Forum: Wirtschaft
Höchstens acht Euro pro Quadratmeter: Warum der Berliner Mietendeckel ungerecht ist
Nikada/ iStockphoto/ Getty Images

Die Berliner Bausenatorin will die Mieten in der Hauptstadt bei knapp acht Euro pro Quadratmeter deckeln - und damit den Marktmechanismus aushebeln. Das mag gut gemeint sein, ist aber ökonomischer Irrsinn.

Seite 55 von 71
spmc-12355639674612 26.08.2019, 17:39
540. Sie scheinen

Zitat von emil7685
Die "Jammerer" sind die die weiter als von zwölf bis Mittag denken können. Denken Sie zum Beispiel an eine Familie, die in einer günstigen Wohnung am Stadtrand wohnt und dann durch den normalen Gang des Lebens (Beförderung, Weiterbildung usw.) mehr Familieneinkommen hat und dadurch die Möglichkeit hat die Wohnsituation zu verbessern. Bei gedeckelten Mieten hat diese Familie KEINERLEI Chancen an eine bessere Wohnnung in einem besseren Viertel zu kommen weil diese mietpreisgedeckelten Wohnungen komplett besetzt sind von Leuten die aus diesen zu absurd niedrigen Preisen vermieteten Wohnungen NIEMALS wieder ausziehen werden. Das geht dann nur über Bestechung, Beziehungen, "schwarze" Untervermietungen und andere grandiose Eigenschaften des Sozialismus. Das KANN doch wohl niemand ernsthaft wollen!!
sich im Berliner Immobilienmarkt ja so richtig auszukennen. Ich kenne jedoch auch ein paar Investoren und weiß, was die so erzählen. Manche betrachten ihr Immobilieninvestment als Lizenz zum Gelddrucken und das ist jetzt kein Witz. In München werden Wohnungen z. T. nur noch als "WGs" oder möbliert vermarktet, weil man damit das Maximale herausholen kann. Ich habe ja schon geschildert, dass man mit dem aktuellen Berliner Mietspiegel gut zurechtkommt. Der gibt nämlich auch keine wesentlich höheren Mieten als Lompschers Vorschlag her. Fällt das eigtl. nur mir auf? Hier der Link zum Mietspiegel: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/mietspiegel/index.shtml

Beitrag melden
ruhepuls 26.08.2019, 17:40
541. Aber löst sich denn dadurch?

Zitat von Freidenker10
Wenn man die Vermieter sonst nicht zum Umdenken bekommt ist das die letzte Möglichkeit den normalen Menschen zu helfen, deshalb unterstütze ich diesen möglichen Schritt! Man kann einfach nicht noch 10 Jahre warten bis der soziale Wohnungsbau endlich mal in Schwung kommt, die Probleme existieren JETZT und brauchen auch JETZT eine Lösung!
Es löst sich ja nichts dadurch. Die Menschen, die eine Wohnung suchen, finden auch weiterhin kein, denn gäbe es viel Leerstand, wären die Mieten erst gar nicht so stark gestiegen. Das kann nur geschehen, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt. Durch die neue Regelung gibt es aber nicht mehr Wohnungen - sie werden nur für diejenigen billiger, die bereits eine haben. Und zwar für alle, auch für diejenigen, die mit den hohen Mieten gar kein Problem hatten.

Aber eines würde die Regelung mit Sicherheit erreichen: Der Neubau von Wohnungen kommt zum Erliegen, denn wenn man nicht mehr kalkulieren kann, dann baut man auch nicht mehr. Also darf die Stadt Berlin - die eh schon pleite ist - selbst welche bauen. In Anbetracht des kompetenten Ausbaus des "Hauptstadtflughafen" darf man gespannt sein, wann die ersten neuen Sozialwohnungen bezugsfertig werden.

Beitrag melden
arr68 26.08.2019, 17:41
542. Eine Alternative wäre, leerstehende Wohnungen

von der Steuerlast wie vermietete Wohnungen zu behandeln und dies in Neubau zu stecken. Dazu müssen diese unsäglichen energetischen Sanierungen komplett vom Vermieter getragen werden statt zu einer unglaublichen Mietexplosion zu führen.

