Forum: Wirtschaft
Hausbesitzer verteidigen Mieterhöhungen: "Eigentümer sind auch nur Menschen"
Stephanie Pilick/dpa

Der Berliner Eigentümerverband Haus und Grund rief in einem umstrittenen Appell dazu auf, die "letzte Chance für Mieterhöhungen" zu nutzen. Nun ist die Frist abgelaufen - und die Lobbyisten legen nach.

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snoook 19.06.2019, 19:01
1. Interessanterweise...

Haben nach den Äußerungen von Kevin Kühnert zu Enteignungen zwar fast alle gesagt, das wäre kein Weg, aber keiner hat bestritten, dass es da ein Problem gibt. Selbst wenn dieser Deckel nicht durchkommt, ist das zumindest ein Signal, dass es so nicht weiter geht.
Und: Berlin hat keinen Mangel an Wohnungen, nur an bezahlbaren Wohnungen. Da helfen die hier genannten Beispiele zum Dachausbau auch nicht weiter!

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herrin 19.06.2019, 19:03
2. M.E. ist das Verhalten dieses Verbands verächtlich!

Wenn man sieht, dass die Menschen auf ihr Geld keine Zinsen mehr erhalten, die Eigentümer, die bauene, zinsgünstige Darlehen erhalten, Förderungen der KfW und vieles andere, dann rechtfertigt dies nicht diese enormen Mieten. Wenn ich mir anschaue, dass man mancherorts für eine 50qm Hütte 1300€ zahlen soll, dann finde ich das nicht mehr normal. Eigentlich hoffe ich, dass die Immobilienblase bald platzt. Dann stehen einige dieser Eigentümer vor dem Scherbenhaufen, den solche Verbände mit gefördert haben.

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khwherrsching 19.06.2019, 19:06
3. Die stümperhafte Mietpreisbremse

brachte kein brauchbares Ergebnis. Nun versucht es die grün-linke Politik mit der Keule anstatt das zu tun was notwendig ist und auch versprochen wurde: Sozialwohnungen bauen! Gott behüte uns vor einer rot-rot-grünen Bundesregierung.

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nudel 19.06.2019, 19:13
4. Haus und Grund ruft Eigentümer zu Gewinnmaximierung auf.

Perverser geht es nicht. Herr Warnecke hat viele Jahre für einen sinnvollen Aufruf verstreichen lassen, der da wäre:
"Liebe Mitglieder, bitte halten Sie sich endlich bei Mieterhöhungen an die rechtlichen Vorgaben."
Jetzt kommt es wie so oft. Täter machen sich zum Opfer.

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bebau 19.06.2019, 19:16
5. Wohnungsgenossenschaften

Wohnungsgenossenschaften sind die Antwort! Man kann sich seiner Wohnung so sicher sein wie ein privater Eigentümer. Gleichzeitig muss nur wenig investiert werden. Wenn die Genossenschaft langfristige Kredite aufnimmt, bleibt die Miete auch gut vorhersehbar.

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Das Pferd 19.06.2019, 19:17
6.

"In Berlin wurde seit Jahren praktisch kein Baugebiet ausgewiesen, alle größeren Projekte sind gescheitert, der Dachgeschossausbau wird verhindert - es funktioniert nichts. "

das in der Stadt nichts funktioniert ist richtig, und die Idee des Senats die Differenz zwischen vereinbarter und erlaubter Miete in kleine Umschläge zu verbannen ist grobe Dummheit.

Aber gebaut wird in der Stadt an jeder verdammten Ecke. Durch die hohen Preise kommen auch Restgrundstücke auf den Markt, die bisher von zerstrittenen Erbengemeinschaften (das beste was der Natur passieren kann) und einfach nicht am Bauen interessierten Eigentümern unbewirtschaftet gelassen wurden. Das sind teilweise die biologisch wertvollsten Ecken der Stadt, für Pflanzen und Wildtiere ein Raum, weit besser geschützt als irgend ein Nutzwald in einem Flächenland. Die Stadt wird verdichtet ohne Ende. Wer mal im Hochsommer in Paris war, weiß, daß das die Stadt für die Menschen nicht lebenswerter macht. Aber Verkehrswege werden zurückgebaut oder verfallen, als ob die zusätzlichen Einwohner alle nur das Rad benutzen.
Idiotie auf höchsten Niveau. Auch wenn es unpopulär ist: lieber Satellitenstädte in Brandenburg bauen, man muß ja nicht alle Fehler der 60er wiederholen, und gut anbinden.

