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Hartz IV und Geringverdiener: Wie der Staat die Fleißigen bestraft
DPA

Der Sozialstaat hat ein Gerechtigkeitsproblem: Für Geringverdiener lohnt es sich oft kaum, mehr zu arbeiten. Manchmal werden sie sogar bestraft. Es gäbe Lösungen - doch die lohnen sich für die Politik kaum.

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Karlowitsch 29.03.2019, 18:35
300. Nie gab es so viel Kinderbetreuung und auch noch kostenlos

"...würden Hartz-IV-Bezieher mit Kindern im Ifo-Konzept in jedem Fall bessergestellt. Denn für sie bliebe es bis zur 630-Euro-Grenze bei der bisherigen Regelung - die Ifo-Ökonomen gestehen ihnen zu, dass es "wegen der Kinderbetreuung deutlich schwieriger ist, länger zu arbeiten".
Absoluter Quatsch, Ganztagskita, Ganztagsschule, für alle mit Sozialleistungen oder in Berlin z.B. sowieso kostenlos. Diese Gratisleistungen hat man soweiso bei der Berchnung unterschlagen wie auch den möglichen Zugang zu subentioniertem Wohnraum.
Mit ein bißchen Hinzuverdienst und dadurch auch Ruhe vorm Amt lässt es sich schon ganz gut leben. Kinder werden gerne vorgeschoben.

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Karlowitsch 29.03.2019, 18:44
301. Nein, höhere Löhne würden höhere Sozialleistungen

Zitat von shaboo
was zu dem ebenso einfachen wie naheliegenden, seit Jahren bekannten, vom Autor aber mit keinem Wort gewürdigten Schluss führt, dass die gesamte untere Lohnhälfte - und nicht nur die, aber vor allem die - schlicht zu wenig verdient. Wirtschaftsexperten (die Wissenschatler, nicht die Lobbyisten) predigen seit Jahren, dass die Löhne, gemessen an der Produktivität und am gesamtgesellschatlichen Vermögen, in Deutschland zu niedrig sind. Wir haben nicht umsonst nach wie vor den größten Niedriglohnsektor Europas. Dass das zu Kollisionen mit den Segnungen des Sozialstaats führen muss - und zwar völlig egal, wie genau man den konstruiert - liegt doch für jeden mittelmäßig intelligenten Menschen auf der Hand.
...nach sich ziehen, und in der Struktur gar nichts ändern. Weil die dann relativ unteren Löhne wieder ähnlich der dann erhöhten Regelsätze wären.

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Karlowitsch 29.03.2019, 19:08
302. Machen die nicht um weniger zu nehmen

Zitat von mundusvultdecipi
..Ihrerseits.Der Bedürftige soll glücklich sein ,dass ihm "GEGEBEN"wird.Das Ihnen(das Geld der anderen)dadurch weniger GENOMMEN wird,umschiffen Sie subtil.So wird das nichts mehr mit der Solidarität in diesem Lande und dann wundert man sich,dass die "Wohlhabenden"in diesem Land mit noch nehr Argwohn betrachtet werden
...sondern um inkl. Hinzuverdienst aber bei nur Teilzeit genug zu haben, dass es reicht. Das ist zwar auf den 1. Blick billiger für den Steuerzahler, als wenn er komplett alles zahlen muss, auf den 2. Blick aber eben nicht, weil es sich nämlich gerade durch das höhere Einkommen wg. Hinzuverdienst dauerhaft im Sozialsystem für viel mehr Leute gemütlich aushalten lässt. Und der Nachbar merkt es nicht mal, weil man ja gelegentlich zur Arbeit geht.

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thorstenvv 30.03.2019, 22:06
303. Karlowitsch gestern, 12:02 Uhr 296. Wieso ist das kulant?

