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Hedgefonds Third Point: Investor setzt Nestlé unter Druck
AP

Nestlé muss sich mit einem unbequemen Investor auseinandersetzen. Der Hedgefonds Third Point ist mit drei Milliarden Euro bei dem Lebensmittelkonzern eingestiegen - und verlangt strategische Veränderungen.

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joking_hazard 26.06.2017, 07:54
1. Rendite steigern, koste es was es wolle

Rendite steigern heisst das mehr Gelder aus dem Unternehmen an die Anleger abfliessen soll. Dazu gibt es nur zwei Möglichkeiten: Erträge steigern und Kosten senken. Erträge steigern ist schwer (Preiserhöhung, Absatz steigern), Kosten senken schon einfacher (Arbeitsplätze abbauen, Zulieferer im Preis drücken, Steuern vermeiden). Und wenn dann die Anleger mehr Rendite vom Unternehmen bekommen, fehlt dieses Geld natürlich für Investitionen und bessere Bezahlung der Arbeitnehmer. Die Anleger werden immer reicher und mächtiger, aber Anlagekapital ist nun mal nicht nachfragewirksam und wird nicht konsumiert, es sammelt sich nur an. Wie bei Monopoly, irgendwann ist der Punkt erreicht an dem alles Geld sich bei einem Spieler gesammelt hat. Und dann? Richtig, Game Over.

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wekru 26.06.2017, 08:05
2. das sind keine Investitionen

sondern profitable Machtspiele. Die Zukunft der betroffenen Unternehmen ist bei dieser Art des Ausplünderns egal. Die Unternehmen sind Angriffsziele. Entsprechend sollte man die Angreifer auch nicht als "Investoren" bezeichnen, sondern als Krieg führende Organisationen auf dem Finanzmarkt. Wenn ich nach geeigneten Begriffen suche, erscheint mir die Piraterie vergleichbar. Diese "Seefahrer" kapern fremde Handelsschiffe um deren Werte zu rauben. Die eingesetzten Gelder sind ihre Waffen zum Zwecke des Raubes und keine Mittel für eine wertsteigernde wirtschaftliche Aktivität. Also benennt das bitte in klarer Abgrenzung entsprechend anders, damit auch sprachlich klar ist wo der Hammer hängt. Wenn sich Zecken an einem Wirtstier fest setzen, dann schaut man auch wie man die wieder los wird und den Schaden begrenzt. Genau das ist, was Nestlé jetzt als Thema vor sich hat und man kann nur wünschen, dass es den Schweizern gelingt.

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noalk 26.06.2017, 08:12
3. Investor?

Kurzfristig Geld abschöpfen. Das ist die Devise. Durch Aktienrückkäufe wird der Kurs steigen. Der Verkauf von L'Oréal wird auch noch mal liquide Mittel generieren, die Loeb anteilmäßig einsacken wird. Danach wird er seine Aktien wieder abstoßen, mit ordentlichhem Gewinn. Und #1 hat natürlich auch recht.

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dbrown 26.06.2017, 08:13
4. Ha!

Es täte mir um Nestle in der Tat nicht leid. Diese Firma geht ja selber auch über Leichen, denen ist doch alles egal, Geld ist alles! Wurde Zeit, daß denen mal einer Dampf unterm Kessel macht!!

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cobaea 26.06.2017, 08:30
5.

Zitat von dbrown
Es täte mir um Nestle in der Tat nicht leid. Diese Firma geht ja selber auch über Leichen, denen ist doch alles egal, Geld ist alles! Wurde Zeit, daß denen mal einer Dampf unterm Kessel macht!!
...damit sie noch aggressiver wird und noch weniger auf Umwelt- und Sozialstandards achtet? Was ist denn das für eine Logik?

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OlafHH 26.06.2017, 08:58
6. Einfluss

Könnte jemand erklären, wie man mit 1,25% Anteil einen derartigen Einfluss auf das Unternehmen haben kann, dass man solche Forderungen stellen kann? Der Artikel schafft das leider nicht. Danke;)

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CommonSense2006 26.06.2017, 09:27
7. Nestle

Nestle gehört nicht gerade zu den Unternehmen, die ich besonders mag, aber an deren Stelle würde ich einem Investor, der gerade 1,25% der Anteile hält und unverschämte Forderungen stellt, den gereckten Mittelfinger entgegenstrecken.
Den Anteil an L'Oreal verkaufen? Warum, der bringt wohl eine anständige Rendite, ein gutes Investment, warum sollte man das Tafelsilber verkaufen, nur um die Rendite von "sehr gut" auf "exzellent" zu steigern und damit Herrn Loeb einen Gefallen zu tun?

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tw1974 26.06.2017, 09:38
8. Rendite

Zitat von joking_hazard
Rendite steigern heisst das mehr Gelder aus dem Unternehmen an die Anleger abfliessen soll.
Falsch. Rendite heißt nicht zwangsläufig, dass Geld an die Anleger abfließen soll.

Die Frage ist, welche Rendite gemeint ist. Es kann z.B. die Eigenkapitalrendite oder Umsatzrendite von Nestle gemeint sein. Die hat erstmal nichts mit einer möglichen Rendite des Anlegers zu tun.

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tw1974 26.06.2017, 09:43
9. Investition

Zitat von wekru
sondern profitable Machtspiele. Die Zukunft der betroffenen Unternehmen ist bei dieser Art des Ausplünderns egal. Die Unternehmen sind Angriffsziele. Entsprechend sollte man die Angreifer auch nicht als "Investoren" bezeichnen, sondern als Krieg führende Organisationen auf dem Finanzmarkt. Wenn ich nach geeigneten Begriffen suche, erscheint mir die Piraterie vergleichbar. Diese "Seefahrer" kapern fremde Handelsschiffe um deren Werte zu rauben. Die eingesetzten Gelder sind ihre Waffen zum Zwecke des Raubes und keine Mittel für eine wertsteigernde wirtschaftliche Aktivität.
Selbstverständlich ist das eine Investition. Der Anleger hat Geld in die Hand genommen und Anteile an Nestle erworben. Ein vollkommen normaler Vorgang. Dass ein Anleger darum bemüht ist, dass das Unternehmen, in das er investiert hat, möglichst rentabel ist, ist ebenfalls vollkommen normal oder sollte es sein.

Das hat weder mit "Krieg" noch mit "Piraterie" etwas zu tun.

Nur nebenbei: Ihre Unterscheidung von INvestitionen und "Angreifern" und der Vergleich von Investoren mit "Zecken" ist interessant. Erinnert an die NS-Diktion von "raffendem und schaffendem" Kapital. Haben sie sich hier vom wirtschaftspolitischen Programm der NSDAP inspirieren lassen?

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