Forum: Wirtschaft
Höchstens acht Euro pro Quadratmeter: Warum der Berliner Mietendeckel ungerecht ist
Nikada/ iStockphoto/ Getty Images

Die Berliner Bausenatorin will die Mieten in der Hauptstadt bei knapp acht Euro pro Quadratmeter deckeln - und damit den Marktmechanismus aushebeln. Das mag gut gemeint sein, ist aber ökonomischer Irrsinn.

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MeinKo 26.08.2019, 11:25
180. Zweiteilung

"Die größere Ungerechtigkeit wäre: die Zweiteilung des Wohnungsmarkts in Insider und Outsider." Sagt der Kommentator. Was er aber geflissentlich übersieht: Momentan gibt es bereits eine Zweiteilung: Und zwar in die, die das Geld haben und die, die es nicht haben. Mir ist es definitiv lieber, dass die Leute, die hier bereits wohnen, ihre Wohnung behalten können, als Leuten mit viel Geld die Verdrängung zu ermöglichen. Das Argument, dass Arbeiter dann ja nicht mehr in die Innenstadt ziehen können, ist absurd. Momentan ist es ihnen aufgrund der hohen Kosten gar nicht möglich, es zu tun. Und die Unternehmensberaterin darf sich gerne außerhalb Berlins oder in den Stadtteilen umsehen, die für sie vielleicht nicht so standesgemäß sind.

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swandue 26.08.2019, 11:25
181.

Zitat von bescheuert
gilt nicht für Neubauten. Ihr Beitrag ist also für die Tonne
In einigen Jahren wird die zulässige Miete erhöht auf 8,20 € und der Gültigkeitsbereich ausgeweitet auf alle bis 2020 gebauten Wohnungen.

Mir scheint, Sie sind sehr kurzsichtig.

Diese Regelung scheitert hoffentlich an den Gerichten.

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mariahellwig 26.08.2019, 11:26
182. das passt!

Zitat: "Das Problem des knappen Wohnraums in Großstädten wird sich nie zur Zufriedenheit aller lösen lassen. Wenn mehr Menschen in einem bestimmten Viertel leben wollen, als dort Wohnraum vorhanden ist, wird immer jemand auf der Strecke bleiben. Die Frage ist nur: wer? Und nach welchen Kriterien?"

So ist es! Die Politik suggeriert aber gerne das ein Quadratur des Kreises möglich ist.
Auch ist es wenig sozial, große Mengen Geld in den sozialen Wohnungsbau zu stecken. Wie erklärt man den Menschen auf dem Land, dass ihre Steuergelder dazu verwendet werden, überteuerten Wohnraum in Großstädten bezahlbar zu machen? Wo ist das sozial, wenn Menschen in Städten finanziell bevorzugt werden und man auf dem Land noch nicht mal einen Arzt hat? Was für eine perverse Diskussion...

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sfgr 26.08.2019, 11:27
183. Das meinen Sie doch nicht ernst

Zitat von freistaatbayerm
Ich werde den Mietern meiner 2 Wohnungen kündigen und diese leerstehen lassen oder in Gewerberaum umwandeln. Ich brauche die Mieteinnahmen nicht.
Sie haben sich doch die Wohnungen angeschafft, um mit den Einnahmen etwas anzufangen, Alterssicherung etc, Profitinteresse, was auch immer.
Ud dass Sie den Mietern einfach so kündigen können, das wissen Sie doch auch, das geht nicht so einfach. Gut so.
Aber mal eben beleidigt hier was nicht ernst gemeintes einkippen, das ist doch unglaublich befriedigend, oder?

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lathea 26.08.2019, 11:27
184. Wenn dieser Mietendeckel. ..

