Forum: Wirtschaft
Hilfszahlungen: Internationaler Währungsfonds stellt Bedingungen für Eurorettungen
DPA

Eigentlich wollten die Europäer die nächste Krise in der Eurozone allein bewältigen. Doch jetzt drängt der Internationale Währungsfonds nach SPIEGEL-Informationen mit Macht zurück auf die Bühne.

curiosus_ 25.09.2017, 16:21
1. Völlig logisch, die...

Die europäischen Vertreter beim IWF wehren sich gegen die Pläne. Sie halten die Überlegungen für einen Angriff auf die Unabhängigkeit der EZB.

...EZB ist gottgleich und damit ist der Vorstoß des IWF gotteslästerlich. Und Blasphemie wird in manchen Staaten mit dem Tode bestraft.

Sarkasmus beiseite, was wehren sich die europäischen Vertreter beim IWF gegen die Pläne? Der IWF wird von der Weltgemeinschaft finanziert und muss das Geld seiner Geldgeber gewissenhaft verwalten. Und dazu gehört sicher nicht dieses Geld ohne Zusicherungen zur Verfügung zu stellen. Und wenn die nicht geben werden kann ("…können die betroffenen Regierungen für diese Bereiche keine Zusagen mehr machen") und auch kein relevanter Dritter einspringt (die EZB) - dann gibt’s eben nichts.

Das ist doch das Selbstverständlichste der Welt, was wollen da die europäischen Vertreter beim IWF?

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Patrik74 26.09.2017, 09:57
2.

Die EZB kann ebenso gut "Geld drucken" (über Kreditvergabe Geld schöpfen) wie der IWF. Wenn der IWF an der Ausplünderung einer in Schieflage geratenen europäischen Volkswirtschaft zukünftig nicht mehr mitverdienen will, dann soll er hat zuschauen; was geht uns das an?

Bei den ganzen "Rettungen" geht es ohnehin nur darum, gewählte Volksvertretungen unter das Kuratell "der Märkte" zu stellen - selbstredend zum Wohle des Volkes...

Man muss sich nur anschauen, wer nach Jahren der "Rettungen" bspw. in Griechenland real Gewinner und wer Verlierer ist. Und wer das Spielchen schon vorher nicht intellektuell durchschauen konnte, der versteht es vielleicht jetzt, wenn er es live und in Farbe betrachtet.

Wie schon ein Alt-Kanzler sagt: Wichtig ist, was hinten rauskommt.

Also bitte nicht von Mainstream-Ökonomie-Heilslehre blenden lassen, sondern einfach ganz nüchtern betrachtet:

a) Wer ist nach Jahren der "Rettungen" ärmer geworden?
b) Wer ist tatsächlich reicher geworden?
c) War dieses Ergebnis wirklich unvorhersehbar, oder mit ein bisschen Nachdenken erkennbar?
d) Wenn es erkennbar ist, wie passt dann das, was einem erzählt wird, mit dem zusammen, was tatsächlich passiert?
e) Und wenn es nicht zusammenpasst, warum wird dann allenthalben immer noch der selbe Unfug verbreitet?

Der IWF ist einfach nur sauer, dass es den von der EZB "gehebelten" ESM gibt, der die Agenda setzt, und will beim nächsten Mal, wenn wieder eine Volkswirtschaft ausgebeutet wird, ein größeres Stück vom Kuchen haben - das ist alles.

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