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Höchstens acht Euro pro Quadratmeter: Warum der Berliner Mietendeckel ungerecht ist
Nikada/ iStockphoto/ Getty Images

Die Berliner Bausenatorin will die Mieten in der Hauptstadt bei knapp acht Euro pro Quadratmeter deckeln - und damit den Marktmechanismus aushebeln. Das mag gut gemeint sein, ist aber ökonomischer Irrsinn.

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HAJ 26.08.2019, 10:53
120. Die Figuren, die keine Sozialwohnungen bauen und erhalten können?

Kann der Senat nicht einfach lebenswerte Wohnungen bauen, die er wirtschaftlich für 7.95 € Euro pro qm vermietet? Offensichtlich nicht, sonst müsste er ja nicht durch Verordnungen die Lasten einfach auf andere Gruppen abwälzen. Berlin hatte sozialen Wohnungsbau, exzessiv subventioniert durch westdeutsche Steuermilliarden. (Nannte sich unter anderem "Neue Heimat", im Eigentum der Gewerkschaften). Finanzielle Misswirtschaft des Senats führten dazu, dass diese ungeheuren Investitionen weitgehend verplempert wurden. Neben der finanziellen Misswirtschaft ist dafür auch die Unfähigkeit der Stadtplanung verantwortlich, die der Stadt überteuerte Scheusslichkeiten ohne bleibenden Wert wie das Märkische Viertel bescherten. Heute sieht es nicht anders aus: Ich schlage einen Spaziergang hinter dem Hamburger Bahnhof vor: Da entstehen uniforme Neubau-Blocks, die aus der Ferne aussehen wie DDR-Plattenbauten, zu Preisen wie in München. Diese Stadtplanung ist selber schuld für das, was sie anrichtet. Wenn diese Leute unfähig sind, vorzumachen, wie selbst mit erheblichen Subventionen mit Steuergeld wirtschaftlicher und qualitativ hochwertiger sozialer Wohnungsbau möglich ist, dann gibt es absolut keinen Grund darauf zu bauen, dass sie das durch Gesetze und Vorschriften zu Lasten einzelner Gruppen erreichen können. Nicht rentabler Wohnraum verslumt, wie die Erfahrungen in allen Ballungsgebieten dieser Erde zeigen.

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transatco 26.08.2019, 10:53
121. Es gibt kein Grundrecht irgendwo zu wohnen!

Es gibt nur ein Grundrecht zu wohnen!
Dort wo viele hinwollen aber der Markt begrenzt ist wird es eben teurer!
Ein Urlaub auf den Seychellen ist nunmal um ein vielfaches teurer als in Bulgarien!
Uns so ist es eben am Helmholtzplatz teurer als am Leopoldplatz in Wedding!
Ich selbst würde auch gerne auf Schwanenwerder wohnen, aber kann es mir nicht leisten!

Was ist denn so schlimm daran am Stadtrand zu wohnen??
Firmen werden mittelfristig auch alle dorthin ziehen, da die Gewerbemieten in der Innenstadt noch stärker steigen als Private! Dann fällt auch das Pendeln weg und Alle haben etwas davon!
Und wenn ich eben unbedingt in der Innenstadt wohnen will müsste ich eben aufs Auto oder Urlaub verzichten!? Aber soo viel ist es mir dann wohl doch nicht wert!
Nicht falsch verstehen, natürlich müssen Studenten wohnen, aber auch ein Campus mitten in der Stadt ist eigentlich zu hinterfragen! Irgendwann werden in der Innenstadt nur noch Reiche wohnen, aber dann ist diese ohnehin nicht mehr cool denn nur Gucci Läden und 3Sterne Restaurants sind auf Dauer todlangweilig!
Die Reichen werden sich dann auch wieder ein neues Ziel suchen und die Innenstädte werden wieder leerer und billiger! Das ist der Lauf der Zeit und niemand kann ihn stoppen - schon gar kein Politiker!

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dirk.resuehr 26.08.2019, 10:54
122. Zurück in die Zukunft!

Wirklich erschütternd. Den Linken fallen zur Bewältigung von Gegenwart nur Ideen des 19. Jahrhunderts ein, und dann wundern sie sich, wieso sie nicht mehr gewählt werden. Kann es denn sein, dass da eine Art intellektueller Armut herrscht?

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hobie14 26.08.2019, 10:54
123. Desaströser Populismus

Wenn für einen Altbau ein Rücklagenaufbau von monatlich 2-4 Eur/qm empfohlen wird, was in etwa 30-50% der Linkspartei Mietgrenze entspricht, wie soll denn dann noch wirtschaftlich vertretbar saniert und instandgehalten werden? Niemand mit Sinn und Verstand wird in einem Bundesland, wo die Linkspartei ein Rolle spielt, nun noch in Immobilien investieren. Was ist die Folge in Berlin: langfristig eine deutliche Verschlechterung von Wohnqualität, Strassenbild und Bauaktivität (die ohnehin im europäischen Vergleich in Berlin schon niedrig ist). Das ist undurchdachte Klientelpolitik. Begrenzt Möglichkeiten zur Erhöhung moderat, und fördert Eigentumsaufbau (wie zB in Dänemark, wo die Eigentumsquote viel höher ist).