.....wirklich kommen sollte, ziehe ich nach Berlin und vermiete meine Wohnung in Stuttgart auf WG-Basis an Pendler und über Airbnb. Dann brauche ich auch keine Steuern für die Mieteinnahmen zahlen, denn die Fahrten zwischen Stuttgart und Berlin lassen sich als Fahrtkosten absetzen und eine WG-Verwaltung erfordert viel Präsenz. Und Umsatzsteuer fällt auch nicht an, da Einnahmen über Airbnb erwartungsgemäß unter Freigrenze für Kleinunternehmer bleiben. Die Berliner kennen sich wirklich sehr gut mit Marktwirtschaft sowie Angebot und Nachfrage und nicht zuletzt mit Umgehungsmechanismen bei staatlicher als Unsinn wahrgenommene Willkür aus. OMG. In Berlin wird man dann auch gut an der Mietwohnung oder selbst genutzten Wohnung verdienen können - vor allem schwarz, Fiskus sei dank. ;-)

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bullermännchen 26.08.2019, 11:28
185.

Rechtlich wird das nicht haltbar sein. Erst einmal sollte Stadt und Land mehr Wohnungen bauen und die unter 8,- per m2 anbieten. Dann können sie Forderungen stellen. Es wäre doch ein Einfaches den Mietpreis auf X % des Immobilienkaufpreises (brutto) festzulegen. Pauschal 8,- ist Schwachsinn. Ab wann hält der Plattenbau dann wieder Einzug?

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Michael3770 26.08.2019, 11:29
186. Nein, Wohnen ist kein Grundrecht.

@Kaffeemail: Ich muss Sie korrigieren, Wohnen ist kein Grundrecht, siehe Wikipedia, Grundrechte Deutschland. Sie dürfen ja wohnen, nur können Sie dies vielleicht nicht dort, wo sie gerne wohnen würden. Das geht mir auch so, ich kann mir die Mieten in Teilen von Baden-Baden oder Stuttgart schlicht nicht leisten. Ich würde auch gern ein Fahrzeug mit dem Stern fahren, kann ich mir auch nicht leisten. Wenn alle das Geld hätten, sich so etwas leisten zu können, gäbe es wieder das Problem, dass der Platz eben begrenzt ist. Es können z. B. keine 12 - 20 Millionen in Berlin-Mitte oder Baden-Baden wohnen, es sei denn, dort stünden 800 m hohe Häuser. Dann würde aber niemand dort wohnen wollen. Für den Bau und den Erhalt von Wohnhäusern gibt es einfache und klare Kalkulationen. Innerhalb von ca. 30 Jahren müssen Anschaffungskosten und Erwerbsnebenkosten wieder drin sein, eine Rücklage, Versicherungen sowie eine kleine Rendite sind Pflicht. Das gibt es aber nicht für 8.- Euro, eher für 12 - 16/m². Keine Bank finanziert Verluste.

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romeov 26.08.2019, 11:29
187. Warum der Berliner Mietendeckel ungerecht ist

...vielleicht auch weil einige hochgezahlte Journalisten, plötzlich unter ganz normalen Menschen wohnen, weil die sich auch die 100qm leisten können.

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erlachma 26.08.2019, 11:33
188.

Zitat von KarlKloster
Und was wäre dann Ihr Vorschlag? Alles so lassen, wie es ist? Das Ganze soll erst einmal übrigens nur 5 Jahre lang gelten. Ich finde es großartig.
Ja, und der Solidaritätszuschlag war auf ein Jahr befristet.
Merke: wenn Politiker von "Fristen" sprechen, meinen Sie keine Fristen im eigentlichen Sinn, sondern den Zeitraum bis zur Verlängerung.

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Zorpheus 26.08.2019, 11:33
189. Somit wird es Wohnungen nur noch zum Kauf geben

Den selben Fehler hat man vor Jahrzehnten in Spanien gemacht. Durch diese Überregulierung wird Vermieten unattraktiv. Wohnungen werden nicht mehr an neue Mieter vermietet, sondern an sie verkauft. Es wird genügend Menschen geben, die mehr für den Kauf bezahlen, als es dieser niedrigen Miete entspricht.
Wer sich Kaufen nicht leisten kann wird sich wahrscheinlich außerhalb Berlins nach Mietwohnungen umschauen müssen. Auf jeden Fall nicht am Prenzlauer Berg.

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