimmt, Armutsrentner gibt es schon länger, sie werden aber noch "viel" zahlreicher da insbesondere prekäre Jobs nicht weniger werden und auch viele junge Menschen jetzt schon darin "gefangen" sind.

Selbst Menschen mit guter Ausbildung (Arbeit) können häufig nicht bis zum Renteneintrittsalter arbeiten, verlieren irgendwann vorher ihren Job und die Rentenbeiträge infolge werden weniger/geringer, was sich ja dann auf die Rente selbst wiederum negativ auswirken wird.

Eheleute bspw. (mit oder ohne Kinder) können es sich kaum noch leisten das einer von beiden Zuhause bleibt, im Prinzip sind beide gezwungen sich ihre Rente zu verdienen, was ja nicht immer so einfach möglich ist.

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