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HEK: Gesetzliche Krankenkasse schürt Angst vor Bürgerversicherung
DPA

Schreckgespenst Bürgerversicherung: Nicht nur die privaten Krankenversicherer wettern gegen SPD und Grüne. Auch eine gesetzliche Kasse warnt ihre Versicherten vor einem Umbau des Gesundheitssystems - und wirbt indirekt für Schwarz-Gelb.

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Peter500500 18.09.2013, 16:53
250.

Zitat von keinuntertan
Und zwar dann, wenn Sie alt und (chronisch) krank sind. Siehe USA. Die Linke hat Recht: Zweiklassenmedizin abschaffen.
Ich bitte um einen geeigneten Vorschlag. Gerne würde ich jedem ermöglichen die besten Versorgung in allen Bereichen zu erhalten.

Mit dem Konzept der Linken ist dies bestimmt nicht möglich.

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MindestRentner 18.09.2013, 16:54
251.

Zitat von bert1966
Ja genau ! Rentenbeiträge stehlen für die maroden Sozialkassen, damit auch die doofen Bonzen keine Rente mehr bekommen ! Ätsch ! Und von allen privaten Konten mit mehr als 100.000 Euro den überzähligen Betrag einziehen und an die Armen verteilen ! Und Autos mit mehr als 1000 ccm Hubraum im Staatsauftrag verkaufen, die Erlöse ans Waisenhaus und jeder bekommt ein Auto zugeteilt, aus Plaste, auf das darf er 10 Jahre warten ! Und wenn jemand das nicht will: einfach an der Grenze auf der Flucht erschiessen ! "Es war nicht alles schlecht in der DDR ..." Bjäch !
Oh, Sie Armer, ich bedauere Sie aufrichtig. Waren Sie doch wohl auch einer, der in der DDR 40 Jahre lang nur besch....n wurde...
Da kann man dann auch mitleidsam über Ihren seltsamen und zusammenhanglosen Unsinn hinwegsehen, den Sie hier verbreiten.

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OskarVernon 18.09.2013, 16:54
252.

Zitat von ichliebeeuchdochalle
Mindest-Beitrag beachten, wurde in der GKV für Selbständige bereits eingeführt
Schwerer Fehler:

Genau damit hat man ungezählte Existenzgründer in die PKV getrieben - braucht also jetzt nicht rumzujammern, wenn die auch bei der bleiben, die ihnen in der schwierigen Anfangszeit die dazu passenden günstigen Beiträgen geboten hat statt sie auszunehmen wie 'ne Weihnachtsgans... :p

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Bikkje 18.09.2013, 16:57
253. optional

Oha, das hat ja schon amerikanischen Waffenlobby-Propaganda-Stil teilweise hier...
Also um den mal etwas entgegen zu wirken. Ein staatlicher Eingriff in den freien Markt ist immer dann von Nöten, wenn ein Marktversagen vorliegt. Für Marktversagen gibt es unterschiedliche Definitionen, so sagt, wenn ich mich recht entsinne, die Freiburger Schule, dass ein Marktversagen bei einer Pareto-Ineffizienten Allokation der Güter innerhalb einer Volkswirtschaft auftritt. Nach Musgrave hingegen liegt ein Marktversagen vor, wenn, primitiv ausgedrückt, keine faire Verteilung der Güter vorliegt.
So nun ist es streitbar, ob das Gut Gesundheit, fair verteilt ist. Ebenso ist die Frage, ob im Gesundheitswesen eher das Äquivalenz-Prinzip, so wie es z.B. bei der PKV zum Tragen kommt, oder eher das Solidarprinzip Anwendung finden sollte. Da wir nun in einem Staat leben, der sich selbst in seinem GG dem Soldiarprinzip verschrieben hat, sollte wohl doch eher dieses die Basis bilden. Die GKV sind überflüssig. Wir brauchen nicht hunderte von Versicherungen, die einen Wahnsinns Verbrauch an Ressourcen aufweisen. Es geht auch mit einer einzigen Versicherung. Einem Staatsmonopol. Denn entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass Staatsmonopole grundsätzlich schlecht oder sozialistisch seien, gibt es genügend reelle Beispiele, dass dies gut funktioniert. So können wir ebenfalls im Bereich Versicherung zur Schweiz rüberschauen. Oder nach BaWü wo wir bis 1994 ein Staatsmonopol im Wohngebäudeversicherungsbereich hatten. Eine Versicherung, sei es Bürgerversicherung genannt oder nur eine GKV, die staatlich kontrolliert wird, kann bei gleichem Leistungskatalog für niedrigere Prämien sorgen. Des Weiteren könnte sich keine Person mehr aus der Versicherungspflicht stehlen bzw. aus der Solidargemeinschaft. Eine Solidargemeinschaft funktioniert nur dann, wenn die Starken, die Schwachen unterstützen. Wenn jedoch die Starken in eine PKV wechseln und die Schwachen beieinander hocken, dann funktioniert auch der Risikoausgleich innerhalb des Kollektivs nicht mehr.
Eine Bürgerversicherung somit zu verteufeln, ist in meinen Augen, nicht sinnvoll. Ebenso kommen noch ganz andere Probleme auf uns zu. Ein Vorredner meinerseits schrieb, dass er keine Lust auf eine schlechte gesundheitliche Versorgung habe. Tja, wenn wir keine Ärzte in Deutschland halten (können), kein Pflegepersonal finden und nichts für die Ausbildung dergleichen tun, dann werden wir wirklich eine schlechte medizinische Versorgung erhalten. Dann ist es jedoch vollkommen egal, ob ich privatversichert, bürgerversichert oder gesetzlich versichert bin.