Beitrag melden
von_oz 26.08.2019, 17:44
543.

Zitat von pm40
Die meisten Foristen hier sind entweder keine Volks- oder Betriebswirte oder haben offensichtlich nur gefährliches Halbwissen in Sachen "Preisfindung". Es spielt überhaupt keine Rolle, wie teuer das Bad war. Solange ein Preis x am Markt erzielt werden kann, ist das der Preis, der dieses Gut kostet. Wollen oder können Sie diesen Preis nicht bezahlen, müssen Sie sich für ein anderes oder eben kein Gut entscheiden.
Sie müssen uns nicht erklären, wie die Preisfindung bzw. die Marktwirtschaft aktuell funktioniert. Dieses System ist menschgemacht und darf deshalb auch von Menschen verändert werden. Ich bin froh um jeden, der Regeln, die die Welt schlechter machen, nicht hinnimmt, als wären sie Naturgesetze.

Beitrag melden
ruhepuls 26.08.2019, 17:45
544. Glauben Sie, es gibt keine Gegenreaktionen?

Zitat von Hang.on
6 Euro sind wahrscheinlich etwas wenig (8 Euro erschiene mir sinnvoller) aber gegen die Idee kann man kaum Argumente nennen. Die, die Herr Kaiser nennt, greifen in der Abwägung alle nicht durch. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und wer sich diesbezüglich an Spekulationen beteiligt (und nichts anderes ist ein Kauf derzeit), muss auch damit leben, wenn es mal nicht nur fette Gewinne gibt. Die Selbstnutzer betrifft die Diskussion nicht, Sie können wie gehabt in Ihrer Wohnung leben. Ein Eigentümer.
Es geht nicht darum, ob etwas - theoretisch - sinnvoll ist, sondern ob es praktisch funktioniert. Und diese Regel wird nicht funktionieren. Schon bald wird man merken, dass Wohnungen als Eigentumswohnungen verkauft werden - an Selbstnutzer. Andere werden Modernisierungen etc. hinten anstellen. Neubauten werden keine mehr entstehen. Die Folge ist ein Schwinden von gutem Wohnraum. Klar, das passiert nicht in ein paar Tagen, aber in ein paar Jahren wird man genau darüber in Berlin klagen - und selbst dran schuld sein, falls es dann noch eine "rote Stadtregierung" gibt.

Beitrag melden
Dan Düsentrieb 26.08.2019, 17:48
545. Ja, so gehts ... die Berliner haben da Erfahrungen ...

Zitat von StefanTr
Einfache Lösung. In die Höhe bauen. Nach oben ist in der Regel am meisten Platz. Wenn man nur noch 200m Häuser baut, dann kann man wesentlich mehr Wohnungen auf einem Fleck erstellen. Statt 10 Wohnungen im 3 Geschosser sind es dann eben 200 Wohnungen auf der gleichen Fläche. Oben kann man die teuren Wohnungen reinbauen und unten die günstigeren. Sollte auch energetisch und wirtschaftlich wesentlich günstiger sein, als bisherige Lösungen.
Super, wir bauen wieder Mietskasernen in Berlin, so wie in Hongkong, oder sonst wo in Asien, 200-300 m hoch (oder gar 5-600m hoch), 300-800 m lang, davon viele, viele Häuser eng hintereinandergestapelt, und 10 Leute pro maximal großer 40 qm-Wohnung. So stell ich mir das Leben zukünftig in Berlin vor. Das wird dann auch günstiger pro qm. Da gibts dann kein Genöle mehr. Vielleicht findet sich unter diesen Bedingung auch ein Idiot, der sein Geld bei 8 € Miete/qm zum Bauen solcher Gebäude versenken will. Ob natürlich da noch jemand bei uns wohnen will, es soll ja auch in Kreuzberg alles sehr naturnah sein, mit Kühen (aber bitte ohne Kirchengeläute wie am echten Land) ... oder wollen die betreffenden Mieter lieber für 8 € m Grunewald am Schlachtensee in der Villa wohnen?

