Forum: Wirtschaft
Haushalt in Rezessionszeiten: Die schwarze Null von heute ist die Krise von morgen
Rupert Oberhäuser / imago images

In Zeiten des Abschwungs auf die schwarze Null zu pochen, ist ökonomisch unseriös. Und für die Zukunft kommender Generationen unverantwortlich.

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bernte83 13.09.2019, 14:58
10. Staatsschulden

galten mal als leben auf Kosten kommender Generationen. Mat. hat den Eindruck, dass einfach immer das falsch ist, was gerade gemacht wird.

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pracz 13.09.2019, 14:59
11. Wenn das nur so einfach wäre..

Die Behauptung, dass eine Neuverschuldung als Gegenmittel bei Konjunkturrückgang unter Ökonomen unumstritten sein soll, ist in dieser Vereinfachung, wie im Artikel beschrieben, einfach nicht zutreffend. Der Sachstand ist erheblich komplexer, und lässt weder in einer Artikel noch in einem Kommentar präzise genug erklären. Und vor allem: die Sinnhaftigkeit einer so komplexen ökonomischen Maßnahme lässt sich nur langfristig, im Kontext der Nachfolgeereignisse beurteilen. Mit anderen Worten, die selbe Verschuldung mit den selben Investitionen kann sinnvoll sein, wenn sie eine dauerhaft ökonomisch sinnvolles Gut finanziert (z.B. ein funktionierendes Flughafen) und/oder im darauf kommenden Periode getilgt wird, und schädlich, wenn keine Tilgung erfolgt oder das Ergebnis der Investition ökonomisch kein Erfolg wird (z.B. ein Flughafen abseits von Verkehrsströmen, der das ganze Jahr nur leer steht). Aber auch das ist nur ein stark vereinfachtes Beispiel. Es ist vermutlich eine Schwäche von Demokratien, dass solche Fragen entlang der politischen Linien entschieden werden. Mansche sehen Schulden als probates Mittel für kurzfristige politische Ziele, andere sehen ein Teufelszeug darin. Die Wahrheit liegt, wie so oft, von beiden Sichtweisen weit entfernt, hängt von wesentlich mehr Faktoren ab als eine kurze Artikel umfassen kann und ist in Fachkreisen alles andere als unumstritten.

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trimalchio 13.09.2019, 14:59
12. Schwarze Null Verteidigen!

Die Einnahmen des Staates sind auf historischen Höchststand, es gibt keinen Grund, im Augenblick solide Haushaltspolitik aufzugeben. Natürlich gibt es - aus der jeweiligen Sicht - ausschließlich legitime Gründe, mehr Geld auszugeben als man einnimmt. Das Klima, die Rüstung, das Soziale, die Wirtschaft etc. Gibt man die schwarze Null einmal auf, wird es Jahrzehnte dauern, zu einem ausgeglichenen Haushalt zurückzufinden. Ich hoffe sehr, dass Scholz das Kreuz hat, die aktuelle Debatte auszuhalten.

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MichaelM1972 13.09.2019, 14:59
13. Heute so, morgen so

Lieber Spiegel, jahrzehntelang habt ihr Verschuldung als Verschiebung von Problemen auf künftige Generationen kritisiert. Inzwischen verschuldet sich der Bund nicht mehr neu, und das kritisiert ihr jetzt ebenfalls (und auch noch auf eine so primitive Weise, indem ihr behauptet, der Staat versuche, MEHR einzutreiben, als er ausgibt, obwohl das Ziel ja wohl ist, GENAUSO viel "einzutreiben"). Und ich wette, denn der Bund wieder anfängt, sich zu verschulden, seid ihr die Ersten, die wieder von den künftigen Generationen fabulieren (obwohl die durch die Inflation viel weniger zurückzahlen muss als man heute ausgibt).
IHR macht euch einfach unglaubwürdig.

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taglöhner 13.09.2019, 14:59
14. eitle Prophenten

Vor dem Brexit kann man doch nicht gescheit planen, wo soll man denn jetzt klotzen?
Die Farbe und Größe des Defizits wird sich ggf sehr schnell ändern, wenn klar wird, was kommt und wie dick.
Es gäbe bis dahin mit wenig Fantasie eine ganze Menge möglicher belebender Strukturreformen, die kostenneutral wären. Haben aber allzu oft mit bösen bösen Technologien oder schlanker Verwaltung zu tun.

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muellerthomas 13.09.2019, 15:00
15.

Zitat von proffessor_hugo
da ist schon die Überschrift falsch.... Ohne Schulden kein Schuldendienst. Warum wurde in den letzten Jahren kein "Guthaben" aufgebaut? In den 50gern kamen so die Goldreserven zusammen - seit her wurde nur noch verpraßt.
Wie stellen Sie sich denn staatliche Guthaben vor? Und wie stellen Sie es sich volkswirtschaftlch vor, wenn private Haushalte und der Staat Netto-Sparer sind und auch die Unternehmen kaum Kredite nachfragen?

