Forum: Wirtschaft
Haushaltspolitik: Deutscher Staat spart 53 Milliarden Euro Schulden weg
imago/ photothek

Finanzminister Scholz ist wegen seiner Haushaltspolitik teils als Knauser verschrien. Die sogenannte Schuldenbremse aber wirkt: Der Staat hat seine Verbindlichkeiten zuletzt deutlich abgetragen.

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durch blick 26.03.2019, 11:58
40. @all

Altkanzler Adenauer sagte einmal, das können wir uns nicht leisten. Damals ging es um einen läppischen Betrag. Das Weise dahinter lautet, ein Staat ohne Schulden ist von Geldgebern auch nicht erpressbar. Siehe Weltbank und nur ein Beispiel Griechenland. Logischerweise haben wir ein Schuldgeldprinzip, dies ist der Buchhaltung geschuldet, Stichwort doppelte Buchführung mit Soll und Haben Kontensystem, weshalb ich ein Verfechter von Zentralbankgeldschöpfung, aber nicht in privater Hand, gekoppelt an die reale Wirtschaft bin. Nur die Wirtschaft mit ihrem Warenhandel erschafft Mehrwert, eine Dienstleistung verbraucht Mehrwert, da sie keinen materiellen Mehrwert erschafft sondern im Gegenteil Kosten produziert. Dieser Aspekt wird von den Jüngern der neokapitalistischen Wirtschaftssichtweise aus gutem Grund unterschlagen, Staaten die über die Dienstleistung Schulden nicht erpressbar sind werden auch mit noch so immensem Lobbyaufwand kaum Gesetze zum eigenen Nachteil durchwinken, siehe Cum-Cum CUM-EX.
Habe die Ehre DB

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chili&pepper 26.03.2019, 11:59
41. Wann sind wir die Schulden los..

Wäre mal eine interessante Frage wann wir rechnerisch die schulden los sind.. das wäre mal eine Ansage der erste Staat ohne Schulden.. mir wäre es lieber wenn der Staat ein plus in der Höhe hat, das wir mit den Zinsen ein Grundeinkommen finanzieren könnten, na das wäre mal was..

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wizzard74 26.03.2019, 12:00
42.

Zitat von rugall70
Warum nicht jeden Tag ein Artikel über das Thema? Geht nicht. Der Spiegel ist leider schon voll von Berichten über Gender Pay Gap, Gendersprache und Werbekampagnen des Verkehrsministeriums. Da bleibt halt kein Platz mehr.
Na Hauptsache man setzt Prioritäten. Ist doch auch wichtiger, sich mit Phantomproblemen zu beschäftigen, die man sich selbst ausdenkt, damit man selbst die Deutungshoheit hat und damit auch die Garantie, als Held dazustehen, egal wieviel Unsinn und Falschinformationen man verbreitet.

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olli0816 26.03.2019, 12:00
43. Ich finde das sehr klug

Zitat von The Restless
Mir scheint, die ganze Welt setzt doch standardmäßig auf eine progressive Verschuldung. Irgendwann kommt der Knall, dann fängt man von vorn an. Wer sparsam bleibt, der nimmt an der Party nicht teil, wird bei dem Knall aber dennoch mit untergehen. Ist das Sparen dann wirklich eine kluge Idee?
Sowohl privat als auch für den Staat. Es gibt ja immer wieder Zeitgenossen, die meinen, ein Staat müsse anders finanziert werden. Und es gibt ja weltweit eine ganze Menge Beispiele, die das mit dem Schuldenmachen ganz anders handhaben. Nur: gehts den Staaten und der Bevölkerung wirklich gut damit?

Griechenland ist wohl in Europa das beste Beispiel. Gerade die Mittelschicht und die Armen haben massiv darunter zu leiden, dass der Staat seid Jahren bankrott ist und sich das die nächsten Jahre nicht ändern wird. Was ist dabei herausgekommen? Renten, die zum Leben nicht mehr reichen. Viele Arbeitslose, weil der Staat nicht vernünftig finanzieren kann. Viele unsinnige Verkäufe von Staatsvermögen zu viel zu niedrigen Preise. Der Grund dafür ist, dass die Gläubiger das vorschreiben, um weitere Kredite zu vergeben damit Griechenland wenigstens die laufenden Kosten abdecken kann. Dazu die Fremdbestimmung mit lauter schädlichen Maßnahmen. Dazu eine verarmende Bevölkerung. Ist das der bessere Weg?

Jetzt könnte man sagen, Griechenland ist ein Extremfall. Aber nicht wirklich. In Argentinien gibt es seid der Insolvenz quasi keine Mittelschicht mehr. Viele Leute haben keine Arbeit mehr und durch die Inflation sind viele dazu verarmt. Die USA haben nicht ohne Grund das jährliche Dilemma mit dem Shutdown durch zu hoher Neuverschuldung und drückenden bestehenden Schulden.

Eigentlich alles Parallelen, wenn man selber Insolvenz anmelden muss. Man besitzt nichts mehr von Wert, hat sehr wenig Geld zum Leben und keiner mag einem mehr was leihen. Der Insolvenzverwalter bestimmt über dein Leben. Das ist bei Staaten nicht anders, auch wenn sie abstrakt sind. Aber von einem Staat ist die Gesellschaft abhängig. Deshalb ist vernünftiges Wirtschaften das beste, was man tun kann. Wird z.B. etwas vom Staat nicht gebaut und niemand sonst tut es, dann ist auch der Bedarf nicht zwingend notwendig. Und auf Party a la Titanic stehe ich eher nicht. Die ist bekanntlich untergegangen und mehr als 2/3 der Leute mit ihr.