Beitrag melden
ruhepuls 26.08.2019, 17:51
546. Berlin ist ja bekannt für "Baukompetenz"...

Zitat von paralleltom
Da man für weniger als 10€/qm Miete keine Wohnungen bauen kann - die braucht man um Grundstück und Kredit zu finanzieren - wird sich kaum ein Bauherr finden lassen, der neue Wohnungen baut. Noch dazu wird sich keine Bank finden, die ein Projekt finanziert, das nach kurzer Schonfrist defizitär werden kann. Der private Immobilienmarkt wird zum Erliegen kommen. Ähnliches gilt auch für Sanierungen. Auch das geht ohne Bank meist nicht. In der Folge müsste die Masse an benötigtem Wohnraum durch öffentliche Mittel geschaffen oder erhalten werden. Ist das gewollt? Wird das gut? Können die das Leisten? Wenn ich daran denke, wie lange man in manchen Städten auf eine Baugenehmigung wartet, würde ich zögern öffentliche Einrichtungen als Bauherr auftreten zu lassen.
Nun, wenn man den Hauptstadtflughafen als Muster für Berliner Baukompetenz her nimmt, dann wird es wohl noch recht lange dauern, bis neue Sozialwohnungen - gebaut von der Stadt - bezugsfertig sind. Aber für die Berliner Politiker wird es jetzt erst mal billiger. Auch schön...

Beitrag melden
ruhepuls 26.08.2019, 17:55
547. Besserverdiener-Stadtteile gibt es immer noch....

Zitat von fubs
Wenn dies konkret angewendet würde, gäbe es keine "Besserverdiener-Stadtteile" und der Punkt dazu passt in keine Logik.
Natürlich wird es die auch weiter geben. Niemand kann einem Vermieter verbieten, beispielsweise eine Abschlagszahlung zu verlangen... Oder ein kleines Handgeld..? Oder eine Renovierungskostenbeteiligung? Wer dort hin will und es sich leisten kann, wird schon einen Weg finden.
Und diejenigen, die jetzt dort wohnen, werden sicher nicht ausziehen, um Platz für "Arme" zu machen.

Beitrag melden
Knosa 26.08.2019, 17:57
548. Nicht ganz richtig

Zitat von herbert.echzell
Unsinn. Untervermietung bedarf der Zustimmung des Vermieters. Ungenehmigte Untervermietung ist ein Kündigungsgrund. Und: Vermieter bekommen das auch i.d.R. rechts schnell raus, wenn ungenehmigt untervermietet wird.
Untervermietung bedarf zwar der Zustimmung des Vermieters. Wenn Sie jedoch nur einen Teil der Wohnung untervermieten, so hat das Landgericht Berlin in 2017 entschieden, gibt es viele gute Begründungen für die Untervermietung z.b. hohe Miete etc. Der Vermieter darf Ihnen dann die Untervermietung nicht verweigern. Und glauben Sie dass die Vermieter größerer Objekte oder Vermieter, die selber nicht in Berlin wohnen auf der Lauer liegen und jeden Tag kontrollieren, wer da ein- und aus geht.

Beitrag melden
ruhepuls 26.08.2019, 17:59
549. Neue Erkenntnis...

Zitat von kaffeemail
gottseidank.de hat es gut geschrieben. Wohnen ist ein Grundrecht und kein Markt. Der Autor kann mir gerne erklären wie ich von 1000€ Rente am “Markt” eine Wohnung bezahlen soll. Derjenige der als erster Land verkauft hat, hat es ja nicht selbst geknetet. Oder wie kann man etwas besitzen, was eigentlich uns allen und die flora und Fauna gehört?
Nun, das Recht auf Eigentum - auch an Grund und Boden - ist Teil unserer Verfassung. Das kann man natürlich ändern, aber dann würde das Faustrecht herrschen. Denn wenn einem etwas juristisch nicht mehr gehört, dann nimmt es sich der, der es am besten verteidigen kann.

Beitrag melden
Seite 55 von 71
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!