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isar56 19.06.2019, 19:18
7. Auch

für Privatvermieter besteht eine Chance auf ein gutes Leben bei angemessenen Mieten, Herr Warnecke.
Mein Mann und ich leben in stillem Einvernehmen mit unseren Vermietern. Wir achten aufs Haus und gehen pfleglich mit deren Eigentum um. Wir bezahlen im Zentrum einer wunderschönen Kleinstadt eine Miete unter dem Niveau der städtischen Wohnungen. Selbst in Berlin wurden Verwandte fündig und konnten mit Riesenglück eine schöne Wohnung mit Gartennutzung finden, zum Preis von rund 10 Euro/qm.
Andrerseits finden unsere Freunde trotz ausreichender finanzieller Ressourcen keine Wohnung, weil das Preis- Leistungsverhältnis nicht stimmt. 17 Euro pro qm für ein dunkles Loch ist den Einen zu teuer, die Anderen suchen zu diesem Preis etwas Besseres. Bei unserer letzten Wohnungssuche winkten wir mehrfach ab, als wir die Konditionen sahen. Schlecht beheizbar, hohe Mieten und obendrauf 25 Euro pro Fahrradabstellplatz, nein danke.

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MisterD 19.06.2019, 19:20
8. Hachja... der barmherzige Samar... achnee... Vermieter...

Er tut alles für seine Mieter und für ein harmonisches Verhältnis. Zugeben, ich habe mit meinem Vermieter auch kein schlechtes Verhältnis. Warum auch? Er bucht pünktlich am 1. die Miete ab und repariert, wenn was kaputt geht und es tatsächlich gemacht werden muss...

Sonst tut er nicht viel. Als neue Klingeln eingebaut wurden, sah das Treppenhaus 3 Wochen aus wie im Rohbau, danach wurden die Schlitze verputzt, gestrichen wurde bis heute nicht. Das Treppengeländer ist lose und wackelig, einzelne Stufen haben Kanten, auf energetischer Seite wohnen wir in den 50ern, also dem Baujahr des Hauses...

Dafür zahlt man 10 EUR/qm, neue Mieter mittlerweile schon 11 EUR...

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Ich gönne ihm die Miete, das ist eben der ortsübliche Tarif im Moment. Und ich erwarte auch keine Luxusimmobilie, die er mir zum Selbstkostenpreis vermietet.

Aber das Hohelied auf den barmherzigen Vermieter, der das alles nur tut, damit Leute ein Dach über dem Kopf haben und selbst daran eigentlich überhaupt nichts verdient, ganz im Gegenteil nur Kosten und Ärger damit hat... dieses Hohelied werde ich nicht singen.
Auch private Vermieter vermieten ihre Häuser nicht aus Mildtätigkeit, sondern um damit schneidig Geld zu verdienen...

Denn wenn Ihnen das Haus erstmal gehört, dann ist dem Gelddrucken kein Limit gesetzt. Eine neue Gastherme kostet in Berlin genauso viel wie in Greifswald oder München.
Will sagen:
Der Unterhalt eines Hauses ist bundesweit nahezu gleich teuer. Damit kann unmöglich erklärt werden, warum die Mieten bei privaten Vermietern mit jahrzehntealten Mietshäusern plötzlich explodieren.

Was anderes ist es, wenn ein Haus zum jetzigen Zeitpunkt verkauft wird. Dann muss der Investor zwangsläufig den irrwitzigen Kaufpreis auf die Mieter umlegen.

Und zeigen Sie mir mal das Haus, dass innerhalb von 5 Jahren verfällt, weil der Vermieter die Miete nicht mehr erhöhen darf.
Wenn das der Fall ist, dann war es schon vorher eine Bruchbude, wo der Vermieter außer Geld zählen und Mahnungen schreiben nichts gemacht hat...

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ludwig49 19.06.2019, 19:23
9. Als Mieter ...

...will ich jetzt nicht über Vermieter herfallen, sondern eher differenzieren. Meine Vermieterin ist keine AG, sondern eine Privatperson, die seit Jahren vielen Jahren pünktlich die Miete samt Nebenkosten auf dem Konto hat. Vielleicht liegt es daran, daß bisher von Erhöhungen und der Gefahr des Mieterwechsels abgesehen wurde. Wer weiß was danach kommt. Eine andere Sache sind Gesellschaften unterschiedlicher Rechtsformen, die permanente Gewinnsteigerungen deshalb erzielen, weil man Wohnungen verkommen lassen und dann nach dem verzweifelten Abzug der Mieter steuerbegünstigt sanieren und wieder teuer vermieten kann. Es gibt Unternehmen, die nicht nur teuer vermieten, sondern auch noch zweifelhafte Nebenkosten-Abrechnungen letztlich in Gewinne mit einbeziehen. Es geht um die schwarzen Schafe und diejenigen, die durch Verkäufe solche Mietexplosionen erst ermöglichten. Ein Markus Söder gehört da auch dazu, und viele andere Politiker, die jetzt die Seiten gewechselt haben, auch.

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