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Peter Schmidt -fsb 26.03.2019, 12:01
44. Mathe können Sie, aber nicht VWL verstehen sie nicht!

Zitat von kzs.games
@nr 1 - ja der Schuldenabbau ist deutlich wichtiger als jetzt im Moment irgendetwas zu verändern an der Versorgung. denn wer Zins und Zinseszins versteht weiß was das heißt. aber das dem ungebildeten Teil der Bevölkerung verständlich zu machen wird wohl schwer. Beispiel: 29 Milliarden beim Bund mit 1% verzinst sind 290 Millionen die wir allein nächstes Jahr an Zinsen sparen und entweder in die Infrastruktur stecken können oder um weiter Schulden anzubauen
Ich bin ja auf ihrer Seite, wenn Sie vor übermäßigen Kosumausgaben warnen. Aber haben Sie schon mal versucht ihre Rechnung mit aktuellen Zinssätzen für Bundesanleihen. Zwei Zahlen der aktuellen Kurve für Sie zum durchrechnen: Zinssatz 3 Jahre Bundesanleihe -0,55%, Zinssatz 9 Jahre Bundesanleihe -0,12%.
Und bitte das MINUS nicht übersehen!

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Faktomat 26.03.2019, 12:03
45. Money for nothing

Nicht immer regnet es Manna, aber wenn, dann müsste man doch eigentlich zugreifen. Deutschland könnte derzeit wahrscheinlich 50- oder 100-Jahresanleihen zu Null Zinsen auflegen und sich damit ohne Probleme bis zur Halskrause verschulden. Elbharmonien oder Pyramiden für jedes Dorf. Schulen und UniCampuse vom Feinsten. Gigantische Brücken, goldene Gehwege. Alles kein Problem. Wegen Inflation in 100 Jahren aus der Portokasse tilgbar.
Klar, es gäbe unbeabsichtigte Sekundäreffekte. Z. B. würden Baukapazitäten samt Arbeitskräfte aus den Südländern nach Deutschland driften. Aber dies könnte sogar gut sein, keine Jugendarbeitslosigkeit mehr in Spanien und Italien. Verbunden mit der Drohung, wir nehmen noch mehr Schulden auf, wenn Ihr Eure Läden nicht Ordnung bringt.
Was nicht funktionieren kann ist sparen, solange die anderen prassen. Die EZB hat bis vor kurzem pro Monat Geld für 60 Elbharmonien gedruckt (Quantitative Easing), insgesamt 2,5 Billionen, und damit vorwiegend die Schulden der unserös wirtschaftenden Staaten finanziert. Wenn der große Knall kommt sind alle betroffen, das Geld ist weg, das Chaos ist da. Aber die goldenen Gehwege, die würden bleiben.

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curiosus_ 26.03.2019, 12:05
46. Prima

Schulden abbauen wenn`s läuft um in der Krise gegensteuern zu können. Endlich hält sich mal jemand daran.

Und für die Schuldenapologeten gibt es hier etwas gegen das man argumentieren kann.

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tallantis 26.03.2019, 12:05
47. Kurzsichtig und fatal

Sehr schön, für den Moment baut man Schulden ab und gerät dabei in den innovativen Rückstand, der einen dann in 20 Jahren zu einem zweiten Italien macht. Ist auch typisch, dass hier ein paar andere mit ihren Kommentaren so kurzsichtig sind und glauben, dass man sich gegen eine Krise das Geld in den Socken stopfen muss, aber so funktioniert das nicht. Es trifft der Marketingsatz zu: Vorsprung durch Technik. Deutschland kam immer gut durch Krisen, weil man so viel Macht durch seine Produkte hatte. Wenn sich das wegen der Sparerei ändert, helfen einen die paar Münzen im Socken so viel wie heizen bei offenem Fenster. Dass die einfachen Leute hier, das in ihrem kleinen Blickfeld nicht verstehen, kann man nachvollziehen, aber von der Politik sollte man mehr erwarten und alle die Ahnung haben, wollen diese Lockerung aus gutem Grund.

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bunterepublik 26.03.2019, 12:05
48. Halte ich für falsch

Zitat von Paddel2
.... Eine nachhaltige Politik hätte in Phasen niedriger Zinsen ordentlich in Infrastruktur investiert, vor allem in digitale. Dieses Versäumnis werden künftige Generationen zu zahlen haben.
Falsch, in Zeiten der Hochkonjunktur gibt es gar nicht die Kapazität bei den Baufirmen etc., um öffentliche Infrastruktur zu errichten. Schon Privatleute warten Monate auf Handwerker. In solchen Zeiten massiv in öffentliche Infrastruktur zu investieren, zöge die ohnehin knappen Kapazitäten ab, was zu noch mehr Preistreiberei führte. Investieren muss die öffentliche Hand, wenn Flaute ist und Kapazitäten frei sind, das wäre Nachhaltigkeit!

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ithaca2 26.03.2019, 12:05
49. Rechenfehler

Laut dem Artikel müsste die Schuldenuhr pro Jahr um 53 Mrd Euro zurück gehen, also etwa 1680 pro Sekunde; laut Bund der Steuerzahler aber nur um 94 Euro pro Sekunde. Faktor 18 Unterschied! Wenn "Spiegel-Leser mehr wissen" sollen, wäre es angebracht, das mal zu untersuchen, oder zumindest zu benennen. Mein Verdacht: sobald es um Zahlen geht, hört das Interesse an der Wahrheitsfindung sehr schnell auf. Das gilt freilich nicht nur für diese Plattform.

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