Richtig ist, dass die Regelsätze nach Ausgaben und nicht nach Bedarf berechnet werden, aber wieso sollte das kulant sein?
Es gab einmal eine Studie der DGE zur Frage, ob die Ernährung aus dem Regelbedarfsanteil für Ernährung finanziert werden kann. Das Ergebnis war, dass das nicht möglich ist, wenn man mittlere Preise verwendet. Die Autoren haben aber darauf hingewiesen, dass es den Armen ja zumutbar sei, alles aus der untersten Preiskategorie, das heisst dem untersten Fünftel zu kaufen. Dass das die Frage aufwirft, ob das überhaupt möglich ist, wenn man jedes Nahrungsmittel nur in dem Geschäft kaufen kann, in dem es zu diesem Preis erhältlich ist und was das an Zusatzkosten bei anderen Bedarfen wie Verkehr bedeutet, haben sie kurz erwähnt, dann aber nicht weiter behandelt, denn ihr Thema war ja Ernährung, nicht Verkehr.
Soviel zum Thema Ernährung. Da wurde immerhin im Ansatz kurzzeitig versucht, zu klären, ob die Regelbedarfe überhaupt bedarfsdeckend (geschweige denn kulant) sind.
Für andere Regelbedarfsbestandteile ist mir Vergleichbares nicht bekannt. Ich bitte um Aufklärung, warum diese kulant sein sollen?
Beispielsweise ist auch bekannt, dass im Bereich Verkehr ein methodischer Fehler korrigiert wurde. Aber eben nur einer. Mindestens ein weiterer Fehler, der zum Kleinrechnen führt blieb beim Anteil für Verkehr erhalten.

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thorstenvv 30.03.2019, 22:11
304. @Karlowitsch gestern, 12:05 Uhr

"Tatsächlich hat die Mehrzahl der Aufstocker eben nur (freiwillig) Teilzeit, meist Minijob, und evtl. einen Haufen Familie."
Hierfür würde ich gerne einen Beweis sehen.

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thorstenvv 30.03.2019, 22:36
305. Regelbedarfe sind nicht proportional zur Lohnentwicklung

Zitat von Karlowitsch
...nach sich ziehen, und in der Struktur gar nichts ändern. Weil die dann relativ unteren Löhne wieder ähnlich der dann erhöhten Regelsätze wären.
"Nein, höhere Löhne würden höhere Sozialleistungen nach sich ziehen, ..."

Warum ist das zwangsläufig so? Insbesondere, warum ist das zwangsläufig so, wenn die Lohnerhöhung sich auf die unteren Lohngruppen beschränkt?

"... und in der Struktur gar nichts ändern."

Was genau ist hier unter "Struktur" zu verstehen?

"Weil die dann relativ unteren Löhne wieder ähnlich der dann erhöhten Regelsätze wären."

Wieso? Die Regelbedarfe werden anhand der EVS jeweils neu berechnet. Nur zwischen den EVS werden sie übergangsweise und teilweise fortgeschrieben. Dann aber nicht nach der Lohnentwicklng nach einem Mischindex. https://de.wikipedia.org/wiki/Regelbedarfs-Ermittlungsgesetz

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thorstenvv 30.03.2019, 23:06
306. Auch Aufstocker sind zur Mehrarbeit erpflichtet

Zitat von Karlowitsch
...sondern um inkl. Hinzuverdienst aber bei nur Teilzeit genug zu haben, dass es reicht. Das ist zwar auf den 1. Blick billiger für den Steuerzahler, als wenn er komplett alles zahlen muss, auf den 2. Blick aber eben nicht, weil es sich nämlich gerade durch das höhere Einkommen wg. Hinzuverdienst dauerhaft im Sozialsystem für viel mehr Leute gemütlich aushalten lässt. Und der Nachbar merkt es nicht mal, weil man ja gelegentlich zur Arbeit geht.
"Und der Nachbar merkt es nicht mal, weil man ja gelegentlich zur Arbeit geht."
Ein Arbeitsangebot (auch ein Mehrarbeitsangebot) muss immer noch vom Arbeitgeber ausgehen. Der wird es ja merken, wenn der Arbeitnehmer dies ablehnt.

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sprungk 03.04.2019, 20:21
307. Flattax inclusive Sozialversicherungen und BGE

Ein bedingungsloses Grundeinkommen macht nur Sinn, wenn es mit einer Flattax kombiniert ist, in der die Sozialversicherungsbeiträge eingeschlossen sind, der sogenannten linearen Brutto-Netto-Besteuerung.
Zum Beispiel: Gesamtabzüge vom Bruttoeinkommen: 55%; BGE: 1000€ pro Monat für Erwachsene. Bei einem Bruttoeinkommen von 500 Euro ergibt sich so ein Nettogesamteinkommen von 1225€. Während ein Bruttoeinkommen von 1500 Euro ein Nettogesamteinkommen von 1675€ ergibt. In einem Schaubild dargestellt ergibt sich eine perfekte Gerade: mehr Brutto: garantiert mehr Netto. Fazit: leicht zu erklären, versteht auch der einfach strukturierte Mitbürger. Bewegt Geld von Reich nach Arm, so soll es sein! Führt am Ende zu einem großen Aufschwung, da der Kaufkraftgewinn bei den Ärmeren diese Konsequenzen hat.

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