Forum: Wirtschaft
Haushalt in Rezessionszeiten: Die schwarze Null von heute ist die Krise von morgen
Rupert Oberhäuser / imago images

In Zeiten des Abschwungs auf die schwarze Null zu pochen, ist ökonomisch unseriös. Und für die Zukunft kommender Generationen unverantwortlich.

Seite 14 von 21
Huppät 14.09.2019, 10:29
130. "ökonomisch unseriös"

ist es, in guten Zeiten nicht zu tilgen!

Beitrag melden
Galgenstein 14.09.2019, 10:33
131. Machen Sie sich erst mal kundig

Zitat von proffessor_hugo
da ist schon die Überschrift falsch.... Ohne Schulden kein Schuldendienst. Warum wurde in den letzten Jahren kein "Guthaben" aufgebaut? In den 50gern kamen so die Goldreserven zusammen - seit her wurde nur noch verpraßt.
Dass Deutschland während der Zeit des Wirtschaftswunders gewaltige Goldreserven aufbaute, war eine Folge des Systems fixer Wechselkurse. Die D-Mark war unterbewertet, was dazu führte dass mehr nach USA exportiert als im importiert wurde. Der Saldo wurde durch Goldverkäufe der Amerikaner an die Bundesbank ausgeglichen. Irgendwann hatten die USA kein Gold mehr. Bretton-Wood brach zusammen und die Wechselkurse wurden einfach freigegeben.

Die Goldgeldidee ist ein ziemlicher Unsinn, der nur von jenen verbreitet wurde und wird, die von VWL herzlich wenig Ahnung haben. Im realen Leben kommt es nicht darauf an möglichst viel Goldgeld a la Dagobert Duck zu besitzen, sondern Leistungen gegen zu tauschen. Da die Menge an verfügbarem Gold nicht mit der Wirtschaftsleistung korrespondiert würde es in Zeiten der Hochkonjunktur zur Deflation und bei einer Rezession zu einer Inflation der Goldwährung kommen.

Beitrag melden
Galgenstein 14.09.2019, 10:35
132. Was Sie alles nicht wissen

Zitat von mckberlin
Was haben den die kinder damit zutun so ein Unsinn. Der staat hat schulden bei Unternehmen und banken und reichen. Nicht mehr und nicht weniger staatsschulden sind nur ein zeichen das sich bestimmte Bevölkerungsgruppen an der Mehrheit bereichern.
in erster Linie werden Schuldtitel von Renten- und Pensionskassen gehalten. Die vielzitierten Reichen gibt es zwar, aber sie spielen für die Schuldenaufnahme des Staates kaum eine Rolle.

Beitrag melden
Galgenstein 14.09.2019, 10:40
133. Schmilzt Ihnen das Eis nicht schell genug?

Zitat von tailspin
..Eis in der Antarktis, das komischerweise immer noch da ist,...
Was verleitet Sie zu der Annahme, dass bei einer Zunahme der Temperaturen auf unserem Planeten das Eis zunimmt? Würden alle Gletscher dieser Welt verschwinden, stiege der Meerespiegel übrigens um 63 Meter. Dann ist auch die Antarktis eisfrei, Dänemark, Holland und Norddeutschland Geschichte und ihre Nachfahren in höher gelegene Gebiete migriert. Es müssen keine 60 Meter sein. Es genügen auch schon zwei Meter um viele Großstädte, die am Meer liegen unbewohnbar zu machen.

Beitrag melden
hagebut 14.09.2019, 10:52
134. Nicht so einfach

Zunächst mal, damit keine Missverständnisse entstehen: Die Fiskalpolitik in Deutschland muss tätig werden, wegen der massiven Unterfinanzierung des öffentlichen Sektors, der schreienden Ungerechtigkeit bei Rente, ALG I und ALG II und der Grundsicherung im Alter sowie wegen dringenden Investitionen bezüglich des Klimaschutzes.

Zur Erhöhung der Staatsverschuldung einige Aspekte:

1. Der Bund darf im Falle einer Rezession so viel neue Schulden machen, wie er das für richtig hält. Und das wird auch so in Anspruch genommen werden. Daher wäre eine Darstellung, wir sind in der Rezession und man hält immer noch an der Schwarzen Null fest, unzulässig.

2. Die Definition von Rezession betrachtet das Quartals-BIP. Die ist wegen Mängel bei der Erfassung und der Berechnung so ungenau, dass man nicht zuverlässig einen Boom von einer Rezession unterscheiden kann. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsbezieher von ALG I und ALG II ist gerade im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 166.000 _zurück_ gegangen.

3. Auch wenn die Zinsen für die Staatsanleihen derzeit für Deutschland teilweise negativ sind, kann das in ein paar Jahren, wenn die Inflation steigt und die EZB dementsprechend die Leitzinsen erhöht und die Anleihekäufe zurück führt, ganz anders aussehen.