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Bikkje 18.09.2013, 16:57
254. optional

Bezüglich der Quersubventionierung, dass ist nicht unrichtig. Das derzeit in Deutschland vorherrschende DRG System, welches in großen Teilen aus Australien übernommen wurde, sorgt dafür, dass die PKVs die GKV bzw. die Kosten der gesetzlich versicherten Patienten partiell mittragen, jedoch würde auch das DRG System in der Form bei einer Bürgerversicherung nicht mehr funktionieren. Von daher bekämen wir auch dort eine Neuausrichtung. Im Übrigen sollte auch nicht vergessen werden, dass die Haltung und Instandhaltung, sowie das vorhalten von medizinischen Versorgungseinrichtungen im ausreichenden Maße gesetzlich vorgeschrieben ist und die Länder ebenso ihrer Verantwortung diesbezüglich gerecht werden müssen.
Ich persönlich mache mir momentan mehr Gedanken, was die Privatisierungen im KH Bereich für negative Auswirkungen haben werden. Denn mit dem Gut Gesundheit gewinne erwirtschaften zu wollen, halte ich für äußerst kritisch....
So long...

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Peter500500 18.09.2013, 16:58
255.

Zitat von nayooti
...sich in einem Land wie Deutschland die oberen Einkommensschichten und Leistungsträger sich dem Solidaritätsprinzip der Sozialversicherung entziehen können. Das ist ungerecht und bewirkt, dass am ende alle aus der Sicht eines Versicherers "schlechte Risiken" in der GV landen. Jedem Versicherungsökonom würden da die Haare zu Berge stehen, nicht aber jenen, die durch das augenblickliche System so sehr profitieren, dass sie sich eine Lobby leisten, die jeden vernünftigen Rahmen sprengt. Das wohl zurecht, schließlich konnte in den vergangenen 15 Jahren (solange verfolge ich nun dieses Geschehen) erfolgreich jeder vielversprechende Versuch erfolgreich abgewendet werden.
Manchen ist viel mehr nicht verständlich oder begreifbar. Ich wusste noch gar nicht das die ganzen Verwaltungsbeamten zur oberen Einkommensschicht zählen. Ich denke diese würden sich freuen, wenn es so wäre.

Solange solche Unwahrheiten verbreitet werden, wird es immer Leute geben, die wirklich denken, dass man mit der Bürgerversicherung etwas gerechter oder besser machen könnte.

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ichliebeeuchdochalle 18.09.2013, 16:59
256. Wie die Beihilfe funktioniert

Ich erkläre es noch mal:

Zitat von Niederbayer
Beamte sind nur zu einem gewissen Prozentsatz versichert. D.h. wenn Kosten durch Behandlungen entstehen, zahlt die Versicherung davon nur einen Teil.
= entspricht Arbeitnehmeranteil

Zitat von Niederbayer
Den Rest zahlt die Beihilfe.
= entspricht Arbeitgeberanteil (allerdings auf PKV-Niveau)

Zitat von Niederbayer
Aber eben nur wenn Kosten entstehen.
= entspricht der Mischkalkulation der GKV

Zitat von Niederbayer
Ist der Beamte gesund spart man sich Versicherungsbeiträge.
Nein, da ist der Denkfehler: Mit dem gesparten Geld für den Gesunden bezahlt man die Beihilfe für den Kranken

Merksatz: Krankenversicherung ist immer Mischkalkulation

Zitat von Niederbayer
Unterm Strich sind die Kosten für die Beihilfe billiger als eine 100% Versicherung.
Das ist extrem falsch, denn die Beihilfe als Arbeitgeberanteil erstattet sogar PKV-Leistungen.

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ichliebeeuchdochalle 18.09.2013, 17:02
257. Beihilfe erklärt

Zitat von whitemouse
Die Beihilfe ist eines der schlechtesten Systeme überhaupt. Mit dem hälftigen Arbeitgeber-Beitrag bei Arbeitnehmern hat sie nichts zu tun.
Doch, die Beihilfe ist das was bei Arbeitnehmern der Arbeitgeberanteil ist. Allerdings ist die Beihilfe teurer weil sie PKV-Leistungs-Niveau bezahlt.

Zitat von whitemouse
Sie ist allerdings deutlich billiger für den Staat als der hälftige Arbeitgeber-Beitrag,
Auch hier ist das Gegenteil der Fall, denn sie zahlt ja auf PKV-Niveau

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Peter500500 18.09.2013, 17:03
258.

Zitat von wealthofnations
Die PKV wirtschaften vielleicht effizient aber keineswegs effektiv, wie man ja gerade an der Quersubventionierung erkennt. 10% der Versicherten (PKV) bezahlen 30% der ambulanten Honorare. D.h. die PKV zahlen hier VIEL ZU HOHE Honorare und lassen damit einen Großteil ihrer Beiträge über den Umweg des Leitungsanbieters den GKV-Versicherten zukommen.
vielleicht einigen wir uns darauf, dass die Pauschalen der GKV zu niedrig sind. Und in einigen Fällen die Honorare für Privatpatienten zu hoch. Damit wir auch einen umfassenden Einblick erhalten.

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ichliebeeuchdochalle 18.09.2013, 17:04
259. England braucht kein Mensch

Zitat von j.c78.
Befürworter der Bürgerversicherung einen Besuch in England empfehlen.
Und danach in Österreich. Und dann entscheiden wir uns für das österreichische Modell.

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