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mcmercy 13.09.2019, 15:01
16. Logik?

Ich verstehe die Logik des Schuldenmachens nicht? Wenn ich jeden Monat 100 Euro einnehme kann ich auch nur 100 ausgeben. Leihe ich mir jetzt 120 kann ich zwar einmalig 220 ausgeben, aber nächsten Monat dann nur noch 90 weil ich muss die Kohle ja zurückzahlen. Am Ende nach 12 Monaten hab ich mit oder ohne Schulden gleich viel ausgegeben und das bei 0% Zinsen. Müsste ich noch Zinsen zahlen hätte ich sogar weniger ausgeben können. Also warum Schulden machen? Macht ja nur Sinn, wenn ich nie die Absicht habe das Geld zurückzuzahlen, aber dann fehlts ja einem anderen der es nicht ausgeben kann.

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anchises 13.09.2019, 15:02
17. Wie viel Schulden sollen es noch sein?

Wir schieben bereits die eine oder andere Billion vor uns her, so manche Kommune ist im Prinzip Pleite. Wir haben es in 10 Jahren nicht fertiggebracht unsere Staatsschulden zu senken, jedenfalls nicht nennenswert. Wenn dies geschehen wäre, okay dann könnte man wieder. Aber so?
Die wirklich Reichen sind doch seit Kohl nicht mehr zur Kasse gebeten worden und wissen mittlerweile nicht wohin mit ihrem Geld. Die Folge davon sind Investments in alles mögliche und das sorgt unter anderem für explodierende Mieten. Geld das den meisten dann an anderer Stelle zum ausgeben fehlt. Ein Teufelskreis.

Okay, ich hätte jetzt noch mit Marx und der zyklischen Krise des Kapitalismus kommen können, aber das hätte den Autor und einen Großteil der SPON-Leserschaft vermutlich überfordert.

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torcedores 13.09.2019, 15:04
18. Kurzsichtiger und realitätsfremder Beitrag

Noch mehr "Investitionen" wie das BER-Desaster oder die vergurkten Beschaffungsprojekte der Bundeswehr? Wie realitätsfremd muss man sein, um Schulden für ein Mehr an staatlichen Investitionen zu propagieren?
Der Staat nimmt mehr als genug Geld ein, um alle erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen und sonstigen, aus Bürgersicht sinnvollen Aufgaben zu bestreiten. Wenn man nach dem Prinzip des größten Grenznutzens im Durchschnitt geschätzt 20% jener Ausgaben der öffentlichen Haushalte streichen würde, die für uns Bürger am wenigsten Nutzen stiften ... wir würden gar nicht merken, dass uns etwas fehlt, aber hocherfreut über das Mehr an Geld sein, welches uns bleibt.

Mal realistisch: Wo bewirken 1 Mio. EUR mehr im Hinblick auf Arbeitsplätze und sinnvolle Wertschöpfung für die Gesamtbevölkerung? Beim Handwerksmeister, der seinen Betrieb ausbaut und mehr attraktive Ausbildungsplätze schafft? Bei der Inhaberin eines Pflegedienstes, die attraktivere Gehälter bieten kann und ihr Geschäft ausbaut? Bei der Ärztin, die ein kleines Wohn- und Geschäfts errichten lässt und damit der Wohnungsmisere ein wenig Abhilfe verschafft? Oder beim Staat, der damit die Löcher aus Korruption und Ineffizienz stopft, um bspw. ein paar Stunden der Verluste auszugleichen, die die sattsam bekannten Katastrophenprojekte verursachen?

Wir alle müssen endlich verstehen, dass die Hauptursache für Armut in Deutschland die MIsswirtschaft des Staates und - nachgeordnet - die Überversorgung von Politikern, politischer Administration und staatlich finanzierten Instituten, Gesellschaften etc. ohne Nutzen für den Bürger ist.

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michael.sell 13.09.2019, 15:05
19. Das Schulden machen scheint Ihr Mantra

Niemand scheint das Schulden machen so herbei zu sehnen wie Herr Fricke, denn er redet sein Monaten davon. Der Bundesfinanzminister hat vor einigen Tagen einen Bundesüberschuss für das 1. Halbjahr von rd. 16 Mrd. verkündet - aber alle Schuldenmacher steten in den Startlöchern. Wir haben die automatischen Stabilisatoren, so dass nicht in der Krise gespart wird, was in der Tat einen Abschwung verstärken würde.
Solange nicht sichergestellt ist, dass mit Schulden tatsächlich Investitionen gezahlt werden - noch decken alle Einnahmen alle Ausgaben - sollten wir nicht die Placebo Medizin vor Ausbruch der Krankheit loben.
Staaten, die an ausgeglichenen Haushalten zu Grunde gingen, sind mir nicht bekannt - Staaten an unnötiger Schuldenmacherei schon.

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