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usprof 26.08.2019, 10:55
124. Wahnsinnsidee

Dann investiert eben niemand mehr in den Wohnungsbau, oder nur die Großinvestoren bauen wieder billige Plattenbauten im guten alten DDR-Design. Wer als Politikerin auf solch eine Wahnsinnsidee verfällt, ist fehl am Platz. Und zu dem ständigen Argument "Wohnen ist ein Grundrecht": Sicher. Aber "Billig wohnen am Prenzlauer Berg" ist keines. Wer die Preise nicht zahlen kann, wohnt eben woanders. Wie in jeder anderen Großstadt auf diesem Planeten eben auch. (Übrigens lachen sich die Leute in München, London, Paris, New York, Tokio, Beijing, Shanghai, Hong Kong usw. usw. über die "hohen" Berliner Mieten schon lange tot.) Wer da wohnen möchte, wo es eben besonders schön und attraktiv ist, der zahlt eben dafür.

Als nächster Vorschlag sollte jetzt der Autopreisdeckel kommen. Es ist ja ein Grundrecht, irgendwie zum Arbeitsplatz zu kommen, und ich würde mich beschweren, dafür 60 Tausend für den Mercedes hinlegen zu müssen. Oh, Sie meinen, ich könnte ja auch einen kleinen Fiat fahren? Eben! Ist aber nicht so schön, genau wie Wohnen irgendwo sonstwo in Berlin nicht so schön ist wie am Prenzlauer Berg. Logischerweise daher: Mercedes für alle, und zwar für 20 Tausend! Nur leider heißt das am Ende: Fiat für alle.

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amon.tuul 26.08.2019, 10:56
125. den Marktgläubigen sei gesagt

dass ohne Stastsrettung in Billionenhöhe Grossbanken und Fonds vielfach verschwunden wären.

Im Rheinmaingebiet sollen in 10J 40Qkm mit 400000 Wohnungen bebaut werden!

Keiner will das. Aber man plant.

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uezegei 26.08.2019, 10:56
126.

"Die bisherigen Mieter dürfen bleiben - und müssen teilweise deutlich weniger zahlen als bisher. Alle neuen Interessenten - ob Studentin, Arbeiter oder Unternehmensberaterin - bleiben draußen. Mit sozialer Gerechtigkeit hat das ziemlich wenig zu tun."

Nun, das bedeutet dann eben Zuzugsbegrenzung. Auch eine Form der Problemlösung, denn anders als der Artikel uns glauben machen möchte, gab es "ungerechte" Beschränkungen auch immer schon, die nannten sich früher Beispielsweise Berechtigungsschein für bestimmte Objekte und schlossen, horribile dictum", eben jene aus, die keinen hatten.
Möge sich der zukünftige Wahlberliner dann halt überlegen, ob er in den märkischen Sanddörfen rund um die Hauptstadt nicht besser aufgehoben ist.

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Knosa 26.08.2019, 10:56
127. Mietermarkt

Zitat von TimurB
Wenn die Mieten in den letzten 10 Jahren um 90% gestiegen sind, sind dann auch die Kosten für die Eigentümer entsprechend gestiegen? Haben Vermieter bis vor 10 Jahren nur Verluste mit ihren vermieteten Wohnungen eingefahren und können jetzt endlich vom Vermieten leben? Bei allem Für und Wider scheint mir das Rentabilitätsargument am schwammigsten. Als hätten alle Vermieter bis vor kurzem noch knapp vor der Pleite gestanden und würden erst jetzt endlich "gerechte" Mieteinnahmen erhalten... Übrigens, der Mietspiegel im Ruhrgebiet liegt unter 8 EUR pro qm, zu guten Teilen unter 7 EUR und oft sogar unter 6 EUR. Natürlich hat das in den letzten Jahren aber auch stark angezogen.
Im Ruhrgebiet gibt es aufgrund von ausreichendem Wohnraum eher einen Mietermarkt. Der Vermieter muss dem Mieter schon eine gut renovierte Wohnung anbieten, sonst kann er kaum oder nur mit Abschlägen vermieten. Ausgenommen In-Viertel, da ist die Miete auch höher als im Mietspiegel veranschlagt.

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Mustafa Mannesmann 26.08.2019, 10:57
128. Der Artikel ist Mist!

Zitat von z1mz1m
damit es auch der letzte 'enteignet alle'- und 'alle Vermieter sind Schweine'-Honk versteht !
Ich habe hier gar nichts verstanden. Denn es bleiben doch auch jetzt schon alle draußen. Außer dass eine kleine Gruppe von Zahlungswilligen diejenigen vertreibt, die schon lange da waren und deren Einkommen nicht weiter belastet werde kann.

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pritt 26.08.2019, 10:59
129. wenn schon Planwirtschaft

dann sollte aber auch mindestens die Gehaltssituation des Mieters Einfluss auf die Miete haben. Warum sollte jemand mit 250.000€ Jahresgehalt in den Genuss eines Mietdeckels kommen?! Wird halt wesentlich komplizierter, aber wenn man den Markt durch einen Plan ersetzt möchte, muss man das auch richtig machen. Der böse Marktmechanismus berücksichtigt im übrigen nicht nur das Gehalt, sondern ganz nebenbei auch noch: die Inflation, die Bevölkerungsentwicklung, Baukostenentwicklung, die Mietentwicklung in anderen Städten und bestimmt noch ca. 30 Faktoren ...die Behörde die dem aus planwirtschaftlicher Sicht gerecht werden will, brauch ne ganze Menge Mitarbeiter (oder Server). Wenn Berlin das Geld dafür hat...alle Achtung!

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