4. Laut OECD hat die Gewinnbesteuerung der Unternehmen in Deutschland im Jahr 2017 nur 5,36 % ausgemacht. Also eine drastische Diskrepanz zwischen den Unternehmenssteuern besteht die auf dem Papier stehen und was tatsächlich eingenommen wird. So hat der Bund im letzten Jahr nur 33 Milliarden an Körperschaftssteuern eingenommen, das ist nur 1 % des BIP. Ein Skandal. Es ist sehr zu überlegen ob man diese Situation dann mit einem Staatsdefizit übertünchen soll.

Beitrag melden
Elektricman 14.09.2019, 10:55
135. Das Geheimnis sind Investitionsanreize.

Wie zum Beispiel der soziale Wohnungsbau, wo nur ein kleiner Teil vom Staat dazu beigetragen wird. Oder Infrastrukturprojekte, wie die Hafenvertiefung für Containerschiffe. Oder Industriegebiete Entwicklung, wo schon eine Erschließung von Strom und Wasser/Abwasser gemacht wurde, um Investoren eine schnellere Entscheidung zu ermöglichen. Nur wer die besten Voraussetzungen schafft, Gewerbe aufzubauen und Arbeitsplätze schafft, hat immer die besten Möglichkeiten in die Zukunft zu investieren. Dazu zählen auch Krankenhäuser, Kindergärten, und kulturelle Veranstaltungen, um eine Stadt auch lebenswert zu machen. Auf dem flachen Land funktioniert das bekanntlich nicht, weil dort jeder auf das Auto angewiesen ist, um zur Arbeit zu fahren oder in die Stadt zu fahren. Die Landwirtschaft wird nun auch industrialisiert, wo die Politik auch dort helfen muß, um den jungen Bauern eine Perspektive zu geben, denn auch dort müssen alte "Zöpfe" abgeschnitten werden und umgedacht werden.

Beitrag melden
tom2strong 14.09.2019, 11:04
136. Rote Null

Kann mal jemand beleuchten wie die Nebenhaushalte nach der Deutschen Einheit und die Nebenhaushalte zur Abwicklung der Bad Banks (HypoRealEstate etc), sowie die Verpflichtungen die über die Eurorettungsschirme (da gibts ja mehrere Instrumente mit unterschiedlichem Namen) in die aktuellen Schulden und wiederkehrenden Haushalte eingeflossen sind bzw. rausgerechnet wurden. Inwieweit kann man da überhaupt von einer schwazen Null sprechen?

Beitrag melden
tizian 14.09.2019, 11:05
137.

Ich stimme dem Autor weitgehend zu, nur eine Sache benennt er nicht ausdrücklich genug:
Wir hatten nie eine schwarze Null. Auch das war nur ein Trick. Denn wenn ich Instandhaltung als Beispiel nehme, die gekürzt wurde, dann ist dieser Posten ja in der Zukunft nicht weg, sondern im Gegenteil fällt einem richtig auf die Füße. Halte ich nicht regelmäßig einen Autobahnabschnitt für (Beispiel!) eine Million in Schuß pro Jahr, geht er wahrscheinlich nach 10 Jahren so kaputt, dass er für fünfzig Millionen repariert werden muss (und da sind mittelbare Folgen wie Staus noch nicht drin). Stattzehn Millionen kostet das "Einsparen" vierig Milliinen mehr. Das ist ein fiktives Beispiel, aber wenn etwas nicht gewartet wird, geht es kaputt, was mehr als die Wartung kostet.

Leider hat sich dieses Themas noch nie jemand richtig angenommen und die Folgen mal ausgerechnet. Das wäre mal nötig, dann würde dieser schwarzeNull-Götze ganz schnell entzaubert.

Beitrag melden
gg0815 14.09.2019, 11:18
138. Aufschwung Abschwung

Der Ruf nach mehr Geld verhalt doch nie egal ob Auf oder Abschwung. Bis mal wieder mehr Geld ausgegeben als verdient wurde dann ist plötzlich die horrende Staatsverschuldung die Ursache allen Übels. In Zeiten guter Konjunktur und damit Bonität ist Geld für den Betroffenen billig zu haben. In Zeiten der Krise also schlechter Bonität oder derer Erwartung ist Geld dagegen nur noch sehr teuer zu haben.

Beitrag melden
Teletomat 14.09.2019, 12:12
139. Wann macht der Mann endlich seine Hausaufgaben?

Bei nahezu vollausgelasteten Produktionsmitteln bringt deficit spending nichts ausser (im schlimmsten Fall verdeckten) Preissteigerungen. Kleinsparer und Arme werden noch weiter enteignet als ohnehin schon! Das ist absolutes ökonomisches Grundlagenwissen!

Beitrag melden
Seite 14 von 21
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!